Eine Berufshaftpflichtversicherung zahlt, wenn Dir bei der Arbeit ein Fehler unterläuft und ein Kunde, Mandant oder Patient dafür Schadenersatz von Dir verlangt, und sie wehrt unberechtigte Forderungen auf eigene Kosten ab. Für Anwälte, Steuerberater, Versicherungs- und Finanzvermittler, Betreuer und Vertragsärzte schreibt das Gesetz sie vor, für Berater, Coaches, IT-Freelancer und Agenturen ist sie freiwillig und trotzdem oft der wichtigste Vertrag.
Du erfährst hier, welche Form der Berufshaftpflicht zu Deinem Beruf passt, welche Mindestsummen gelten, wo der Schutz endet und wie lange er nach einem Fehler hält. Die Beiträge für typische Profile haben wir am 31. Oktober 2026 selbst in den Online-Rechnern von Versicherern ermittelt.
Was ist eine Berufshaftpflichtversicherung?
Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Deine gesetzliche Haftpflicht aus der Ausübung Deines Berufs. Sie kommt in zwei Formen vor, und welche Du brauchst, hängt davon ab, welchen Schaden Dein Beruf typischerweise anrichtet.
Beratende Berufe brauchen eine Vermögensschadenhaftpflicht (VSH). Sie zahlt reine Vermögensschäden, also Geldverluste ohne verletzte Person und ohne beschädigte Sache, etwa nach einer versäumten Frist oder einer falschen Steuerauskunft. So definieren es die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für die Vermögensschadenhaftpflicht, kurz AVB VH (Ziffer A1-1.2, Stand Mai 2025).
Heilberufe sowie Architekten und Ingenieure brauchen zusätzlich Schutz für Personen- und Sachschäden. Diesen Teil regelt der GDV zusammen mit der Betriebshaftpflicht in den AVB BHV (A1-3.1). Die Allianz zieht dieselbe Linie und bietet für Ärzte, Physiotherapeuten und Architekten eine Berufshaftpflicht für Personen- und Sachschäden an, für Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Vermögensschadenhaftpflicht.
Die Haftung selbst folgt meist aus dem Vertrag mit Deinem Kunden. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) formuliert sie knapp.
Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen.
§ 280 Abs. 1 BGB
Eine Höchstgrenze nennt das Gesetz dabei nicht. Wer als Freiberufler einen Fehler macht, haftet ohne Versicherung mit seinem gesamten Vermögen.
Für welche Berufe ist die Berufshaftpflichtversicherung Pflicht?
Pflicht ist die Berufshaftpflicht für Rechts-, Steuer- und Prüfberufe, für Versicherungs-, Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittler, für Wohnimmobilienverwalter, für Berufsbetreuer und für Vertragsärzte. Ohne Nachweis bekommst Du in diesen Berufen keine Zulassung, keine Erlaubnis oder keine Registrierung.
Eine Pflichtversicherung entsteht nur dort, wo eine Rechtsvorschrift sie verlangt (§ 113 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz, VVG). Der Versicherer bescheinigt Dir dann, dass Dein Vertrag der jeweiligen Vorschrift entspricht (§ 113 Abs. 2 VVG). Nennt die Vorschrift keine eigene Summe, gelten 250.000 € je Versicherungsfall und 1 Mio. € je Jahr (§ 114 Abs. 1 VVG).
Die meisten Berufsgesetze legen eigene Mindestsummen fest, und die Versicherer dürfen die Leistung für alle Fälle eines Jahres auf ein Vielfaches davon begrenzen.
Diese Mindestsummen gelten nach dem Stand vom 31. Oktober 2026:
| Beruf mit Versicherungspflicht | Rechtsgrundlage | Mindestsumme je Versicherungsfall | Jahresleistung mindestens |
|---|---|---|---|
| Rechtsanwälte | § 51 Bundesrechtsanwaltsordnung | 250.000 € | 1.000.000 € |
| Patentanwälte | § 45 Patentanwaltsordnung | 250.000 € | 1.000.000 € |
| Notare | § 19a Bundesnotarordnung | 500.000 € | 1.000.000 € |
| Steuerberater | § 67 StBerG, § 52 DVStB | 250.000 € | 1.000.000 € |
| Wirtschaftsprüfer | § 54 Wirtschaftsprüferordnung | 1.000.000 € | 4.000.000 € |
| Versicherungsvermittler | § 34d GewO, § 12 VersVermV | 1.564.610 € | 2.315.610 € |
| Finanzanlagenvermittler | § 34f GewO, § 9 FinVermV | 1.276.000 € | 1.919.000 € |
| Immobiliardarlehensvermittler | § 34i GewO, § 10 ImmVermV | 460.000 € | 750.000 € |
| Wohnimmobilienverwalter | § 34c GewO, § 15 MaBV | 500.000 € | 1.000.000 € |
| Berufsbetreuer | § 23 Betreuungsorganisationsgesetz | 250.000 € | 1.000.000 € |
| Vertragsärzte | § 95e SGB V | 3.000.000 € | 6.000.000 € |
Bei Versicherungsvermittlern verweist die Verordnung auf den jeweils aktuellen EU-Standard. Die Beträge in der Tabelle gelten laut Delegierter Verordnung (EU) 2024/896 seit dem 9. Oktober 2024, im Verordnungstext stehen noch die älteren Werte.
