Eine PKV schließt du in mehreren Schritten ab: Voraussetzungen prüfen, Tarif auswählen, Gesundheitsprüfung durchlaufen, Risikovoranfrage stellen, Antrag einreichen, GKV kündigen. Der Prozess dauert typischerweise vier bis acht Wochen von der ersten Beratung bis zur Versicherungsbestätigung.
Der wichtigste Schritt ist die Gesundheitsprüfung. Hier entscheidet sich, ob du überhaupt genommen wirst und zu welchen Konditionen. Ehrlichkeit ist Pflicht, Verschweigen von Vorerkrankungen führt zu Leistungsverweigerung oder Kündigung.
Wer kann überhaupt eine PKV abschließen?
Eine PKV kannst du abschließen, wenn du bestimmte Voraussetzungen erfüllst. Nicht jeder darf in die PKV wechseln, auch wenn er wollte.
Als Angestellter brauchst du ein Bruttojahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze. Die liegt 2026 bei 73.800 Euro pro Jahr. Du musst diese Grenze in zwei aufeinanderfolgenden Jahren überschreiten, bevor du wechseln kannst.
Als Selbstständiger kannst du sofort in die PKV wechseln, egal wie viel du verdienst. Auch wenn du gerade erst gegründet hast und noch kein Einkommen hast. Das gilt auch für Freiberufler wie Ärzte, Anwälte, Architekten.
Als Beamter oder Beamtenanwärter kannst du in die PKV wechseln, weil du Anspruch auf Beihilfe hast. Für Beamtenanwärter gilt eine Frist von sechs Monaten nach Verbeamtung. Nach diesen sechs Monaten wird es deutlich schwieriger.
Als Student kannst du dich von der Versicherungspflicht befreien lassen und in die PKV wechseln. Das musst du innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn machen. Die Entscheidung ist bis zum Ende des Studiums bindend.
Wichtig: Alter und Gesundheitszustand spielen keine Rolle für die grundsätzliche Berechtigung. Sie beeinflussen aber stark, ob dich eine Versicherung nimmt und wie teuer es wird.
Welche Unterlagen brauchst du für den PKV-Antrag?
Für den PKV-Antrag brauchst du verschiedene Unterlagen, je nachdem, welche Berufsgruppe du angehörst. Sammle diese Unterlagen schon vor der ersten Beratung, damit es schnell geht.
Alle Antragsteller brauchen folgende Unterlagen:
- Aktuelle Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheid, BWA bei Selbstständigen) zur Berechnung des möglichen Krankentagegeldes
- Nachweis über aktuelle Krankenversicherung
- Liste aller Arztbesuche der letzten fünf bis zehn Jahre
- Liste aller Medikamente, die du regelmäßig nimmst
- Berichte über stationäre Aufenthalte, Operationen, chronische Erkrankungen
Angestellte brauchen zusätzlich:
- Eine Bestätigung vom Arbeitgeber, dass man als freiwillig versichert gemeldet wurde. Diese muss nicht in schriftlicher Form vorliegen, einfach nur Rücksprache halten.
Beamtenanwärter brauchen zusätzlich:
- Ernennungsurkunde oder Bescheid über Beamtenverhältnis (kann nachgereicht werden)
- Nachweis über Beihilfeberechtigung und Beihilfesatz (kann nachgereicht werden)
Selbstständige brauchen zusätzlich (optional je nach Beruf und Gesellschaft):
- Gewerbeanmeldung oder Gründungsnachweis
- Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) oder Steuerbescheid
- Bei Neugründung: Businessplan oder Umsatzprognose
Die medizinischen Angaben sind der kritischste Teil. Du musst ehrlich und vollständig sein. Lieber zu viel angeben als zu wenig.
Wie läuft die Gesundheitsprüfung ab?
Die Gesundheitsprüfung läuft über einen mehrseitigen Fragebogen, den du sehr sorgfältig ausfüllen musst. Ehrlichkeit ist absolute Pflicht, Verschweigen führt zu massiven Problemen später.
