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PKV für Kinder von Lehrern: Kosten, Beihilfe & Beispiele

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Zuletzt aktualisiert: 11. Aug. 2026

Ob ein Kind von einem Lehrer 30 Euro oder 300 Euro monatlich für die private Krankenversicherung kostet, hängt von einer einzigen Frage ab: Ist der Lehrer verbeamtet oder angestellt? Kinder von verbeamteten Lehrern haben einen eigenen Beihilfeanspruch von 80 Prozent und brauchen nur einen günstigen Restkostentarif. Kinder von angestellten Lehrern haben diesen Vorteil nicht und zahlen für denselben Schutz ein Vielfaches. Dieser Artikel rechnet beide Wege durch.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kinder verbeamteter Lehrer haben einen eigenen Beihilfeanspruch von 80 Prozent, die PKV sichert nur die verbleibenden 20 Prozent ab.
  • Typische Beiträge für Beamtenkinder liegen bei 30 bis 70 Euro monatlich, in Sachsen mit 90 Prozent Beihilfe sogar darunter.
  • Kinder angestellter Lehrer haben keinen Beihilfeanspruch und zahlen für eine vollwertige PKV 180 bis 360 Euro monatlich, je nach Alter und Tarif.
  • Ist der angestellte Lehrer gesetzlich versichert, sind Kinder beitragsfrei über die GKV-Familienversicherung mitversichert.
  • Die Kinderbeihilfe gilt bis zum 18. Geburtstag, verlängert sich bei Schule, Studium oder Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr.

Warum haben Kinder von Beamten einen eigenen Beihilfeanspruch?

Kinder von Beamten erhalten vom Dienstherrn eine eigene Beihilfe, unabhängig vom Beihilfesatz der Eltern. Das ist ein eigenständiger Anspruch, der direkt dem Kind zusteht. In den meisten Bundesländern und beim Bund liegt dieser Satz einheitlich bei 80 Prozent der beihilfefähigen Krankheitskosten. Die PKV muss also nur 20 Prozent abdecken, was die Prämien erheblich senkt.

Der Anspruch besteht bis zum 18. Lebensjahr und verlängert sich bis zum 25. Lebensjahr, sofern das Kind sich in Schulausbildung, Studium oder Berufsausbildung befindet. Das deckt für die meisten Familien die gesamte Kindheit und Jugend ab.

Welche Beihilfesätze gelten für Kinder in den Bundesländern?

Der Bundesstandard von 80 Prozent gilt in 14 von 16 Bundesländern. Sachsen und Hessen weichen davon deutlich ab, was für betroffene Lehrerfamilien erhebliche Kostenunterschiede bedeutet.

In Sachsen bekommen Kinder sogar 90 Prozent Beihilfe, der PKV-Eigenanteil beläuft sich also auf nur 10 Prozent. In Hessen gilt das Gegenteil: Dort beginnt die Kinderbeihilfe bei lediglich 55 Prozent im ambulanten Bereich, im Krankenhaus bei 70 Prozent, und steigt je nach Familienkonstellation auf maximal 70 respektive 85 Prozent. Das bedeutet deutlich höhere PKV-Prämien als im Bundesstandard.

Was das in der Praxis für Restkosten bedeutet, zeigt diese Übersicht:

Bundesland oder Dienstherr Beihilfesatz für Kinder PKV-Restkostenanteil
Bund und die meisten Länder 80 % 20 %
Sachsen 90 % 10 %
Hessen, erstes Kind 55 % ambulant, 70 % Krankenhaus 45 % ambulant, 30 % Krankenhaus
Hessen, weitere Kinder maximal 70 % ambulant, 85 % Krankenhaus 30 % ambulant, 15 % Krankenhaus
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Was zahlen Beamtenkinder für die PKV?

Bei 80 Prozent Beihilfe bleibt die PKV für Beamtenkinder sehr günstig. Der Restkostentarif muss nur 20 Prozent abdecken, was sich direkt in den Prämien niederschlägt. Mehrere unabhängige Quellen aus dem Jahr 2025 und 2026 bestätigen konsistent eine Bandbreite von etwa 30 bis 100 Euro monatlich, je nach Bundesland, Alter und Tarif.

Für konkrete Markttarife sehen die Werte so aus:

Anbieter und Tarif Leistungsniveau Monatsbeitrag
Signal Iduna, Komfort-B20 Regelleistungen, 80 % Beihilfe Bund ab 28,44 Euro
HanseMerkur Volles Programm, 80 % Beihilfe Bund 35,46 Euro
Barmenia, VBU120 Top-Leistungen, 80 % Beihilfe Bund 43,05 Euro
Marktdurchschnitt, 0 bis 15 Jahre, 80 % Beihilfe Standardschutz 30 bis 70 Euro
Marktdurchschnitt, 16 bis 18 Jahre, 80 % Beihilfe Standardschutz 55 bis 80 Euro
Hessen mit 55 bis 70 % Beihilfe Standardschutz 60 bis 100 Euro

Was zahlen Kinder von angestellten Lehrern für die PKV?

