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Lohnt sich die PKV für Medizinstudenten?

Du studierst Medizin und überlegst, ob du dich privat krankenversichern sollst?

Die Entscheidung ist komplizierter als bei anderen Studiengängen, weil sie deine gesamte Arztlaufbahn prägen kann. Während die GKV im Studium meist günstiger und flexibler ist, kann die PKV als strategische Langzeitinvestition für deine spätere Arztkarriere sinnvoll sein.

Die Entscheidung musst du aber schon in den ersten drei Monaten nach Studienbeginn treffen – und sie ist für das gesamte Studium unwiderruflich.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Medizinstudenten sind grundsätzlich GKV-pflichtversichert, können sich aber befreien lassen
  • PKV-Wechsel nur innerhalb von drei Monaten nach Immatrikulation möglich
  • Befreiung gilt unwiderruflich für das gesamte Studium
  • PKV-Beiträge liegen zwischen 120 und 350 Euro monatlich je nach Tarif
  • GKV meist günstiger und flexibler während des Studiums
  • PKV als strategische Entscheidung für langfristig gutverdienende Ärzte

Wie sind Medizinstudenten krankenversichert?

Medizinstudenten unterliegen wie alle anderen Studierenden der Krankenversicherungspflicht und müssen zur Immatrikulation einen Kranken- und Pflegeversicherungsschutz nachweisen. Ohne diesen Nachweis ist keine Einschreibung möglich.

Familienversicherung als günstiger Einstieg

Sind deine Eltern gesetzlich versichert, kannst du in der Regel bis zum 25. Geburtstag beitragsfrei familienversichert bleiben, sofern du die Einkommensgrenzen einhältst. Das bedeutet komplette Kostenfreiheit für deine Krankenversicherung während der ersten Studienjahre.

Nach Ende der Familienversicherung wirst du automatisch versicherungspflichtig als Student und musst eigene Beiträge zur studentischen Krankenversicherung zahlen. Diese Phase dauert grundsätzlich bis zum 30. Lebensjahr oder etwa zum 14. Fachsemester.

Studentische GKV-Versicherung mit bundeseinheitlichen Tarifen

Die studentische Krankenversicherung funktioniert über bundeseinheitliche Studententarife plus kassenindividuelle Zusatzbeiträge. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass die Beiträge zwischen den Krankenkassen nur geringfügig variieren.

Die Beitragshöhe liegt deutlich unter den Tarifen für normale freiwillig Versicherte, aber über der kostenlosen Familienversicherung. Damit schließt sich die erste Kostenlücke im Studium, wenn die Familienversicherung endet.

Kann sich ein Medizinstudent privat versichern?

Ein Medizinstudent kann sich privat krankenversichern, muss aber aktiv die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht beantragen. Diese Möglichkeit ist zeitlich streng begrenzt und an klare Fristen gebunden.

Befreiungsantrag innerhalb von drei Monaten erforderlich

Du hast zwei Zeitfenster für den PKV-Wechsel, die du unbedingt beachten musst. Diese Fristen sind gesetzlich festgelegt und lassen sich nicht verlängern:

  • Zu Studienbeginn: Innerhalb von drei Monaten nach Immatrikulation kannst du dich von der GKV-Pflicht befreien lassen
  • Nach Ende der Familienversicherung: Innerhalb von drei Monaten nach Wegfall der Familienversicherung (meist mit 25 Jahren) ist der Wechsel möglich

Die Befreiung erfordert einen schriftlichen Antrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse und den Nachweis einer privaten Krankenversicherung. Die Hochschule akzeptiert die Immatrikulation auch mit PKV, wenn eine Befreiungsbescheinigung der GKV vorliegt.

Unwiderrufliche Entscheidung für das gesamte Studium

Die Befreiung von der Versicherungspflicht ist unwiderruflich für den jeweiligen Studiengang. Während des Medizinstudiums ist ein Wechsel zurück in die studentische GKV grundsätzlich ausgeschlossen, selbst wenn sich deine finanzielle Situation verschlechtert.

Diese Bindung unterscheidet sich fundamental von anderen Lebensbereichen, wo PKV-Versicherte unter bestimmten Umständen zurück in die GKV wechseln können. Als Student bist du für die gesamte Studiendauer festgelegt.

Wie hoch sind die PKV-Beiträge für Medizinstudenten?

