Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung zahlt, wenn ein Fehler aus Deiner Beratung, Planung, Verwaltung oder Dienstleistung bei einem Kunden einen reinen Geldschaden auslöst, und sie wehrt unberechtigte Forderungen auf eigene Kosten ab. Eine versäumte Frist, eine falsche Empfehlung oder ein Programmierfehler reichen dafür aus, auch wenn niemand verletzt ist und nichts kaputtgeht.
Du erfährst hier, für welche Berufe die Versicherung Pflicht ist, welche Schäden sie übernimmt, wo sie aufhört und welche Deckungssumme zu Deiner Tätigkeit passt. Die Beiträge für typische Berufe haben wir am 31. Oktober 2026 selbst im Online-Rechner eines Versicherers ermittelt.
Was ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?
Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, kurz VSH oder VH, ist eine Berufshaftpflicht für reine Vermögensschäden, die Du Dritten bei Deiner beruflichen Tätigkeit zufügst. Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht aus der Tätigkeit, die Dein Versicherungsschein beschreibt.
Was ein Vermögensschaden ist, definieren die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für die Vermögensschadenhaftpflicht, kurz AVB VH (Stand Mai 2025), über eine Abgrenzung.
Vermögensschäden sind Schäden, die weder Personenschäden (Tötung, Verletzung des Körpers oder Schädigung der Gesundheit von Menschen) noch Sachschäden (Beschädigung, Verderben, Vernichtung) sind, noch sich aus solchen Schäden herleiten.
Ziffer A1-1.2 AVB VH
Fachleute sprechen deshalb von echten oder reinen Vermögensschäden. Entgeht Deinem Kunden eine Fördersumme, weil Du eine Frist falsch genannt hast, liegt ein solcher Schaden vor. Verdienstausfall nach einem Unfall in Deinem Büro ist dagegen ein unechter Vermögensschaden, weil er aus einem Personenschaden folgt, und gehört in die Betriebshaftpflicht.
Eine Besonderheit betrifft Geld. Das Muster zählt abhandengekommenes Geld, Kryptowerte und Wertpapiere zu den Sachschäden (A1-1.2). Verschwindet Kundengeld, hilft Dir die Vermögensschadenhaftpflicht deshalb nicht weiter.
Die Haftung selbst ergibt sich meist aus Deinem Vertrag mit dem Kunden. Verletzt Du eine Pflicht daraus, kann er Ersatz des Schadens verlangen (§ 280 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch, BGB). Fehler Deiner Mitarbeitenden rechnet Dir das Gesetz wie eigene zu (§ 278 BGB). Die allgemeine Deliktshaftung nach § 823 Abs. 1 BGB nennt das Vermögen dagegen nicht als geschütztes Gut, deshalb laufen reine Vermögensschäden meist über den Vertrag.
Ist die Vermögensschadenhaftpflicht für bestimmte Berufe Pflicht?
Für Kammerberufe, erlaubnispflichtige Vermittler und Verwalter sowie Berufsbetreuer ist die Vermögensschadenhaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben, für die meisten anderen Selbstständigen ist sie freiwillig. Ohne Nachweis der Versicherung bekommst Du in diesen Berufen keine Zulassung, Erlaubnis oder Registrierung.
Eine Pflichtversicherung entsteht nur dort, wo eine Rechtsvorschrift sie verlangt (§ 113 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz, VVG). Nennt die Vorschrift keine eigene Summe, gelten 250.000 € je Versicherungsfall und 1 Mio. € je Versicherungsjahr (§ 114 Abs. 1 VVG).
Die meisten Berufsgesetze regeln ihre Summen selbst. Sie verlangen außerdem Schutz für jede einzelne Pflichtverletzung, also eine Deckung nach dem Verstoßprinzip, das wir weiter unten erklären.
Diese Mindestsummen gelten nach dem Stand vom 31. Oktober 2026:
| Beruf mit Versicherungspflicht | Rechtsgrundlage | Mindestsumme je Versicherungsfall | Mindestsumme je Jahr |
|---|---|---|---|
| Rechtsanwälte | § 51 Bundesrechtsanwaltsordnung | 250.000 € | 1 Mio. €, falls begrenzt |
| Patentanwälte | § 45 Patentanwaltsordnung | 250.000 € | 1 Mio. €, falls begrenzt |
| Notare | § 19a Bundesnotarordnung | 500.000 € | 1 Mio. €, falls begrenzt |
| Steuerberater | § 67 Steuerberatungsgesetz, § 52 DVStB | 250.000 € | 1 Mio. €, falls begrenzt |
| Wirtschaftsprüfer | § 54 Wirtschaftsprüferordnung | 1 Mio. € | 4 Mio. €, falls begrenzt |
| Versicherungsvermittler | § 34d GewO, § 12 VersVermV, Delegierte Verordnung (EU) 2024/896 | 1.564.610 € | 2.315.610 € |
| Finanzanlagenvermittler | § 34f GewO, § 9 FinVermV | 1.276.000 € | 1.919.000 € |
| Immobiliardarlehensvermittler | § 34i GewO, § 10 ImmVermV | 460.000 € | 750.000 € |
| Wohnimmobilienverwalter | § 34c GewO, § 15 MaBV | 500.000 € | 1 Mio. € |
| Lohnsteuerhilfevereine | § 25 StBerG, § 10 DVLStHV | 50.000 € | 200.000 €, falls begrenzt |
| Berufsbetreuer | § 23 Betreuungsorganisationsgesetz | 250.000 € | 1 Mio. € |
Für Versicherungsvermittler nennt die deutsche Verordnung im Text noch 1.276.000 € und 1.919.000 €. Für die Anpassung verweist sie aber auf den EU-Standard in der jeweils geltenden Fassung, und der liegt seit dem 9. Oktober 2024 bei den Beträgen in der Tabelle. Für Finanzanlagenvermittler gelten weiter die Werte aus dem Verordnungstext, eine neuere Bekanntmachung haben wir nicht gefunden. Für Berufsausübungsgesellschaften von Anwälten und Steuerberatern gelten höhere Summen (§ 59o BRAO, § 55f StBerG).
