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Welche PKV ist die beste für Beamtenanwärter?

Die beste PKV für Beamtenanwärter hängt von deinem Bundesland, deinen Vorerkrankungen und deiner Familienplanung ab. Wer jetzt den falschen Anbieter wählt, zahlt später als regulärer Beamter deutlich mehr oder hat bei Vorerkrankungen die Sechs-Monats-Frist für die Öffnungsaktion verpasst.

Als Anwärter zahlst du nur 70 bis 150 Euro pro Monat statt 400 bis 600 Euro in der GKV. Nutze diese Phase, um einen langfristig guten Tarif zu sichern.

Welche PKV passt zu meiner Situation als Beamtenanwärter?

Die beste PKV für deine Situation als Anwärter hängt davon ab, ob du Vorerkrankungen hast, wie deine Familienplanung aussieht und in welchem Bundesland du arbeitest. Manche Anbieter sind in der Anwärterphase günstig, aber später als regulärer Beamter teuer.

Die wichtigsten Unterscheidungskriterien zwischen den Anbietern:

  • Öffnungsaktion: Nimmt dich der Versicherer auch mit Vorerkrankungen auf (wichtig in den ersten 6 Monaten)?
  • Anwärter-Beitrag: Wie viel zahlst du während des Referendariats konkret?
  • Regulärer Beamtentarif: Wie teuer und gut ist der Tarif nach der Verbeamtung auf Probe oder Lebenszeit?
  • Tarifwechsel: Läuft der Übergang vom Anwärter- zum Beamtentarif automatisch oder mit neuer Gesundheitsprüfung?
  • Leistungsumfang: Reichen die Leistungen für deine Bedürfnisse (Zahnersatz, Sehhilfen, Einzelzimmer)?
  • Beitragsstabilität: Wie stark sind die Beiträge in den letzten 10 Jahren gestiegen?

Die großen Anbieter wie Debeka, HUK-Coburg, ARAG, Barmenia, Allianz, Signal Iduna und Hallesche haben alle spezielle Anwärtertarife. Keiner ist für jeden automatisch der beste.

Warum zahlen Beamtenanwärter so wenig für die PKV?

Beamtenanwärter zahlen so wenig, weil du in dieser Phase noch keine Alterungsrückstellungen aufbaust und dein Dienstherr über die Beihilfe 50 bis 80 Prozent deiner Kosten übernimmt. Die PKV muss nur den Rest versichern.

Warum bauen Anwärter keine Alterungsrückstellungen auf?

Anwärtertarife verzichten auf Alterungsrückstellungen, weil die Phase nur 18 bis 36 Monate dauert und sich der Aufbau in dieser kurzen Zeit nicht lohnt. In normalen PKV-Tarifen zahlst du in jungen Jahren mehr als nötig, damit im Alter genug Rücklagen da sind.

Dein Beitrag als Anwärter deckt nur die tatsächlichen Kosten plus Verwaltung. Deshalb zahlst du nur 70 bis 150 Euro statt 250 bis 350 Euro wie reguläre Beamte.

So funktioniert die Beihilfe für Anwärter

Du gehst zum Arzt und bekommst eine Rechnung über 200 Euro. Du reichst die Rechnung bei der Beihilfestelle ein. Die Beihilfe zahlt 100 Euro (50 Prozent Beihilfesatz). Du reichst die Rechnung bei deiner PKV ein. Die PKV zahlt die restlichen 100 Euro.

Die realistischen Kosten nach Beihilfesatz:

BeihilfesatzPKV muss absichernMonatsbeitrag Anwärter
50%50%100-150 Euro
70%30%70-110 Euro
80%20%50-80 Euro

Je höher dein Beihilfesatz, desto günstiger deine PKV. In Bundesländern mit hohem Beihilfesatz (Sachsen bis 90 Prozent) zahlst du extrem wenig.

Was ist die Öffnungsaktion für Beamtenanwärter?

Die Öffnungsaktion ist eine Regelung, die Beamtenanwärtern den Zugang zur PKV auch mit Vorerkrankungen ermöglicht. Der maximale Risikozuschlag beträgt 30 Prozent, egal wie schwer die Vorerkrankung ist. Du musst sie innerhalb der ersten sechs Monate nach Ausbildungsbeginn nutzen.

Wer profitiert von der Öffnungsaktion?

Von der Öffnungsaktion profitieren alle Beamtenanwärter mit Vorerkrankungen, die sonst von Versicherern abgelehnt würden oder extrem hohe Risikozuschläge (80 Prozent und mehr) zahlen müssten.

