Als Selbstständiger zahlst Du Deinen Krankenkassenbeitrag vollständig selbst. Kein Arbeitgeber übernimmt die Hälfte, und auch das Solidarsystem springt nicht ein. Wie hoch der Beitrag ausfällt, hängt von Deinem Gewinn, der gewählten Krankenkasse, der Kinderzahl und davon ab, ob Du Krankengeld einschließt. Der Rechner ermittelt den Monatsbeitrag sofort und vergleicht ihn direkt mit allen gesetzlichen Krankenkassen.
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Kassenvergleich bei diesem Einkommen
Alle gesetzlichen Krankenkassen mit dem Beitrag, der bei Deinen Eingaben fällig wäre. Stand: 2026.
Wie funktioniert der Krankenversicherungsbeitrag-Rechner für Selbstständige?
Der Rechner arbeitet mit den geprüften Beitragssätzen aller bundesweit geöffneten gesetzlichen Krankenkassen, Stand September 2026. Er wendet die tatsächlichen Rechenregeln für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige an und aktualisiert den Kassenvergleich, sobald Du eine Eingabe änderst.
So bedienst Du den Rechner:
- Monatliches Einkommen einstellen. Das ist Dein Gewinn vor Steuern, also der Betrag, den Du als Einkünfte aus Selbstständigkeit angibst. Der Rechner kappt bei der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro und hebt auf die Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 Euro an, falls Du darunter liegst.
- Krankenkasse wählen. Die Liste enthält alle gesetzlichen Krankenkassen mit dem aktuellen Gesamtbeitragssatz für 2026.
- Kinder angeben. Der Pflegebeitrag liegt 2026 für Kinderlose bei 4,2 Prozent, für Eltern mit einem Kind bei 3,6 Prozent. Mit jedem weiteren Kind sinkt er um 0,25 Prozentpunkte bis auf 2,6 Prozent.
- Krankengeld auswählen. Ohne Krankengeld-Anspruch gilt der ermäßigte Satz von 14,0 statt 14,6 Prozent. Für Selbstständige ohne zweite Einkommensquelle ist Krankengeld dennoch oft sinnvoll.
Eine Sache bildet der Rechner bewusst nicht ab: die spätere Beitragsfestsetzung. Er rechnet mit dem eingegebenen Monatseinkommen. In der Praxis setzt die Kasse den Beitrag auf Basis des letzten Einkommensteuerbescheids fest und korrigiert nach Eingang des neuen Bescheids. Bei stark schwankenden Gewinnen lohnt sich eine unterjährige Beitragsanpassung über die Kasse.
Wie teuer ist die GKV für Selbstständige?
Für Selbstständige gelten drei Besonderheiten, die den Beitrag von dem eines Angestellten deutlich unterscheiden.
Kein Arbeitgeberanteil
Ein Angestellter mit 4.000 Euro Brutto zahlt an die TK rund 346 Euro monatlich, davon trägt der Arbeitgeber die Hälfte. Als Selbstständiger mit demselben Gewinn trägst Du rund 692 Euro allein.
Mindestbemessungsgrundlage
Wer wenig verdient, zahlt trotzdem. Die Mindestbemessungsgrundlage liegt 2026 bei 1.318,33 Euro monatlich. Auch wer im Gründungsjahr nur 500 Euro Gewinn macht, zahlt seinen Beitrag auf Basis von 1.318,33 Euro. Bei der TK sind das rund 310 Euro monatlich für kinderlose Versicherte, ganz gleich wie niedrig das tatsächliche Einkommen liegt.
Der Gesamtbeitrag deckt alle Einnahmen
Als freiwillig gesetzlich Versicherter zahlst Du auf Deine gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Mieteinnahmen, Kapitalerträge und Betriebsrenten fließen bis zur Beitragsbemessungsgrenze ein.
