Ob ein Kind von einem Lehrer 30 Euro oder 300 Euro monatlich für die private Krankenversicherung kostet, hängt von einer einzigen Frage ab: Ist der Lehrer verbeamtet oder angestellt? Kinder von verbeamteten Lehrern haben einen eigenen Beihilfeanspruch von 80 Prozent und brauchen nur einen günstigen Restkostentarif. Kinder von angestellten Lehrern haben diesen Vorteil nicht und zahlen für denselben Schutz ein Vielfaches. Dieser Artikel rechnet beide Wege durch.
- Kinder verbeamteter Lehrer haben einen eigenen Beihilfeanspruch von 80 Prozent, die PKV sichert nur die verbleibenden 20 Prozent ab.
- Typische Beiträge für Beamtenkinder liegen bei 30 bis 70 Euro monatlich, in Sachsen mit 90 Prozent Beihilfe sogar darunter.
- Kinder angestellter Lehrer haben keinen Beihilfeanspruch und zahlen für eine vollwertige PKV 180 bis 360 Euro monatlich, je nach Alter und Tarif.
- Ist der angestellte Lehrer gesetzlich versichert, sind Kinder beitragsfrei über die GKV-Familienversicherung mitversichert.
- Die Kinderbeihilfe gilt bis zum 18. Geburtstag, verlängert sich bei Schule, Studium oder Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr.
Warum haben Kinder von Beamten einen eigenen Beihilfeanspruch?
Kinder von Beamten erhalten vom Dienstherrn eine eigene Beihilfe, unabhängig vom Beihilfesatz der Eltern. Das ist ein eigenständiger Anspruch, der direkt dem Kind zusteht. In den meisten Bundesländern und beim Bund liegt dieser Satz einheitlich bei 80 Prozent der beihilfefähigen Krankheitskosten. Die PKV muss also nur 20 Prozent abdecken, was die Prämien erheblich senkt.
Der Anspruch besteht bis zum 18. Lebensjahr und verlängert sich bis zum 25. Lebensjahr, sofern das Kind sich in Schulausbildung, Studium oder Berufsausbildung befindet. Das deckt für die meisten Familien die gesamte Kindheit und Jugend ab.
Welche Beihilfesätze gelten für Kinder in den Bundesländern?
Der Bundesstandard von 80 Prozent gilt in 14 von 16 Bundesländern. Sachsen und Hessen weichen davon deutlich ab, was für betroffene Lehrerfamilien erhebliche Kostenunterschiede bedeutet.
In Sachsen bekommen Kinder sogar 90 Prozent Beihilfe, der PKV-Eigenanteil beläuft sich also auf nur 10 Prozent. In Hessen gilt das Gegenteil: Dort beginnt die Kinderbeihilfe bei lediglich 55 Prozent im ambulanten Bereich, im Krankenhaus bei 70 Prozent, und steigt je nach Familienkonstellation auf maximal 70 respektive 85 Prozent. Das bedeutet deutlich höhere PKV-Prämien als im Bundesstandard.
Was das in der Praxis für Restkosten bedeutet, zeigt diese Übersicht:
| Bundesland oder Dienstherr | Beihilfesatz für Kinder | PKV-Restkostenanteil |
|---|---|---|
| Bund und die meisten Länder | 80 % | 20 % |
| Sachsen | 90 % | 10 % |
| Hessen, erstes Kind | 55 % ambulant, 70 % Krankenhaus | 45 % ambulant, 30 % Krankenhaus |
| Hessen, weitere Kinder maximal | 70 % ambulant, 85 % Krankenhaus | 30 % ambulant, 15 % Krankenhaus |
Was zahlen Beamtenkinder für die PKV?
Bei 80 Prozent Beihilfe bleibt die PKV für Beamtenkinder sehr günstig. Der Restkostentarif muss nur 20 Prozent abdecken, was sich direkt in den Prämien niederschlägt. Mehrere unabhängige Quellen aus dem Jahr 2025 und 2026 bestätigen konsistent eine Bandbreite von etwa 30 bis 100 Euro monatlich, je nach Bundesland, Alter und Tarif.
Für konkrete Markttarife sehen die Werte so aus:
| Anbieter und Tarif | Leistungsniveau | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Signal Iduna, Komfort-B20 | Regelleistungen, 80 % Beihilfe Bund | ab 28,44 Euro |
| HanseMerkur | Volles Programm, 80 % Beihilfe Bund | 35,46 Euro |
| Barmenia, VBU120 | Top-Leistungen, 80 % Beihilfe Bund | 43,05 Euro |
| Marktdurchschnitt, 0 bis 15 Jahre, 80 % Beihilfe | Standardschutz | 30 bis 70 Euro |
| Marktdurchschnitt, 16 bis 18 Jahre, 80 % Beihilfe | Standardschutz | 55 bis 80 Euro |
| Hessen mit 55 bis 70 % Beihilfe | Standardschutz | 60 bis 100 Euro |
Was zahlen Kinder von angestellten Lehrern für die PKV?
