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Welche PKV ist die beste für Beamte?

Die beste PKV für Beamte gibt es nicht pauschal, weil sie von deinem Bundesland, deinem Beihilfesatz, deiner Familienplanung und deinem Gesundheitszustand abhängt. Ein Referendar in Bayern braucht einen anderen Tarif als ein Lehrer in Sachsen mit zwei Kindern.

Die größten Unterschiede zwischen den Anbietern liegen in der Leistungstiefe bei Zahnersatz, der Beitragsstabilität über Jahrzehnte und der Kulanz bei Vorerkrankungen. Manche Versicherer nehmen dich auch mit Asthma oder Rückenbeschwerden problemlos auf, andere lehnen dich ab oder verlangen massive Zuschläge.

Als Beamter zahlst du durchschnittlich nur 250 bis 350 Euro pro Monat für deine PKV, weil dein Dienstherr die meisten Kosten über die Beihilfe übernimmt. Würdest du in die freiwillige GKV gehen, müsstest du in den meisten Bundesländern 550 bis 750 Euro zahlen ohne staatlichen Zuschuss.

Die Entscheidung für einen PKV-Anbieter solltest du nicht auf Basis von Kollegenempfehlungen treffen. Die Tarife sind hochkomplex, die Leistungsunterschiede riesig, und ein falscher Vertrag kostet dich über 40 Jahre Dienstzeit fünfstellige Beträge. Lass dich von einem unabhängigen Makler beraten, der mindestens 20 Anbieter vergleicht.

Welche PKV ist die beste für Beamte?

Die beste PKV für Beamte lässt sich nicht pauschal benennen, weil sie von deiner konkreten Lebenssituation abhängt. Ein junger gesunder Beamter ohne Kinder braucht einen anderen Tarif als ein Familienvater kurz vor der Pension mit Vorerkrankungen.

Die wichtigsten Unterscheidungskriterien zwischen den Anbietern:

  • Leistungstiefe bei Zahnersatz: Werden Implantate voll übernommen oder nur zu 50 Prozent?
  • Beitragsstabilität: Wie stark sind die Beiträge in den letzten 10 Jahren gestiegen?
  • Kulanz bei Vorerkrankungen: Nimmt dich der Versicherer auch mit Asthma oder Diabetes auf?
  • Beihilfe-Ergänzungstarif: Werden Lücken abgedeckt, die die Beihilfe nicht zahlt?
  • Familienfreundlichkeit: Gibt es Beitragsbefreiung in der Elternzeit?
  • Digitale Services: Kannst du Rechnungen per App einreichen?

Die großen Beamten-PKV-Anbieter wie Debeka, ARAG, Barmenia, HUK-Coburg, Hallesche, Signal Iduna und Allianz haben alle ihre Stärken und Schwächen. Keiner ist für alle Beamten der beste.

Warum ist die PKV für Beamte so günstig?

Die PKV ist für Beamte so günstig, weil dein Dienstherr über die Beihilfe 50 bis 80 Prozent deiner Krankheitskosten übernimmt. Die PKV muss nur den Rest versichern, deshalb zahlst du nur 250 bis 350 Euro statt 550 bis 750 Euro.

So funktioniert das Zusammenspiel:

Du gehst zum Arzt und bekommst eine Rechnung über 1.000 Euro. Du reichst die Rechnung bei der Beihilfestelle ein. Die Beihilfe zahlt 500 Euro (50 Prozent Beihilfesatz). Du reichst die Rechnung bei deiner PKV ein. Die PKV zahlt die restlichen 500 Euro.

Deine PKV versichert also nur die Hälfte der Kosten. Deshalb ist der Beitrag so niedrig im Vergleich zu Selbstständigen oder Angestellten, die eine Vollversicherung brauchen.

