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Geldanlage für Frauen: Wie gehe ich vor?

Als Frau stehst du bei der Geldanlage vor besonderen Herausforderungen, die Männer in dieser Form nicht kennen. Du verdienst statistisch weniger, arbeitest häufiger in Teilzeit, unterbrichst deine Erwerbsbiografie für Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen und lebst am Ende fünf bis sieben Jahre länger. Das Ergebnis dieser Faktoren ist erschreckend: Frauen erhalten im Durchschnitt 26 bis 42 Prozent weniger Rente als Männer, und fast jede fünfte Frau über 65 ist armutsgefährdet.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht, die viele Frauen nicht kennen: Wenn Frauen investieren, erzielen sie langfristig oft bessere Renditen als Männer, weil sie weniger impulsiv handeln und auf breitere Streuung setzen statt auf riskante Einzelwetten. Das Problem ist nicht das Können, sondern der Einstieg, denn 54 Prozent der Frauen legen derzeit gar kein Geld an.

Warum sind Frauen finanziell benachteiligt?

Die finanzielle Benachteiligung von Frauen hat systematische Ursachen, die sich über das gesamte Erwerbsleben auswirken und am Ende zu dramatischen Unterschieden bei der Altersversorgung führen. Diese drei Lücken musst du kennen, um zu verstehen, warum Geldanlage für dich als Frau besonders wichtig ist.

Wie wirkt sich der Gender Pay Gap aus?

In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer, was als unbereinigte Lohnlücke bezeichnet wird. Selbst bei gleicher Qualifikation und Position bleibt ein Unterschied von etwa 6 Prozent bestehen, der als bereinigter Gender Pay Gap bezeichnet wird. In Westdeutschland ist diese Lücke noch größer als im Osten, wo sie bei etwa 5 Prozent liegt.

Die Auswirkungen auf deine Geldanlage sind gravierend:

  • Du hast weniger verfügbares Einkommen zum Sparen und Investieren
  • Deine Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung sind geringer
  • Der Spielraum für private Altersvorsorge ist eingeschränkt
  • Gehaltserhöhungen fallen prozentual geringer aus

Was bedeutet der Gender Pension Gap konkret?

Der Gender Pension Gap beschreibt die Differenz der Alterseinkommen zwischen Frauen und Männern, und die Zahlen sind alarmierend. Männer erhalten durchschnittlich 1.892 Euro brutto gesetzliche Rente, während Frauen nur 1.459 Euro bekommen, was einer Lücke von 23 Prozent entspricht. Bei den gesamten eigenen Alterseinkommen ist der Unterschied noch dramatischer: 1.595 Euro für Männer gegenüber nur 645 Euro für Frauen, was einer Lücke von etwa 60 Prozent entspricht.

Die Hauptursachen für diese enormen Unterschiede sind:

  • Über 50 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit
  • Erwerbsunterbrechungen durch Elternzeit und Pflege von Angehörigen
  • Unbezahlte Care-Arbeit von etwa 30 Stunden pro Woche bei Frauen gegenüber 21 Stunden bei Männern
  • Geringere Gehälter in typischen Frauenberufen
  • Die sogenannte Motherhood Penalty, bei der die Rente von etwa 1.080 Euro bei kinderlosen Frauen auf etwa 800 Euro bei drei Kindern sinkt

Warum investieren so wenige Frauen?

Nur 15 Prozent der Frauen machen Geldanlage zur Priorität, bei Männern sind es doppelt so viele. Gerade einmal 18 Prozent der Frauen legen regelmäßig Geld an, obwohl Studien zeigen, dass Frauen oft die besseren Investorinnen sind. Wenn Frauen genauso wie Männer investieren würden, gäbe es weltweit 3,22 Billionen Dollar mehr angelegtes Vermögen.

Die häufigsten Hürden für Frauen beim Investieren sind:

  • Das Gefühl, zu wenig über Finanzen zu wissen
  • Angst vor Verlusten und Unsicherheit über Risiken
  • Das Gefühl, zu wenig zu verdienen um überhaupt anlegen zu können
  • Eine Finanzbranche, die Frauen traditionell zu wenig anspricht
  • Finanzthemen werden oft als belastend und kompliziert empfunden

Warum sind Frauen eigentlich die besseren Investorinnen?

Mehrere unabhängige Studien belegen, dass Frauen langfristig höhere Renditen erzielen als Männer, wenn sie erst einmal anfangen zu investieren. Das liegt an ihrem rationalen und weniger emotionsgetriebenen Anlageverhalten.