Ein Beispiel: Du hast Asthma seit der Kindheit. Ohne Öffnungsaktion würdest du von vielen Versicherern abgelehnt oder bekommst 80 Prozent Risikozuschlag. Mit Öffnungsaktion bekommst du maximal 30 Prozent Zuschlag.

Wenn dein Beitrag normalerweise 120 Euro wäre, zahlst du mit 30 Prozent Zuschlag 156 Euro. Immer noch deutlich günstiger als die freiwillige GKV mit 400 bis 600 Euro.

Welche Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion teil?

An der Öffnungsaktion nehmen die meisten großen PKV-Anbieter teil, darunter Debeka (am liberalsten), HUK-Coburg, Hallesche, Allianz und Signal Iduna. ARAG und Barmenia nehmen nicht teil.

Nehmen teil:

  • Debeka (am liberalsten, nimmt fast jeden auf)
  • HUK-Coburg
  • Hallesche
  • Allianz
  • Signal Iduna
  • DKV
  • BBKK/UKV
  • DBV (AXA)
  • Münchener Verein

Nehmen NICHT teil:

  • ARAG (nur gesunde Anwärter)
  • Barmenia (seit 2026 ausgestiegen)
  • Continentale

Sechs-Monats-Frist läuft ab dem ersten Tag

Du startest dein Referendariat am 1. September. Du hast bis zum 28. Februar (6 Monate) Zeit, einen PKV-Antrag mit Öffnungsaktion zu stellen. Verpasst du diese Frist, musst du die normale Gesundheitsprüfung durchlaufen und kannst abgelehnt werden.

Die Frist läuft ab dem Tag, an dem du offiziell Beamter auf Widerruf wirst. Das steht in deiner Ernennungsurkunde. Nicht ab Beginn des Vorbereitungsdienstes, falls der früher startet.

Stellst du den Antrag am Tag 181, ist die Öffnungsaktion vorbei. Dann gelten die normalen Regeln mit voller Gesundheitsprüfung und möglicher Ablehnung.

Was kostet die PKV für Beamtenanwärter?

Die PKV für Beamtenanwärter kostet konkret zwischen 70 und 180 Euro pro Monat, abhängig von Alter, Bundesland, Beihilfesatz und gewähltem Leistungsumfang. Die meisten zahlen zwischen 100 und 130 Euro.

Die realistischen Kosten nach Anbieter (Stand 2026, 25 Jahre, 50% Beihilfe):

AnbieterMonatsbeitragBesonderheit
HUK-Coburg70-90 EuroGünstigster Einstieg
Debeka85-110 EuroÖffnungsaktion sehr liberal
ARAG95-120 EuroNur für Gesunde, später sehr gut
Allianz100-130 EuroStabile Beiträge langfristig
Hallesche110-140 EuroGute Leistungen
Barmenia120-150 EuroGute Leistungen, teurer
Signal Iduna90-120 EuroMittleres Segment

Diese Zahlen gelten für Standardtarife ohne Selbstbehalt. Mit Selbstbehalt kannst du nochmal 20 bis 40 Euro sparen.

Höherer Beihilfesatz senkt die Kosten

Hast du 70 Prozent Beihilfe (zum Beispiel Sachsen für manche Anwärter), sinken die Beiträge deutlich:

  • HUK-Coburg: 50-65 Euro
  • Debeka: 60-75 Euro
  • ARAG: 65-85 Euro

Je höher dein Beihilfesatz, desto weniger muss die PKV absichern und desto günstiger wird sie.

Kosten nach dem Referendariat steigen deutlich

Nach dem Referendariat steigt dein Beitrag auf etwa 250 bis 350 Euro als regulärer Beamter. Der Übergang erfolgt automatisch beim gleichen Versicherer ohne neue Gesundheitsprüfung.

Bei einem 30-jährigen Beamten auf Probe:

  • HUK-Coburg: 250-280 Euro
  • Debeka: 280-320 Euro
  • ARAG: 290-330 Euro
  • Allianz: 320-370 Euro

Wer als Anwärter beim günstigsten Anbieter einsteigt, zahlt später nicht automatisch weniger. Manche günstigen Anwärtertarife führen zu teuren Beamtentarifen.

Welche PKV-Anbieter sind für Beamtenanwärter langfristig am besten?