Die Beihilfesätze nach Personengruppe:

PersonengruppeBeihilfesatzPKV-Anteil
Beamter ohne Kind oder mit 1 Kind50%50%
Beamter mit 2 oder mehr Kindern70%30%
Ehepartner (unter Einkommensgrenze)70%30%
Kinder80%20%
Pensionär70%30%

Mit zwei Kindern zahlst du plötzlich nur noch 30 Prozent selbst statt 50 Prozent. Dein PKV-Beitrag sinkt dadurch um etwa 40 Prozent. Bei 300 Euro Beitrag sparst du 120 Euro pro Monat, das sind 1.440 Euro im Jahr.

In der Pension steigt dein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent. Dein PKV-Beitrag sinkt automatisch um 40 Prozent. Statt 300 Euro zahlst du nur noch 180 Euro im Monat.

Welche PKV-Anbieter haben die besten Leistungen für Beamte?

Die besten Leistungen haben laut aktuellen Tests und Rankings ARAG, Barmenia, Deutscher Ring (Signal Iduna), Hallesche und Universa. Alle erreichen in unabhängigen Ratings zwischen 85 und 96 von 100 Punkten.

Die Leistungsunterschiede zwischen Top-Anbietern sind kleiner als gedacht. Alle decken mindestens ab:

  • Einbett- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus
  • Chefarztbehandlung
  • Zahnersatz zu 70 bis 90 Prozent
  • Freie Arztwahl
  • Sehhilfen alle 2 bis 3 Jahre
  • Heilpraktiker-Leistungen

Wo sich die Anbieter wirklich unterscheiden:

Bei Zahnersatz:

  • ARAG und Barmenia: Volle Erstattung auch bei teuren Implantaten
  • Andere Anbieter: Oft Obergrenzen von 3.000 bis 5.000 Euro pro Implantat

Bei Beihilfe-Lücken:

  • Manche Tarife decken ab, was die Beihilfe nicht zahlt (zum Beispiel Chefarztbehandlung in Bundesländern, wo das nicht beihilfefähig ist)
  • Andere Tarife lassen dich auf diesen Kosten sitzen

Bei digitalen Services:

  • Moderne Anbieter: Rechnung per App einreichen, Erstattung in 3 bis 5 Tagen
  • Traditionelle Anbieter: Rechnung per Post, Erstattung in 2 bis 4 Wochen

Bei Beitragsrückerstattung:

  • Großzügige Anbieter: Bis zu 6 Monatsbeiträge zurück bei Nichtleistung
  • Restriktive Anbieter: Nur 1 bis 2 Monatsbeiträge, Vorsorge führt schon zu Wegfall

Die Leistungsqualität allein sagt wenig aus. Ein Tarif kann perfekte Leistungen haben, aber in 10 Jahren um 50 Prozent im Beitrag steigen. Dann hast du nichts gewonnen.

Was kostet die PKV für Beamte?

Die PKV für Beamte kostet konkret zwischen 250 und 400 Euro pro Monat, abhängig von Alter, Bundesland, Familienstand und gewünschtem Leistungsumfang. Referendare zahlen nur 70 bis 150 Euro.

Die realistischen Kostenspannen nach Alter und Situation:

AlterAlleinstehendMit 2 KindernPensionär
25-30 Jahre250-300 Euro180-220 Euro
30-35 Jahre280-330 Euro200-250 Euro
35-40 Jahre300-360 Euro220-280 Euro
40-45 Jahre330-400 Euro240-310 Euro
65+ Jahre180-250 Euro

Mit zwei Kindern sinkt dein Beitrag um 30 bis 40 Prozent, weil dein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent steigt. Das ist der größte Hebel für Beitragssenkung.

In der Pension sinkt dein Beitrag nochmal um 30 bis 40 Prozent, weil dein Beihilfesatz auf 70 Prozent steigt. Als Pensionär zahlst du oft weniger als als junger Beamter.

Wichtig: Diese Zahlen gelten für Tarife ohne Selbstbehalt mit gutem Leistungsumfang. Mit hohem Selbstbehalt kommst du 50 bis 100 Euro günstiger weg.

Welche Rolle spielt die Beitragsstabilität?