Für Gesellschaften gelten höhere Summen. Eine anwaltliche Berufsausübungsgesellschaft mit beschränkter Haftung braucht 2,5 Mio. € je Fall, bei höchstens zehn anwaltlich tätigen Personen 1 Mio. € (§ 59o BRAO). Medizinische Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten brauchen 5 Mio. € (§ 95e Abs. 5 SGB V).
Architekten und Ingenieure regelt das Landesrecht. In Bayern verlangt die Berufsordnung der Architektenkammer von selbstständigen Mitgliedern 1,5 Mio. € für Personenschäden und 200.000 € für sonstige Schäden. Für Gesellschaften schreibt das Baukammerngesetz 2,5 Mio. € und 600.000 € mit mindestens fünf Jahren Nachhaftung vor (Art. 8 Abs. 5 BayBauKaG).
Auch eine Versicherung über der Mindestsumme bleibt komplett Pflichtversicherung (§ 113 Abs. 3 VVG). Hat der Versicherer Dir gegenüber das Recht, die Leistung zu verweigern, zahlt er dem Geschädigten trotzdem bis zur Mindestsumme und holt sich das Geld danach von Dir zurück (§ 117 VVG).
Wer braucht eine Berufshaftpflichtversicherung auch ohne gesetzliche Pflicht?
Jeder Selbstständige, dessen Rat, Planung oder Arbeit beim Kunden Geld kostet, wenn sie fehlerhaft ist, braucht eine Berufshaftpflicht. Das betrifft Unternehmensberater, IT-Freelancer, Agenturen, Designer, Übersetzer, Coaches und Gutachter.
Reine Vermögensschäden aus Beratung deckt die Betriebshaftpflicht nicht. Die AVB BHV schließen Schäden aus planender, beratender, prüfender und gutachterlicher Tätigkeit sowie aus Vermittlung und Auskunft ausdrücklich aus (A1-6.12.1). Mit einer Betriebshaftpflicht allein stehst Du bei einem Beratungsfehler deshalb in der Regel ohne Schutz da.
Welche Verträge Dein Gewerbe darüber hinaus braucht, haben wir im Beitrag zu notwendigen Versicherungen für Gewerbetreibende zusammengestellt. Für Trainer und Berater mit Einzelkunden lohnt der Blick auf unsere Übersicht, welche Versicherungen Coaches brauchen.
Die Versicherer veröffentlichen selbst Schadenfälle aus ihrer Regulierung, die die Größenordnung zeigen:
- Steuerberater gibt falsche Umsatzsteuerauskunft, 265.000 € (ERGO)
- Programmierfehler kostet Agentur Gewinn, 250.000 € (Hiscox)
- Beratungsfehler bei einem Softwaresystem, 250.000 € (Hiscox)
- Unternehmensberatung, entgangener Gewinn, 135.000 € (andsafe)
- Berater gerät in Verzug, entgangener Gewinn, 120.000 € (Markel)
- Urheberrechtsverletzung einer Agentur, 195.000 € (Hiscox)
- Hausverwalter versäumt Frist, 35.000 € (Hiscox)
Auch kleine Fehler werden teuer. Bei einem Wohnimmobilienverwalter kosteten versäumte Nebenkostenabrechnungen laut ERGO 12.540 €, bei einer Praxis ein Fehler in der Abrechnung laut Hiscox 6.500 €.
Welche Schäden zahlt die Berufshaftpflichtversicherung?
Die Berufshaftpflicht zahlt berechtigte Schadenersatzforderungen aus Deiner beruflichen Tätigkeit und wehrt unberechtigte ab. Der Versicherer prüft zuerst die Haftungsfrage, dann zahlt er oder führt den Streit für Dich, notfalls vor Gericht (A1-4.1 AVB VH, § 100 VVG).