Frauen setzen häufiger auf breit diversifizierte Fonds und ETFs statt auf riskante Einzelaktien, handeln weniger impulsiv und kaufen und verkaufen seltener, was Transaktionskosten spart. Sie investieren zielorientierter statt egobezogen und halten Investments länger, wodurch sie stärker vom Zinseszinseffekt profitieren.

Natascha Wegelin, Deutschlands erfolgreichste Finanz-Influencerin, bringt es auf den Punkt: „Frauen gehen Geldanlage rational und nüchtern an. Es geht nicht ums Ego, sondern darum, die Hausaufgaben zu machen.“

VerhaltenFrauenMänner
Bevorzugte AnlageFonds/ETFsEinzelaktien
HandelsfrequenzGering (Buy & Hold)Hoch (Aktives Trading)
RisikoneigungModeratHöher
Langfristige RenditeTendenziell höherNiedriger durch Overtrading
EmotionalitätAnalytisch-rationalEher impulsiv

Wie organisiere ich meine Finanzen in der Partnerschaft fair?

Als Frau in einer Partnerschaft musst du besonders darauf achten, dass die Arbeitsteilung und die daraus resultierende ungleiche Einkommensverteilung nicht zu deiner finanziellen Benachteiligung führt. Das wichtigste Instrument dafür ist das 3-Konten-Modell.

Wie funktioniert das 3-Konten-Modell?

Das 3-Konten-Modell ist das wichtigste Instrument für finanzielle Fairness in der Partnerschaft und sorgt dafür, dass beide Partner unabhängig vom Einkommen über gleich viel Geld für persönliche Bedürfnisse und eigene Altersvorsorge verfügen.

Die drei Konten haben unterschiedliche Funktionen:

  • Gemeinschaftskonto: Alle gemeinsamen Ausgaben wie Miete, Lebensmittel, Versicherungen und Kinderkosten werden von diesem Konto bezahlt
  • Eigenes Konto Partner A: Persönliche Ausgaben und eigene Altersvorsorge
  • Eigenes Konto Partner B: Persönliche Ausgaben und eigene Altersvorsorge

Es gibt verschiedene Varianten der Einzahlung aufs Gemeinschaftskonto:

VarianteBeschreibungEmpfehlung
50:50Beide zahlen gleichen Betrag einNur fair bei ähnlichem Einkommen
ProportionalEinzahlung proportional zum EinkommenEmpfohlen bei unterschiedlichem Einkommen
Alles gemeinsam + gleiche AuszahlungGesamteinkommen aufs Gemeinschaftskonto, Rest 50:50 auf EinzelkontenAm fairsten, da beiden gleich viel bleibt

Wie gleiche ich Care-Arbeit finanziell aus?

Wenn du wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen deine Arbeitszeit reduzierst, sollte dein Partner einen finanziellen Ausgleich leisten, der direkt in deine private Altersvorsorge fließt.

Ein praktisches Rechenbeispiel zeigt, wie gravierend die Auswirkungen sind:

Bei einem Vollzeit-Bruttogehalt von 3.780 Euro monatlich und einer Reduzierung auf 50 Prozent für 10 Jahre nach dem dritten Lebensjahr des Kindes entstehen weniger Rentenbeiträge von 4.218 Euro jährlich, was über 10 Jahre eine Summe von 42.183 Euro bedeutet. Ein monatlicher Ausgleich von etwa 350 Euro sollte daher direkt in deinen ETF-Sparplan fließen.

So setzt du den Ausgleich um:

  • Ausgleichszahlung vertraglich festlegen, am besten im Ehevertrag oder als separate Vereinbarung
  • Verwendungszweck für Altersvorsorge vertraglich festhalten
  • Geld idealerweise auf ein Depot auf deinen Namen einzahlen
  • Regelmäßige Überprüfung der Vereinbarung bei Veränderungen

Worauf muss ich beim Ehevertrag achten?

Ein Ehevertrag ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern von kluger Vorsorge, besonders für dich als Frau. Die sieben wichtigsten Punkte, die du beachten solltest:

  • Güterstand klären: Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung oder modifizierte Zugewinngemeinschaft
  • Versorgungsausgleich NICHT ausschließen: Schützt dich als Partner mit geringeren Rentenansprüchen
  • Ausgleichszahlung für Care-Arbeit vertraglich vereinbaren
  • Unterhalt regeln: Mindestens für die Zeit der Kinderbetreuung
  • Immobilienregelungen: Wer bleibt in der gemeinsamen Wohnung bei Trennung
  • Erbrecht: Gegenseitige Absicherung festlegen
  • Regelmäßige Überprüfung: Lebenssituation ändert sich über die Jahre

Welche staatlichen Leistungen stehen mir als Frau zu?