Langfristig am besten für Beamtenanwärter sind Anbieter, die sowohl in der Anwärterphase als auch danach als regulärer Beamter gute Tarife zu stabilen Beiträgen bieten. HUK-Coburg, Debeka und ARAG schneiden hier besonders gut ab.

DKV für preisbewusste Anwärter

Vorteile für Anwärter:

  • Günstigster Anwärtertarif (70 bis 90 Euro)
  • Auch als Beamter sehr günstig (250 bis 280 Euro)
  • Nimmt an Öffnungsaktion teil
  • Guter Service (Metzler: Platz 2 marktübergreifend)
  • Stabile Beitragsentwicklung

Nachteile:

  • Leistungstiefe etwas schwächer als ARAG oder Barmenia
  • Bei Zahnersatz oft Obergrenzen

Für wen ideal: Preisbewusste Anwärter, die solide Leistungen zu günstigem Beitrag suchen

Debeka für Anwärter mit Vorerkrankungen

Vorteile für Anwärter mit Vorerkrankungen:

  • Nimmt fast jeden auf (liberalste Öffnungsaktion)
  • Sehr stabil (größter PKV-Anbieter Deutschlands)
  • Breites Leistungspaket
  • Beitragserhöhung 2026 nur 6,5% (sehr moderat)
  • Auch bei Vorerkrankungen gute Chancen

Nachteile:

  • Nicht der günstigste (85 bis 110 Euro als Anwärter)
  • Digital etwas altbacken
  • Beitragsrückerstattung nur bei Nichtleistung

Für wen ideal: Anwärter mit Vorerkrankungen, sicherheitsorientierte Personen

ARAG für leistungsorientierte Anwärter

Vorteile für leistungsorientierte Anwärter:

  • Sehr gute Leistungen (Zahnersatz, Sehhilfen, Chefarzt)
  • Elternzeit-Bonus: 6 Monate Beitragsbefreiung pro Kind
  • Gute Produktqualität (DFSI: Exzellent)
  • Als Beamter langfristig guter Tarif

Nachteile:

  • Nimmt NICHT an Öffnungsaktion teil (nur Gesunde)
  • Etwas teurer als HUK-Coburg (95 bis 120 Euro)
  • Nicht für jeden verfügbar

Für wen ideal: Gesunde Anwärter mit Familienplanung, die beste Leistungen wollen

Allianz für sicherheitsorientierte Anwärter

Vorteile für sicherheitsorientierte Anwärter:

  • Beste Unternehmensqualität (DFSI: Exzellent 1,0)
  • Sehr hohe Finanzstärke (S&P-Rating: AA)
  • Stabile Beitragsentwicklung langfristig
  • Nimmt an Öffnungsaktion teil
  • Guter Service

Nachteile:

  • Teurer als Konkurrenz (100 bis 130 Euro als Anwärter)
  • Im Beamten-Ranking nur Platz 17 (Preis-Leistung schwächer)
  • Nicht optimal für preisbewusste Anwärter

Für wen ideal: Sicherheitsorientierte mit Fokus auf Unternehmensstabilität

Was passiert mit meinem PKV-Tarif nach dem Referendariat?

Nach dem Referendariat wechselst du automatisch in den regulären Beamtentarif beim gleichen Versicherer ohne neue Gesundheitsprüfung. Dein Beitrag steigt von 100 bis 130 Euro auf 250 bis 350 Euro, weil jetzt Alterungsrückstellungen aufgebaut werden.

Automatischer Tarifwechsel beim gleichen Versicherer

Der Wechsel läuft beim gleichen Versicherer ab. Du musst dich nicht neu bewerben oder eine Gesundheitsprüfung machen. Der Versicherer rechnet automatisch den neuen Beitrag für den Beamtentarif.

Zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen (Rückenbeschwerden, psychische Belastung, chronische Erkrankungen) spielen keine Rolle. Du hast Bestandsschutz.

Warum der Beitragssprung nach dem Referendariat

Als Anwärter: 120 Euro pro Monat (keine Alterungsrückstellungen). Als Beamter auf Probe: 300 Euro pro Monat (mit Alterungsrückstellungen). Differenz: 180 Euro mehr.

Der Grund für diesen Sprung: Als Beamter zahlst du jetzt mehr als deine tatsächlichen Kosten. Der Überschuss wird in Rückstellungen angelegt. Im Alter zahlst du weniger als deine tatsächlichen Kosten, weil die Rückstellungen aufgelöst werden.

Ohne Alterungsrückstellungen würde dein Beitrag mit 70 Jahren bei 1.500 bis 2.000 Euro liegen. Mit Rückstellungen liegt er bei 600 bis 900 Euro (plus Beitragsanpassungen).

