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Dienstunfähigkeit trifft Beamte früher, als sie denken

Ohne fünf Jahre Dienstzeit gibt es kein Ruhegehalt. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel schließt diese Lücke.

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DIENSTUNFÄHIGKEIT

Warum reicht die Versorgung des Dienstherrn nicht?

Eine eigenständige Dienstunfähigkeitsversicherung gibt es am Markt nicht. Gemeint ist immer eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel. Sie sorgt dafür, dass die Versetzung in den Ruhestand durch den Dienstherrn als Leistungsfall anerkannt wird, ohne dass der Versicherer eine eigene Prüfung anstellt.

Wer in der Probezeit oder in den ersten Dienstjahren dienstunfähig wird, hat nur dann Anspruch auf Ruhegehalt, wenn die fünfjährige Wartezeit erfüllt ist. Ausnahme bleibt ein Dienstunfall. Ohne erfüllte Wartezeit erfolgt die Entlassung, danach greift die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit den bekannt niedrigen Erwerbsminderungsrenten.

Nach fünf Jahren Dienstzeit stehen mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge zu, geregelt in § 14 Absatz 4 des Beamtenversorgungsgesetzes. Von diesem Betrag gehen noch Steuern und der eigene Anteil an der Krankenversicherung ab.

  • 5 Jahre Wartezeit müssen erfüllt sein, sonst besteht kein Anspruch auf Ruhegehalt
  • 35 % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge als amtsunabhängiges Mindestruhegehalt nach § 14 Abs. 4 BeamtVG
  • 0 € Versorgung bekommt ein Anwärter, der vor Ablauf der Wartezeit ohne Dienstunfall dienstunfähig wird
LEISTUNGEN

Was leistet eine echte Dienst­unfähigkeits­klausel?

Zwischen einer echten und einer unechten Klausel liegen im Leistungsfall Welten. Diese Punkte entscheiden.

Entscheidung des Dienstherrn zählt

Versetzt der Dienstherr Dich wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den Ruhestand, erkennt der Versicherer den Leistungsfall an. Eine eigene medizinische Prüfung entfällt.

Schutz während der Wartezeit

Wirst Du vor Ablauf der fünf Jahre entlassen, zahlt der Vertrag die vereinbarte Rente. Genau in dieser Phase steht sonst nichts zur Verfügung.

Dienstunfähigkeit auf Zeit

Auch die begrenzte Dienstfähigkeit oder eine Versetzung in den Ruhestand auf Zeit sollte abgesichert sein, sonst entsteht eine Lücke bei vorübergehender Dienstunfähigkeit.

Rente statt Ruhegehaltslücke

Die Rente schließt den Abstand zwischen Ruhegehalt und letztem Nettogehalt. Bei Lebenszeitbeamten mit wenigen Dienstjahren ist diese Lücke am größten.

Nachversicherung bei Verbeamtung

Übernahme auf Probe, Verbeamtung auf Lebenszeit oder Beförderung erlauben es, die Rente ohne neue Gesundheitsprüfung anzuheben.

Auch für Berufe außerhalb des Dienstes

Verlässt Du den öffentlichen Dienst, wandelt sich der Schutz in eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung um und bleibt bestehen.

GRENZEN

Worauf müssen Beamte besonders achten?

Viele Verträge tragen die Klausel im Namen und liefern im Ernstfall trotzdem nicht.

Unechte Klausel mit Nachprüfung

Bei einer unechten Klausel prüft der Versicherer trotz Ruhestandsversetzung selbst, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Damit hast Du zwei Verfahren und zwei Ablehnungsrisiken.

Fehlende Absicherung der Anwärterzeit

Manche Tarife leisten erst ab der Verbeamtung auf Lebenszeit. Für Anwärter und Beamte auf Probe ist das die falsche Reihenfolge, weil dort die größte Lücke klafft.

Ausschluss bestimmter Laufbahnen

Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug und Soldaten werden von einzelnen Versicherern gar nicht oder nur mit besonderen Klauseln angenommen. Die spezielle Polizeidienstunfähigkeit muss ausdrücklich mitversichert sein.

Gesundheits­prüfung vor der Amtsarzt­untersuchung

Wer erst nach einer Auffälligkeit beim Amtsarzt zum Versicherer geht, bekommt kaum noch Schutz. Der richtige Zeitpunkt liegt vor dem Eintritt in den Vorbereitungsdienst.

Endalter unter der Regelaltersgrenze

Ein Vertrag bis 60 lässt die letzten Dienstjahre offen. Sinnvoll ist ein Endalter, das der jeweiligen Altersgrenze Deiner Laufbahn entspricht.

KOSTEN

Was kostet der Schutz für Beamte?

Beamte gelten als günstige Risikogruppe, Lehrkräfte und Verwaltungsbeamte zahlen deutlich weniger als der Vollzugsdienst. Die Werte gelten für eine Laufzeit bis zur jeweiligen Altersgrenze, Stand August 2026.