PKV-Ausbildungstarife für Medizinstudenten mit hohem Leistungsniveau liegen realistisch zwischen etwa 120 und 350 Euro monatlich, abhängig von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif. Die Spanne ist dabei erheblich und hängt stark vom Leistungsumfang ab.

Konkrete Beitragsbeispiele echter Hochleistungstarife

Die Beitragsunterschiede zwischen verschiedenen Leistungsniveaus sind beträchtlich. Um dir eine realistische Vorstellung zu geben, hier einige konkrete Beispiele aus der aktuellen Tariflandschaft:

  • Allianz MedizinerPlus100 A: 21-jährige Medizinstudentin zahlt 314,57 Euro monatlich inklusive Pflegepflichtversicherung (Stand Januar 2026)
  • Barmenia VHV3+: 25-jähriger Medizinstudent zahlt etwa 142,32 Euro monatlich für den Ausbildungstarif
  • Inter JAZ 300A: Mediziner-Ausbildungstarif liegt bei circa 152,84 Euro monatlich

Diese Beispiele zeigen die erheblichen Unterschiede zwischen günstigen Ausbildungstarifen und hochwertigen Volltarifen mit Premiumleistungen.

Welche Faktoren deinen PKV-Beitrag bestimmen

Dein konkreter Beitrag hängt von mehreren Faktoren ab, die du teilweise beeinflussen kannst. Die wichtigsten Kostentreiber solltest du bei der Tarifwahl berücksichtigen:

  • Eintrittsalter: Der Unterschied zwischen 21 und 28 Jahren kann leicht 50 bis 150 Euro monatlich ausmachen, selbst bei identischen Tarifen.
  • Gewünschtes Leistungsniveau: Mittelklasse-Tarife mit Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung und guten Zahnleistungen bewegen sich im unteren Preissegment. Hochleistungstarife mit Einbettzimmer, GOÄ-Höchstsätzen und maximalen Zahnleistungen kosten deutlich mehr.
  • Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder im Extremfall zur Ablehnung führen. Als junger, gesunder Student hast du hier meist optimale Voraussetzungen.

Vergleich zu späteren Arzt-Tarifen

Um die Ausbildungskonditionen einzuordnen: Ähnliche Hochleistungstarife für Assistenzärzte liegen schnell bei 500 bis 700 Euro Gesamtbeitrag vor Arbeitgeberzuschuss.

Die studentischen Tarife sind also erheblich rabattiert, aber nicht dauerhaft.

Gibt es spezielle PKV-Tarife für Medizinstudenten?

Viele Versicherer bieten spezielle PKV-Tarife nur für Medizinstudenten und „Mediziner in Ausbildung“ an. Diese Tarife kombinieren vergünstigte Beiträge mit oft bereits eingebauter Option auf spätere Ärztetarife.

Was zeichnet spezielle Medizinertarife aus?

Diese Ausbildungstarife zeichnen sich durch mehrere Besonderheiten aus, die sie von normalen Studententarifen unterscheiden. Die Anbieter haben diese Tarife gezielt auf die Bedürfnisse angehender Ärzte zugeschnitten:

  • Deutlich reduzierte Beiträge während Studium und teilweise bis Ende der Facharztausbildung
  • Automatische Umstellungsoptionen in reguläre Ärztetarife ohne neue Gesundheitsprüfung
  • Arztspezifische Leistungsausrichtung mit Fokus auf Chefarztbehandlung, hohe Zahnleistungen und Wahlleistungen

Anbieter wie AXA, Barmenia, Continentale, Inter und Allianz haben eigene Linien für angehende Mediziner entwickelt, die sich deutlich von ihren Standard-Ausbildungstarifen unterscheiden.

Warum bieten Medizinertarife strategische Vorteile?

Der wichtigste Vorteil liegt in der langfristigen Strategie: Du sicherst dir früh ein niedriges Eintrittsalter und deinen aktuellen Gesundheitszustand für spätere Premium-Arzttarife, während du im Studium nur „Ausbildungspreise“ zahlst.

Viele Konzepte beinhalten Optionstarife, mit denen du später ohne neue Gesundheitsprüfung oder Wartezeiten in hochwertige Ärztetarife wechseln kannst. Das kann bei späteren Gesundheitsproblemen von unschätzbarem Wert sein.