Anbieterwechsel nach Referendariat meist keine gute Idee

Theoretisch kannst du wechseln, praktisch lohnt es sich meist nicht. Ein Anbieterwechsel nach dem Referendariat erfordert:

Neue Gesundheitsprüfung beim neuen Versicherer. Zwischenzeitliche Erkrankungen führen zu Risikozuschlägen. Dein neues Eintrittsalter zählt (nicht das vom Anwärtereintritt). Du verlierst deine Alterungsrückstellungen beim alten Versicherer.

Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn der neue Anbieter trotz neuem Eintrittsalter und möglichen Risikozuschlägen deutlich günstiger ist (mindestens 100 Euro pro Monat Ersparnis).

Welche Fehler machen Beamtenanwärter bei der PKV-Wahl häufig?

Beamtenanwärter machen drei klassische Fehler: die Sechs-Monats-Frist verpassen, nur auf den Anwärter-Beitrag schauen und die falsche Versicherung wählen, weil Kollegen sie empfohlen haben. Diese Fehler kosten später fünfstellige Beträge.

Sechs-Monats-Frist verpasst

Du startest dein Referendariat im September, willst dich aber erst mal einleben. Im April denkst du an die PKV. Übersehen: Die Sechs-Monats-Frist für die Öffnungsaktion ist abgelaufen. Mit deinem Asthma wird dein Antrag abgelehnt oder du bekommst 80 Prozent Zuschlag statt maximal 30 Prozent.

Lösung: Innerhalb der ersten vier Wochen nach Ausbildungsbeginn kümmern, nicht aufschieben.

Nur den Anwärter-Beitrag verglichen

Du vergleichst als Anwärter nur die aktuellen Beiträge. Du wählst den günstigsten mit 75 Euro. Übersehen: Der gleiche Anbieter ist als regulärer Beamter teuer (380 Euro) und die Leistungen sind schlecht. Bei einem anderen Anbieter hättest du als Anwärter 95 Euro gezahlt, als Beamter aber nur 280 Euro mit besseren Leistungen.

Lösung: Immer Anwärter- UND Beamtentarif parallel vergleichen.

Kollegen gefolgt

Dein Mitreferendar schwärmt von seinem Versicherer und du schließt den gleichen ab. Übersehen: Dein Kollege ist 23, kerngesund und kinderlos. Du bist 26, hast Rückenbeschwerden und planst Familie. Ihr braucht komplett unterschiedliche Tarife und Anbieter.

Lösung: Individuelle Beratung, keine Kollegenempfehlungen.

Keine Voranfrage bei Vorerkrankungen gestellt

Du hast Asthma und stellst direkt einen Antrag bei ARAG (die beste Leistung haben). Übersehen: ARAG nimmt nicht an der Öffnungsaktion teil. Dein Antrag wird abgelehnt. Die Ablehnung wird gespeichert. Andere Versicherer sehen das und lehnen dich auch ab oder verlangen höhere Zuschläge.

Lösung: Erst prüfen, welche Anbieter an Öffnungsaktion teilnehmen, dann anonyme Voranfrage stellen.

Zu viel Leistung abgeschlossen

Du schließt als Anwärter den Premiumtarif mit Einzelzimmer, 100 Prozent Zahnersatz, allem Schnickschnack ab. Kostet 150 Euro. Übersehen: Als Referendar mit 1.500 Euro netto verdienst du wenig. 150 Euro PKV plus 200 Euro Miete plus Lebensunterhalt wird eng. Ein solider Tarif für 100 Euro hätte völlig gereicht.

Lösung: Bedarfsgerecht versichern, nicht übertreiben.

Brauchen Beamtenanwärter einen Selbstbehalt?

Beamtenanwärter brauchen keinen Selbstbehalt zwingend, aber er kann sinnvoll sein, wenn du gesund bist und die 30 bis 50 Euro Ersparnis pro Monat gut gebrauchen kannst. Bei chronischen Erkrankungen lohnt sich ein Selbstbehalt meist nicht.

So funktioniert der Selbstbehalt

Du vereinbarst zum Beispiel 500 Euro Selbstbehalt pro Jahr. Du zahlst die ersten 500 Euro Arztkosten selbst. Erst ab 501 Euro übernimmt die PKV. Dafür sinkt dein Beitrag von 120 auf 90 Euro pro Monat.

