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Wie hoch ist der Risikozuschlag wegen Übergewicht in der PKV?

Die Antwort vorweg: 10 bis 50 Prozent je nach BMI und Versicherer

Der Risikozuschlag für Übergewicht in der privaten Krankenversicherung liegt zwischen 10 und 50 Prozent auf deinen Grundbeitrag, abhängig von deinem BMI und dem gewählten Versicherer.

Ab BMI 30 (Adipositas Grad I) erheben alle Versicherer automatisch Zuschläge zwischen 10 und 40 Prozent. Ab BMI 35 (Adipositas Grad II) lehnen über 85 Prozent aller Versicherer kategorisch ab, die restlichen 15 Prozent verlangen 40 bis 50 Prozent Zuschlag.

Die entscheidende Grenzlinie liegt zwischen BMI 34 und BMI 35. Eine einzige Kilogrammstelle kann über Versicherungsschutz oder Ablehnung entscheiden. Bei einem Monatsbeitrag von 300 Euro bedeutet ein 30-Prozent-Zuschlag 90 Euro mehr pro Monat oder 21.600 Euro über 20 Jahre.

Die Versicherer-Wahl macht dabei einen enormen Unterschied: Signal Iduna verlangt bei BMI 32 nur 15 Prozent Zuschlag, während Debeka 30 Prozent fordert – ein Unterschied von 10.800 Euro über 20 Jahre.

Ab welchem BMI beginnen die Risikozuschläge?

Die World Health Organization definiert die Gewichtsklassen, nach denen alle PKV-Versicherer arbeiten. Ab BMI 30 beginnt die offizielle Adipositas, und genau hier setzen die automatischen Zuschläge ein.

Die fünf BMI-Bereiche und ihre Auswirkungen auf die PKV

BMI-BereichWHO-KlassifikationTypischer ZuschlagAufnahmechanceStatus
< 18,5Untergewicht0-15%80%Essstörungs-Verdacht
18,5 – 24,9Normalgewicht0%99%+Ideal
25,0 – 29,9Übergewicht0-10%95%+Noch unkritisch
30,0 – 34,9Adipositas Grad I10-40%60-80%Kritisch
35,0 – 39,9Adipositas Grad II40-50%10-20%Sehr kritisch
≥ 40,0Adipositas Grad IIIAblehnung<15%Fast unmöglich

Das wichtigste Erkennungsmerkmal lautet: Ab BMI 30 beginnt die PKV automatisch Zuschläge zu erheben. Das ist nicht verhandelbar, sondern eine automatische Reaktion auf die Adipositas-Definition der WHO.

Warum ist BMI 25 bis 29,9 für die PKV noch weitgehend unkritisch?

In diesem Bereich sprechen Mediziner von Übergewicht oder Prä-Adipositas, aber noch nicht von Adipositas.

Die meisten Versicherer behandeln diesen Bereich relativ entspannt, weil das gesundheitliche Risiko noch überschaubar ist. Tolerante Versicherer wie Signal Iduna, Barmenia oder Inter erheben bis BMI 29,9 überhaupt keine Zuschläge.

Strikte Versicherer wie Debeka oder Alte Oldenburger beginnen bereits ab BMI 27 bis 28 mit ersten kleinen Zuschlägen von 5 bis 10 Prozent. Diese Unterschiede machen die Versicherer-Wahl bereits in diesem frühen Stadium relevant.

Bei einem Monatsbeitrag von 300 Euro kann der Unterschied zwischen 0 und 30 Euro monatlich liegen, was über 20 Jahre 7.200 Euro ausmacht.

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Was passiert ab BMI 30 automatisch?

Ab BMI 30 beginnt die offizielle Adipositas Grad I nach WHO-Definition. Alle PKV-Versicherer reagieren auf diesen Schwellenwert mit automatischen Zuschlägen. Der niedrigste Zuschlag liegt bei etwa 10 Prozent (Signal Iduna, Inter), der höchste bei 30 Prozent (Debeka). Diese Spreizung ist enorm und zeigt, wie wichtig die richtige Versicherer-Wahl wird.

Die Versicherer begründen diese Zuschläge mit erhöhten Risiken für Folgeerkrankungen. Adipositas erhöht statistisch das Risiko für Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Gelenkprobleme und bestimmte Krebsarten. Die PKV kalkuliert diese Risiken in ihre Beiträge ein, weil sie erwartet, dass adipöse Versicherte im Durchschnitt höhere Gesundheitskosten verursachen.

