Als Beamter zahlst Du Deinen PKV-Beitrag vollständig selbst. Wie hoch er ausfällt, hängt von Eintrittsalter, Bundesland, Status und Kinderzahl ab, denn der Beihilfebemessungssatz unterscheidet sich je nach Dienstherr. Der Rechner berücksichtigt diese Unterschiede und schlüsselt den Beitrag nach Tarifbeitrag, gesetzlichem Vorsorgezuschlag und Pflegepflichtversicherung auf.
Wie funktioniert der PKV-Rechner für Beamte?
Der Rechner orientiert sich an marktüblichen beihilfekonformen Tarifen und leitet den Beihilfebemessungssatz aus Deinem Bundesland, Deinem Status und der Kinderzahl ab. Für jede Kombination aus Alter, Beihilfesatz und Leistungsniveau zeigt er eine realistische Bandbreite für den monatlichen Beitrag, inklusive gesetzlichem Vorsorgezuschlag und Pflegepflichtversicherung. Konkrete Beispielwerte einzelner Anbieter findest Du weiter unten.
Zwei Leistungsniveaus stehen zur Auswahl. Solide deckt die beihilfekonformen Kernrestkosten ab. Komfort ergänzt bessere stationäre Wahlleistungen und erweiterte ambulante Erstattungen.
Beamtenanwärter und Referendare erhalten gesonderte Anwärtertarife. Der Rechner wechselt das Tarifmodell automatisch, wenn Du den Status auf Anwärter stellst. Der Vorsorgezuschlag entfällt bei Anwärtertarifen in der Regel vollständig, weil diese Tarife keine Alterungsrückstellungen aufbauen. Anwärtertarife bildet der Rechner bis 38 Jahre ab. Ab 39 Jahren zeigt er als Näherung den Normaltarif mit Vorsorgezuschlag.
Der Rechner zeigt keine individuellen Risikozuschläge und trifft keine Annahmeentscheidung. Er rechnet nicht mit Beihilfelücken, Beihilfeergänzungstarifen, Krankentagegeld oder Beitragsentlastungsbausteinen. Ein verbindlicher Beitrag entsteht erst nach vollständiger Risikoprüfung durch den Versicherer.
Die Werte zeigen den typischen Rahmen marktüblicher beihilfekonformer Tarife für eine gesunde Neuaufnahme ohne individuellen Risikozuschlag. Der Beihilfebemessungssatz richtet sich nach Bundesland, Status und Kinderzahl auf dem Stand des Jahres 2026. Dein genauer Beitrag entsteht erst nach Tarifauswahl, Gesundheitsprüfung und Annahme durch den Versicherer. Für den aktiven Dienst und den Ruhestand rechnet der Rechner ab 20 Jahren. Bei 10 Prozent Restkosten, etwa in Sachsen mit zwei oder mehr Kindern, nutzt er den Beitrag des 30-Prozent-Tarifs und kennzeichnet das Ergebnis als Näherung.
Wie teuer ist die PKV für Beamte?
Die Spanne ist groß und hängt vor allem vom Eintrittsalter ab. Ein 22-jähriger Beamtenanwärter zahlt im Solide-Tarif unter 100 Euro monatlich inklusive Pflege. Ein 45-jähriger Beamter mit 50 Prozent Beihilfe zahlt im Komfort-Tarif rund 473 Euro.
| Alter | Beihilfe | Solide (SIGNAL IDUNA START-B) | Komfort (KOMFORT-B+) |
|---|---|---|---|
| 25 | 50 % | ca. 293 € | ca. 355 € |
| 30 | 50 % | ca. 313 € | ca. 381 € |
| 35 | 50 % | ca. 332 € | ca. 407 € |
| 40 | 50 % | ca. 354 € | ca. 436 € |
| 45 | 50 % | ca. 382 € | ca. 473 € |
| 30 | 70 % | ca. 204 € | ca. 245 € |
| 40 | 70 % | ca. 230 € | ca. 279 € |
Die Werte entsprechen der Rechengrundlage des Rechners vor der Bandbreite. Sie enthalten die Pflegepflichtversicherung und den gesetzlichen Vorsorgezuschlag, jedoch keinen individuellen Risikozuschlag.
Im Vergleich dazu liegt der GKV-Höchstbeitrag im Jahr 2027 voraussichtlich bei 1.115,63 Euro monatlich ohne Pflegeversicherung, gerechnet mit 14,6 Prozent allgemeinem Beitragssatz und 2,9 Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitrag auf 6.375 Euro. Beamte ohne Krankengeldanspruch zahlen den ermäßigten Satz von 14,0 Prozent, also 1.077,38 Euro ohne Pflegeversicherung. Mit Pflegeversicherung für Kinderlose von 4,2 Prozent auf die Bemessungsgrenze von 6.075 Euro sind es 1.332,53 Euro.