Kinder von angestellten Lehrern haben keinen Beihilfeanspruch, weil dieser an das Beamtenverhältnis der Eltern geknüpft ist. Ist der angestellte Lehrer gesetzlich versichert, können Kinder in der Regel beitragsfrei über die GKV-Familienversicherung mitversichert werden. Das ist der häufigste und günstigste Fall.
PKV-pflichtig wird ein Kind von angestellten Lehrern nur, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig zutreffen: Das PKV-versicherte Elternteil verdient mehr als das GKV-versicherte Elternteil, und dieses Einkommen liegt über der Versicherungspflichtgrenze. Die Versicherungspflichtgrenze liegt im Jahr 2026 bei 77.400 Euro Bruttojahresgehalt. In der Praxis treffen diese beiden Bedingungen selten gleichzeitig zu, weshalb viele Kinder angestellter Lehrer beitragsfrei in der GKV familienversichert bleiben.
Wer trotzdem eine PKV abschließen will oder muss, zahlt erheblich mehr als ein Beamtenkind, weil die volle Tariffunktion von 100 Prozent kalkuliert werden muss:
| Anbieter und Tarif | Altersgruppe | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Barmenia, einsA expert+ | 0 bis 14 Jahre | 240,01 Euro |
| Barmenia, einsA expert+ | 15 bis 21 Jahre | ca. 360 Euro |
| Allianz, Beispieltarif | 0 bis 15 Jahre | 276,79 Euro |
| Marktdurchschnitt, gute PKV ohne Beihilfe | allgemein | 180 bis 250 Euro |
| Freiwillige GKV als Alternative | einkommensunabhängig | ca. 265 bis 285 Euro |
Wie groß ist der Kostenunterschied zwischen Beamten- und Angestelltenkindern?
Der Unterschied ist massiv und lässt sich direkt in Euros ausdrücken. Ein Beamtenkind in Bayern mit 80 Prozent Beihilfe zahlt monatlich 30 bis 70 Euro. Ein Kind ohne Beihilfeanspruch zahlt für denselben Leistungsumfang 180 bis 360 Euro. Das ist vier- bis fünfmal so viel, allein wegen des fehlenden Beihilfeanspruchs.
Wer mehrere Kinder hat und verbeamtet ist, zahlt für alle zusammen oft weniger als ein angestellter Lehrer für ein einziges Kind in der PKV. Das erklärt, warum Beamtenfamilien trotz eigener Vertragskosten je Kind häufig besser fahren als Angestellte mit der kostenlosen GKV-Familienversicherung, sofern die Leistungsunterschiede eingerechnet werden.
| Konstellation | Monatsbeitrag pro Kind |
|---|---|
| Beamtenkind, 80 % Beihilfe, Standardtarif | ca. 30 bis 70 Euro |
| Beamtenkind, Sachsen, 90 % Beihilfe | tendenziell unter 30 Euro |
| Beamtenkind, Hessen, 55 bis 70 % Beihilfe | ca. 60 bis 100 Euro |
| Kind ohne Beihilfeanspruch, volle PKV | ca. 180 bis 360 Euro je nach Alter |
| Kind ohne Beihilfeanspruch, freiwillige GKV | ca. 265 bis 285 Euro |
Wann ist die GKV-Familienversicherung für Kinder die bessere Wahl?
Obwohl die Beamten-PKV für Kinder sehr günstig ist, lohnt sich ein kurzer Check. In Hessen mit seinen deutlich niedrigeren Kinderbeihilfesätzen ab 55 Prozent nähern sich die PKV-Kosten der freiwilligen GKV an. Wer als Beamter in Hessen ein erstes Kind absichern will, sollte beide Wege durchrechnen.
Für Beamtenfamilien in anderen Bundesländern gilt dagegen fast immer: Bei 80 Prozent Beihilfe bietet die PKV für Kinder bei niedrigerem Beitrag oft bessere Leistungen als die GKV, darunter Chefarztbehandlung, Einbettzimmer und höherwertige Zahnersatzleistungen. Viele Familien entscheiden sich deshalb freiwillig für die private Variante, auch wenn die GKV-Familienversicherung eine Option wäre.
Weißt Du, welchen Beihilfesatz Dein Bundesland für Kinder vorsieht, und hast Du das mit einem konkreten Tarifangebot verglichen?