Die Kosten für Anwälte, Gutachter und Gericht rechnet das GDV-Muster nicht auf die Versicherungssumme an (A1-5.5 AVB VH). Eine Ausnahme gilt für Ansprüche im Ausland oder vor ausländischen Gerichten, dort zehren die Abwehrkosten an der Summe.
Mitversichert sind Akten und Schriftstücke Deiner Kunden, die Du für den Auftrag brauchst (A1-6 AVB VH). Geht ein Ordner mit Originalbelegen verloren, zahlt also auch die Vermögensschadenhaftpflicht.
Der Schutz reicht über Deine eigene Person hinaus. Die Musterbedingungen nehmen einen festen Kreis von Personen mit auf (A1-3 AVB VH).
Diese Personen sind in der VSH mitversichert
- Geschäftsführer und leitende Angestellte
- alle übrigen Betriebsangehörigen
- eingegliederte Leiharbeitnehmer
- Praktikanten, Volontäre und Hospitanten
- berufsfremde Gesellschafter für Deine Tätigkeit
Gesetzliche Pflichtversicherungen müssen auch Fehler von Mitarbeitenden decken, für die Du nach § 278 oder § 831 BGB einstehst (§ 51 Abs. 1 BRAO, § 12 Abs. 3 VersVermV). Viele Tarife gehen weiter. Hiscox schließt freie Mitarbeitende und Ansprüche aus der Nutzung von KI-Anwendungen ein, Markel freie Mitarbeiter und Subunternehmer.
Welche Berufshaftpflicht brauchen Heilberufe?
Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Hebammen brauchen eine Berufshaftpflicht für Personenschäden, weil ihr größtes Risiko ein Behandlungsfehler ist. Die ärztliche Musterberufsordnung verlangt, dass Ärzte sich „ausreichend“ gegen Haftpflichtansprüche versichern (§ 21 MBO-Ä), die Landesärztekammern setzen das in ihren Berufsordnungen um.
Eine bundesweite Euro-Summe für einzelne Ärzte nennt das Berufsrecht nicht. Vertragsärzte brauchen seit 2021 mindestens 3 Mio. € für Personen- und Sachschäden je Fall (§ 95e SGB V), sonst droht das Ruhen ihrer Zulassung. Fehlt die vorgeschriebene Versicherung, kann die Behörde außerdem das Ruhen der Approbation anordnen (§ 6 Abs. 1 Nr. 5 Bundesärzteordnung), bei Hebammen das Ruhen der Erlaubnis (§ 8 Abs. 1 Nr. 4 Hebammengesetz).
Im Prozess stehen Behandelnde unter Druck. Fehlt eine gebotene Maßnahme in der Behandlungsakte, vermutet das Gesetz, dass sie nicht getroffen wurde, und bei einem groben Behandlungsfehler vermutet das Gesetz, dass er den Schaden verursacht hat (§ 630h Abs. 3 und 5 BGB).
Die Versicherer empfehlen deshalb deutlich höhere Summen. Die Deutsche Ärzteversicherung nennt für niedergelassene Ärzte pauschal 5 Mio. € oder 7,5 Mio. € für Personen- und Sachschäden plus 1 Mio. € für Vermögensschäden, für angestellte Ärzte 5 Mio. €.
Für Heilpraktiker gibt es keine gesetzliche Pflicht, weder im Heilpraktikergesetz noch in seiner Durchführungsverordnung. Versichern sollten sie sich trotzdem. Bei Hiscox ist für Heilberufe die Betriebshaftpflicht mit Personen- und Sachschäden die Basis, die Vermögensschadenhaftpflicht ein Zusatzbaustein.
Praxen verwalten besonders sensible Daten. Welche Lücken eine Cyberpolice dort schließt, liest Du in unserem Beitrag, ob eine Arztpraxis eine Cyberversicherung braucht.
Wann zahlt die Berufshaftpflichtversicherung nicht?
Die Berufshaftpflicht zahlt nicht bei Vorsatz und nicht bei wissentlicher Pflichtverletzung. Wer bewusst gegen Gesetze, Weisungen oder Vollmachten handelt, verliert den Schutz (A1-7.1 AVB VH).
Sie ersetzt außerdem keine Leistung, die Du Deinem Kunden ohnehin schuldest. Die Nachbesserung Deiner eigenen Arbeit und die Rückforderung Deines Honorars sind nicht versichert (A1-2.4 AVB VH), ebenso eine Haftung, die Du im Vertrag über das Gesetz hinaus übernimmst (A1-2.5).
