Wer einen Beitragsentlastungstarif abschließt, zahlt heute mehr, damit der PKV-Beitrag im Rentenalter nicht erdrückend wird. Was das monatlich wirklich kostet und was die garantierte Entlastung netto wert ist, hängt von vier Größen ab: Eintrittsalter, gewünschte Entlastungshöhe, Berufsstatus und Grenzsteuersatz. Der Rechner macht diesen Rechenweg vollständig sichtbar, mit echten Tarifankern aus der Beratungspraxis.
Entlastung berechnen
BET-Beitrag pro Monat, Median
Eigenaufwand heute
Tarifanker hinter der Rechnung
Die verwendeten veröffentlichten Beitragsanker für Dein Eintrittsalter. Preis je 100 Euro garantierter Entlastung.
Wie funktioniert der Beitragsentlastungstarif-Rechner?
Der Rechner arbeitet mit veröffentlichten Beitragsankern aus echten Tarifdaten. Die Basis stammt aus zwei Quellen: einer Vergleichsauswertung von September 2024 mit fünf Anbietern und Eintrittsaltern von 22 bis 57, sowie aktuellen Beispielen von LKH, uniVersa und Union aus dem Jahr 2026. Für Eintrittsalter ohne direkten Wert interpoliert der Rechner zwischen den nächsten Altersstufen und kennzeichnet das Ergebnis als Näherung.
So bedienst Du den Rechner:
- Eintrittsalter eingeben. Je früher der Einstieg, desto niedriger der Monatsbeitrag für dieselbe spätere Entlastung. Jedes Jahr zählt spürbar.
- Entlastungsbeginn wählen: 63, 65 oder 67 Jahre. Nicht jeder Tarif erlaubt jeden Beginn.
- Berufsstatus auswählen. Angestellte können einen Arbeitgeberzuschuss einrechnen. Selbstständige und Beamte erhalten diesen nicht.
- Gewünschte Entlastung eingeben. Das ist der garantierte Monatsbetrag, um den der PKV-Beitrag ab dem gewählten Alter sinkt.
- Grenzsteuersatz angeben. Nur der steuerlich begünstigte Anteil des Beitrags senkt die tatsächliche Nettobelastung.
Eine Sache leistet der Rechner bewusst nicht: Er macht keine verbindliche Tarifauskunft, berechnet keine Inflation oder Beitragsdynamik und ersetzt keine Steuerberatung. Der Break-even ist eine statische Näherung ohne Zinsrechnung.
Was ist ein Beitragsentlastungstarif und wer braucht ihn?
Der Beitragsentlastungstarif, kurz BET, ist ein freiwilliger Zusatzbaustein zur PKV-Vollversicherung. Du zahlst heute einen festen Mehrbeitrag, und ab einem vereinbarten Alter sinkt Dein Haupttarif-Beitrag um einen garantierten Eurobetrag.
Das klingt einfach, hat aber eine Logik, die viele unterschätzen. Der Mehrbeitrag läuft nach Beginn der Entlastung in der Regel weiter. Wer 400 Euro monatliche Entlastung vereinbart und dafür weiterhin 80 Euro BET-Beitrag zahlt, gewinnt effektiv 320 Euro netto, nicht 400. Dazu kommen die Steuerwirkung, der mögliche Arbeitgeberzuschuss und die Frage, wie hoch der PKV-Beitrag im Rentenalter voraussichtlich liegt.
Den BET brauchen vor allem diese Gruppen:
- Selbstständige ohne Rentenversicherungszuschuss und mit hohem erwartbaren Beitrag im Alter
- Angestellte mit noch freiem Arbeitgeberzuschuss, die den Baustein teilsubventioniert aufbauen können
- Privatversicherte, die heute gesund sind und ihr Eintrittsalter niedrig halten wollen
Wie hoch sind die Kosten für einen Beitragsentlastungstarif?
Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, gewünschter Entlastungshöhe und Anbieter. Die Grundgröße ist der Preis je 100 Euro garantierter Entlastung. Für einen 30-Jährigen mit Beginn 67 liegen veröffentlichte Marktbeispiele von September 2024 bei diesen Werten je 100 Euro Entlastung:
| Anbieter | Tarif | Beitrag je 100 € Entlastung | Datenstand |
|---|---|---|---|
| Hallesche | MBZ.flex/100 | 25,00 Euro | 09/2024 |
| ARAG | BEK67/MB0 | 26,70 Euro | 09/2024 |
| Allianz | V/100 | 28,20 Euro | 09/2024 |
| SIGNAL IDUNA | BE-SI | 30,15 Euro | 09/2024 |
| Barmenia | BE100 | 31,00 Euro | 09/2024 |
Für 400 Euro gewünschte Entlastung vervielfacht sich dieser Stückpreis entsprechend: Hallesche 100 Euro monatlich, Barmenia 124 Euro monatlich. Für 2026 nennt uniVersa 23,60 Euro je 100 Euro für einen 30-Jährigen mit Beginn 67, also 94,40 Euro monatlich für 400 Euro Entlastung. Je später das Eintrittsalter, desto teurer wird derselbe Baustein. Bei Alter 52 und Beginn 67 liegen dieselben Anbieter zwischen 53,60 Euro (Hallesche) und 62,00 Euro (Barmenia) je 100 Euro Entlastung, rund doppelt so teuer wie mit 32.