Kinder von angestellten Lehrern haben keinen Beihilfeanspruch, weil dieser an das Beamtenverhältnis der Eltern geknüpft ist. Ist der angestellte Lehrer gesetzlich versichert, können Kinder in der Regel beitragsfrei über die GKV-Familienversicherung mitversichert werden. Das ist der häufigste und günstigste Fall.

PKV-pflichtig wird ein Kind von angestellten Lehrern nur, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig zutreffen: Das PKV-versicherte Elternteil verdient mehr als das GKV-versicherte Elternteil, und dieses Einkommen liegt über der Versicherungspflichtgrenze. Die Versicherungspflichtgrenze liegt im Jahr 2026 bei 77.400 Euro Bruttojahresgehalt. In der Praxis treffen diese beiden Bedingungen selten gleichzeitig zu, weshalb viele Kinder angestellter Lehrer beitragsfrei in der GKV familienversichert bleiben.

Wer trotzdem eine PKV abschließen will oder muss, zahlt erheblich mehr als ein Beamtenkind, weil die volle Tariffunktion von 100 Prozent kalkuliert werden muss:

Anbieter und Tarif Altersgruppe Monatsbeitrag
Barmenia, einsA expert+ 0 bis 14 Jahre 240,01 Euro
Barmenia, einsA expert+ 15 bis 21 Jahre ca. 360 Euro
Allianz, Beispieltarif 0 bis 15 Jahre 276,79 Euro
Marktdurchschnitt, gute PKV ohne Beihilfe allgemein 180 bis 250 Euro
Freiwillige GKV als Alternative einkommensunabhängig ca. 265 bis 285 Euro

Wie groß ist der Kostenunterschied zwischen Beamten- und Angestelltenkindern?

Der Unterschied ist massiv und lässt sich direkt in Euros ausdrücken. Ein Beamtenkind in Bayern mit 80 Prozent Beihilfe zahlt monatlich 30 bis 70 Euro. Ein Kind ohne Beihilfeanspruch zahlt für denselben Leistungsumfang 180 bis 360 Euro. Das ist vier- bis fünfmal so viel, allein wegen des fehlenden Beihilfeanspruchs.

Wer mehrere Kinder hat und verbeamtet ist, zahlt für alle zusammen oft weniger als ein angestellter Lehrer für ein einziges Kind in der PKV. Das erklärt, warum Beamtenfamilien trotz eigener Vertragskosten je Kind häufig besser fahren als Angestellte mit der kostenlosen GKV-Familienversicherung, sofern die Leistungsunterschiede eingerechnet werden.

Konstellation Monatsbeitrag pro Kind
Beamtenkind, 80 % Beihilfe, Standardtarif ca. 30 bis 70 Euro
Beamtenkind, Sachsen, 90 % Beihilfe tendenziell unter 30 Euro
Beamtenkind, Hessen, 55 bis 70 % Beihilfe ca. 60 bis 100 Euro
Kind ohne Beihilfeanspruch, volle PKV ca. 180 bis 360 Euro je nach Alter
Kind ohne Beihilfeanspruch, freiwillige GKV ca. 265 bis 285 Euro

Wann ist die GKV-Familienversicherung für Kinder die bessere Wahl?

Obwohl die Beamten-PKV für Kinder sehr günstig ist, lohnt sich ein kurzer Check. In Hessen mit seinen deutlich niedrigeren Kinderbeihilfesätzen ab 55 Prozent nähern sich die PKV-Kosten der freiwilligen GKV an. Wer als Beamter in Hessen ein erstes Kind absichern will, sollte beide Wege durchrechnen.

Für Beamtenfamilien in anderen Bundesländern gilt dagegen fast immer: Bei 80 Prozent Beihilfe bietet die PKV für Kinder bei niedrigerem Beitrag oft bessere Leistungen als die GKV, darunter Chefarztbehandlung, Einbettzimmer und höherwertige Zahnersatzleistungen. Viele Familien entscheiden sich deshalb freiwillig für die private Variante, auch wenn die GKV-Familienversicherung eine Option wäre.

Weißt Du, welchen Beihilfesatz Dein Bundesland für Kinder vorsieht, und hast Du das mit einem konkreten Tarifangebot verglichen?

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung

Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei der COVAGO Versicherungsmakler GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung ist er interner Ansprechpartner für Kollegen und Kunden gleichermaßen. Bekannt ist er für seine ruhige, unaufgeregte Art und die Fähigkeit, auch komplexe Versicherungsthemen verständlich auf den Punkt zu bringen.

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