Der Fragebogen enthält typischerweise folgende Themenblöcke:
- Arztbesuche der letzten drei bis zehn Jahre mit Grund und Behandlung
- Aktuell bestehende Erkrankungen oder Beschwerden
- Frühere Krankheiten, auch wenn sie ausgeheilt sind
- Operationen und Krankenhausaufenthalte
- Psychotherapie oder psychologische Behandlung
- Regelmäßige Medikamenteneinnahme
- Körpergröße und Gewicht (BMI wird berechnet)
- Alkohol- und Nikotinkonsum
- Geplante oder bekannte medizinische Eingriffe
- Fehlende oder ersetzte Zähne, KFO Maßnahmen, offene “Zahnbaustellen”
Bei bestimmten Vorerkrankungen fordert die Versicherung zusätzliche Unterlagen an: ärztliche Berichte, Befunde, Laborwerte, Entlassungsberichte aus der Klinik. Das kann den Prozess um zwei bis vier Wochen verlängern.
Typische Vorerkrankungen, die zu Nachfragen führen:
- Rückenbeschwerden oder Bandscheibenprobleme
- Psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörung, Burnout
- Allergien und Asthma
- Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte
- Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis
- Schilddrüsenerkrankungen
- Migräne
- Gelenkprobleme
Bei leichten Vorerkrankungen wirst du oft normal angenommen. Bei mittelschweren gibt es Risikozuschläge (10 bis 50 Prozent mehr Beitrag) oder Leistungsausschlüsse (bestimmte Bereiche werden nicht versichert). Bei schweren Vorerkrankungen kann es zu einer Ablehnung kommen.
Was ist eine Risikovoranfrage und warum ist sie wichtig?
Eine Risikovoranfrage ist ein anonymer Testlauf vor dem echten Antrag. Du lässt prüfen, ob und zu welchen Konditionen eine Versicherung dich nehmen würde, ohne dass eine Ablehnung in deine Akte kommt.
Risikovoranfrage funktioniert so: Dein Makler schickt deine Gesundheitsdaten anonymisiert an mehrere Versicherer. Die prüfen dein Risiko und geben eine unverbindliche Rückmeldung. Du erfährst, welcher Versicherer dich normal nimmt, welcher einen Zuschlag verlangt, welcher einen Ausschluss macht, welcher ablehnt.
Vorteil: Ablehnungen bleiben anonym und tauchen nicht in der zentralen Hinweis- und Informationssystem (HIS)-Abfrage auf. Bei einem echten Antrag würde eine Ablehnung gespeichert und andere Versicherer sehen das. Das macht weitere Anträge schwieriger.
Eine Risikovoranfrage ist besonders wichtig bei:
- Bekannten Vorerkrankungen (Rücken, Psyche, chronische Leiden)
- Unsicherheit, ob du überhaupt genommen wirst
- Vergleich mehrerer Anbieter bei gleichem Gesundheitszustand
- Optimierung der Konditionen (welcher Versicherer bietet beste Bedingungen?)
Ein Fall aus der Beratung: Kunde mit leichter Depression vor fünf Jahren. Risikovoranfrage bei fünf Versicherern. Ergebnis: Zwei Ablehnungen, zwei Zuschläge von 30 Prozent, eine Normalannahme mit Ausschluss Psyche. Kunde hat die Normalannahme genommen. Ohne Risikovoranfrage hätte er vielleicht zuerst bei den ablehnenden Versicherern echte Anträge gestellt.
Wie stellst du den eigentlichen Antrag?
Den eigentlichen Antrag stellst du erst, nachdem die Risikovoranfrage positiv war. Du füllst jetzt die gleichen Gesundheitsfragen nochmal aus, diesmal mit vollem Namen und verbindlich.
