Zum Inhalt springen
COVAGO
SUCHE
Termin buchen

BEAMTE

PKV für Lehrer in Elternzeit: Das musst Du wissen

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Zuletzt aktualisiert: 11. Aug. 2026

Wer als Lehrer in Elternzeit geht und privat krankenversichert ist, erlebt schnell eine unangenehme Überraschung: Der PKV-Beitrag läuft weiter. Es gibt keine automatische Beitragsbefreiung wie in der GKV. Was das kostet und wie sich die Lage für verbeamtete und angestellte Lehrer unterscheidet, hängt fundamental vom Beschäftigungsstatus ab. Verbeamtete Lehrer behalten ihren Beihilfeanspruch und können unter Umständen volle Beitragserstattung erhalten. Angestellte Lehrer verlieren den Arbeitgeberzuschuss vollständig.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die PKV kennt keine automatische Beitragsbefreiung in der Elternzeit. Der Beitrag läuft weiter.
  • Verbeamtete Lehrer behalten den Beihilfeanspruch in voller Höhe, der Bemessungssatz kann sich aber ändern.
  • Bis Besoldungsgruppe A8 können verbeamtete Lehrer eine vollständige PKV-Beitragserstattung beim Dienstherrn beantragen.
  • Angestellte Lehrer verlieren den Arbeitgeberzuschuss vollständig, was den Eigenanteil oft verdoppelt.
  • Fünf PKV-Anbieter gewähren freiwillig 6 Monate Beitragsfreiheit für bestimmte Tarife, darunter Barmenia, Allianz und uniVersa.

Was passiert mit dem PKV-Beitrag in der Elternzeit?

Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine gesetzliche Beitragsbefreiung für Elternzeit. Der Vertrag läuft weiter, der Beitrag läuft weiter. Der entscheidende Unterschied zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern liegt darin, wer den fehlenden Arbeitgeberanteil ersetzt.

Für verbeamtete Lehrer bleibt der Beihilfeanspruch unberührt, weil er an den Beamtenstatus geknüpft ist und nicht an die aktive Dienstausübung. Für angestellte Lehrer entfällt der Arbeitgeberzuschuss nach § 257 Abs. 2 SGB V ersatzlos, weil das Arbeitsverhältnis ruht und kein beitragspflichtiges Entgelt fließt. Elterngeld begründet keinen Zuschussanspruch.

Was gilt für verbeamtete Lehrer in der Elternzeit?

Der Beihilfeanspruch bleibt bestehen, aber der Bemessungssatz kann sich verschieben. Ist der Ehepartner ebenfalls beihilfeberechtigt, gilt die verbeamtete Lehrkraft in Elternzeit als berücksichtigungsfähiger Ehepartner und erhält nur noch 70 Prozent Beihilfe. Beim Bund gilt für beihilfeberechtigte Personen in Elternzeit generell ein Bemessungssatz von 70 Prozent.

Ist der Ehepartner gesetzlich versichert, bleibt es beim regulären Satz: mit einem Kind 50 Prozent Beihilfe, mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent. Ein Wechsel in die GKV-Familienversicherung des Partners ist nicht möglich, auch nicht in dieser Situation. Die Lehrkraft bleibt zwingend privat versichert.

4,9 aus 703 Bewertungen
Als Beamter in die PKV? Lass uns starten.
  • Wir finden den Tarif zur Beihilfe
  • Wir prüfen die Öffnungsaktion mit
  • Wir übernehmen den ganzen Antrag
Lutz Gottschlich, Ansprechpartner bei COVAGOLutz Gottschlich

Wer bekommt die volle PKV-Beitragserstattung vom Dienstherrn?

Das ist der Punkt, den viele verbeamtete Lehrer nicht kennen. Wer bis einschließlich Besoldungsgruppe A8 eingestuft ist oder sich noch im Referendariat befindet, kann beim Dienstherrn die vollständige Erstattung der PKV-Beiträge während der Elternzeit beantragen. Ausgenommen sind nur Zusatzversicherungen wie Beihilfeergänzungstarife oder Krankenhaustagegelder. Für Kinder im Familienzuschlag gilt dieselbe Regelung.