In der Beratung sehen wir immer wieder, dass Kunden den Bruttobeitrag mit dem Eigenaufwand verwechseln. Wer 80 Euro für 400 Euro spätere Entlastung zahlt, denkt: 80 Euro gehen raus. Netto liegt der Betrag je nach Berufsstatus oft deutlich niedriger.
Lutz Gottschlich, PKV-Berater bei COVAGO
Was kostet der Beitragsentlastungstarif wirklich netto?
Entscheidend ist der Berufsstatus. Je nach Situation rechnen wir das für unsere Kunden so durch:
- Angestellte mit freiem Arbeitgeberzuschuss: Wer den gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss von 508,59 Euro noch nicht durch den Haupttarif ausschöpft, bekommt den BET-Beitrag anteilig mitfinanziert. Dazu kommt die Steuerwirkung auf den Basisanteil. In der Praxis liegt der Nettoaufwand bei 35 bis 50 Prozent des Bruttobeitrags, also gut 30 bis 45 Euro für 400 Euro Entlastung bei einem 30-Jährigen.
- Selbstständige: Kein Arbeitgeberzuschuss, ausschließlich steuerliche Wirkung. Bei 35 Prozent Grenzsteuersatz und 80 Prozent Basisanteil sinkt der Bruttobeitrag effektiv um rund 28 Prozent. Aus 80 Euro werden netto knapp 58 Euro.
- Beamte: Ebenfalls kein Arbeitgeberzuschuss. Zusätzlich steigt der Beihilfesatz mit dem Pensionseintritt auf 70 Prozent, was den Haupttarif ohnehin senkt.
Was alle drei verbindet: Der BET-Beitrag läuft nach Beginn der Entlastung weiter. 400 Euro garantierte Entlastung minus 80 Euro weiterlaufendem Beitrag ergeben 320 Euro wirksame Nettoeinsparung. Genau diesen Unterschied zeigt der Rechner oben in zwei getrennten Größen, und er entscheidet mit darüber, was mit Deiner PKV beim Renteneintritt tatsächlich passiert.
Frag Deinen Versicherer nach dem steuerlich begünstigten Basisanteil Deines BET-Bausteins. Ohne diese Zahl ist der Nettoaufwand nicht präzise berechenbar. Und prüfe, ob der Zusatzbeitrag nach Beginn der Entlastung weiterläuft, denn das entscheidet über die wirksame Netto-Entlastung.
Datenstand der Anwendung: September 2026. Unverbindliche Modellrechnung, keine Tarif-, Steuer- oder Rechtsberatung. Tarifanker aus veröffentlichten Vergleichsdaten (09/2024) und aktuellen Anbieterbeispielen (2026).
Häufige Fragen
Ist die vereinbarte Entlastung wirklich garantiert?
Der vertraglich festgelegte Entlastungsbetrag ist tariflich zugesichert. Das bedeutet aber nicht, dass der Zusatzbeitrag bis dahin konstant bleibt. Beitragsanpassungen der Entlastungskomponente sind möglich, so wie beim Haupttarif. Garantiert ist die Entlastung selbst, nicht der Weg dorthin.
Warum läuft der Zusatzbeitrag im Alter weiter?
Bei den meisten Tarifen bleibt die Beitragspflicht für die Entlastungskomponente bestehen, auch nachdem die Entlastung greift. Die wirksame Nettoeinsparung ergibt sich deshalb aus vereinbarter Entlastung minus weiterlaufendem BET-Beitrag. Der Rechner weist diesen Unterschied in der Aufschlüsselung aus.
Lohnt sich der Baustein besonders für Angestellte?
Ja, wenn noch freier Arbeitgeberzuschuss vorhanden ist. Wer den Höchstzuschuss von 508,59 Euro durch den Haupttarif noch nicht ausschöpft, bekommt einen Teil des BET-Beitrags mitfinanziert. Die Nettobelastung liegt dann deutlich unter dem Bruttobeitrag.
Was passiert beim Versichererwechsel?
Die angesparten Mittel der Entlastungskomponente sind nicht frei übertragbar wie ein Depot. Bei einem Wechsel des Versicherers oder einem internen Tarifwechsel gelten die jeweiligen Vertragsbedingungen. Wer einen BET aufbaut und später den Versicherer wechselt, kann die aufgebaute Entlastungszusage in der Regel nicht mitnehmen.
Warum ist das kein Renditerechner?
Ein BET sichert das Langlebigkeits- und Beitragsrisiko innerhalb der PKV ab. Ein fairer Vergleich mit einem ETF-Sparplan müsste Rendite, Steuern, Kosten, Entnahmephase, Lebenserwartung, Arbeitgeberzuschuss und Verhaltensrisiken berücksichtigen. Eine pauschale Prozentzahl wäre irreführend. Der Rechner zeigt deshalb nur die direkten Beitrags- und Entlastungsgrößen.
Ab welchem Alter ist der Baustein noch sinnvoll?
Das hängt vom erwarteten Beitrag im Rentenalter und vom heutigen Eintrittsalter ab. Mit 52 kostet dieselbe Entlastung rund doppelt so viel wie mit 32. Wer sehr spät einsteigt, sollte genau rechnen, ob sich der Baustein noch vor dem statistischen Lebensende amortisiert.