Der Antrag enthält mehrere Teile:
- Persönliche Angaben (Name, Adresse, Geburtsdatum, Beruf)
- Gewählter Tarif und Optionen (Selbstbeteiligung, Krankentagegeld, Zusatzbausteine)
- Gesundheitsfragen (identisch zur Risikovoranfrage)
- Einkommensnachweise bei Angestellten
- Kündigungsbestätigung der alten Versicherung oder Nachweis der Befreiung
Du unterschreibst mehrere Erklärungen:
- Schweigepflichtsentbindung für Ärzte (Versicherung darf bei deinen Ärzten nachfragen)
- Richtigkeit der Angaben (du bestätigst, dass alles stimmt)
- Widerrufsbelehrung (du kannst innerhalb von 14 Tagen zurücktreten)
- Datenschutzerklärung
Nach Einreichung prüft die Versicherung deinen Antrag. Das dauert typischerweise eine bis drei Wochen. Bei Nachfragen zu Gesundheitsangaben kann es vier bis sechs Wochen dauern.
Du bekommst dann eine von drei Rückmeldungen:
- Normale Annahme: Du wirst zu den beantragten Konditionen versichert
- Annahme mit Auflagen: Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder höhere Selbstbeteiligung
- Ablehnung: Du wirst nicht genommen
Bei Annahme mit Auflagen kannst du annehmen oder ablehnen. Du bist nicht verpflichtet, den Vertrag dann auch abzuschließen.
Wie kündigst du die GKV und wechselst zur PKV?
Warte auf die Annahme durch die PKV. Damit kannst du mit entsprechender Kündigungsfrist oder je nach Situation fristlos die GKV kündigen. Du musst aber vorher die Voraussetzungen schaffen. Der Ablauf unterscheidet sich je nach Berufsgruppe.
Als Angestellter zur PKV wechseln
Als Angestellter funktioniert der Wechsel so: Du informierst deinen Arbeitgeber, dass du in die PKV wechseln willst. Der Arbeitgeber meldet dich bei der GKV ab, sobald du den PKV-Nachweis vorlegst. Die GKV-Mitgliedschaft endet zum Monatsende.
Die Versicherungspflicht endet erst, wenn du zwei Jahre in Folge über der Versicherungspflichtgrenze lagst. Du kannst aber schon vorher den PKV-Vertrag abschließen. Der wird dann zum Stichtag aktiv, an dem die Versicherungspflicht endet.
Als Selbstständiger zur PKV wechseln
Als Selbstständiger kündigst du die GKV selbst mit zwei Monaten Frist zum Monatsende oder fristlos zum Beginn der Selbstständigkeit bei Neugründung. Du brauchst einen Nachweis über deine selbstständige Tätigkeit (Gewerbeanmeldung, Freiberufler-Nachweis). Die GKV bestätigt die Kündigung schriftlich. Diese Bestätigung brauchst du für die PKV.
Als Beamtenanwärter zur PKV wechseln
Als Beamtenanwärter musst du innerhalb von sechs Monaten nach Verbeamtung einen Befreiungsantrag bei deiner GKV stellen, rückwirkend zum Tag der Ernennung ins Beamtenverhältnis. Die GKV befreit dich von der Versicherungspflicht. Diese Befreiung ist dauerhaft und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Als Student zur PKV wechseln
Als Student stellst du einen Befreiungsantrag bei deiner Krankenkasse innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn. Die Befreiung gilt für die gesamte Studienzeit und kann nicht widerrufen werden.
Nahtloser Übergang ist Pflicht
Der Wechsel ist nahtlos: Deine GKV endet zum Monatsende, deine PKV beginnt am ersten des Folgemonats. Du bist immer durchgehend versichert.
Was sind Wartezeiten in der PKV?
Wartezeiten sind Zeiträume am Anfang deiner PKV-Mitgliedschaft, in denen bestimmte Leistungen noch nicht bezahlt werden. Wartezeiten sollen verhindern, dass du erst versicherst, wenn du schon krank bist.