Die Beitragsstabilität spielt die wichtigste Rolle überhaupt, weil deine PKV über 40 Jahre läuft und du heute nicht weißt, wie sich die Beiträge entwickeln. Ein Tarif, der heute 50 Euro günstiger ist, kann in 20 Jahren 200 Euro teurer sein.

Die Beitragsentwicklung der letzten 10 Jahre zeigt massive Unterschiede zwischen den Anbietern. Manche haben ihre Beamtentarife um 20 bis 30 Prozent erhöht, andere um 50 bis 80 Prozent.

Warum Beiträge steigen:

  • Medizinischer Fortschritt kostet Geld (neue Medikamente, bessere Therapien)
  • Menschen werden älter und brauchen länger Pflege
  • Inflation treibt Arztkosten nach oben
  • Niedrigzinsen schmälern Kapitalerträge der Versicherer

Beamtentarife sind stabiler als Vollversicherungen, weil sie nur 20 bis 50 Prozent der Kosten absichern. Trotzdem gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern.

Versicherer mit großen Beständen (Debeka, HUK-Coburg, Allianz) kalkulieren tendenziell stabiler als kleine Anbieter. Aber auch das ist keine Garantie.

Die durchschnittliche Beitragssteigerung bei Beamtentarifen liegt bei 1 bis 2 Prozent pro Jahr über lange Zeiträume. Einzelne Jahre können aber deutlich höher ausfallen (5 bis 15 Prozent).

Ein Tarif, der heute 300 Euro kostet, wird in 20 Jahren wahrscheinlich zwischen 400 und 500 Euro kosten. Rechne damit, dass sich dein Beitrag bis zur Pension etwa verdoppelt.

Wie wichtig ist die Öffnungsaktion für Beamte?

Die Öffnungsaktion ist extrem wichtig für Beamte mit Vorerkrankungen, weil sie dir den Zugang zur PKV ermöglicht trotz Asthma, Diabetes, Rückenbeschwerden oder psychischer Vorgeschichte. Ohne Öffnungsaktion wirst du oft abgelehnt oder bekommst massive Risikozuschläge.

So funktioniert die Öffnungsaktion:

Teilnehmende Versicherer verpflichten sich, Beamte auf Widerruf (Referendare) und Beamtenanfänger innerhalb der ersten sechs Monate nach Ausbildungsbeginn aufzunehmen. Der maximale Risikozuschlag beträgt 30 Prozent, egal wie schwer die Vorerkrankung ist.

Für dich als Beamter mit Vorerkrankungen ist das die Rettung. Statt Ablehnung oder 80 Prozent Zuschlag bekommst du maximal 30 Prozent Zuschlag.

Wenn dein Beitrag normalerweise 300 Euro wäre, zahlst du mit 30 Prozent Zuschlag 390 Euro. Immer noch günstiger als die freiwillige GKV mit 550 bis 750 Euro.

Nicht alle Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion teil:

Nehmen teil:

  • Debeka (am liberalsten bei Vorerkrankungen)
  • HUK-Coburg
  • Hallesche
  • Allianz
  • Signal Iduna
  • DKV
  • BBKK/UKV
  • DBV (AXA)

Nehmen nicht teil:

  • ARAG
  • Barmenia (seit 2026 ausgestiegen)
  • Continentale

Wenn du Vorerkrankungen hast, musst du zu einem Anbieter mit Öffnungsaktion. ARAG und Barmenia fallen weg, obwohl sie die besten Leistungen haben.

Die Sechs-Monats-Frist ist absolut. Wer sie verpasst, muss die normale Gesundheitsprüfung durchlaufen und kann abgelehnt werden.

Was ist bei Familienplanung wichtig?

Bei Familienplanung ist wichtig, dass du einen Tarif wählst, der günstige Kindertarife hat und dir Beitragsbefreiung oder Rabatte in der Elternzeit bietet. Manche Versicherer schenken dir bis zu sechs Monate Beitrag pro Kind.

Wenn du zwei Kinder bekommst, passieren zwei Dinge:

Erstens steigt dein eigener Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent. Dein PKV-Beitrag sinkt automatisch um etwa 40 Prozent. Bei 300 Euro Beitrag sparst du 120 Euro pro Monat ab dem zweiten Kind.

