Die Allianz ist einer der größten privaten Krankenversicherer in Deutschland, und entsprechend groß ist die Erwartungshaltung, wenn Du Dich fragst, ob Du dort wirklich gut aufgehoben bist. Manche schwören auf die Allianz, andere klagen über Kürzungen und schlechten Service. Was stimmt davon?
- Die aktuelle Tarifwelt der Allianz heißt MeinGesundheitsschutz und existiert erst seit Mai 2024. Langjährige tarifspezifische Beitragsdaten gibt es noch nicht.
- Die Allianz hat ein starkes Unternehmensrating (Assekurata A++) und eine deutlich niedrigere BaFin-Beschwerdequote als der Branchendurchschnitt.
- Der Plus-Tarif ist ein guter Komforttarif, aber kein Höchstleistungsschutz. Wer GOÄ über Höchstsatz, freie Hilfsmittelversorgung und globalen Auslandsschutz braucht, braucht Best.
- Die Beitragsrückerstattung von maximal 30 Prozent (10 Prozent garantiert, bis zu 20 Prozent erfolgsabhängig) sollte als möglicher Bonus, nicht als garantierte Beitragsminderung kalkuliert werden.
Welche PKV-Tarife kannst Du bei der Allianz wählen?
Die Allianz strukturiert ihr Angebot seit Mai 2024 unter dem Namen MeinGesundheitsschutz. Diese Tarifwelt ersetzte die inzwischen verkaufsgeschlossenen AktiMed-Tarife. Für Angestellte und Selbstständige gibt es zwei Linien mit je drei Selbstbehaltsstufen, dazu Zahnschutz, einen Wechseloptionsbaustein, einen Beitragsentlastungsbaustein und Krankentagegeld.
Tarife für Angestellte und Selbstständige
Die Kerntarife laufen in zwei Leistungslinien: Plus für soliden Basisschutz und Best für höhere Erstattungsgrenzen in fast allen Bereichen. Dazu kommen Zahnbausteine in drei Stufen, eine Wechseloption ohne neue Gesundheitsprüfung, ein Beitragsentlastungsbaustein für das Alter und Krankentagegeld für Angestellte.
| Bereich | Tarife | Bedeutung |
|---|---|---|
| Ambulant + stationär Plus | GSP70, GSP90, GSP100 | 30 % Selbstbehalt bis 1.500 €/Jahr, 10 % bis 500 €/Jahr oder ohne SB |
| Ambulant + stationär Best | GSB70, GSB90, GSB100 | Gleiche SB-Stufen, höheres Leistungsniveau |
| Zahn | GSZ75, GSZ90, GSZ100 | 75 %, 90 % oder 100 % für Zahnersatz und KFO, Zahnbehandlung und Prophylaxe grundsätzlich 100 % |
| Wechseloption | GSWO | Bis zu drei Upgrades ohne neue Risikoprüfung, Ausübung bis zum 50. Geburtstag, Abschluss grundsätzlich bis Alter 46 zusammen mit neuem Plus- oder Best-Tarif |
| Beitragsentlastung | BENT | Garantierte Beitragsreduzierung im Alter, Entlastungsbeginn zwischen 60 und 70 wählbar |
| Krankentagegeld Angestellte | KTA07W | Leistung ab der siebten Woche |
Tarife für Ärzte und Medizinstudierende
Für Ärzte, Zahnärzte und berechtigte Mediziner bietet die Allianz zwei spezialisierte Tarife. Der Unterschied zwischen ihnen liegt vor allem beim Zimmerniveau im Krankenhaus, beim GOÄ-Erstattungsrahmen und bei den Kur- und Rehaleistungen.
- Ärzte Plus 100 (MP100): Zweibettzimmer, wahlärztliche Behandlung bis zum 5,0-fachen GOÄ-Satz, keine Kur- oder Reha-Leistung im Grundtarif.
- Ärzte Best 100 (MB100): Einbettzimmer, Erstattung über GOÄ-Höchstsätze, Kur und Reha mit 1.000 Euro je 24 Monate, Assekurata bewertet diesen Tarif mit „sehr gut (1,4)“.
Ambulante und stationäre Psychotherapien werden bei beiden Ärztetarifen bis zur 30. Sitzung zu 100 Prozent, danach zu 70 Prozent erstattet. Ärzte Plus ist dabei auf 50 Sitzungen pro Versicherungsjahr begrenzt.