Die Musterbedingungen der Vermögensschadenhaftpflicht schließen außerdem diese Fälle aus:
- Veruntreuung (A1-7.2)
- Ansprüche von Angehörigen, Gesellschaftern und Partnern (A1-7.4)
- Strafschadenersatz, etwa nach US-Recht (A1-7.5)
- Überschreitung von Kostenvoranschlägen und Krediten (A1-7.6)
- Empfehlung von Geld- und Grundstücksgeschäften (A1-7.7)
- Fehlbeträge in der Kasse und beim Barzahlen (A1-7.8)
- Tätigkeit als Geschäftsführer oder Vorstand (A1-7.9)
Für Pflichtversicherte sind die zulässigen Ausschlüsse enger. Anwälte dürfen neben wissentlicher Pflichtverletzung und bestimmten Auslandsfällen zum Beispiel nur die Veruntreuung durch Personal, Angehörige oder Mitgesellschafter ausschließen (§ 51 Abs. 3 BRAO), Vermittler neben der wissentlichen Pflichtverletzung nur marktübliche Fälle (§ 12 Abs. 5 VersVermV).
Räumlich deckt das Muster nur Tätigkeiten aus deutschen Büros und Ansprüche vor europäischen Gerichten oder aus europäischem Recht (A1-1.3 AVB VH). Arbeitest Du für Kunden außerhalb Europas, klären wir den Geltungsbereich vor dem Abschluss. Markel versichert Tätigkeiten in seinem Tarif Pro Dienstleister weltweit, Hiscox die Unternehmensberater und Agenturen.
Wie hoch sollte die Deckungssumme der Berufshaftpflicht sein?
Für Freiberufler und kleine Büros ohne Versicherungspflicht sind 250.000 € bis 1 Mio. € je Versicherungsfall üblich, so beschreibt es Hiscox. Für Berater und IT-Dienstleister nennt Hiscox 500.000 € bis 1 Mio. € als Wahl vieler Kunden.
Richte die Summe am größten Auftrag aus, den Du betreust. ERGO hält bei überwiegend kleinen Aufträgen 100.000 € für ausreichend und warnt bei Großaufträgen vor Forderungen in Millionenhöhe. Bist Du pflichtversichert, ist die gesetzliche Mindestsumme die Untergrenze.
Achte auch auf die Jahreshöchstleistung. Das GDV-Muster begrenzt sie auf ein Vielfaches der Versicherungssumme (A1-5.2 AVB VH), üblich ist laut GDV das Zwei- oder Dreifache.
Die Serienschadenklausel wirkt ähnlich. Mehrere Fehler aus derselben oder einer gleichartigen Fehlerquelle mit zeitlichem und rechtlichem oder wirtschaftlichem Zusammenhang zählen als ein einziger Versicherungsfall (A1-5.3 AVB VH). Nutzt Du dasselbe fehlerhafte Vertragsmuster für viele Kunden, steht Dir dann womöglich nur einmal die Versicherungssumme zur Verfügung.
Diese Summen bieten die Versicherer für die Berufshaftpflicht an (Stand 31. Oktober 2026):
| Versicherer und Tarif | Wählbare Versicherungssummen |
|---|---|
| Hiscox, Unternehmensberater | 100.000 € bis 3 Mio. € |
| Hiscox, IT-Unternehmen | 125.000 € bis 3 Mio. € |
| andsafe, Vermögensschadenhaftpflicht | 100.000 €, 300.000 € oder 500.000 € |
| Markel, Pro IT | bis 15 Mio. € |
| Allianz, Berufshaftpflicht für Personen- und Sachschäden | in der Regel 3 Mio. €, bis 10 Mio. € |
Mehr Deckung kostet weniger, als die Summen vermuten lassen. Für einen Unternehmensberater stieg der Hiscox-Beitrag von 500.000 € auf 1 Mio. € um 29,9 %, von 100.000 € auf 1 Mio. € hat er sich etwa verdoppelt.
Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung?
Eine Vermögensschadenhaftpflicht kostete Selbstständige mit bis zu 75.000 € Umsatz in unseren Rechnungen zwischen rund 17 € und 64 € im Monat. Den Preis bestimmen viele Faktoren, vor allem Beruf, Umsatz, Versicherungssumme, Selbstbeteiligung, Vorschäden und Zusatzbausteine.
Die Allianz nennt deshalb auf ihrer Produktseite gar keine Preise, ebenso HDI, AXA, VHV, ERGO und die Deutsche Ärzteversicherung. Hiscox, andsafe und Markel veröffentlichen Beispielrechnungen.