Zweitens brauchst du PKV-Schutz für deine Kinder. Beamtenkinder haben 80 Prozent Beihilfe, die PKV muss nur 20 Prozent absichern. Ein Kind kostet dich 40 bis 70 Euro pro Monat.

Die Rechnung für zwei Kinder:

  • Eigener Beitrag sinkt von 300 auf 180 Euro (minus 120 Euro)
  • Zwei Kinder kosten je 50 Euro (plus 100 Euro)
  • Netto zahlst du 280 Euro statt 300 Euro vorher

Du zahlst praktisch weniger mit zwei Kindern als ohne. Das ist der einzigartige Vorteil der Beamten-PKV.

Manche Versicherer bieten zusätzliche Boni:

  • ARAG: Sechs Monate Beitragsfreiheit pro Kind während Elterngeldbezug (spart bis zu 1.800 Euro pro Kind)
  • Andere Anbieter: Reduzierte Beiträge während Elternzeit oder flexible Tarifanpassungen

Wenn du Kinder planst, rechne die Familientarife durch. Die Unterschiede zwischen den Anbietern können 50 bis 100 Euro pro Monat ausmachen über die Kinderjahre.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Bundesländern?

Die Unterschiede zwischen Bundesländern sind riesig, weil jedes Bundesland eigene Beihilfevorschriften hat. In Sachsen bekommst du bis zu 90 Prozent Beihilfe, in Bremen nur 60 Prozent als Pensionär.

Die wichtigsten Bundesland-Unterschiede:

Beihilfesätze für Pensionäre:

  • Standard (Bund, Bayern, NRW): 70 Prozent
  • Thüringen: 75 Prozent
  • Bremen: 60 Prozent (schlechtester Satz)

Beihilfesätze mit Kindern:

  • Standard: 70 Prozent ab zwei Kindern
  • Sachsen: Bis zu 90 Prozent
  • Hessen: Dynamisches Punktesystem, 5 Prozent pro Kind bis maximal 70 Prozent

Wahlleistungen (Chefarzt, Einzelzimmer):

  • Rheinland-Pfalz: Voll beihilfefähig ohne Zusatzkosten
  • Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein: Nicht beihilfefähig

Wenn du in Mecklenburg-Vorpommern arbeitest und Chefarztbehandlung willst, musst du einen Tarif wählen, der diese Leistungen auch ohne Beihilfeerstattung abdeckt. Das macht den Tarif 50 bis 100 Euro teurer als in Rheinland-Pfalz.

Pauschale Beihilfe:

In manchen Bundesländern kannst du wählen zwischen klassischer Beihilfe (Erstattung eines Prozentsatzes der Kosten) und pauschaler Beihilfe (fester Zuschuss zu GKV oder PKV):

  • Hamburg
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Thüringen
  • Baden-Württemberg (teilweise)

Mit pauschaler Beihilfe bekommst du 50 Prozent des GKV-Beitrags als Zuschuss vom Dienstherrn. Dann kann auch die GKV günstiger sein als die PKV.

Wichtig: Die Entscheidung für pauschale Beihilfe ist meist unwiderruflich. Bei einem Bundeslandwechsel kann der Anspruch verfallen.

Wie läuft die Gesundheitsprüfung ab?

Die Gesundheitsprüfung läuft über einen mehrseitigen Fragebogen ab, in dem du alle Arztbesuche, Diagnosen, Behandlungen und Medikamente der letzten 5 bis 10 Jahre angeben musst. Falsche Angaben führen zu Leistungsverweigerung im Ernstfall.