Wie unterscheiden sich die Versicherer bei den Zuschlägen?

Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind dramatisch. Bei BMI 32 verlangt der günstigste Anbieter 15 Prozent Zuschlag, der teuerste 30 Prozent. Diese Spreizung wird mit steigendem BMI noch größer.

Strenge Versicherer erheben hohe Zuschläge früh

VersichererAb BMI 28Ab BMI 30Ab BMI 32Ab BMI 34Ab BMI 35
Debeka5-10%30%30%35-40%Ablehnung
Allianz5%15-20%20%25%Ablehnung
Alte Oldenburger0%20%25%30%Ablehnung

Die Debeka ist der strengste unter allen großen Versicherern. Ab BMI 30 verlangt sie sofort 30 Prozent Zuschlag, was bei einem Grundbeitrag von 300 Euro zusätzliche 90 Euro monatlich bedeutet. Über 20 Jahre summiert sich das auf 21.600 Euro Mehrkosten. Für Übergewichtige ist die Debeka die schlechteste Wahl.

Die Allianz liegt im mittleren bis strengen Bereich. Sie beginnt bereits ab BMI 28 mit ersten Zuschlägen, bleibt aber moderater als die Debeka. Ab BMI 35 lehnt sie kategorisch ab, wie die meisten Versicherer. Die Alte Oldenburger verhält sich ähnlich, mit etwas höheren Zuschlägen ab BMI 30.

Mittlere Versicherer bieten bessere Konditionen

VersichererAb BMI 28Ab BMI 30Ab BMI 32Ab BMI 34Ab BMI 35
Signal Iduna5%10-15%15%20% + AttestAblehnung
HanseMerkur10-15%15-20%20-25%25-30% + AttestAblehnung
Barmenia0%5-15%15-20%20-25%Ablehnung
Inter0%15%15-20%20-25%Ablehnung
SDK/Süddeutsche0%20%20-25%25-30%Ablehnung

Signal Iduna ist die beste Wahl für Übergewichtige im BMI-Bereich 30 bis 34. Mit nur 10 bis 15 Prozent Zuschlag bei BMI 30 und 15 Prozent bei BMI 32 liegt sie deutlich unter der Debeka. Die HanseMerkur ist strukturiert und transparent, beginnt aber etwas früher mit Zuschlägen ab BMI 28.

Die Barmenia ist besonders im unteren Adipositas-Bereich attraktiv. Bis BMI 30 erhebt sie keine Zuschläge, danach moderate 5 bis 15 Prozent. Auch die Inter zeigt sich relativ tolerant mit 0 Prozent bis BMI 30 und dann einheitlichen 15 Prozent.

Tolerante Versicherer gehen bis BMI 40

VersichererAb BMI 30Ab BMI 35Ab BMI 40Besonderheit
ARAG20%30-40%40-50% + AttestEinziger bis BMI 50
Hallesche20%30%AblehnungBis BMI 37 möglich

Die ARAG ist der Spezialist für stark übergewichtige Menschen. Als einziger großer Versicherer nimmt sie auch Antragsteller mit BMI 40 bis 50 auf, allerdings nur mit ärztlichem Attest und Zuschlägen von 40 bis 50 Prozent. Bei einem Grundbeitrag von 300 Euro bedeutet das 420 bis 450 Euro monatlich.

Die Hallesche geht etwas toleranter als der Durchschnitt bis BMI 37, lehnt aber ab BMI 40 wie die meisten anderen ab. Für Menschen mit BMI 35 bis 37 ist sie neben der ARAG eine der wenigen verbliebenen Optionen.

Was kostet dich Übergewicht konkret in Euro?

Abstrakte Prozentzahlen helfen wenig. Fünf konkrete Rechenbeispiele zeigen, welche finanziellen Auswirkungen verschiedene BMI-Werte haben.

Beispiel 1: BMI 28 kostet dich noch fast nichts

Du bist 1,80 Meter groß, wiegst 90 Kilogramm, bist 45 Jahre alt und ansonsten gesund. Dein BMI liegt bei 28, also noch im Übergewichtsbereich.

VersichererMonatsbeitragZuschlagMehrkosten 20 Jahre
Signal Iduna300 €0%0 €
Inter300 €0%0 €
Barmenia300 €0%0 €
Debeka300 €0%0 €
Allianz300-315 €0-5%0-3.600 €

Mit BMI 28 bist du noch relativ entspannt unterwegs. Die meisten Versicherer erheben keine oder nur minimale Zuschläge. Die Versicherer-Wahl macht hier kaum einen Unterschied. Deine Gesamtkosten über 20 Jahre liegen bei etwa 72.000 Euro Grundbeitrag.