Vergleichbar sind diese Beispiele nur eingeschränkt. Umsatz, Summe, Laufzeit und Zahlweise unterscheiden sich, und Markel nennt zu seinem Einstiegspreis weder Summe noch Steuer.
Diese Beispielbeiträge nennen die Versicherer selbst:
| Beispiel des Versicherers | Eckdaten laut Versicherer | Beitrag |
|---|---|---|
| andsafe, Buchhalter | Neugründung, 50.000 € Umsatz, 100.000 € Summe | 10,94 € im Monat |
| Hiscox, Content Creator | 30.000 € Umsatz, 100.000 € Summe, jährliche Zahlung, 3 Jahre Laufzeit | ab 11,25 € im Monat zzgl. Versicherungsteuer |
| Hiscox, SAP-Berater | bis 100.000 € Umsatz, 125.000 € Summe, 1.000 € Selbstbeteiligung | 16,54 € im Monat zzgl. Versicherungsteuer |
| Hiscox, Werbeagentur | 75.000 € Umsatz, 300.000 € Summe, jährliche Zahlung, 3 Jahre Laufzeit | ab 22,50 € im Monat zzgl. Versicherungsteuer |
| Hiscox, Berater | 150.000 € Umsatz, 500.000 € Summe, ohne Selbstbeteiligung | 28,60 € im Monat |
| Hiscox, IT-Freelancer | 150.000 € Umsatz, 1 Mio. € Summe, ohne Selbstbeteiligung | 50,52 € im Monat |
| Markel, Pro Dienstleister | keine Angaben | ab 190 € im Jahr |
Bei Ingenieuren mit Planungsrisiko liegen die Beiträge deutlich höher. Hiscox nennt für einen Bio-Ingenieur mit 50.000 € Umsatz, 300.000 € für Vermögensschäden, 3 Mio. € für Personenschäden und 5.000 € Selbstbeteiligung ab 148,59 € im Monat zuzüglich Versicherungsteuer.
Für eine bessere Einordnung haben wir selbst gerechnet. Innerhalb jedes Profils haben wir alle Eingaben gleich gehalten und nur die Versicherungssumme verändert, der Umsatz lag jeweils bei bis zu 75.000 €.
Diese Monatsbeiträge haben wir am 31. Oktober 2026 in den Online-Rechnern der Versicherer ermittelt:
| Beruf in unserem Vergleich | Versicherer und Selbstbeteiligung | 300.000 € Summe | 500.000 € Summe | 1 Mio. € Summe | 3 Mio. € Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Unternehmensberater | Hiscox, ohne Selbstbeteiligung | 22,10 € | 29,03 € | 37,70 € | 64,13 € |
| Unternehmensberater | andsafe, ohne Selbstbeteiligung | 20,19 € | 26,79 € | nicht wählbar | nicht wählbar |
| IT-Freelancer | Hiscox, 250 € Selbstbeteiligung | 23,40 € | 31,20 € | 42,47 € | 52,00 € |
| Werbeagentur | Hiscox, 250 € Selbstbeteiligung | 26,00 € | 33,37 € | 40,30 € | 64,13 € |
| Coach | Hiscox, ohne Selbstbeteiligung | 23,83 € | 31,63 € | 41,16 € | 59,80 € |
Die Hiscox-Werte verstehen sich zuzüglich 19 % Versicherungsteuer, der andsafe-Rechner weist die Steuer nicht gesondert aus. Die kleinste Summe von 100.000 € kostete den Unternehmensberater bei Hiscox 18,63 € und bei andsafe 16,64 € im Monat.
Selbstbeteiligung senkt den Beitrag spürbar
Eine Selbstbeteiligung von 1.000 € statt 0 € senkte den Beitrag für den Unternehmensberater bei Hiscox und bei andsafe jeweils um 10,0 %. Beim IT-Freelancer kostete der Verzicht auf die 250 € Selbstbeteiligung 10,0 % mehr.
Den Schutz bei unberechtigten Forderungen verlierst Du dadurch nicht. Der Versicherer wehrt solche Ansprüche auch dann ab, wenn der Schaden unter Deiner Selbstbeteiligung liegt (A1-5.4 AVB VH). Als Pflichtversicherter darfst Du nur einen begrenzten Selbstbehalt vereinbaren, Steuerberater zum Beispiel 1.500 € (§ 52 Abs. 2 DVStB).