Die Rechnung bei wenig Arztbesuchen:

  • Beitragsersparnis: 30 Euro pro Monat = 360 Euro pro Jahr
  • Tatsächliche Arztkosten: 200 Euro (Erkältung, Vorsorge)
  • Du zahlst 200 Euro selbst
  • Netto sparst du: 160 Euro

Die Rechnung bei chronischer Erkrankung:

  • Beitragsersparnis: 30 Euro pro Monat = 360 Euro pro Jahr
  • Tatsächliche Arztkosten: 1.200 Euro (regelmäßige Behandlungen)
  • Du zahlst 500 Euro selbst (Selbstbehalt)
  • Netto sparst du: minus 140 Euro (du zahlst drauf)

Selbstbehalt-Empfehlung für Anwärter

Sinnvoll bei:

  • Jungen gesunden Anwärtern ohne chronische Erkrankungen
  • Selbstbehalt 300 bis 500 Euro pro Jahr
  • Ersparnis 30 bis 50 Euro pro Monat

Nicht sinnvoll bei:

  • Chronischen Erkrankungen (Asthma, Diabetes, Allergien)
  • Regelmäßigen Arztbesuchen
  • Geplanten größeren Behandlungen

Die meisten Anwärter sind jung und gesund. Für sie kann ein moderater Selbstbehalt von 300 bis 500 Euro Sinn machen.

Wie wichtig ist Familienplanung für Beamtenanwärter bei der PKV-Wahl?

Familienplanung ist für Beamtenanwärter wichtig, wenn du während oder kurz nach dem Referendariat Kinder bekommen willst. Manche Versicherer bieten Beitragsbefreiung in der Elternzeit, das kann 1.000 bis 2.000 Euro sparen.

ARAG Elternzeit-Bonus für Beamte

ARAG bietet sechs Monate Beitragsbefreiung pro Kind während Elterngeldbezug. Bei einem Beitrag von 300 Euro als Beamter sparst du 1.800 Euro pro Kind.

Wenn du zwei Kinder planst, sparst du insgesamt 3.600 Euro über die beiden Elternzeiten. Das ist ein massiver Vorteil, der ARAG trotz höherem Einstiegsbeitrag attraktiv macht.

Kinder-Versicherung für Beamte

Beamtenkinder haben 80 Prozent Beihilfe (höchster Satz aller Beihilfeberechtigten). Die PKV muss nur 20 Prozent absichern. Ein Beamtenkind kostet dich 40 bis 70 Euro pro Monat.

Mit zwei Kindern zahlst du:

  • Eigener Beitrag: 210 Euro (gesunken von 300 Euro, weil dein Beihilfesatz von 50 auf 70 Prozent steigt)
  • Kind 1: 50 Euro
  • Kind 2: 50 Euro
  • Gesamt: 310 Euro

Du zahlst mit zwei Kindern praktisch nur 10 Euro mehr als vorher ohne Kinder. In der GKV wären die Kinder kostenlos familienversichert, aber du würdest als Beamter 500 bis 700 Euro zahlen statt 310 Euro.

Wie läuft ein PKV-Beratungsgespräch für Beamtenanwärter ab?

Ein Beratungsgespräch für Beamtenanwärter läuft in drei Phasen ab: Situationsanalyse, Angebotsvergleich und Antragstellung. Ein guter Makler nimmt sich dafür 45 bis 60 Minuten Zeit und erklärt dir alle Optionen.

Phase 1: Situationsanalyse

Der Makler fragt dich:

  • In welchem Bundesland machst du dein Referendariat?
  • Welcher Beihilfesatz gilt für dich?
  • Hast du Vorerkrankungen? Brauchst du die Öffnungsaktion?
  • Planst du Kinder während oder nach dem Referendariat?
  • Wie lange läuft dein Referendariat?
  • Wie viel kannst du monatlich für PKV ausgeben?

Phase 2: Angebotsvergleich

Der Makler zeigt dir:

  • 3 bis 5 konkrete Angebote von verschiedenen Anbietern
  • Anwärter-Beitrag UND regulären Beamtentarif-Beitrag parallel
  • Unterschiede in Leistungen (Zahnersatz, Sehhilfen, Einzelzimmer)
  • Beitragsentwicklung der letzten 10 Jahre bei jedem Anbieter
  • Hochrechnung über 30 Jahre (was zahlst du insgesamt)

Phase 3: Antragstellung

Der Makler erklärt:

  • Wie die Gesundheitsprüfung abläuft
  • Welche Unterlagen du brauchst (oft reicht Personalausweis und Ernennungsurkunde)
  • Wie die Sechs-Monats-Frist genau läuft
  • Was passiert bei Ablehnung oder Risikozuschlägen

Woran erkennst Du ein gutes Beratungsgespräch?