Standard-Wartezeiten in der PKV:
- Allgemeine Wartezeit: drei Monate für normale ambulante und stationäre Behandlungen
- Wartezeit Zahn: acht Monate für Zahnbehandlung und Zahnersatz
- Keine Wartezeit bei Unfällen, Schwangerschaft, Geburt
Wartezeiten kannst du umgehen durch:
- Nahtloser Wechsel von GKV zu PKV (wenn du vorher gesetzlich versichert warst, entfallen Wartezeiten meist komplett)
- Nahtloser Wechsel von anderer PKV zu neuer PKV (Vorversicherungszeit wird angerechnet)
- Gesundheitsprüfung mit negativem Ergebnis (manche Versicherer streichen Wartezeiten bei guter Gesundheit)
Die meisten Wechsler von GKV zu PKV haben keine Wartezeiten, weil sie nahtlos wechseln. Nur bei Neuversicherung ohne Vorversicherung (zum Beispiel nach Auslandsaufenthalt) greifen die vollen Wartezeiten.
Wichtig für die Planung: Wenn du im Oktober wechselst, beginnt die dreimonatige Wartezeit am 1. November. Ab 1. Februar sind alle Leistungen verfügbar. Bei Zahn ab 1. Juli.
Welche typischen Fehler passieren beim PKV-Abschluss?
Beim PKV-Abschluss passieren immer wieder die gleichen Fehler, die dich später teuer zu stehen kommen. Die meisten lassen sich durch sorgfältige Planung vermeiden.
Fehler Nummer 1 ist unvollständige oder falsche Gesundheitsangaben. Du vergisst einen Arztbesuch vor vier Jahren oder verschweigst eine psychologische Beratung. Die Versicherung findet das spätestens bei der ersten größeren Rechnung raus. Folge: Leistungsverweigerung oder Kündigung des Vertrags.
Fehler Nummer 2 ist der Abschluss ohne Risikovoranfrage. Du stellst einen Antrag, wirst abgelehnt, die Ablehnung wird gespeichert. Jetzt ist es schwieriger, bei anderen Versicherern genommen zu werden. Du hättest zuerst anonym testen sollen.
Fehler Nummer 3 ist Fokus nur auf niedrigen Beitrag. Du wählst den billigsten Tarif mit schwachen Leistungen und wenig Altersrückstellungen. Im Alter explodiert der Beitrag, und die Leistungen reichen nicht. Ein guter Tarif kostet heute 100 Euro mehr, spart dir aber 20 Jahre später 500 Euro.
Fehler Nummer 4 ist zu hohe oder zu niedrige Selbstbeteiligung. Als Angestellter wählst du 1.200 Euro Selbstbeteiligung, weil es so schön billig aussieht. Dann zahlst du jedes Jahr 1.200 Euro aus eigener Tasche. Oder du wählst null Euro Selbstbeteiligung und verschenkst 150 Euro Beitragsersparnis pro Monat.
Fehler Nummer 5 ist keine Entlastungsbausteine eingeplant. Du sparst heute die 80 Euro für Beitragsentlastung im Alter. Mit 67 zahlst du dann 200 Euro mehr pro Monat, weil du keine Entlastung aufgebaut hast.
Fehler Nummer 6 ist Abschluss unter Zeitdruck. Dein Arbeitgeber sagt, du kommst über die Versicherungspflichtgrenze, und du hast nur zwei Wochen bis Jahresende. Du schließt schnell irgendwas ab, ohne Vergleich und Beratung. Dann sitzt du 40 Jahre in einem schlechten Tarif.
Fehler Nummer 7 ist fehlende Beratung durch Experten. Du vergleichst selbst online, liest ein paar Bewertungen und schließt ab. Du übersiehst wichtige Klauseln, verstehst die Beitragsentwicklung nicht, planst nicht fürs Alter.
Wie findest du den richtigen Tarif für dich?
Den richtigen Tarif findest du durch strukturierte Bedarfsanalyse und Vergleich mehrerer Anbieter mit Hilfe eines spezialisierten Maklers. Drei Faktoren bestimmen den richtigen Tarif: dein Gesundheitszustand, deine Lebensphase, deine finanzielle Situation.