So sieht der Fragebogen aus:

Du musst angeben:

  • Alle Arztbesuche der letzten 5 Jahre (ambulant)
  • Alle Krankenhausaufenthalte der letzten 10 Jahre (stationär)
  • Alle diagnostizierten Erkrankungen (auch ausgeheilte)
  • Alle regelmäßig eingenommenen Medikamente
  • Größe und Gewicht (BMI-Prüfung)
  • Rauchen, Alkoholkonsum

Typische Stolperfallen:

  • Physiotherapie wegen Rückenschmerzen vor 4 Jahren (musst du angeben)
  • Psychotherapie wegen Burnout vor 6 Jahren (musst du angeben, auch wenn ausgeheilt)
  • Aknebehandlung mit Antibiotika vor 3 Jahren (musst du angeben)
  • Verdachtsdiagnosen, die sich nicht bestätigt haben (trotzdem angeben)

Wenn du etwas verschweigst und später einen Leistungsfall hast, prüft die Versicherung rückwirkend deine Akte. Findet sie die verschwiegene Behandlung, kann sie die Leistung komplett verweigern.

Vor dem Ausfüllen solltest du:

  • Patientenquittung von deiner Krankenkasse anfordern (zeigt alle Arztbesuche der letzten Jahre)
  • Patientenakten bei deinen Ärzten anfordern (zeigt alle Diagnosen)
  • Mit deinem Arzt durchgehen, was wirklich relevant ist

Die Versicherer bewerten Vorerkrankungen unterschiedlich. Asthma führt bei einem zu 30 Prozent Zuschlag, beim anderen zu Ablehnung. Deshalb: Anonyme Voranfrage bei mehreren Anbietern stellen, bevor du einen scharfen Antrag stellst.

Was bringt ein Selbstbehalt bei Beamten?

Ein Selbstbehalt bringt bei Beamten wenig, weil deine PKV-Beiträge durch die Beihilfe schon niedrig sind und ein Selbstbehalt nur 20 bis 40 Euro pro Monat spart. Die Ersparnis lohnt oft nicht.

Wenn du einen Selbstbehalt von 1.000 Euro vereinbarst, zahlst du die ersten 1.000 Euro Kosten pro Jahr selbst. Erst danach übernimmt die PKV. Im Gegenzug sinkt dein Beitrag um etwa 30 bis 50 Euro pro Monat.

Die Rechnung für Beamte:

  • Beitragsersparnis: 40 Euro pro Monat = 480 Euro pro Jahr
  • Selbstbehalt: 1.000 Euro pro Jahr
  • Bei 500 Euro Arztkosten zahlst du 500 Euro selbst und sparst 480 Euro Beitrag
  • Netto sparst du minus 20 Euro

Erst wenn du regelmäßig unter 480 Euro Arztkosten pro Jahr bleibst, lohnt sich der Selbstbehalt. Bei den meisten Menschen ist das nicht der Fall.

Dazu kommt: Als Beamter hast du durch die Beihilfe schon einen faktischen Selbstbehalt. Die Beihilfe zahlt erst ab bestimmten Mindestbeträgen (oft 200 bis 400 Euro pro Jahr). Kleinere Rechnungen bleiben komplett an dir hängen.

Für junge gesunde Beamte ohne chronische Erkrankungen kann ein Selbstbehalt von 500 bis 1.000 Euro sinnvoll sein. Für alle anderen eher nicht.

Wie wechsle ich den PKV-Anbieter als Beamter?

Du wechselst den PKV-Anbieter als Beamter durch Kündigung beim alten Versicherer und Neuantrag beim neuen Versicherer. Dabei verlierst du aber deine Alterungsrückstellungen und musst eine neue Gesundheitsprüfung durchlaufen.

Der Ablauf:

Kündigungsfrist beim alten Versicherer prüfen (meist 3 Monate zum Jahresende oder zur Beitragsanpassung). Neue Gesundheitsprüfung beim neuen Versicherer durchlaufen. Zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen können zu Risikozuschlägen führen. Alterungsrückstellungen beim alten Versicherer verfallen größtenteils.

Ein Anbieterwechsel lohnt sich nur in Ausnahmefällen:

  • Dein alter Versicherer hat die Beiträge um mehr als 50 Prozent in 5 Jahren erhöht
  • Du hast seit Vertragsabschluss keine neuen Erkrankungen entwickelt
  • Der neue Versicherer bietet deutlich bessere Leistungen zu ähnlichem Preis

In den meisten Fällen ist ein interner Tarifwechsel beim gleichen Versicherer die bessere Option. Den kannst du jederzeit ohne Gesundheitsprüfung und ohne Verlust der Alterungsrückstellungen machen.