Monatsbeiträge nach Laufbahn
Laufbahn und Alter
Rente
Monatsbeitrag
Hinweis
Lehramtsanwärterin, 25 Jahre
1.500 €
45 bis 75 €
Beste Einstufung, Abschluss vor dem Referendariat
Verwaltungsbeamter, 30 Jahre
1.800 €
70 bis 110 €
Bürotätigkeit, günstige Berufsgruppe
Polizeivollzugsbeamter, 25 Jahre
1.500 €
90 bis 160 €
Polizeidienstunfähigkeit muss eingeschlossen sein
Feuerwehrbeamter, 30 Jahre
1.500 €
110 bis 190 €
Höhere Einstufung, wenige Anbieter am Markt
Beamtin auf Lebenszeit, 40 Jahre
2.000 €
150 bis 240 €
Später Abschluss, Gesundheitsprüfung wird strenger
FALLBEISPIEL

Was passiert bei einer Entlassung im dritten Dienstjahr?

Ein 27-jähriger Lehrer auf Probe erkrankt im dritten Dienstjahr schwer und wird für dauerhaft dienstunfähig erklärt. Die fünfjährige Wartezeit ist nicht erfüllt, ein Dienstunfall liegt nicht vor.

  • Ohne VertragEntlassung aus dem Beamtenverhältnis, Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Gesetzliche LeistungAnspruch auf Erwerbsminderungsrente erst, wenn die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind
  • Mit echter KlauselVersicherer erkennt die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit als Leistungsfall an, ohne eigene Prüfung
  • Ergebnis1.500 Euro monatlich bis zum vereinbarten Endalter, Beitragsbefreiung ab dem ersten Leistungsmonat
WORAUF ES ANKOMMT

Welche sechs Punkte müssen im Bedingungswerk stehen?

Wir prüfen jeden Tarif entlang dieser Liste, bevor wir ihn Beamten überhaupt vorlegen.

  • Echte Dienstunfähigkeitsklausel Die Ruhestandsversetzung durch den Dienstherrn löst die Leistung aus, ohne dass der Versicherer eigenständig nachprüft.
  • Geltung ab dem ersten Tag Der Schutz greift für Anwärter, Beamte auf Probe und Beamte auf Lebenszeit gleichermaßen, nicht erst ab der Lebenszeitverbeamtung.
  • Begrenzte Dienstfähigkeit eingeschlossen Auch die Teildienstfähigkeit und die Zurruhesetzung auf Zeit lösen eine anteilige oder volle Leistung aus.
  • Besondere Dienstunfähigkeit Für Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug muss die spezielle Dienstunfähigkeit ausdrücklich mitversichert sein.
  • Nachversicherungsgarantie für Laufbahnschritte Verbeamtung, Beförderung und Familienereignisse erlauben eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsfragen.
  • Passendes Endalter Das Vertragsende folgt Deiner Altersgrenze, im Vollzugsdienst also früher als in der allgemeinen Verwaltung.
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FAQ

Häufige Fragen von Anwärtern, Beamten auf Probe und Lebenszeitbeamten.

Grundlagen
Absicherungshöhe
Antrag
Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Dienstunfähigkeit?

Berufsunfähigkeit bemisst sich medizinisch am zuletzt ausgeübten Beruf. Dienstunfähigkeit stellt der Dienstherr auf Grundlage eines amtsärztlichen Gutachtens fest. Beide Feststellungen können auseinanderfallen, deshalb braucht ein Beamtenvertrag beide Auslöser.

Was bedeutet echte Dienstunfähigkeitsklausel?

Der Versicherer übernimmt die Entscheidung des Dienstherrn und zahlt, sobald Du wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit entlassen oder in den Ruhestand versetzt wirst. Eine unechte Klausel behält sich eine eigene Prüfung vor.

Gilt der Schutz auch bei einem Wechsel in die freie Wirtschaft?

Ja. Verlässt Du den öffentlichen Dienst, wirkt der Vertrag als gewöhnliche Berufsunfähigkeitsversicherung weiter. Melde den Berufswechsel Deinem Versicherer, damit die Einstufung stimmt.

Wie hoch sollte die Rente sein?

Für Anwärter und Beamte auf Probe zählt die volle Versorgungslücke, weil ohne erfüllte Wartezeit nichts vom Dienstherrn kommt. Nach der Verbeamtung auf Lebenszeit rechnest Du die Differenz zwischen Ruhegehalt und Nettobezügen, zuzüglich des eigenen Beitrags zur Krankenversicherung.

Was passiert mit der Beihilfe im Ruhestand?

Der Beihilfesatz steigt für Versorgungsempfänger in der Regel auf 70 Prozent. Der Restanteil bleibt bei Deiner privaten Krankenversicherung, deshalb gehört dieser Beitrag in Deine Bedarfsrechnung.

Sollte ich eine Dynamik vereinbaren?

Ja, weil eine feste Rente über dreißig Jahre spürbar an Kaufkraft verliert. Zwei bis drei Prozent jährlich halten die Absicherung realistisch, jede einzelne Erhöhung kannst Du ablehnen.

Wann sollte ich abschließen?

Vor dem Eintritt in den Vorbereitungsdienst und vor der amtsärztlichen Untersuchung. Danach stehen Diagnosen in der Akte, die den Zugang erschweren oder verteuern.

Was, wenn ich bereits eine Diagnose habe?

Wir fragen anonym bei mehreren Versicherern an. Das Ergebnis zeigt, wer trotz Vorgeschichte annimmt, ob ein Ausschluss verlangt wird und wie hoch ein Zuschlag ausfällt.

Reicht die Absicherung über meinen Verband?

Gruppenverträge über Berufsverbände sind oft günstig, enthalten aber häufig nur eine unechte Klausel oder ein niedriges Endalter. Wir vergleichen den Verbandstarif offen gegen den freien Markt.

Unser COVAGO Service­versprechen

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