Beispiel 2: BMI 32 kostet dich 10.800 Euro mehr bei falscher Wahl

Du bist 1,80 Meter groß, wiegst 104 Kilogramm, bist 45 Jahre alt mit guten Blutwerten. Dein BMI liegt bei 32, also im kritischen Adipositas-Grad-I-Bereich.

VersichererGrundbeitragZuschlagMonatsbeitragMehrkosten 20 Jahre
Signal Iduna300 €15%345 €+10.800 €
Inter300 €15%345 €+10.800 €
Allianz300 €20%360 €+14.400 €
HanseMerkur300 €20%360 €+14.400 €
Debeka300 €30%390 €+21.600 €

Die Spreizung wird dramatisch. Signal Iduna oder Inter verlangen 345 Euro monatlich, die Debeka 390 Euro. Das sind 45 Euro Unterschied pro Monat oder 540 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre sparst du mit der richtigen Wahl 10.800 Euro. Bei BMI 32 darfst du niemals zur Debeka gehen.

Beispiel 3: BMI 34 kostet dich bis zu 28.800 Euro mehr

Du bist 1,75 Meter groß, wiegst 104 Kilogramm, bist 50 Jahre alt. Dein BMI liegt bei 34, am oberen Ende von Adipositas Grad I. Ab hier wird ein ärztliches Attest erforderlich.

VersichererGrundbeitragZuschlagMonatsbeitragMehrkosten 20 JahreAttest nötig
Signal Iduna300 €20%360 €+14.400 €Ja
Inter300 €20%360 €+14.400 €Nein
Alte Oldenburger300 €20%360 €+14.400 €Ja
Hallesche300 €20-25%360-375 €+14.400-18.000 €Ja
Allianz300 €25%375 €+18.000 €Ja
Debeka300 €40%420 €+28.800 €Ja

Bei BMI 34 brauchst du ein ärztliches Attest von deinem Hausarzt, das bestätigt, dass du trotz des hohen Gewichts gute Blutwerte, normalen Blutdruck und keine Folgeerkrankungen hast. Ohne dieses Attest wird die Aufnahme sehr schwierig. Die Mehrkosten über 20 Jahre liegen zwischen 14.400 und 28.800 Euro, abhängig vom Versicherer.

Beispiel 4: BMI 36 macht die PKV fast unmöglich

Du bist 1,80 Meter groß, wiegst 117 Kilogramm. Dein BMI liegt bei 36, mitten in Adipositas Grad II. Hier beginnt die Ablehnungszone.

VersichererReaktionAufnahmechanceMonatsbeitrag wenn aufgenommen
Signal IdunaAblehnung~5%
InterAblehnung~5%
AllianzAblehnung0%
DebekaAblehnung0%
HallescheMöglich bis BMI 37~10%420-450 €
ARAGMöglich mit Attest~40%420-450 €

Ab BMI 36 wechselt die Situation von „schwierig, aber möglich“ zu „praktisch unmöglich“. Nur noch Hallesche und ARAG kommen als Versicherer infrage, mit Aufnahmechancen von 10 bis 40 Prozent. Wenn du aufgenommen wirst, zahlst du etwa 420 bis 450 Euro monatlich bei einem Grundbeitrag von 300 Euro. Das entspricht 40 bis 50 Prozent Zuschlag oder 28.800 bis 36.000 Euro Mehrkosten über 20 Jahre.

Beispiel 5: BMI 40 bedeutet faktisch keine PKV mehr

Du bist 1,80 Meter groß, wiegst 130 Kilogramm. Dein BMI liegt bei 40, Adipositas Grad III. Du bist Angestellter, kein Beamter.

VersichererReaktionAufnahmechanceAlternative
Alle großen PKVAblehnung0%
ARAGMöglich mit Attest~15%450-500 €
GKVPflichtversicherung100%450 €

Bei BMI 40 lehnen über 85 Prozent aller Versicherer kategorisch ab. Nur die ARAG nimmt noch mit ärztlichem Attest und Gesundheitscheck auf, aber auch nur in etwa 15 Prozent der Fälle. Die realistische Alternative lautet: Wechsel in die GKV. Dort zahlst du als Gutverdiener etwa 450 Euro monatlich an der Beitragsbemessungsgrenze, hast aber sicheren Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung.

Warum ist BMI 35 die entscheidende Grenzlinie?