Als Frau hast du Anspruch auf verschiedene staatliche Leistungen, die deine Nachteile bei der Altersversorgung teilweise ausgleichen sollen. Diese Leistungen musst du kennen und aktiv nutzen.

Wie funktioniert die Mütterrente?

Kindererziehungszeiten werden in der gesetzlichen Rentenversicherung als Pflichtbeitragszeiten angerechnet, was als Mütterrente bezeichnet wird:

Geburtsjahr des KindesAnrechenbare JahreEntgeltpunkteMonatliche Rente pro Kind
Ab 1992 geboren3 Jahre3,0 Punkteca. 117 Euro
Vor 1992 geboren (bis 2026)2,5 Jahre2,5 Punkteca. 98 Euro
Vor 1992 geboren (ab 2027)3 Jahre3,0 Punkteca. 117 Euro

Die Mütterrente III wird ab 2027 eingeführt und erhöht die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder von 2,5 auf 3 Jahre, was eine Verbesserung von etwa 20 Euro brutto monatlich pro Kind bedeutet.

Wichtig ist, dass Kindererziehungszeiten nur einem Elternteil zugeordnet werden, standardmäßig der Mutter. Du solltest dein Rentenkonto überprüfen lassen, ob die Zeiten korrekt erfasst sind.

Was sind Berücksichtigungszeiten?

Neben den Kindererziehungszeiten gibt es Berücksichtigungszeiten bis zum 10. Lebensjahr des Kindes, die dich davor schützen, dass deine Rente durch Teilzeitarbeit oder Erwerbsunterbrechung in dieser Phase sinkt. Diese Zeiten wirken sich positiv auf die Berechnung deiner Rente aus.

Wie werden Pflegezeiten angerechnet?

Da Frauen überproportional häufig die Pflege von Angehörigen übernehmen, ist wichtig zu wissen, dass seit 2017 Pflegezeiten rentenrechtlich angerechnet werden. Die Pflegekasse zahlt Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige, abhängig vom Pflegegrad und dem Umfang der Pflege.

Welche Anlageformen sind für Frauen besonders geeignet?

Als Frau brauchst du eine Anlagestrategie, die deine besonderen Herausforderungen berücksichtigt: geringere Einkommen, unterbrochene Erwerbsbiografien, längere Lebenserwartung und die Notwendigkeit, Rentenlücken zu schließen.

Warum ist der ETF-Sparplan die wichtigste Anlageform für Frauen?

Der ETF-Sparplan ist die wichtigste Anlageform für den langfristigen Vermögensaufbau und die Schließung deiner Rentenlücke. Historische Renditen weltweit gestreuter Aktien-ETFs liegen bei 6 bis 8 Prozent pro Jahr, und schon kleine Beträge können über die Jahre zu beachtlichem Vermögen werden.

Empfohlene ETFs für Frauen:

ETFISINTERBeschreibung
iShares Core MSCI WorldIE00B4L5Y9830,20%1.300+ Unternehmen, 23 Industrieländer
Vanguard FTSE All-WorldIE00BK5BQT800,22%3.700+ Unternehmen weltweit inkl. Schwellenländer
SPDR MSCI ACWIIE00B44Z5B480,12%Weltweit inkl. Schwellenländer, sehr günstig

Wähle thesaurierende ETFs, weil die Dividenden automatisch reinvestiert werden, was keinen Aufwand bedeutet, den maximalen Zinseszinseffekt bietet und steuerlich vorteilhaft ist durch die Steuerstundung.

Wie viel Vermögen kann ich mit kleinen Beträgen aufbauen?

Die Macht des Zinseszinseffekts wird oft unterschätzt, besonders von Frauen, die meinen, ihre kleinen Sparbeträge lohnen sich nicht. Diese Tabelle zeigt, was möglich ist:

Monatliche SparrateLaufzeitEndkapital bei 6%Endkapital bei 7%
50 Euro10 Jahreca. 8.200 Euroca. 8.700 Euro
50 Euro20 Jahreca. 23.100 Euroca. 26.100 Euro
50 Euro30 Jahreca. 50.200 Euroca. 61.000 Euro
100 Euro20 Jahreca. 46.200 Euroca. 52.100 Euro
100 Euro30 Jahreca. 100.500 Euroca. 122.000 Euro
200 Euro20 Jahreca. 92.400 Euroca. 104.200 Euro
350 Euro (Ausgleich)10 Jahreca. 57.500 Euroca. 61.000 Euro

Schon mit 100 Euro monatlich über 30 Jahre wird bei 7 Prozent Rendite ein Vermögen von über 122.000 Euro aufgebaut, wovon 86.000 Euro reine Rendite sind.