Tarife für Beamte und Anwärter
Beamte kombinieren staatliche Beihilfe mit einer Restkosten-Ergänzungsversicherung. Die Allianz bietet dafür fünf Tarife, die auf den jeweiligen Beihilfebemessungssatz abgestimmt sind. Die Plus- und Best-Ergänzungstarife stehen Beihilfeberechtigten von Bund und allen Bundesländern zur Verfügung.
| Bereich | Tarif |
|---|---|
| Ambulant | BHA51 |
| Krankenhaus | BHK51 |
| Zahn | BHZ51 |
| Beihilfeergänzung Plus | BHEP |
| Beihilfeergänzung Best | BHEB |
Sozialtarife bei der Allianz
Der Basistarif ist abschließbar, aber nicht online buchbar. Seine Leistungen entsprechen dem GKV-Niveau, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse sind gesetzlich unzulässig. Der Höchstbeitrag 2026 beträgt 1.017,18 Euro monatlich, ein Selbstbehalt von 300 bis 1.200 Euro ist wählbar.
Der Standardtarif ist kein regulärer Neugeschäftstarif. Er kommt grundsätzlich nur für langjährig Versicherte mit Altvertrag vor 2009 infrage, wenn zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sind, der Höchstbeitrag 2026 liegt bei 848,62 Euro.
Den Notlagentarif kann niemand freiwillig wählen. Er greift nach einem gesetzlichen Mahnverfahren bei Beitragsrückständen und deckt im Wesentlichen akute Erkrankungen und Schmerzzustände ab.
Wie sind die PKV-Tarife der Allianz in der Bewertung?
Um die Allianz PKV fair einzuordnen, schaue ich auf fünf Kategorien: Leistung, Finanzstärke, Beschwerdeverhalten, Digitales und Preisstruktur. Nicht auf Basis von Bauchgefühl, sondern auf Basis der Daten, die tatsächlich vorliegen.
Plus hat klare Grenzen, Best ist deutlich stärker
Das zentrale Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Linien liegt nicht im Grundprinzip, sondern in den konkreten Obergrenzen. Wer den Plus-Tarif wählt, bekommt solide Grundleistungen, aber an mehreren Stellen greifen Beschränkungen, die im Alltag spürbar werden können. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.
| Leistungsbereich | MeinGesundheitsschutz Plus | MeinGesundheitsschutz Best |
|---|---|---|
| Ambulante Ärzte | 100 % bis GOÄ-Höchstsatz | 100 % auch über GOÄ-Höchstsatz |
| Heilpraktiker | Bis 1.000 Euro/Jahr | Bis 2.000 Euro/Jahr |
| Hilfsmittel | 100 % über Allianz-Kooperation, sonst 80 %, Hörgerät 1.500 Euro/Ohr | 100 %, Hörgerät 3.000 Euro/Ohr |
| Arzneimittel | Generika 100 %, Originalmittel 10 Euro Eigenanteil je Medikament bis insgesamt 1.000 Euro/Jahr | 100 %, zusätzlich 100 Euro/Jahr für nicht verschreibungspflichtige Arzneien |
| Brille/Kontaktlinsen | 500 Euro in 36 Monaten | 1.000 Euro in 36 Monaten |
| Refraktive Chirurgie | Bis 1.500 Euro je Auge | 100 % ohne bezifferte Summengrenze |
| Reiseimpfungen | Ausgeschlossen | Eingeschlossen |
| Kur | 1.500 Euro in 36 Monaten | 3.000 Euro in 36 Monaten |
| Ausland außerhalb EU | Bis sechs Monate | Bis zwölf Monate |
| Hausgeburt | Keine besondere Pauschale | 3.000 Euro Pauschale |
Beide Linien haben gemeinsame Stärken, die in dieser Tabelle nicht sichtbar sind. Psychotherapie wird zu 100 Prozent ohne auf der Produktseite genannte Sitzungsgrenze erstattet. Heilmittel gehen zu 100 Prozent bis zum tariflichen Höchstbetrag je Leistung. Stationär gibt es Ein- oder Zweibettzimmer mit Wahl- oder Spezialarzt. Das Vorsorgeprogramm belastet weder die Selbstbeteiligung noch den Anspruch auf Beitragsrückerstattung.