Bedarfsanalyse durchführen
Frag dich zuerst, was dir wichtig ist:
- Wie wichtig ist dir Chefarztbehandlung im Krankenhaus?
- Brauchst du Einbettzimmer oder reicht Zweibettzimmer?
- Wie gut sollen Zahnleistungen sein (Implantate, Inlays)?
- Brauchst du umfassende Heilpraktiker-Leistungen?
- Wie oft gehst du zum Arzt (bestimmt optimale Selbstbeteiligung)?
- Planst du, im Ausland zu arbeiten oder lange zu reisen?
Aus diesen Fragen ergibt sich ein grobes Leistungsprofil: Komfort-Tarif mit allem, Basis-Plus-Tarif mit Schwerpunkt Zahn, Premium-Tarif für Vielnutzer.
Anbieter vergleichen
Vergleiche mindestens drei bis fünf Anbieter mit gleichem Leistungsprofil. Achte auf:
- Beitragsstabilität in der Vergangenheit (wie stark sind Beiträge gestiegen?)
- Größe und Finanzstärke des Versicherers
- Schadenquote (wie viel wird ausgezahlt im Verhältnis zu Beiträgen?)
- Kulanz bei Leistungsfällen (Erfahrungsberichte, nicht nur Werbeversprechen)
- Möglichkeiten für Tarifwechsel nach Paragraph 204 VVG
- Entlastungsoptionen für später
Gesundheitszustand einbeziehen
Dein Gesundheitszustand bestimmt stark, welcher Anbieter dich nimmt und zu welchen Konditionen. Hast du Vorerkrankungen, ist Risikovoranfrage Pflicht. Vergleiche dann nicht nur Leistungen und Beiträge, sondern auch:
- Welcher Versicherer nimmt dich normal?
- Welcher verlangt Zuschlag und wie hoch?
- Welcher macht Ausschlüsse und für was?
- Welcher lehnt komplett ab?
Ein Versicherer mit etwas schwächeren Leistungen, der dich aber normal nimmt, kann besser sein als ein Premium-Anbieter mit 40 Prozent Zuschlag.
Lebensphase berücksichtigen
Mit 30 Jahren und Single hast du andere Prioritäten als mit 45, verheiratet mit zwei Kindern:
- Jung und gesund: Fokus auf Beitragsstabilität und gute Zahnleistungen
- Familiengründung geplant: Schwangerschaft und Geburt sollten gut abgedeckt sein
- Mittleres Alter: Balance aus aktuellen Leistungen und Entlastung im Alter
- Kurz vor Rente: Prüfe, ob jetzt noch Wechsel sinnvoll ist oder lieber GKV
Wann ist der beste Zeitpunkt für den PKV-Abschluss?
Der beste Zeitpunkt für den PKV-Abschluss ist so früh wie möglich nach Erfüllung der Voraussetzungen. Je jünger und gesünder du bist, desto bessere Konditionen bekommst du und desto mehr Altersrückstellungen baust du auf.
Als Angestellter ist der beste Zeitpunkt, sobald du in zwei aufeinanderfolgenden Jahren über der Versicherungspflichtgrenze liegst. Warte nicht noch ein oder zwei Jahre, weil in dieser Zeit können Vorerkrankungen auftauchen, die den Zugang erschweren oder verteuern.
Als Selbstständiger ist der beste Zeitpunkt direkt nach Gründung. Du bist meist noch jung, gesund, und kannst von Anfang an in einen guten Tarif mit niedrigem Einstiegsbeitrag. Wenn du erst mit 45 wechselst, zahlst du deutlich mehr.
Als Beamtenanwärter ist der beste Zeitpunkt innerhalb der ersten sechs Monate nach Verbeamtung. Nach diesen sechs Monaten wird es schwieriger, die Befreiung von der Versicherungspflicht zu bekommen. Die meisten Bundesländer verlangen dann eine Gesundheitsprüfung durch den Amtsarzt.