Die Grenze zwischen BMI 34 und BMI 35 markiert den Übergang von „schwierig, aber machbar“ zu „praktisch unmöglich“. Eine einzige Kilogrammstelle kann über deinen Versicherungsstatus entscheiden.

Was ändert sich zwischen BMI 34 und BMI 35?

KriteriumBMI 34BMI 35
Aufnahmechance60-70%10-20%
Anzahl verfügbarer Versicherer8-102-3
Typischer Zuschlag20-40%40-50%
Attest erforderlichJaJa, umfangreich
Leistungsausschlüsse möglichSeltenHäufig

Bei BMI 34 hast du noch 8 bis 10 Versicherer zur Auswahl, die dich mit Zuschlägen zwischen 20 und 40 Prozent aufnehmen. Die Aufnahmechance liegt bei etwa 60 bis 70 Prozent, wenn deine sonstigen Gesundheitswerte gut sind. Du brauchst ein ärztliches Attest, aber die meisten Versicherer akzeptieren eine Standardbestätigung vom Hausarzt.

Bei BMI 35 brechen diese Chancen dramatisch ein. Nur noch 2 bis 3 Versicherer kommen überhaupt infrage: ARAG und Hallesche, eventuell noch ein kleinerer Anbieter. Die Aufnahmechance sinkt auf 10 bis 20 Prozent. Das ärztliche Attest muss umfangreicher sein und sehr gute Werte bei Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und anderen Parametern nachweisen.

Viele Versicherer verhängen zusätzlich Leistungsausschlüsse für bestimmte Folgeerkrankungen.

Warum ist genau BMI 35 die Grenze?

Die medizinische Klassifikation spielt die Hauptrolle. BMI 35 markiert den Übergang von Adipositas Grad I zu Adipositas Grad II. Ab diesem Punkt steigt das Risiko für schwere Folgeerkrankungen exponentiell an. Diabetes Typ 2, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, schwere Gelenkschäden und bestimmte Krebsarten werden deutlich wahrscheinlicher.

Die PKV-Versicherer haben ihre Risikokalkulationen an diese medizinischen Schwellenwerte angepasst. Ihre Statistiken zeigen, dass Versicherte mit BMI 35 und höher im Durchschnitt doppelt bis dreimal so hohe Gesundheitskosten verursachen wie Normalgewichtige. Diese Kosten kann die PKV nicht mehr mit vertretbaren Zuschlägen abdecken, deshalb lehnen die meisten Versicherer ab diesem Punkt ab.

Welche Sonderregelung gilt für Beamte?

Wenn du verbeamtet wirst und innerhalb von 6 Monaten nach Verbeamtung einen PKV-Antrag stellst, muss dich ein Versicherer aufnehmen – unabhängig von Vorerkrankungen und Adipositas. Diese Regelung gilt bis zum 55. Lebensjahr, in einigen Bundesländern bis 60 Jahre.

GarantieBedeutung für dichNormale PKV zum Vergleich
Garantierte AufnahmeKeine Ablehnung möglichAb BMI 35: 85% Ablehnung
Maximaler ZuschlagNur 30% erlaubtBis 50% möglich
Keine LeistungsausschlüsseÜbergewicht nicht ausschließbarOft Ausschlüsse
Unabhängig vom BMIGilt auch bei BMI 40, 50+BMI 40: faktisch unmöglich
6-Monats-FristNach VerbeamtungJederzeit möglich

Die garantierte Aufnahme bedeutet konkret: Selbst mit BMI 45 oder 50 kannst du als frisch verbeamtete Person nicht abgelehnt werden. Der Versicherer muss dich aufnehmen. Der maximale Zuschlag ist auf 30 Prozent begrenzt, während normale Antragsteller bei extremem Übergewicht mit 40 bis 50 Prozent rechnen müssen – wenn sie überhaupt angenommen werden.

Was kostet dich die Beamten-Regelung konkret?

Ein direkter Vergleich zwischen Beamten und Angestellten mit identischem BMI 40 zeigt das Ausmaß des Vorteils.

KriteriumBeamter mit BMI 40Angestellter mit BMI 40
Aufnahmechance PKV100% mit Öffnungsaktion~15%
Monatsbeitrag300 € + 30% = 390 €Ablehnung
AlternativeGKV ~450 €
Mehrkosten über 20 Jahre+21.600 €GKV-Bindung dauerhaft
FlexibilitätPKV-Tarife nutzbarKeine Wahl

Der Beamte zahlt 390 Euro monatlich mit 30 Prozent Zuschlag. Das sind über 20 Jahre 21.600 Euro Mehrkosten gegenüber einem normalgewichtigen Kollegen. Aber er hat PKV-Schutz mit allen Vorteilen wie schnelleren Terminen, besserer Zahnversorgung und freier Arztwahl.