Der Plus-Tarif ist kein schlechter Tarif. Aber wer regelmäßig zum Spezialisten geht, der Honorarvereinbarungen oberhalb des GOÄ-Höchstsatzes trifft, teure Hilfsmittel benötigt, viel reist oder auf Reiseimpfungen und längeren Auslandsschutz angewiesen ist, sollte diese Grenzen konkret gegen den Mehrbeitrag für Best durchrechnen. Die Einsparung beim Beitrag kann sich relativieren, wenn echte Eigenanteile entstehen.
Assekurata bewertet MeinGesundheitsschutz Best mit Zahn 100 mit „sehr gut (1,0)“ und Plus mit Zahn 100 mit „sehr gut (1,2)“. Ratings sind ein brauchbarer Einstieg, ersetzen aber keine individuelle AVB-Prüfung. Ein Tarif kann eine sehr gute Gesamtnote haben und bei einem persönlich entscheidenden Punkt dennoch eine unerwünschte Begrenzung enthalten.
Finanzstärke der Allianz ist überzeugend
Die Allianz PKV gehört bei den harten Kennzahlen zu den stärksten Anbietern am Markt. Assekurata vergibt 2026 das Unternehmensrating A++, Sicherheit, Erfolg, Kundenorientierung und Marktattraktivität wurden als exzellent, Beitragsstabilität als sehr gut bewertet.
Die Solvency-II-Quote lag zum 31. Dezember 2024 laut Ratingbericht bei 391 Prozent, der Marktdurchschnitt lag bei 377 Prozent. Die Eigenkapitalquote wird mit 6,7 Prozent genannt. Die verdienten Nettoprämien im selbst abgeschlossenen Geschäft betrugen 2025 rund 4,658 Milliarden Euro, die Bruttobeitragseinnahmen stiegen um 7,8 Prozent.
Größe und Kapitalstärke schützen nicht vor individuellen Beitragsanpassungen in einem bestimmten Tarif. Aber sie stärken grundsätzlich die Risikotragfähigkeit des Versicherers, was langfristig stabilisierend wirkt.
Die Allianz ist als Unternehmen stark. Die eigentliche Frage ist nicht, ob die Allianz gut ist, sondern ob Plus oder Best zu Deinen Leistungsschwerpunkten passt.
Lutz Gottschlich, COVAGO
Ein Punkt, den ich betonen muss: MeinGesundheitsschutz existiert erst seit Mai 2024. Wer auf langjährige, tarifspezifische Beitragsstabilität schaut, kann das für GSP und GSB noch nicht beurteilen. Das gute Unternehmensrating ist positiv, es ersetzt aber keine tarifgenerationenspezifische Langzeitbeobachtung.
BaFin-Beschwerdequote liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt
Für 2025 werden für die Allianz Private Krankenversicherungs-AG 90 bearbeitete Beschwerden bei 3.090.849 versicherten Personen ausgewiesen. Das entspricht 2,91 Beschwerden je 100.000 Versicherte, während der genannte Branchendurchschnitt bei 6,27 liegt. Die Allianz ist damit weniger als halb so beschwerdebelastet wie der Marktdurchschnitt.
Zur Einordnung: Die BaFin zählt abschließend bearbeitete Beschwerden, macht aber keine Aussage dazu, ob diese begründet waren. Und die Quote gilt für das gesamte Krankenversicherungsgeschäft der Gesellschaft, nicht nur für Vollversicherte oder MeinGesundheitsschutz.
Jahreswerte schwanken erheblich. 2023 gab es 48 Beschwerden bei 2.846.948 Versicherten, 2022 waren es 38 bei 2.794.821, 2021 dagegen 95 bei 2.756.367. Das zeigt, dass man einzelne Jahreswerte nicht linear interpretieren darf.
App-Bewertungen sind gut, aber nicht ohne Kritik
Die Allianz Gesundheits-App liegt im Google Play Store bei 4,0 Sternen und rund 33.000 Rezensionen sowie über 500.000 Downloads, im Apple App Store werden 4,7 von 5 bei mehr als 134.000 Bewertungen angezeigt. Die App unterstützt Foto-, Barcode- und Dokumenten-Upload, Statusverfolgung, digitales Postfach, Erstattungsbeträge, Videosprechstunde und Facharztvermittlung.