Wann brauche ich Tagesgeld und Festgeld?

Tagesgeld ist für deine Notfallreserve unverzichtbar und sollte 3 bis 6 Monatsausgaben abdecken. Aktuell sind bis zu 3,2 Prozent Zinsen möglich, aber Tagesgeld sollte nie als Hauptanlage für den Vermögensaufbau dienen.

Festgeld eignet sich für mittelfristige Ziele zwischen 2 und 5 Jahren oder als sicherer Portfoliobaustein. Aktuell sind bis zu 2,8 bis 3,2 Prozent für 1 bis 3 Jahre möglich.

Welche Rolle spielen Dividenden-ETFs für Frauen?

Dividenden-ETFs sind besonders für Frauen im Ruhestand oder mit Bedarf an regelmäßigem Zusatzeinkommen interessant, weil sie quartalsweise oder halbjährliche Ausschüttungen liefern:

ETFDividendenrenditeTERAusschüttung
Vanguard FTSE All-World High Dividend Yieldca. 3,2%0,29%Quartalsweise
iShares STOXX Global Select Dividend 100ca. 4,6%0,46%Quartalsweise
WisdomTree Global Quality Dividend Growthca. 1,8%0,38%Halbjährlich

Welche Altersvorsorge-Optionen sind für Frauen besonders attraktiv?

Als Frau solltest du alle verfügbaren Altersvorsorge-Optionen prüfen und nutzen, da du aufgrund der Gender Gaps eine größere Rentenlücke schließen musst als Männer.

Wann lohnt sich die Riester-Rente für mich als Frau?

Die Riester-Rente ist besonders attraktiv für Mütter wegen der hohen Kinderzulagen:

  • Grundzulage: 175 Euro pro Jahr
  • Kinderzulage für ab 2008 geborene Kinder: 300 Euro pro Jahr pro Kind
  • Kinderzulage für vor 2008 geborene Kinder: 185 Euro pro Jahr pro Kind
  • Eigenbeitrag: 4 Prozent des Brutto-Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen (Mindestbeitrag: 60 Euro pro Jahr)

Ein praktisches Beispiel für eine Mutter mit 2 Kindern (ab 2008 geboren):

Zulagen betragen 175 Euro plus 300 Euro plus 300 Euro, also 775 Euro jährlich staatliche Förderung. Bei einem Bruttoeinkommen von 25.000 Euro beträgt der Eigenbeitrag nur 1.000 Euro minus 775 Euro, also nur 225 Euro jährlich oder etwa 19 Euro monatlich.

Auch für nicht berufstätige Frauen ist Riester möglich: Frauen in Elternzeit oder ohne eigenes Einkommen können über den Partner mittelbar riestergefördert sein mit einem Mindestbeitrag von nur 60 Euro pro Jahr.

Für wen ist die Rürup-Rente sinnvoll?

Die Rürup-Rente ist besonders geeignet für selbstständige Frauen und Frauen mit höherem Einkommen:

  • Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar bis zu 30.825,60 Euro jährlich für Ledige in 2026
  • Lebenslange Rentenzahlung garantiert
  • Auch während Teilzeit oder Elternzeit weiterbesparbar
  • Keine Anrechnung bei Grundsicherung im Alter

Wie nutze ich die betriebliche Altersvorsorge optimal?

Als Arbeitnehmerin hast du Anspruch auf Entgeltumwandlung: Ein Teil deines Bruttogehalts fließt steuer- und sozialabgabenfrei in die betriebliche Altersvorsorge. Dein Arbeitgeber muss den Beitrag mit mindestens 15 Prozent bezuschussen. Besonders lohnend ist es, wenn der Arbeitgeber eine Direktzusage anbietet und die Altersvorsorge komplett finanziert.