Bei jährlicher Zahlung sparst Du bei Hiscox rund 3,8 % und bei andsafe 4,8 %. Gründende bekommen bei Hiscox laut Übersichtsseite 15 % Rabatt, auf einzelnen Berufsseiten nennt Hiscox bis zu 30 %. Mitglieder einer Landesärztekammer erhalten bei der Deutschen Ärzteversicherung 15 %.
Beiträge mindern als Betriebsausgabe den Gewinn
Als Selbstständiger setzt Du die Beiträge zur Berufshaftpflicht als Betriebsausgabe ab, weil sie ein Risiko Deines Betriebs absichern (§ 4 Abs. 4 Einkommensteuergesetz). Zahlst Du als Angestellter selbst eine Berufshaftpflicht, kommen Werbungskosten in Betracht, soweit die Police Deine berufliche Tätigkeit absichert und Dein Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt (§ 9 Abs. 1 EStG). Klär die Einzelheiten mit Deinem Steuerberater.
Auf den Beitrag fallen 19 % Versicherungsteuer an (§ 6 Abs. 1 Versicherungsteuergesetz). Umsatzsteuer enthält er nicht (§ 4 Nr. 10 a Umsatzsteuergesetz), deshalb ziehst Du daraus keine Vorsteuer. Bei 400 € Nettobeitrag kommen 76 € Versicherungsteuer dazu, auf Deiner Rechnung stehen 476 €.
Worin unterscheidet sich die Berufshaftpflicht von der Betriebshaftpflicht?
Die Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden aus Deinem Betrieb, die Vermögensschadenhaftpflicht die Geldverluste Deiner Kunden durch Fehler in Beratung, Planung oder Verwaltung. Stolpert ein Mandant in Deinem Büro über ein Kabel, zahlt die Betriebshaftpflicht, versäumst Du seine Frist, zahlt die Vermögensschadenhaftpflicht.
Viele Beratende brauchen deshalb beide Verträge. Die R+V nennt die Betriebshaftpflicht auf ihrer Produktseite die notwendige Ergänzung zur Berufshaftpflicht, und auch der GDV rät zur zusätzlichen Büro- oder Betriebshaftpflicht, wenn Deine Police nur Vermögensschäden deckt.
Organhaftung ist ein eigenes Feld. Die Vermögensschadenhaftpflicht schließt Deine Tätigkeit als Geschäftsführer aus (A1-7.9 AVB VH), dafür gibt es die D&O-Versicherung. Wann welche Police passt, erklären wir im Beitrag D&O-Versicherung oder Vermögensschadenhaftpflicht.
So grenzen sich die einzelnen Policen voneinander ab:
- Vermögensschadenhaftpflicht für Fehler in Beratung und Planung
- Berufshaftpflicht der Heilberufe für Behandlungsfehler
- Betriebshaftpflicht für Personen- und Sachschäden im Betrieb
- D&O-Versicherung für Pflichtverletzungen von Geschäftsführern
- Cyberversicherung für Eigenschäden nach einem Hackerangriff
- Privathaftpflicht für Schäden außerhalb des Berufs
Die D&O-Versicherung arbeitet anders als die Vermögensschadenhaftpflicht. Sie knüpft an die erste Geltendmachung des Anspruchs an und rechnet die Abwehrkosten auf die Summe an (Teil A der GDV-Musterbedingungen AVB D&O). Unsere Seite zur Managerhaftung zeigt, wie wir Geschäftsführer absichern.
Eigene Schäden nach einem Angriff auf Deine IT zahlt die Berufshaftpflicht nicht, weil sie nur Ansprüche Dritter deckt. Für Kanzleien haben wir in unserem Beitrag zur Cyberversicherung für Rechtsanwälte beschrieben, was eine Cyberpolice ergänzt.
Die Privathaftpflicht versichert Dich als Privatperson und schließt Schäden aus Beruf und Betrieb aus. Für Schäden aus Deiner selbstständigen Tätigkeit brauchst Du deshalb einen eigenen Vertrag.
Wie lange schützt die Berufshaftpflicht nach einem Fehler?
Die Vermögensschadenhaftpflicht schützt Dich für jeden Fehler, den Du während der Vertragslaufzeit begehst, auch wenn der Kunde erst Jahre später Geld verlangt. Versicherungsfall ist nach dem GDV-Muster der Verstoß, also Dein Tun oder Unterlassen (A1-2.1 AVB VH).