Mehrere aktuelle Nutzerberichte beschreiben bei App-Einreichung Bearbeitungszeiten von wenigen Stunden bis ungefähr zwei Wochen. Ein Nutzer beschreibt sechs bis sieben Rechnungen nach einer stationären Operation, die sämtlich innerhalb von zwei Wochen bearbeitet wurden. Das Gegenbild existiert ebenfalls: Einzelne Nutzer berichten von längeren Laufzeiten, Kürzungen oder langsamen E-Mail-Reaktionen. Papier und Fremdportale werden in Berichten als deutlich langsamer als die direkte App-Einreichung beschrieben.
Seit 2026 bietet die Allianz nach eigenen Angaben eine Echtzeitprüfung für eingereichte zahnärztliche Heil- und Kostenpläne, 92 Prozent würden in Echtzeit zugesagt. Das ist eine Anbieterangabe, keine externe Prüfung.
Die App-Kritik betrifft technische Login- und Registrierungsprobleme, fehlende Verträge, Scannerprobleme bei handschriftlichen Ergänzungen und Grenzen bei größeren Dokumentenmengen. Solche Onlineberichte sind nicht repräsentativ und kein Ersatz für belastbare Zufriedenheitsstudien.
Wechseloption ist strategisch wertvoll für günstigere Einstiege
Die Wechseloption GSWO erlaubt bis zu drei Tarifverbesserungen ohne neue Risikoprüfung bis zum 50. Geburtstag. Sie muss grundsätzlich bis Alter 46 gleichzeitig mit einem neuen MeinGesundheitsschutz-Vertrag abgeschlossen werden.
Das ist besonders interessant, wenn Du heute in der Plus-Linie oder mit höherer Selbstbeteiligung startest und Dir später die Möglichkeit offenhalten willst, auf Best oder eine niedrigere Selbstbeteiligung zu wechseln, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung zu bestehen. Wer diese Option nicht von Anfang an einschließt, kann sie nachträglich nicht mehr ergänzen.
Was kosten die PKV-Tarife bei der Allianz?
Die folgenden Preisbeispiele stammen aus offiziellen Allianz-Musterrechnungen und sind keine persönlichen Angebote. Gesundheitszustand, Eintrittsalter, Berufsstatus, Krankentagegeld, Pflegepflichtversicherung, Region und Risikozuschläge verändern den Beitrag erheblich. Die Beispiele zeigen aber, in welcher Größenordnung Du Dich für typische Einstiegsprofile bewegen wirst.
| Profil | Tarifkombination | Gesamtbeitrag/Monat |
|---|---|---|
| Angestellter, 30 Jahre, kinderlos, 80.000 Euro Jahresbrutto | Plus 90 + Zahn 90 + Pflege + KTG 160 Euro ab Tag 43 + gesetzlicher Zuschlag | 781,24 Euro, Arbeitnehmeranteil 390,62 Euro |
| Berufsstarter, 24 Jahre, angestellt | Plus 90 + Zahn 90 + KTG 140 Euro + Zuschlag + Pflege | 717,26 Euro, Arbeitnehmeranteil 358,63 Euro |
| Berufserfahren, 34 Jahre, angestellt | Plus 90 + Zahn 90 + KTG 160 Euro + Zuschlag + Pflege | 834,26 Euro, Arbeitnehmeranteil 417,13 Euro |
| Selbstständig, 30 Jahre, kinderlos | Plus 70 + Zahn 75 + Pflege + KTG 100 Euro ab Tag 43 + Zuschlag | 707,06 Euro |
| Selbstständig, 33 Jahre | Plus 70 + Zahn 75 + Pflege + KTG 160 Euro + Zuschlag | 787,45 Euro |
| Selbstständig, 43 Jahre | Plus 70 + Zahn 75 + Pflege + KTG 160 Euro + Zuschlag | 965,50 Euro |
| Kind, 0–15 Jahre (Selbstständigen-Beispiel) | Plus 70 + Zahn 75 | 231,00 Euro |
| Kind, 0–15 Jahre (Angestellten-Beispiel) | Plus 90 + Zahn 90 | 276,79 Euro |
Drei Punkte bei der Preisberechnung solltest Du Dir merken, bevor Du die Zahlen aus der Tabelle zu wörtlich nimmst.
Selbstbeteiligung ist nicht Arbeitgeber-relevant. Die Stufe 70 verlangt 30 Prozent Selbstbehalt bis maximal 1.500 Euro jährlich, Stufe 90 verlangt 10 Prozent bis maximal 500 Euro, Stufe 100 ist ohne Selbstbeteiligung. Bei Angestellten bezuschusst der Arbeitgeber den Beitrag, die Selbstbeteiligung aber nicht. Deshalb ist die 90er- oder 100er-Stufe für Arbeitnehmer trotz höherer Prämie häufig wirtschaftlich interessanter, als ein reiner Bruttobeitragsvergleich nahelegt.