Wer während der Elternzeit in die Besoldungsgruppe A9 befördert wird, verliert den Anspruch auf volle Erstattung rückwirkend für den verbleibenden Zeitraum. Eine Teilzeitbeschäftigung in der Elternzeit schließt die erhöhte Erstattung aus, mit einer ausdrücklichen Ausnahme für befristete Verträge zur Sicherung einer verlässlichen Schulzeit. Das ist eine Sonderregel, die eigens auf Lehrkräfte zugeschnitten wurde.

Für alle anderen verbeamteten Lehrer, also ab Besoldungsgruppe A9, gibt es einen pauschalen Zuschuss von bis zu 31 Euro monatlich zu Kranken- und Pflegeversicherung, sofern ihre Bezüge vor Beginn der Elternzeit die Versicherungspflichtgrenze der GKV nicht überschritten haben.

Ein weiterer Punkt: Verbeamtete Lehrkräfte können bei der Beihilfe einen einmaligen Säuglingszuschlag von 170 Euro für die Erstausstattung im Langantrag beantragen.

Was passiert mit dem PKV-Beitrag bei angestellten Lehrern in der Elternzeit?

Der Arbeitgeberzuschuss entfällt vollständig. Das ist die härteste finanzielle Konsequenz für angestellt-privat versicherte Lehrer in der Elternzeit. Wer zuvor einen monatlichen Gesamtbeitrag von 600 Euro hatte und davon 300 Euro vom Arbeitgeber erstattet bekam, trägt in der Elternzeit die vollen 600 Euro allein.

Im Jahr 2026 beträgt der maximale Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung 508,58 Euro monatlich, hinzu kommen bis zu 104,63 Euro für die Pflegepflichtversicherung. Was davon in der Elternzeit wegfällt, muss vollständig aus eigener Tasche kommen.

Zwei Ausnahmen können die Last reduzieren. Wer während der Elternzeit in Teilzeit weiterarbeitet, erhält einen anteiligen Zuschuss weiter, da beitragspflichtiges Entgelt fließt. Und wer einen privat versicherten Partner hat, dessen Arbeitgeberzuschuss noch nicht vollständig ausgeschöpft ist, kann diesen Rest für den eigenen PKV-Beitrag nutzen.

Welche PKV-Anbieter bieten freiwillige Beitragsfreistellung an?

Da es keine gesetzliche Befreiung gibt, springen einige PKV-Anbieter freiwillig ein und gewähren für bestimmte Tarife bis zu sechs Monate Beitragsfreiheit. Das gilt ausschließlich für den reinen Krankenvolltarif. Zusatzversicherungen wie Krankentagegeld werden auf Anwartschaft umgestellt, die Pflegepflichtversicherung muss weiterhin bezahlt werden.

Diese fünf Anbieter gewähren in ausgewählten Tarifen sechs beitragsfreie Monate in der Elternzeit:

Versicherer Tarif
BBKK GVARIO
Allianz MeinGesundheitsschutzBest
Barmenia einsA expert
LKH GUP
uniVersa uni-Top Privat300

Auffällig ist, dass diese Tarife, insbesondere Barmenia einsA expert und uniVersa uni-Top Privat300, auch in Lehrer-PKV-Vergleichen regelmäßig zu den leistungsstarken Premiumtarifen zählen. Wer eine Familienplanung hat, sollte das bei der Tarifwahl von Anfang an einkalkulieren.

Wie unterscheiden sich verbeamtete und angestellte Lehrer in der Elternzeit?

