Ob Riester-Rente oder Altersvorsorgedepot mehr bringt, hängt nicht von einer pauschalen Daumenregel ab. Es hängt von Deinem Einkommen, Deinem Eigenbeitrag, Deiner Kinderzahl und dem Alter Deines bestehenden Vertrags ab. Der Rechner ermittelt beides für Deine konkrete Situation und zeigt Dir direkt, wo der Unterschied liegt.
Altersvorsorgedepot oder Riester-Bestand?
Altersvorsorgedepot
Modelliertes Kapital zum Auszahlungsbeginn
Riester-Bestand
Modelliertes Kapital zum Auszahlungsbeginn
| Förderung im 1. Jahr | AV-Depot | Riester |
|---|
Wie funktioniert der Riester-vs-Altersvorsorgedepot-Rechner?
Der Rechner vergleicht zwei Szenarien auf Basis der jeweils geltenden Förderregeln. Für den Riester-Bestand gilt die alte Systematik: 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen als Mindesteigenbeitrag, Grundzulage 175 Euro, Kinderzulage 185 oder 300 Euro je Kind. Für das Altersvorsorgedepot gilt die neue Staffel: 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag, 25 Prozent auf weitere bis 1.800 Euro, maximal 540 Euro Grundzulage und bis zu 300 Euro Kinderzulage je Kind.
So bedienst Du den Rechner:
- Vorjahreseinkommen eingeben. Daraus ergibt sich der einkommensabhängige Mindesteigenbeitrag für Riester.
- Eigenbeitrag je System festlegen. Beim Altersvorsorgedepot entscheidet dieser Wert direkt über die Zulagenhöhe.
- Kinderzahl angeben, getrennt nach vor und ab 2008 geboren, weil die Riester-Kinderzulage davon abhängt.
- Alter und Nettorenditen setzen. Sie bestimmen Anlagehorizont und Zinseszinseffekt. Die niedrigere Riester-Rendite bildet die garantiebedingt defensivere Anlage ab.
Was der Rechner nicht abbildet: die individuellen Garantien und Rentenfaktoren Deines konkreten Altvertrags. Genau diese entscheiden aber mit, ob sich ein Wechsel lohnt. Wie die staatliche Förderung im neuen System im Detail zustande kommt, zeigt der Altersvorsorgedepot-Förderrechner.
Riester-Rente und Altersvorsorgedepot im direkten Vergleich
| Merkmal | Riester-Rente | Altersvorsorgedepot ab 2027 |
|---|---|---|
| Kapitalgarantie | 100 % der Beiträge und Zulagen zu Rentenbeginn | Keine Garantie, Kursverluste möglich |
| Grundzulage | 175 Euro fix | Bis 540 Euro, proportional zum Eigenbeitrag |
| Kinderzulage | 185 oder 300 Euro fix je Kind | Bis 300 Euro, proportional zum Eigenbeitrag |
| Kostendeckel | Kein gesetzlicher Deckel | 1,0 Prozent im Standarddepot |
| Anlage | Durch Garantie begrenzt | ETFs und Fonds laut gesetzlicher Positivliste |
| Besteuerung Auszahlung | Nachgelagert, persönlicher Steuersatz | Nachgelagert, persönlicher Steuersatz |
Ich sehe ständig Verträge, deren Besitzer nicht wissen, was ihr Riester an Kosten frisst. Genau da entscheidet sich der Vergleich, nicht an der Zulage allein. Erst die Vertragsdaten anfordern, dann rechnen.
Thorsten Schiffgens, COVAGO
Unsere Empfehlung
Für die meisten Menschen, die heute neu in die geförderte Altersvorsorge einsteigen, ist das Altersvorsorgedepot ab 2027 die stärkere Option: höhere maximale Zulage, keine Garantiepflicht, breitere Anlagefreiheit und niedrigere Kosten im Standarddepot. Der Riester-Bestand bleibt in zwei Situationen sinnvoll:
- Altvertrag mit gutem Garantiezins oder günstigem Rentenfaktor. Wer einen solchen Vertrag hat, sollte ihn nicht vorschnell kündigen oder übertragen, diese Rechte sind nach einem Wechsel dauerhaft verloren.
- Niedriges Einkommen mit mehreren Kindern. Im alten System flossen feste Kinderzulagen auch bei minimalem Eigenbeitrag in voller Höhe. Im neuen System hängt die Kinderzulage am tatsächlich geleisteten Eigenbeitrag.
Wer den Altvertrag wirklich mitnehmen will, sollte den Weg genau kennen, denn die Übertragung von Riester ins Altersvorsorgedepot ist förderunschädlich, aber unumkehrbar. Und wer noch grundsätzlich zwischen beiden Systemen schwankt, findet die vollständige Entscheidungslogik im Beitrag Altersvorsorgedepot oder Riester-Rente.
Eine Kündigung des Riester-Vertrags ist kein Wechsel. Wer kündigt, zahlt erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurück. Eine förderunschädliche Direktübertragung erhält die Förderung dagegen vollständig. Bis ein konkretes, zertifiziertes Depotangebot mit Effektivkosten und ETF-Liste vorliegt, gibt es keinen Grund, den Altvertrag aufzugeben.
Häufige Fragen
Muss ich meinen Riester-Vertrag 2027 wechseln?
Nein. Bestehende Riester-Verträge laufen unter Bestandsschutz mit den bisherigen Förderregeln weiter. Ein Wechsel in die neue Förderung erfolgt nur, wenn Du ab 2027 aktiv einen neuen zertifizierten Vertrag abschließt, und ist dann unwiderruflich.
Ab welchem Eigenbeitrag lohnt sich das Altersvorsorgedepot meist mehr?
Als Faustregel nennt Finanztip: Wer aktuell mindestens 300 Euro im Jahr einzahlt, fährt ab 2027 häufig mit einem Altersvorsorgedepot besser als mit Riester. Die Faustregel ersetzt aber keine Analyse des konkreten Altvertrags mit seinen Garantien und Kosten.
Warum rechnet der Vergleich mit einer niedrigeren Riester-Rendite?
Weil die Beitragsgarantie beim Riester-Vertrag einen erheblichen Teil des Kapitals defensiv bindet. Das kostet langfristig Rendite. Das Altersvorsorgedepot ohne Garantie kann dagegen voll am Aktienmarkt investieren. Beide Renditewerte kannst Du im Rechner selbst anpassen.
Kann ich Riester und Altersvorsorgedepot parallel besparen?
Vertraglich ja, förderrechtlich aber einheitlich. Sobald Du ab 2027 einen neuen Vertrag abschließt, gilt die neue Förderung für alle Deine Verträge, und der Förderhöchstbetrag zählt insgesamt, nicht je Vertrag.
Hast Du schon ausgerechnet, wie viel Förderung Du 2027 im neuen System erhalten würdest, und weißt Du, was Dein Riester-Vertrag an Effektivkosten ausweist?