Die Verordnung für 2027 steht im Bundesrat noch aus. Im Jahr 2026 liegen die drei Werte bei 1.017,19 Euro, 982,31 Euro und 1.226,44 Euro. Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz würde die Bemessungsgrenze der Pflege auf 6.375 Euro und den Satz für Kinderlose auf 4,5 Prozent anheben. Beschlossen ist es noch nicht.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Beitrag und Arztrechnung. Die Beihilfe erstattet 50 Prozent der beihilfefähigen Arztrechnung im Leistungsfall. Der PKV-Beitrag läuft in voller Höhe und wird vollständig selbst gezahlt.
Wie hoch ist der PKV-Beitrag für Beamte in der Pension?
Im Ruhestand steigt der Beihilfesatz beim Bund auf 70 Prozent. Die PKV muss nur noch die verbleibenden 30 Prozent der beihilfefähigen Kosten absichern. Das bedeutet einen anderen, günstigeren Tarif, aber nicht automatisch einen halbierten Beitrag. Die Prämie hängt weiterhin vom Eintrittsalter ab, das beim ursprünglichen Vertragsabschluss galt, plus dem Alter bei Statuswechsel.
Der Wechsel von 50 auf 30 Prozent Quote muss beim Versicherer beantragt werden und wirkt nicht automatisch. Wer den Antrag vergisst, zahlt weiterhin den teureren 50-Prozent-Tarif, obwohl die Beihilfe bereits 70 Prozent übernimmt. Der Versicherer gibt daraufhin einen Änderungsnachtrag heraus, der den neuen Beitrag ausweist.
| Eintrittsalter | Beihilfe aktiv (50 %) | Beihilfe Pension (70 %) | Ersparnis monatlich |
|---|---|---|---|
| 30 (Eintrittsalter) | ca. 381 € (Komfort, 50 %) | ca. 226 € (Komfort, 70 %) | ca. 155 € |
| 35 (Eintrittsalter) | ca. 407 € (Komfort, 50 %) | ca. 241 € (Komfort, 70 %) | ca. 166 € |
Der gesetzliche Vorsorgezuschlag endet nach § 149 VAG in dem Kalenderjahr, in dem Du 60 Jahre alt wirst. Das senkt den Beitrag weiter, ohne dass ein Antrag erforderlich ist. Die Pensionswerte in der Tabelle und im Rechner enthalten ihn deshalb nicht. Wer früher in den Ruhestand geht, zahlt ihn bis dahin weiter.
Die Öffnungsaktion gilt für erstmals verbeamtete Personen. Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses gestellt werden. Der Risikozuschlag ist dann auf maximal 30 Prozent begrenzt, Leistungsausschlüsse sind ausgeschlossen.
Die konkreten Beispielwerte stammen vom Anbieter SIGNAL IDUNA (Beitragstabelle 2026, geprüft im September 2026). Die Bandbreiten im Rechner orientieren sich daran und an marktüblichen beihilfekonformen Tarifen. Die angezeigten Werte sind unverbindliche Beitragsindikationen und keine Deckungszusage, Tarifempfehlung oder Annahmeentscheidung. Maßgeblich sind ausschließlich das individuelle Angebot und die Annahme durch den Versicherer.
Häufige Fragen
Zahlt die Beihilfe einen Teil meines PKV-Beitrags?
Nein. Die Beihilfe erstattet einen Prozentsatz der beihilfefähigen Arztrechnung im Leistungsfall. Der PKV-Beitrag läuft in voller Höhe und wird vollständig selbst gezahlt.
Wie hoch ist der Beihilfesatz beim Bund?
Beim Bund gelten nach § 46 BBhV 50 Prozent für aktive Beamte und 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern. Versorgungsempfänger erhalten 70 Prozent. Die Länder regeln das teils anders, deshalb fragt der Rechner nach Deinem Dienstherrn.
Wann endet der gesetzliche Vorsorgezuschlag?
Der Zuschlag beträgt 10 Prozent. Er beginnt spätestens mit dem Kalenderjahr nach Vollendung des 21. Lebensjahres und endet in dem Kalenderjahr, in dem Du das 60. Lebensjahr vollendest.
Was kostet die PKV für Beamtenanwärter?
Anwärter und Referendare zahlen günstigere Ausbildungstarife ohne Vorsorgezuschlag.
Was bringt die Öffnungsaktion?
Sie gilt für erstmals verbeamtete Personen, wenn der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses gestellt wird. Der Risikozuschlag ist dann auf maximal 30 Prozent begrenzt, Leistungsausschlüsse sind ausgeschlossen.