Der direkte Vergleich macht die strukturellen Unterschiede zwischen beiden Gruppen sichtbar. Was bei Beamten ein gesetzlicher Ausgleichsmechanismus regelt, müssen angestellte Lehrer durch Tarifeigenschaften, Partnerzuschüsse oder Eigenleistung selbst lösen:

Verbeamteter Lehrer Angestellter Lehrer
Beihilfeanspruch Bleibt vollständig bestehen Kein Beihilfeanspruch
Bemessungssatz in Elternzeit Oft 70 %, regulär 50 oder 70 % je Kinderzahl Entfällt
Arbeitgeberzuschuss Nur als Sonderfall: 31 Euro oder voll bis A8 Entfällt komplett
Wechsel in GKV-Familienversicherung Nicht möglich, auch bei GKV-Partner Ja, sofern Voraussetzungen erfüllt
Freiwillige Beitragsfreistellung Möglich je nach Tarif Möglich je nach Tarif
Pflegepflichtversicherung Weiterhin zu zahlen Weiterhin zu zahlen

Welche Sonderfälle sind für Lehrer besonders relevant?

Mehrere Konstellationen weichen vom Standardfall ab und sind in der Beratung häufig entscheidend.

Referendare werden bei der Erstattung wie Beamte bis A8 behandelt und können die vollständige PKV-Beitragserstattung beantragen. Wer während der Elternzeit von A8 auf A9 befördert wird, verliert den erhöhten Erstattungsanspruch rückwirkend für den verbleibenden Zeitraum. Angestellte Lehrer mit privat versichertem Partner können den ungenutzten Arbeitgeberzuschuss des Partners teilweise für den eigenen Beitrag nutzen. Das ist bei Doppelverdiener-Lehrerpaaren eine echte Gestaltungsoption.

Die Erstattungsanträge für Beamte laufen über die jeweilige Bezügestelle des Bundeslandes, etwa das NLBV in Niedersachsen, das ZBB in Brandenburg oder das RP Kassel in Hessen. Ein formloser Antrag mit Nachweis des Versicherungsverhältnisses nach der Geburt reicht aus.

Hast Du bereits geprüft, ob Dein PKV-Tarif eine freiwillige Beitragsfreistellung in der Elternzeit vorsieht?

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung

Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei der COVAGO Versicherungsmakler GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung ist er interner Ansprechpartner für Kollegen und Kunden gleichermaßen. Bekannt ist er für seine ruhige, unaufgeregte Art und die Fähigkeit, auch komplexe Versicherungsthemen verständlich auf den Punkt zu bringen.

Weitere Beiträge aus Beamte

Unser COVAGO Service­versprechen

Unsere Werte machen den Unterschied. Für jede Generation. Transparent. Persönlich. Verlässlich.

Beratungstermin vereinbaren
Home / Blog / Beitrag
4,9 aus 703 Bewertungen
Beamten-Check

Wie verdienst Du Dein Geld?

Davon hängt ab, ob Dir die private Krankenversicherung überhaupt offensteht.

Wie hoch ist Dein Bruttogehalt?

In die private Krankenversicherung kommst Du als Angestellter erst über der Versicherungspflichtgrenze. Sie liegt im Jahr 2026 bei 77.400 Euro und steigt im Jahr 2027 voraussichtlich auf rund 84.600 Euro.

Gab es davon etwas in den letzten fünf Jahren?

Diese Punkte fragen die Versicherer ab. Sie bedeuten kein Nein, sie entscheiden aber darüber, ob wir vorher anonym anfragen. Mehrfachauswahl möglich.

Wohin dürfen wir die Einschätzung schicken?

Lutz Gottschlich, Ansprechpartner bei COVAGO

Bitte gib Deine Rufnummer ohne die Landesvorwahl ein, sechs bis vierzehn Ziffern.

Lutz Gottschlich, Ansprechpartner bei COVAGO
Lutz Gottschlich Dein Ansprechpartner für die Krankenversicherung

Danke, ich habe alles.

Ich schaue mir Deine Angaben selbst an und melde mich innerhalb von 24 Stunden bei Dir. Die Einschätzung und das Gespräch kosten Dich nichts, Du gehst damit auch keine Verpflichtung ein. Wenn es schneller gehen soll, ruf mich einfach an unter +49 821 8998 27 00.