Nach dem Vertragsende gilt eine Nachmeldefrist, deren Länge das Muster offenlässt (A1-2.2). Die Tarife unterscheiden sich hier stark. Hiscox wirbt bei Unternehmensberatern mit unbegrenzter Nachmeldung, und Markel verzichtet in Pro Dienstleister ebenfalls auf eine Beschränkung.
Das Gesetz lässt Kunden viel Zeit. Ansprüche aus Vermögensschäden verjähren spätestens zehn Jahre nach ihrer Entstehung, Ansprüche wegen Gesundheitsschäden 30 Jahre nach dem Ereignis (§ 199 Abs. 2 und 3 BGB). Eine kurze Nachmeldefrist lässt Dich im Ruhestand deshalb womöglich ohne Schutz.
Die Rückwärtsversicherung deckt den umgekehrten Fall, nämlich Fehler vor Vertragsbeginn, die Dir beim Abschluss nicht bekannt waren (A1-2.3 AVB VH). Hiscox bietet für IT-Dienstleister sechs Monate an, die AXA für Architekten und Ingenieure ein Jahr. Wie das Prinzip in der Managerhaftung funktioniert, erklären wir im Beitrag zur Rückwärtsversicherung in der Managerhaftpflicht.
Für Personen- und Sachschäden aus Heil- und Planungsberufen gilt dagegen das Schadenereignis während der Laufzeit (A1-3.1 AVB BHV). Eine Nachhaftung nach der Praxis- oder Büroaufgabe gibt es dort nur durch besondere Vereinbarung (A1-10). Die VHV nennt für Architekten eine zeitlich unbegrenzte Nachhaftung.
Was tust Du im Schadenfall mit der Berufshaftpflicht?
Im Schadenfall meldest Du den Fehler innerhalb einer Woche Deinem Versicherer, auch wenn noch niemand Geld von Dir fordert. So steht es im Gesetz (§ 104 Abs. 1 VVG) und in den Musterbedingungen (B3-3.2.2 AVB VH).
Danach überlässt Du dem Versicherer die Prüfung. Er entscheidet, ob er zahlt oder die Forderung abwehrt. Kommt es zum Prozess, überlässt Du ihm die Führung und bevollmächtigst den Anwalt (B3-3.2.2 AVB VH).
Diese Schritte helfen Dir nach einem Fehler
- Fehler mit Datum und Beteiligten festhalten
- Versicherer innerhalb einer Woche informieren
- Schaden nach Möglichkeit begrenzen
- Fragen des Versicherers wahrheitsgemäß beantworten
- Mahnbescheiden fristgerecht widersprechen
- Klagen sofort an den Versicherer weitergeben
Ein Anerkenntnis gegenüber dem Kunden nimmt Dir den Versicherungsschutz nicht. Das Versicherungsvertragsgesetz regelt das ausdrücklich.
Eine Vereinbarung, nach welcher der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet ist, wenn ohne seine Einwilligung der Versicherungsnehmer den Dritten befriedigt oder dessen Anspruch anerkennt, ist unwirksam.
§ 105 VVG
Der Versicherer zahlt aber nur, soweit der Anspruch auch ohne Dein Anerkenntnis bestanden hätte (A1-4.1 AVB VH). Verletzt Du Deine Pflichten im Schadenfall vorsätzlich, kann er die Leistung verweigern, bei grober Fahrlässigkeit kürzen (§ 28 VVG). Steht Deine Haftung fest, muss er Dich binnen zwei Wochen freistellen (§ 106 VVG).
Welche Fragen stellen Unternehmer zur Berufshaftpflichtversicherung am häufigsten?
Diese Fragen tauchen in der Google-Suche zur Berufshaftpflicht am häufigsten auf. Die Antworten fassen die wichtigsten Punkte aus den Abschnitten oben kurz zusammen.
Wann zahlt die Berufshaftpflichtversicherung nicht?
Sie zahlt nicht bei Vorsatz und nicht bei wissentlicher Pflichtverletzung (A1-7.1 AVB VH). Ausgeschlossen sind auch die Nachbesserung Deiner Arbeit, die Rückforderung Deines Honorars, Veruntreuung und Fehlbeträge in der Kasse. Eigene Schäden, etwa nach einem Hackerangriff, deckt sie ebenfalls nicht.
Wann ist eine Berufshaftpflichtversicherung Pflicht?
Pflicht ist sie unter anderem für Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler, Wohnimmobilienverwalter, Berufsbetreuer und Vertragsärzte. Die Mindestsummen reichen von 250.000 € je Fall bei Anwälten und Steuerberatern bis 3 Mio. € bei Vertragsärzten, für Gesellschaften und Versorgungszentren gelten höhere Summen. Ohne Nachweis gibt es keine Zulassung oder Erlaubnis.