Warum spezielle Medizinertarife auch Risiken bergen

Spezielle Medizinertarife haben aber auch Nachteile, die du unbedingt kennen solltest. Diese Risiken werden oft unterschätzt und können später zu bösen Überraschungen führen:

  • Leistungsbegrenzungen: Manche Ärzte-Sondertarife enthalten reduzierte Erstattungen (nur bis Regelhöchsatz GOÄ, einzelne Leistungen ausgeschlossen), weil man davon ausgeht, dass Ärzte sich günstiger behandeln lassen.
  • Beitragssprünge: Bei vielen Ausbildungstarifen werden keine oder nur geringe Alterungsrückstellungen gebildet, was zu massiven Beitragssprüngen beim späteren Wechsel in den Normaltarif führen kann.
  • Alters- und Zeitgrenzen: Viele Sondertarife gelten nur bis zu einem bestimmten Alter oder bis Ende der Weiterbildung, danach erfolgt eine automatische und teils schmerzhafte Umstellung.

Wann GKV oder PKV als Medizinstudent sinnvoller ist?

Für die meisten Medizinstudenten ist die GKV im Studium finanziell und von der Flexibilität her sinnvoller, während die PKV vor allem als strategische Langzeitentscheidung für angehende Ärzte mit klarer PKV-Perspektive interessant wird.

Warum die GKV für Medizinstudenten meist vorteilhaft ist

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet während des Studiums mehrere praktische Vorteile, die besonders bei unsicherer Zukunftsplanung relevant sind:

Die wichtigsten Vorteile der GKV im Studium umfassen folgende Aspekte:

  • Günstige oder kostenfreie Absicherung: Familienversicherung bis 25 ist beitragsfrei, danach studentische Tarife deutlich unter PKV-Niveau
  • Hohe Flexibilität: Kassenwechsel ist jederzeit möglich, während eine Rückkehr aus der PKV später nur unter bestimmten Bedingungen machbar ist
  • Kein Gesundheitsrisiko: Keine Gesundheitsprüfung, keine Risikozuschläge, die GKV trägt dich auch bei späteren Erkrankungen ohne Beitragsanpassung
  • Familienplanung: Kinder sind in der GKV beitragsfrei mitversichert, in der PKV braucht jede Person einen eigenen Beitrag

Diese Vorteile machen die GKV besonders für Studenten attraktiv, die sich noch nicht sicher sind, ob sie langfristig als gutverdienende Ärzte arbeiten werden.

Wann die PKV strategisch sinnvoll wird

Die PKV kann für bestimmte Medizinstudenten durchaus die richtige Wahl sein, insbesondere wenn bereits klare Karriereziele feststehen:

Besserer Leistungsumfang: Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer, höhere Zahnerstattung und oft schnellere Termine sind bereits im Studium verfügbar.

Günstiges Eintrittsalter: Der Eintritt als junger, gesunder Student sichert niedrige Tarife und damit auf Dauer oft günstigere Ärzte-Tarife als bei späterem Wechsel.

Gesundheitszustand sichern: Mit Options- oder Anwartschaftstarifen kannst du dir heute den Gesundheitszustand sichern, um später als Arzt leichter in hochwertige PKV zu kommen.

Welche PKV-Risiken du als Medizinstudent bedenken solltest

Die PKV-Entscheidung im Studium birgt aber auch erhebliche Risiken, die du ehrlich abwägen solltest:

Die wichtigsten Risikofaktoren zeigen, warum die PKV-Entscheidung gut überlegt sein sollte:

  • Unwiderruflichkeit: Die Befreiung von der Versicherungspflicht gilt für das gesamte Studium, ein Zurück in die studentische GKV ist nicht mehr möglich
  • Beitragsentwicklung: Beiträge steigen einkommensunabhängig über die Jahre. Wenn du nicht in ein gutverdienendes Arzt-Setting kommst (Teilzeit, alternative Karriere, Ausland), kann die PKV teuer werden
  • Berufliche Unsicherheit: Nicht jeder Medizinstudent wird später gutverdienender Arzt. Karrierewechsel, Auslandstätigkeit oder gesundheitliche Probleme können die PKV-Entscheidung nachträglich problematisch machen

Diese Risiken solltest du besonders ernst nehmen, wenn du dir noch nicht sicher bist, ob die klassische Arztlaufbahn wirklich dein Ziel ist.