Der Angestellte wird von über 85 Prozent der Versicherer abgelehnt. Er muss in die GKV wechseln und zahlt dort als Gutverdiener etwa 450 Euro monatlich. Er hat keine Wahl, keine PKV-Vorteile und ist dauerhaft an die GKV gebunden. Der Unterschied ist nicht in Euro zu beziffern, sondern in der kompletten Flexibilität der Versicherungswahl.

Was musst du als Beamter unbedingt beachten?

Die 6-Monats-Frist ist absolut kritisch. Wenn du die Verbeamtungsurkunde erhältst, beginnt die Frist zu laufen. Nach 6 Monaten verlierst du die Öffnungsaktion und wirst behandelt wie jeder andere Antragsteller. Bei BMI 40 bedeutet das faktisch: keine PKV mehr möglich.

Stelle deinen Antrag sofort nach Verbeamtung, am besten innerhalb der ersten 4 Wochen. Wähle einen großen, zuverlässigen Versicherer wie Allianz, Debeka oder Signal Iduna, die die Öffnungsaktion verlässlich umsetzen. Kleinere Anbieter können bürokratische Hürden aufbauen oder die Bearbeitung verzögern.

Nutze die Zeit nach Aufnahme strategisch. Wenn du in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss abnimmst und deinen BMI unter 30 bringst, kannst du bei vielen Versicherern eine Neuberechnung des Zuschlags beantragen. Mit ärztlichem Attest über das reduzierte Gewicht und gute Gesundheitswerte lässt sich der 30-Prozent-Zuschlag oft auf 10 bis 15 Prozent senken.

Was kannst du jetzt konkret tun?

Deine Handlungsoptionen hängen von deinem aktuellen BMI ab. Vier verschiedene BMI-Bereiche erfordern vier unterschiedliche Strategien.

Dein BMI liegt unter 30: Handle jetzt

Du bist in der besten Ausgangslage. Mit BMI unter 30 hast du Zugang zu fast allen Versicherern ohne oder mit nur minimalen Zuschlägen. Trotzdem lohnt sich ein Versicherer-Vergleich, weil selbst in diesem Bereich Unterschiede von 50 bis 100 Euro monatlich möglich sind.

Deine Checkliste für BMI unter 30:

  • Vergleiche mindestens 3 bis 5 Versicherer online oder über einen Makler
  • Stelle deinen Antrag bald, besonders wenn dein BMI bei 28 bis 30 liegt
  • Kein ärztliches Attest erforderlich, normale Gesundheitsfragen reichen
  • Bevorzuge Versicherer mit guter Beitragsstabilität wie Signal Iduna oder HanseMerkur

Zeit ist dein Freund. Je länger du wartest, desto höher das Risiko, dass dein BMI über 30 steigt und automatische Zuschläge auslöst. Bei BMI 28 bis 29 solltest du nicht mehr als 6 Monate warten.

Dein BMI liegt zwischen 30 und 34: Versicherer-Wahl wird entscheidend

Du befindest dich im kritischen Bereich, wo die Versicherer-Wahl über 10.000 bis 20.000 Euro Mehrkosten über 20 Jahre entscheidet. Ein PKV-Berater lohnt sich jetzt finanziell, weil er die besten Tarife kennt und anonyme Voranfragen stellen kann.

Deine Checkliste für BMI 30 bis 34:

  • Sammle deine aktuellen Blutwerte (Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck, Leberwerte)
  • Hole ein ärztliches Attest vom Hausarzt, das gute Gesundheitswerte bestätigt
  • Teste anonym 2 bis 3 Versicherer: Signal Iduna, Inter und Barmenia bevorzugen
  • Vermeide die Debeka, sie ist für Übergewichtige die teuerste Option
  • Bei erster Ablehnung: sofort 2 bis 3 weitere Versicherer versuchen

Das ärztliche Attest wird ab BMI 33 bis 34 zur Pflicht. Dein Hausarzt soll bestätigen, dass du trotz des Übergewichts keine Folgeerkrankungen hast, normale Blutzuckerwerte, normalen Blutdruck und gute Cholesterinwerte aufweist. Mit diesem Attest steigen deine Aufnahmechancen von 60 auf 75 Prozent.