Jeder PKV-Versicherte hat das gesetzliche Recht, innerhalb des gleichen Versicherers in einen gleichartigen oder günstigeren Tarif zu wechseln. Deine Alterungsrückstellungen werden komplett mitgenommen.

Wenn dein Beitrag zu hoch wird, frag erst deinen Versicherer nach günstigeren Tarifalternativen. Ein Anbieterwechsel ist die letzte Option.

Was passiert in der Pension?

In der Pension sinkt dein PKV-Beitrag um etwa 40 Prozent, weil dein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent steigt. Statt 300 Euro zahlst du nur noch 180 Euro im Monat.

Wenn du in Pension gehst, musst du deinen PKV-Versicherer innerhalb von sechs Monaten informieren. Der Versicherer passt deinen Tarif rückwirkend an und erstattet dir zu viel gezahlte Beiträge.

Wichtig: Diese Anpassung erfolgt nicht automatisch. Du musst aktiv werden und deinen Pensionsbescheid einreichen.

In der Pension zahlst du keine Beiträge mehr zur Pflegeversicherung. Das spart zusätzlich etwa 30 bis 40 Euro pro Monat.

Dein PKV-Beitrag im Ruhestand ist komplett unabhängig von deiner Pension. Ob du 2.000 Euro oder 5.000 Euro Pension bekommst, spielt keine Rolle. Der Beitrag bleibt gleich.

Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber der GKV, wo Pensionäre auf ihre gesamte Pension Beiträge zahlen müssen (etwa 15 bis 16 Prozent). Bei 4.000 Euro Pension sind das 640 Euro GKV-Beitrag pro Monat.

In der PKV zahlst du als Pensionär weiterhin nur 180 bis 250 Euro, egal wie hoch deine Pension ist.

Lohnt sich die PKV für Beamte überhaupt noch?

Die PKV lohnt sich für 93 Prozent aller Beamten, weil sie deutlich günstiger ist als die freiwillige GKV und bessere Leistungen bietet. Nur in wenigen Ausnahmefällen ist die GKV mit pauschaler Beihilfe die bessere Wahl.

Die klare Rechnung für die meisten Beamten:

PKV-Beitrag: 250 bis 350 Euro pro Monat mit Beihilfe. GKV-Beitrag: 550 bis 750 Euro pro Monat ohne staatlichen Zuschuss (in den meisten Bundesländern).

Die Ersparnis liegt bei 300 bis 400 Euro pro Monat, das sind 3.600 bis 4.800 Euro pro Jahr. Über 40 Jahre Dienstzeit sparst du 144.000 bis 192.000 Euro mit der PKV.

Dazu bekommst du in der PKV:

  • Schnellere Facharzttermine (keine Wartezeiten)
  • Freie Arztwahl bundesweit
  • Chefarztbehandlung und Ein- oder Zweibettzimmer
  • Bessere Zahnersatz-Leistungen
  • Keine Zuzahlungen bei Medikamenten

Die GKV ist nur in wenigen Fällen besser:

  • Du lebst in einem Bundesland mit pauschaler Beihilfe (Hamburg, Berlin, Bremen) UND hast schwere Vorerkrankungen
  • Du bist in Teilzeit mit sehr niedrigem Einkommen UND hast Familie mit vielen Kindern (Familienversicherung kostenlos)
  • Du planst einen Bundeslandwechsel in ein Land ohne Beihilfe-Zuschuss

Für alle anderen Beamten ist die PKV die klare erste Wahl.

Wie finde ich die beste PKV für meine Situation?

Du findest die beste PKV für deine Situation, indem du einen unabhängigen Makler beauftragst, der mindestens 15 bis 20 Beamten-Tarife vergleicht und deine individuelle Situation analysiert. Eigenrecherche oder Kollegenempfehlungen reichen nicht.