Welche PKV-Beitragsanteile das Finanzamt akzeptiert?

Du kannst deine PKV-Beiträge als Medizinstudent grundsätzlich von der Steuer absetzen, aber nur den Anteil für die Basisabsicherung inklusive Pflegepflichtversicherung. Die vollen Hochleistungsbeiträge sind nicht komplett absetzbar.

Was genau ist steuerlich absetzbar?

Bei der steuerlichen Absetzbarkeit unterscheidet das Finanzamt streng zwischen verschiedenen Leistungskomponenten deiner PKV. Nicht alle Beitragsanteile werden gleich behandelt, daher solltest du die Unterschiede genau kennen.

Die folgenden Beitragsanteile kannst du problemlos als Sonderausgaben geltend machen:

  • Beiträge zur privaten Basiskrankenversicherung (Leistungsniveau vergleichbar der GKV)
  • Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung in voller Höhe
  • Grundlegende Krankenhausversorgung und ambulante Behandlung

Anders behandelt werden hingegen die Wahl- und Komfortleistungen deines Tarifs. Diese zählen als sonstige Vorsorgeaufwendungen und sind nur begrenzt absetzbar. Die steuerliche Berücksichtigung ist auf 1.900 Euro für Angestellte oder 2.800 Euro für Selbstständige pro Jahr gedeckelt, wobei dieser Rahmen meist bereits durch die Basisbeiträge ausgeschöpft ist.

Deine PKV stellt dir eine Jahresbescheinigung aus, in der genau ausgewiesen wird, welcher Betrag als steuerlich relevanter Basisanteil gilt und welcher Anteil den Komfortleistungen zuzurechnen ist.

Warum die steuerliche Entlastung im Studium meist gering bleibt

Die steuerliche Entlastung ist für die meisten Studenten weniger relevant als oft angenommen. Viele Studenten haben so geringe Einkünfte, dass sie unter oder nur wenig über dem Grundfreibetrag liegen. In diesen Fällen bringt der Sonderausgabenabzug faktisch keinen oder nur sehr geringen Steuervorteil.

Wirtschaftlich wichtiger wird das Thema erst, sobald du relevante steuerpflichtige Einkünfte hast (höherer Nebenjob, selbstständige Tätigkeit) oder spätestens im praktischen Jahr und als Assistenzarzt.

Die Entscheidung zwischen PKV und GKV solltest du daher nicht primär über Steuern „rechnen“, sondern über Leistungsumfang, Beitragsentwicklung und langfristige Karriereplanung.

Fazit

„Die PKV-Entscheidung im Medizinstudium ist weniger eine Frage der kurzfristigen Kostenoptimierung als vielmehr eine strategische Weichenstellung für deine gesamte Arztlaufbahn. Wer sicher weiß, dass er langfristig als gutverdienender Arzt in Deutschland arbeiten wird, kann von der frühen PKV-Entscheidung profitieren.“

Die GKV ist während des Studiums meist günstiger und deutlich flexibler. Sie bietet dir alle nötigen Leistungen ohne das Risiko einer unwiderruflichen Entscheidung. Wenn du dir unsicher über deine berufliche Zukunft bist, ist die GKV die risikoärmere Wahl.

Die PKV kann sich lohnen, wenn du bereits heute sicher weißt, dass du als Arzt arbeiten und entsprechend verdienen wirst. Der frühe Einstieg sichert dir günstige Konditionen für das spätere Berufsleben und bessere Leistungen bereits im Studium.

Entscheidend ist: Du musst die Wahl innerhalb der ersten drei Monate nach Immatrikulation treffen. Lass dich nicht unter Zeitdruck setzen, sondern durchdenke deine langfristigen Ziele sorgfältig. Eine fundierte Beratung durch einen erfahrenen PKV-Makler kann dabei helfen, die Vor- und Nachteile für deine spezielle Situation zu bewerten.

Lutz Gottschlich
Experte für Versicherungen
Über den Autor
Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei der COVAGO Versicherungsmakler GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung ist er interner Ansprechpartner für Kollegen und Kunden gleichermaßen. Bekannt ist er für seine ruhige, unaufgeregte Art und die Fähigkeit, auch komplexe Versicherungsthemen verständlich auf den Punkt zu bringen.
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