Ein gutes Beratungsgespräch erkennst du daran, dass der Makler dir Anwärter- UND Beamtentarif zeigt, nach Vorerkrankungen fragt und die Öffnungsaktion erklärt. Er rechnet dir langfristige Kosten durch (nicht nur heute), zeigt mindestens 3 Anbieter und drängt nicht auf schnellen Abschluss.

Woran erkennst Du ein schlechtes Beratungsgespräch?

Ein schlechtes Beratungsgespräch erkennst du daran, dass nur ein Anbieter gezeigt wird, nur der Anwärter-Beitrag besprochen wird (kein Blick auf Beamtentarif), keine Fragen zu Vorerkrankungen oder Familienplanung gestellt werden, Druck auf sofortigen Abschluss ausgeübt wird und die Sechs-Monats-Frist nicht erklärt wird.

Lohnt sich die PKV für Beamtenanwärter überhaupt?

Die PKV lohnt sich für 95 Prozent aller Beamtenanwärter, weil sie deutlich günstiger ist als die freiwillige GKV und bessere Leistungen bietet. Nur in wenigen Ausnahmefällen ist die GKV die bessere Wahl.

Klare Rechnung für Anwärter

PKV-Kosten als Anwärter:

  • Beitrag: 100 bis 130 Euro pro Monat
  • Leistungen: Einzelzimmer, Chefarzt, schnelle Termine, 80% Zahnersatz

GKV-Kosten als Anwärter:

  • Beitrag: 200 bis 250 Euro pro Monat (Mindestbeitrag freiwillige Versicherung)
  • Leistungen: Standardversorgung, lange Wartezeiten, 50% Zahnersatz

Du sparst 100 bis 150 Euro pro Monat mit der PKV. Über zwei Jahre Referendariat sind das 2.400 bis 3.600 Euro gespart.

Nach dem Referendariat spart die PKV noch mehr

PKV-Kosten als Beamter:

  • Beitrag: 250 bis 350 Euro pro Monat

GKV-Kosten als Beamter:

  • Beitrag: 500 bis 700 Euro pro Monat (kein staatlicher Zuschuss in den meisten Bundesländern)

Du sparst 200 bis 400 Euro pro Monat. Über 40 Jahre Dienstzeit sind das 96.000 bis 192.000 Euro.

Wann die GKV für Anwärter besser ist

Die GKV ist nur besser, wenn du in einem Bundesland mit pauschaler Beihilfe arbeitest (Hamburg, Berlin, Bremen) UND schwere Vorerkrankungen hast, du planst, das Beamtenverhältnis nach kurzer Zeit wieder zu verlassen oder du dauerhaft in Teilzeit unter der Versicherungspflichtgrenze arbeiten willst.

Für 95 Prozent aller Anwärter ist die PKV die klare erste Wahl.

Fazit: Wie finde ich als Beamtenanwärter die beste PKV?

Die beste PKV als Beamtenanwärter findest du, indem du innerhalb der ersten vier Wochen nach Ausbildungsbeginn einen Makler kontaktierst, der dir Anwärter- UND Beamtentarife parallel zeigt. Die Sechs-Monats-Frist für die Öffnungsaktion ist absolut.

Prüfe deine Ernennungsurkunde. Ab welchem Datum bist du offiziell Beamter auf Widerruf? Von da läuft die Sechs-Monats-Frist. Wenn du Vorerkrankungen hast, musst du zu einem Anbieter mit Öffnungsaktion (Debeka am liberalsten).

Lass dir mindestens drei Angebote zeigen. HUK-Coburg (günstig), Debeka (sicher, Öffnungsaktion), ARAG (beste Leistungen, nur Gesunde). Vergleiche Leistungen, Beiträge und Stabilität.

Diese Entscheidung läuft über 40 bis 45 Jahre. Eine Stunde Beratung spart dir später jahrelang Ärger und Kosten.

Lutz Gottschlich
Experte für Versicherungen
Über den Autor
Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei der COVAGO Versicherungsmakler GmbH. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung ist er interner Ansprechpartner für Kollegen und Kunden gleichermaßen. Bekannt ist er für seine ruhige, unaufgeregte Art und die Fähigkeit, auch komplexe Versicherungsthemen verständlich auf den Punkt zu bringen.
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