Dein Vorgehen in fünf Schritten:

Schritt 1: Bundesland und Beihilfesatz klären

Welcher Beihilfesatz gilt für dich konkret? Gibt es pauschale Beihilfe in deinem Bundesland? Werden Wahlleistungen (Chefarzt, Einzelzimmer) von der Beihilfe erstattet?

Schritt 2: Gesundheitsstatus ehrlich bewerten

Hast du Vorerkrankungen? Dann brauchst du zwingend einen Anbieter mit Öffnungsaktion. Bist du kerngesund? Dann hast du freie Auswahl zwischen allen Anbietern.

Schritt 3: Familienplanung einbeziehen

Planst du Kinder? Dann achte auf günstige Kindertarife und Beitragsbefreiung in der Elternzeit. Mit zwei Kindern steigt dein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent.

Schritt 4: Prioritäten setzen

Was ist dir wichtig? Niedrigster Beitrag? Beste Leistungen? Höchste Beitragsstabilität? Digitale Services? Jeder Anbieter hat andere Stärken.

Schritt 5: Makler kontaktieren

Suche einen unabhängigen Makler, der auf Beamten-PKV spezialisiert ist. Er sollte dir mindestens 3 bis 5 konkrete Angebote von verschiedenen Anbietern zeigen, nicht nur ein Angebot.

Wichtig: Lass dir die Beitragsentwicklung der letzten 10 Jahre zeigen. Ein Tarif, der heute 50 Euro günstiger ist, kann in 20 Jahren 200 Euro teurer sein.

Welche Fehler machen Beamte bei der PKV-Wahl?

Beamte machen drei klassische Fehler bei der PKV-Wahl: dem Arbeitskollegen folgen, nur auf den günstigsten Beitrag schauen und die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion versäumen. Diese Fehler kosten fünfstellige Beträge über die Dienstzeit.

Fehler 1: Dem Arbeitskollegen folgen

Dein Kollege schwärmt von seinem Versicherer und du schließt den gleichen Tarif ab. Übersehen: Dein Kollege ist 35, kinderlos und kerngesund. Du bist 42, hast zwei Kinder und Asthma. Ihr braucht komplett unterschiedliche Tarife.

Fehler 2: Nur auf den Preis schauen

Du wählst den günstigsten Tarif mit 220 Euro statt 280 Euro. Ersparnis: 60 Euro pro Monat. Übersehen: Der günstige Tarif erstattet Zahnersatz nur zu 60 Prozent statt 90 Prozent. Bei einem Implantat (Kosten 3.000 Euro) zahlst du 1.200 Euro selbst statt 300 Euro. Die Ersparnis von 5 Jahren ist mit einem Zahn weg.

Fehler 3: Sechs-Monats-Frist versäumen

Du startest dein Referendariat im September, willst dich aber erst mal einleben. Im April des nächsten Jahres denkst du an die PKV. Übersehen: Die Sechs-Monats-Frist für die Öffnungsaktion ist abgelaufen. Mit deinem Asthma wird dein Antrag abgelehnt oder du bekommst 80 Prozent Zuschlag statt maximal 30 Prozent.

Fehler 4: Beihilfe-Ergänzungstarif ignorieren

Du schließt nur den Haupttarif ab und ignorierst den Beihilfe-Ergänzungstarif. Übersehen: Die Beihilfe zahlt bei Implantaten maximal 1.500 Euro. Dein Implantat kostet 3.000 Euro. Die Beihilfe zahlt 750 Euro (50 Prozent von 1.500 Euro Obergrenze). Deine PKV zahlt 750 Euro (50 Prozent von 1.500 Euro). Du bleibst auf 1.500 Euro sitzen.

Fehler 5: Keine anonyme Voranfrage

Du stellst direkt einen scharfen Antrag bei deinem Wunschversicherer. Der lehnt ab wegen deiner Rückenbeschwerden. Die Ablehnung wird in der Versicherungsdatenbank gespeichert. Andere Versicherer sehen die Ablehnung und lehnen dich auch ab oder verlangen höhere Zuschläge.