OptionStaatliche FörderungFlexibilitätKostenIdeal für
ETF-SparplanKeineSehr hochSehr gering (0,2% TER)Alle Frauen
Riester-Rente175 Euro + KinderzulagenGeringMittel bis hochMütter, Geringverdienerinnen
Rürup-RenteSteuerabzug bis 30.825 EuroSehr geringMittel bis hochSelbstständige, Gutverdienerinnen
Betriebliche AltersvorsorgeSteuer-/SV-frei + AG-ZuschussGeringVariabelAngestellte

Welche Geldanlagestrategie passt zu meiner Lebensphase?

Als Frau durchläufst du verschiedene Lebensphasen mit unterschiedlichen finanziellen Prioritäten und Möglichkeiten. Deine Anlagestrategie sollte sich entsprechend anpassen.

Was ist beim Berufseinstieg zwischen 20 und 30 Jahren wichtig?

In dieser Phase hast du einen langen Anlagehorizont und kannst höhere Risiken eingehen:

Prioritäten:

  • Notfallreserve von 3 bis 6 Monatsausgaben aufbauen
  • Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abschließen
  • ETF-Sparplan starten, auch mit kleinen Beträgen

Anlagestrategie:

  • Aktienquote: 80 bis 100 Prozent wegen des langen Anlagehorizonts
  • Sparrate: Ab 25 bis 50 Euro monatlich starten, schrittweise steigern
  • Freistellungsauftrag einrichten und Riester-Rente prüfen

Wie ändert sich die Strategie in der Familienphase zwischen 30 und 45 Jahren?

Die Familienphase bringt neue Herausforderungen und Chancen mit sich:

Prioritäten:

  • 3-Konten-Modell in der Partnerschaft einführen
  • Ausgleichszahlung für Care-Arbeit vertraglich vereinbaren
  • Riester-Rente mit Kinderzulagen optimal nutzen
  • Kindererziehungszeiten im Rentenkonto prüfen lassen

Anlagestrategie:

  • Aktienquote: 60 bis 80 Prozent, etwas konservativer wegen Familienverantwortung
  • Sparrate: So viel wie möglich, mindestens die Ausgleichszahlung in ETF-Sparplan
  • Rückkehr in höhere Stundenzahl langfristig planen

Worauf kommt es beim Wiedereinstieg zwischen 40 und 55 Jahren an?

Der Wiedereinstieg ist die Chance, die Sparrate deutlich zu erhöhen:

Prioritäten:

  • Erhöhung der Sparrate nach Rückkehr in Vollzeit oder höhere Teilzeit
  • Betriebliche Altersvorsorge beim neuen Arbeitgeber prüfen
  • Rentenlücke konkret berechnen und Strategien entwickeln

Anlagestrategie:

  • Aktienquote: 50 bis 70 Prozent, langsam konservativer werden
  • Sparrate: Gehaltssteigerungen direkt in die Sparrate umleiten
  • Rürup-Rente für Selbstständige prüfen

Wie bereite ich mich auf den Ruhestand vor?

In den letzten Arbeitsjahren zwischen 55 und 67 geht es um die Vorbereitung des Ruhestands:

Prioritäten:

  • Bucket-Strategie für die Entnahme einführen
  • Aktienquote schrittweise reduzieren aber nicht eliminieren
  • Konkreten Entnahmeplan entwickeln

Anlagestrategie:

  • Aktienquote: 40 bis 60 Prozent, auch im Ruhestand bleiben Aktien wichtig
  • Sparrate: Die letzten Jahre nutzen, um das Vermögen zu maximieren
  • Günstigerprüfung bei der Steuer prüfen, Vorsorgevollmacht erstellen

Gerade als berufstätige Frau solltest du auch prüfen, ob dein Arbeitgeber noch eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) für seine Mitarbeiterinnen anbietet, denn diese kann nicht nur deine Gesundheitsversorgung verbessern, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, alle verfügbaren Zusatzleistungen zu nutzen, um die strukturellen Nachteile als Frau auszugleichen.

Die wichtigste Erkenntnis ist: Als Frau ist eigenverantwortliche Geldanlage nicht optional, sondern existenziell notwendig. Du musst früher anfangen, länger durchhalten und dabei oft mit weniger Geld mehr erreichen. Aber du kannst es schaffen, wenn du die richtigen Strategien nutzt und alle verfügbaren Vorteile ausschöpfst.

Welcher Aspekt der Geldanlage als Frau beschäftigt dich am meisten – die Rentenlücke, die faire Aufteilung in der Partnerschaft oder der konkrete Einstieg ins Investieren?

Thorsten Schiffgens
Experte für Versicherungen
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