Als Student ist der beste Zeitpunkt innerhalb der ersten drei Monate nach Studienbeginn. Nach dieser Frist ist die Entscheidung für GKV oder PKV getroffen und bindend bis zum Ende des Studiums.
Schlechte Zeitpunkte für PKV-Abschluss:
- Während oder kurz nach Krankheit (wird in Gesundheitsprüfung auftauchen)
- Mit über 50 Jahren und ohne Vorversicherung (sehr hohe Beiträge)
- Bei unsicherer beruflicher Situation (Selbstständige in Gründungsphase mit hohen Schulden)
- Kurz vor geplanter Familiengründung mit mehreren Kindern (GKV kann günstiger sein)
Wie lange dauert der komplette Prozess?
Der komplette Prozess von erster Beratung bis zur aktiven Versicherung dauert typischerweise vier bis acht Wochen. Bei Vorerkrankungen oder komplizierten Fällen kann es auch zehn bis zwölf Wochen werden.
Zeitplan für normalen Fall ohne Vorerkrankungen:
- Woche 1: Erstberatung, Bedarfsanalyse, Sammlung Unterlagen
- Woche 2: Risikovoranfrage bei drei bis fünf Anbietern
- Woche 3: Rückmeldung Risikovoranfrage, Entscheidung für Anbieter, Antragstellung
- Woche 4: Prüfung durch Versicherung, Annahmebestätigung
- Woche 5 bis 6: Kündigung GKV, nahtloser Übergang, Versicherungsschein kommt
Zeitplan bei Vorerkrankungen:
- Woche 1 bis 2: Erstberatung, Sammlung medizinischer Unterlagen, ärztliche Berichte anfordern
- Woche 3 bis 4: Risikovoranfrage mit vollständigen Gesundheitsangaben
- Woche 5 bis 6: Rückmeldung, eventuell Nachfragen der Versicherer
- Woche 7 bis 8: Entscheidung, Antragstellung bei bestem Anbieter
- Woche 9 bis 10: Prüfung, Annahme mit Auflagen
- Woche 11 bis 12: Kündigung GKV, Versicherungsbeginn
Beschleunigen kannst du den Prozess durch:
- Alle Unterlagen schon vor Erstberatung bereithalten
- Medizinische Unterlagen proaktiv bei Ärzten anfordern
- Schnelle Rückmeldung bei Nachfragen der Versicherer
- Klare Entscheidung ohne langes Zögern
Verzögern tun den Prozess:
- Fehlende oder unvollständige Unterlagen
- Nachfragen zu Gesundheitsangaben
- Urlaubszeiten (Makler, Versicherung, Ärzte)
- Unentschlossenheit bei Tarifwahl
Plane mindestens zwei Monate ein vom Entschluss bis zur aktiven Versicherung. Bei Jahreswechsel (wenn viele wechseln wegen Gehaltserhöhung über Versicherungspflichtgrenze) plane drei Monate ein, weil die Bearbeitung länger dauert.
Fazit: So gelingt der PKV-Abschluss
Der PKV-Abschluss gelingt, wenn du strukturiert vorgehst, ehrlich in der Gesundheitsprüfung bist und dir Zeit für Risikovoranfrage und Tarifvergleich nimmst. Die wichtigsten Schritte sind Bedarfsanalyse, Vergleich mehrerer Anbieter, Risikovoranfrage vor echtem Antrag und Einplanung von Entlastungsbausteinen fürs Alter.
Größter Fehler ist der Abschluss unter Zeitdruck oder nur wegen niedrigem Beitrag. Du triffst eine Entscheidung für 40 Jahre. Nimm dir zwei bis drei Monate Zeit für gründliche Planung. Ein guter Makler mit PKV-Spezialisierung ist sein Geld wert, weil er die Fallstricke kennt und dir Jahre später viel Geld spart.
Beste Voraussetzung für erfolgreichen Abschluss: jung, gesund, klare Bedarfsanalyse, ausreichend Zeit, gute Beratung. Dann bekommst du einen Tarif, der dich 40 Jahre lang gut versorgt und im Alter bezahlbar bleibt.