Dein BMI liegt zwischen 35 und 40: Realistische Einschätzung nötig

Du befindest dich in der Zone, wo über 80 Prozent der Versicherer kategorisch ablehnen. Nur noch ARAG und Hallesche kommen realistisch infrage. Deine Aufnahmechancen liegen bei 10 bis 20 Prozent, selbst bei sehr guten Gesundheitswerten.

Deine Optionen für BMI 35 bis 40:

  • Akzeptiere, dass die PKV-Chancen unter 20 Prozent liegen
  • Versuche ARAG mit umfangreichem ärztlichem Attest (Blutwerte, EKG, Belastungstest)
  • Versuche Hallesche als zweite Option
  • Realistisch: Plane den Wechsel in die GKV oder bleibe dort
  • Beste Strategie: Jetzt abnehmen, BMI unter 35 bringen, dann in 1 bis 2 Jahren erneut versuchen

Die kostengünstigste Strategie lautet paradoxerweise: Abnehmen. Ein professionelles Gewichtsverlust-Programm kostet 2.000 bis 5.000 Euro über ein Jahr. Wenn du dadurch deinen BMI von 36 auf 33 senkst, sparst du über 20 Jahre etwa 50.000 bis 80.000 Euro an Mehrkosten oder gewinnst überhaupt erst Zugang zur PKV. Die Rendite dieser „Investition“ liegt bei über 1.000 Prozent.

Du wirst Beamtin oder Beamter: Nutze die Öffnungsaktion

Wenn du weißt, dass du verbeamtet wirst, ist dein Übergewicht für die PKV-Aufnahme faktisch irrelevant. Die Öffnungsaktion garantiert dir die Aufnahme, egal wie hoch dein BMI ist.

Deine Checkliste für Beamte:

  • Stelle deinen Antrag innerhalb von 6 Monaten nach Verbeamtung
  • Je früher desto besser, idealerweise in den ersten 4 Wochen
  • Wähle einen großen Versicherer: Allianz, Debeka oder Signal Iduna
  • Akzeptiere den maximal 30-Prozent-Zuschlag
  • Plane langfristig: Nach Gewichtsverlust Neuberechnung beantragen

Die 6-Monats-Frist ist nicht verhandelbar. Verpasse sie nicht. Markiere das Datum deiner Verbeamtung im Kalender und stelle spätestens 4 Wochen vorher den PKV-Antrag. Diese Frist ist der wichtigste Termin deines Berufslebens für deine Krankenversicherung.

Fazit: Die Versicherer-Wahl macht bei Übergewicht den Unterschied

Der Risikozuschlag für Übergewicht liegt zwischen 10 und 50 Prozent, abhängig von deinem BMI und dem gewählten Versicherer. Die kritische Zone liegt zwischen BMI 30 und 35, wo die Versicherer-Wahl über 10.000 bis 20.000 Euro über 20 Jahre entscheidet.

  1. Ab BMI 30 beginnen automatische Zuschläge: Alle Versicherer erheben Zuschläge zwischen 10 und 40 Prozent. Die Spreizung zwischen Signal Iduna (15%) und Debeka (30%) beträgt bei BMI 32 ganze 10.800 Euro über 20 Jahre.
  2. BMI 35 ist die faktische Grenze: Ab diesem Punkt lehnen über 85 Prozent aller Versicherer ab. Die Aufnahmechancen sinken von 70 Prozent bei BMI 34 auf 15 Prozent bei BMI 35.
  3. Beamte haben einen Systemvorteil: Die Öffnungsaktion garantiert Beamten die Aufnahme bei maximal 30 Prozent Zuschlag, unabhängig vom BMI. Dieser Vorteil ist unbezahlbar.

Handle jetzt, wenn dein BMI über 28 liegt. Die Kosten der Verzögerung sind höher als die Kosten der Aktion. Mit jedem BMI-Punkt werden die Zuschläge teurer und die Aufnahmechancen schlechter.

Schiffgens Thorsten
Thorsten Schiffgens
Experte für Versicherungen
Über den Autor

Als geschäftsführender Gesellschafter von COVAGO berate ich seit über 20 Jahren Unternehmen und Privatkunden in allen Versicherungsfragen – unabhängig, ganzheitlich und immer am echten Bedarf orientiert. Mir geht es nicht um Produktverkauf, sondern um Lösungen, die wirklich passen. Ob im persönlichen Gespräch oder digital: Partnerschaftliche Beratung auf Augenhöhe ist für mich keine Floskel, sondern Arbeitsweise.

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