Für einen konkreten Überblick zeigt die Tabelle die Monatsbeiträge bei der TK (17,29 Prozent Gesamtsatz), mit einem Kind und mit Krankengeld:
| Monatlicher Gewinn | Bemessungsgrundlage | KV-Beitrag | PV-Beitrag | Gesamt / Monat |
|---|---|---|---|---|
| unter 1.318 Euro | 1.318,33 Euro (Mindest) | 192,23 Euro | 47,46 Euro | 239,69 Euro |
| 2.000 Euro | 2.000,00 Euro | 291,60 Euro | 72,00 Euro | 363,60 Euro |
| 3.000 Euro | 3.000,00 Euro | 437,40 Euro | 108,00 Euro | 545,40 Euro |
| 4.000 Euro | 4.000,00 Euro | 583,20 Euro | 144,00 Euro | 727,20 Euro |
| 5.000 Euro | 5.000,00 Euro | 729,00 Euro | 180,00 Euro | 909,00 Euro |
| 6.000 Euro oder mehr | 5.812,50 Euro (BBG) | 847,14 Euro | 209,25 Euro | 1.056,39 Euro |
Die Spanne über alle Kassen ist groß. Die günstigsten liegen bei rund 16,6 bis 16,8 Prozent, die teuersten bei knapp 19 Prozent. Bei einem Gewinn von 4.000 Euro monatlich macht das gut 96 Euro Unterschied pro Monat, also über 1.150 Euro im Jahr, ohne dass Du dafür eine einzige Leistung verlierst.
Der häufigste Fehler von Selbstständigen ist der Blick allein auf den Zusatzbeitrag. Wer bei 4.000 Euro Gewinn die Kasse wechselt, spart schnell den Gegenwert eines kleinen Jahresurlaubs, ohne eine einzige Leistung zu verlieren.
Lutz Gottschlich, PKV-Berater bei COVAGO
PKV oder GKV für Selbstständige: Was ist sinnvoll?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt von mehreren Faktoren ab, die je nach Lebenssituation ganz unterschiedlich wiegen.
Wann spricht mehr für die GKV?
Die freiwillige gesetzliche Versicherung passt für Selbstständige dann, wenn das Einkommen schwankt oder noch unsicher ist. In der GKV richtet sich der Beitrag nach dem Gewinn. Wer in einem schwachen Jahr wenig verdient, zahlt automatisch weniger, mindestens die Mindestbemessungsgrundlage, aber eben nicht den festen PKV-Beitrag.
Bei schwankendem Einkommen spricht für die GKV:
- Kostenfreie Familienversicherung für Kinder und einkommensschwachen Ehepartner
- Automatische Pflichtversicherung, sobald Du angestellt wirst oder unter die Grenze fällst
- Kein Risiko von Leistungsausschlüssen oder Zuschlägen bei Vorerkrankungen
- Kein Altersrisiko, weil der Beitrag nicht mit dem Alter steigt
Wann ist die PKV die bessere Wahl?
Die PKV rechnet sich für Selbstständige vor allem bei dauerhaft hohem und planbarem Einkommen, ohne mitzuversichernde Kinder und mit einer Gesundheit, die eine Aufnahme ohne oder mit kleinem Zuschlag erlaubt. Der zentrale Vorteil ist der einkommensunabhängige Beitrag. Wer 8.000 Euro monatlich verdient, zahlt in der GKV auf die volle Bemessungsgrenze, also rund 1.056 Euro. Die PKV-Beiträge für Selbstständige liegen je nach Tarif und Eintrittsalter bei 500 bis 800 Euro, unabhängig vom Gewinn.
Die verbreitete Aussage, PKV-Beiträge stiegen langfristig stärker als GKV-Beiträge, stimmt so nicht. Das Wissenschaftliche Institut der PKV hat für 2005 bis 2025 eine durchschnittliche Steigerung von 3,1 Prozent pro Vollversichertem gemessen, in der GKV lag der Wert bei 4,0 Prozent.
Das heißt nicht, dass PKV-Beiträge harmlos sind. Sie steigen sprunghaft, sobald Schwellenwerte überschritten werden, und sie hängen am Alter des Tarifs statt am Einkommen. Wer mit 35 Jahren 600 Euro zahlt, kann mit 60 Jahren bei 900 Euro liegen, egal wie das Geschäftsjahr läuft.
Die Entscheidung sollte nicht auf dem Beitrag heute beruhen, sondern auf dem erwarteten Beitrag in zwanzig Jahren, der Familienplanung und dem Gesundheitszustand. Wer nach dem 55. Lebensjahr aus der PKV zurück in die GKV möchte, stößt auf hohe Hürden nach § 6 Abs. 3a SGB V.
Hast Du Deinen letzten Einkommensteuerbescheid griffbereit und weißt Du, welchen Gewinn die Kasse für die Beitragsfestsetzung im nächsten Jahr nutzen wird?
Quellen: GKV-Spitzenverband und COVAGO-Zusatzbeitragsübersicht. Gesamtbeitragssätze Stand 2026 für alle gesetzlichen Krankenkassen. Die Werte sind unverbindliche Beitragsindikationen und keine verbindliche Beitragsfestsetzung.