Wie läuft ein Beratungsgespräch zur Beamten-PKV ab?

Ein Beratungsgespräch zur Beamten-PKV läuft in drei Phasen ab: Bedarfsanalyse, Angebotsvergleich und Gesundheitsprüfung. Ein guter Makler nimmt sich dafür mindestens 60 bis 90 Minuten Zeit.

Phase 1: Bedarfsanalyse (20 bis 30 Minuten)

Der Makler fragt dich:

  • In welchem Bundesland arbeitest du? Welcher Beihilfesatz gilt?
  • Welche Vorerkrankungen hast du? Brauchst du die Öffnungsaktion?
  • Planst du Kinder? Wie viele?
  • Was ist dir wichtig: niedrige Beiträge oder beste Leistungen?
  • Wie lange bleibst du voraussichtlich in diesem Bundesland?

Phase 2: Angebotsvergleich (30 bis 40 Minuten)

Der Makler zeigt dir:

  • 3 bis 5 konkrete Angebote von verschiedenen Anbietern
  • Unterschiede in Beiträgen und Leistungen
  • Beitragsentwicklung der letzten 10 Jahre bei jedem Anbieter
  • Hochrechnung, was du in 20 Jahren voraussichtlich zahlst
  • Vor- und Nachteile jedes Tarifs speziell für deine Situation

Phase 3: Nächste Schritte (10 bis 20 Minuten)

Der Makler erklärt:

  • Wie die Gesundheitsprüfung abläuft
  • Welche Unterlagen du brauchst (Patientenquittung, Arztberichte)
  • Wie lange der Antragsprozess dauert
  • Was passiert bei Ablehnung oder Risikozuschlägen

Ein schlechtes Beratungsgespräch erkennst du an:

  • Der Makler zeigt nur einen Anbieter
  • Er fragt nicht nach deiner konkreten Beihilfesituation
  • Er rechnet nicht mehrere Szenarien durch
  • Er drängt auf schnellen Abschluss
  • Er erklärt nicht die Unterschiede zwischen den Tarifen

Ein gutes Beratungsgespräch zeigt dir die Optionen, erklärt die Unterschiede und überlässt dir die Entscheidung. Du solltest nach dem Gespräch klar verstehen, welcher Tarif zu dir passt und warum.

Fazit: Wie finde ich als Beamter die beste PKV?

Die beste PKV als Beamter findest du nicht durch Rankings oder Testsieger, sondern durch eine individuelle Beratung, die dein Bundesland, deine Familienplanung, deine Vorerkrankungen und deine Prioritäten berücksichtigt. Es gibt nicht die eine beste PKV für alle Beamten.

Die größten Hebel:

  • Bundesland (bestimmt Beihilfesatz und Wahlleistungs-Erstattung)
  • Familienplanung (zwei Kinder senken Beitrag um 40 Prozent)
  • Gesundheitszustand (mit Vorerkrankungen brauchst du Öffnungsaktion)
  • Langfristige Beitragsstabilität (wichtiger als niedriger Einstiegsbeitrag)

Plane 250 bis 350 Euro pro Monat ein für einen guten Beamtentarif. Referendare zahlen nur 70 bis 150 Euro. In der Pension sinkt der Beitrag auf 180 bis 250 Euro.

Kontaktiere jetzt einen unabhängigen Makler, der auf Beamten-PKV spezialisiert ist. Lass dir mindestens 3 bis 5 konkrete Angebote erstellen. Vergleiche Leistungen, Beiträge und Beitragsentwicklung. Entscheide dann in Ruhe.

Lutz Gottschlich
Experte für Versicherungen
Über den Autor
Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei der COVAGO Versicherungsmakler GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung ist er interner Ansprechpartner für Kollegen und Kunden gleichermaßen. Bekannt ist er für seine ruhige, unaufgeregte Art und die Fähigkeit, auch komplexe Versicherungsthemen verständlich auf den Punkt zu bringen.
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