Wann brauche ich eine Berufshaftpflicht?
Du brauchst sie, sobald ein Fehler in Deiner Beratung, Planung oder Arbeit Deinen Kunden Geld kosten kann. Das gilt für Berater, IT-Freelancer, Agenturen, Coaches und Gutachter auch ohne gesetzliche Pflicht. Die Betriebshaftpflicht schließt solche reinen Vermögensschäden aus (A1-6.12.1 AVB BHV).
Was kostet eine Berufshaftpflicht im Monat?
In unseren Rechnungen vom 31. Oktober 2026 lag die Vermögensschadenhaftpflicht für Selbstständige mit bis zu 75.000 € Umsatz zwischen 16,64 € und 64,13 € im Monat. Ein Unternehmensberater zahlte bei Hiscox für 500.000 € Summe 29,03 € zuzüglich Versicherungsteuer. Den Preis bestimmen Beruf, Umsatz, Summe, Selbstbeteiligung und Vorschäden.
Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung für Selbständige und Freiberufler?
Für 1 Mio. € Summe zahlten Unternehmensberater, Werbeagentur, Coach und IT-Freelancer bei Hiscox zwischen 37,70 € und 42,47 € im Monat zuzüglich Versicherungsteuer. Markel nennt für Pro Dienstleister ab 190 € im Jahr, andsafe für einen Buchhalter mit 100.000 € Summe 10,94 € im Monat.
Was deckt eine Berufshaftpflicht ab?
Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt Geldverluste Deiner Kunden durch Deine beruflichen Fehler, die Berufshaftpflicht der Heilberufe Personen- und Sachschäden. Der Versicherer prüft die Forderung, zahlt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte ab. Mitversichert sind Deine Mitarbeitenden und Praktikanten.
Was ist der Unterschied zwischen Berufshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht?
Bei beratenden Berufen meinen beide Begriffe meist dasselbe, die Versicherer nennen ihre Vermögensschadenhaftpflicht oft Berufshaftpflicht. Bei Ärzten, Heilberufen, Architekten und Ingenieuren deckt die Berufshaftpflicht zusätzlich Personen- und Sachschäden. Prüfe deshalb im Vertrag, welche Schadenarten versichert sind.
Was ist der Unterschied zwischen Haftpflicht und Berufshaftpflicht?
Die Privathaftpflicht versichert Dich als Privatperson und schließt Schäden aus Beruf und Betrieb aus. Die Berufshaftpflicht deckt die Schäden, die Du bei Deiner beruflichen Tätigkeit anderen zufügst.
Bin ich über meinen Arbeitgeber haftpflichtversichert?
Hat Dein Arbeitgeber eine Vermögensschadenhaftpflicht, schließt sie nach dem GDV-Muster alle Betriebsangehörigen mit ein (A1-3 AVB VH). Für Deine Arbeit dort bist Du dann mitversichert. Angestellte Steuerberater ohne eigene Mandate dürfen sich auf die Versicherung des Arbeitgebers stützen (§ 51 Abs. 3 DVStB). Für Nebentätigkeiten auf eigene Rechnung brauchst Du einen eigenen Vertrag.
Welche Berufshaftpflichtversicherung ist die beste?
Die passende Berufshaftpflicht beschreibt Deine Tätigkeit vollständig und deckt die Schadenarten, die in Deinem Beruf vorkommen. Achte auf die Versicherungssumme, die Jahreshöchstleistung, die Nachmeldefrist, die Rückwärtsversicherung und den räumlichen Geltungsbereich. Diese Punkte vergleichen wir in der Beratung für Dich.
Wie hilft Dir COVAGO bei der Wahl Deiner Berufshaftpflichtversicherung?
In der Beratung klären wir, ob Du eine Vermögensschadenhaftpflicht, eine Berufshaftpflicht für Personenschäden oder beides brauchst, welche Mindestsumme für Deinen Beruf gilt und wie lange Dein Schutz nach dem Vertragsende hält. Deine Ansprechpartner sind Johannes Haumann und Melanie Schaser.
Wir vergleichen die Bedingungen mehrerer Versicherer, prüfen Deinen bestehenden Vertrag auf Lücken wie eine kurze Nachmeldefrist oder einen zu engen Geltungsbereich und holen passende Angebote für Dich ein. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Wie wir Selbstständige und Unternehmen darüber hinaus absichern, zeigt unsere Seite zu Betriebshaftpflicht und Firmenschutz.