Beitragsrückerstattung nicht einpreisen. 2026 nennt die Allianz bis zu 30 Prozent Beitragsrückerstattung: 10 Prozent sind garantiert, bis zu 20 Prozent sind erfolgsabhängig und werden jährlich neu festgelegt. Vorsorgeleistungen aus dem definierten Programm können unschädlich sein, normale Rechnungen können den Bonus kosten. Die Beitragsrückerstattung sollte daher als möglicher Upside und nicht als garantierte Beitragsminderung kalkuliert werden.
Beitragsentlastungsbaustein separat bewerten. Der BENT-Baustein garantiert eine Beitragsreduzierung im Alter, der Entlastungsbeginn ist zwischen 60 und 70 wählbar. Aber auch hier gilt: Beitrag, Arbeitgeberzuschuss, steuerliche Behandlung und der Entlastungsbeginn müssen gegen Alternativen wie ETF- oder Rentenlösungen durchgerechnet werden, bevor Du Dich entscheidest.
Bevor Du Dich für einen Anbieter entscheidest, lohnt der Blick auf die Rahmenbedingungen. Prüfe, wie schnell ein Wechsel in die PKV überhaupt möglich ist und was sich 2027 an den PKV-Einkommensgrenzen ändert.
Ist die Allianz eine gute PKV?
Als Unternehmen ist die Antwort klar: ja. A++ bei Assekurata, eine Solvency-II-Quote von 391 Prozent gegenüber 377 Prozent im Markt, eine BaFin-Beschwerdequote, die weniger als halb so hoch ist wie der Branchendurchschnitt, und eine gut bewertete App, das ist eine solide Grundlage.
Als Tarif kommt es auf Deine konkrete Situation an.
MeinGesundheitsschutz Best ist die deutlich rundere Lösung, wenn GOÄ über Höchstsatz, freie Hilfsmittelversorgung, Reiseimpfungen, Auslandsschutz über sechs Monate hinaus und höhere Limits bei Sehhilfen, Heilpraktiker, Kur und Hausgeburt für Dich relevant sind.
MeinGesundheitsschutz Plus ist ein guter Komforttarif, aber kein Höchstleistungsschutz. Die Einsparung beim Beitrag muss gegen die konkreten Leistungsgrenzen gerechnet werden. Für Selbstständige sind die 70er-Stufen beitragswirksam, bei Arbeitnehmern kann sich das Bild durch den Arbeitgeberzuschuss und die nicht bezuschusste Selbstbeteiligung verschieben.
Für einige Gruppen lohnt vor der Entscheidung eine genauere Prüfung, ob die Allianz wirklich passt oder ob ein anderer Anbieter besser auf die persönliche Situation zugeschnitten ist.
- Vielreisende und Expats: Plus schützt außerhalb der EU nur bis sechs Monate, Best bis zwölf.
- Nutzer teurer Hilfsmittel: Plus erstattet außerhalb von Allianz-Kooperationen grundsätzlich nur 80 Prozent und hat niedrigere Hörgeräte-Limits.
- Patienten von Spezialisten mit Honorarvereinbarung über GOÄ-Höchstsatz: Dafür ist Best deutlich geeigneter als Plus.
- Wer primär auf langfristige Beitragsstabilität des spezifischen Tarifs schaut: MeinGesundheitsschutz ist erst seit 2024 am Markt, belastbare Langzeitdaten gibt es noch nicht.
Der größte Unsicherheitsfaktor bei der Allianz PKV ist nicht die Finanzkraft des Unternehmens, sondern die kurze Historie der seit 2024 offenen Haupttarife. Eine Entscheidung sollte deshalb stärker auf AVB-Qualität, persönliche Leistungsschwerpunkte und belastbare Nettokosten-Szenarien gestützt werden als auf kurzfristige Beitragsbeispiele oder einzelne Onlineerfahrungen.
Wenn Du wissen willst, ob die Allianz für Deine individuelle Situation die beste Wahl ist oder ob ein anderer Anbieter besser passt, solltest Du das mit konkreten Zahlen und vollständiger Gesundheitshistorie prüfen lassen, bevor Du irgendeinen Antrag stellst.