Architekten und Ingenieure regeln die Länder. In Nordrhein-Westfalen verlangt die Durchführungsverordnung zum Baukammerngesetz laut Architektenkammer NRW (Stand Juli 2024) mindestens 250.000 € für Sach- und Vermögensschäden und 1,5 Mio. € für Personenschäden, beide zweifach im Jahr (§ 17 Abs. 1 DVO BauKaG NRW). Kanzleien brauchen neben der Pflichtpolice oft auch Schutz gegen Hackerangriffe, den wir im Beitrag zur Cyberversicherung für Rechtsanwälte beschreiben.
Wer braucht eine Vermögensschadenhaftpflicht?
Jeder, der für Kunden berät, plant, prüft, verwaltet, vermittelt oder Software und Inhalte liefert, braucht eine Vermögensschadenhaftpflicht. Typisch sind Unternehmensberater, IT-Dienstleister, Agenturen, Hausverwaltungen, Sachverständige, Coaches und Personalberater.
Ein einzelner Fehler kann bei diesen Tätigkeiten teurer werden als ein Jahresumsatz. Die Versicherer veröffentlichen dazu Fälle aus ihrer eigenen Regulierung.
Diese Schäden nennen die Versicherer selbst (Stand 31. Oktober 2026):
- Berater nennt falsche Förderfrist, 16.000 € (Hiscox)
- Berater verschweigt Fördermöglichkeiten, 55.000 € (Allianz)
- IT-Berater empfiehlt ungeeignete Software, 73.000 € (Markel)
- Projektverzug beim Berater, 120.000 € (Markel)
- Programmierfehler eines IT-Dienstleisters, 250.000 € (Hiscox)
- Agentur nutzt Bilder ohne Rechte, 3.500 € (Hiscox)
- Vereinskassierer lässt Beiträge verjähren, 15.000 € (Allianz)
Hiscox beschreibt außerdem eine unberechtigte Klage über 5 Mio. € gegen ein IT-Unternehmen. Für die Abwehr nennt der Versicherer eine Schadensumme von 250.000 €.
Wie weit Du persönlich haftest, hängt von Deiner Rechtsform ab. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler haftest Du mit Deinem gesamten Vermögen, in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) haften die Gesellschafter persönlich (§ 721 BGB). In einer GmbH haftet gegenüber Gläubigern das Gesellschaftsvermögen, wann Geschäftsführer trotzdem privat einstehen, erklären wir im Beitrag wann ein GmbH-Geschäftsführer mit seinem Privatvermögen haftet.
Weniger dringend ist die Vermögensschadenhaftpflicht für Betriebe, deren Risiko vor allem bei Personen- und Sachschäden liegt, etwa im Handwerk, in der Gastronomie oder im Handel. Dort steht die Betriebshaftpflicht an erster Stelle. Welche Policen ein Gewerbe insgesamt prüfen sollte, haben wir unter notwendige Versicherungen für Gewerbetreibende zusammengestellt.
Was zahlt die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?
Die Vermögensschadenhaftpflicht prüft, ob Du für einen Schaden haftest, zahlt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte ab, notfalls vor Gericht. Diese drei Leistungen stehen in Ziffer A1-4.1 der Musterbedingungen.
Der Versicherer führt dabei den Prozess in Deinem Namen und auf eigene Kosten (A1-4.2). Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten rechnet er nach dem Muster nicht auf die Versicherungssumme an (A1-5.5). Eine Ausnahme gilt für Ansprüche, die jemand im Ausland oder vor ausländischen Gerichten geltend macht.
Steht Deine Haftung fest, muss der Versicherer Dich binnen zwei Wochen von der Forderung freistellen (§ 106 VVG). Strafverteidigerkosten übernimmt er, wenn er die Verteidigung gewünscht oder genehmigt hat (A1-4.3).
Der Schutz gilt für mehr Personen als nur für Dich. Das Muster nimmt eine Reihe von Personen ausdrücklich mit auf (A1-3.1, A1-3.2).
Diese Personen sind mitversichert
- gesetzliche Vertreter und leitende Angestellte
- alle übrigen Betriebsangehörigen
- Leiharbeitnehmer, Praktikanten und Volontäre
- berufsfremde Gesellschafter
Freie Mitarbeitende und Subunternehmer nehmen manche Tarife zusätzlich auf, Hiscox und Markel nennen sie auf ihren Produktseiten. Prüfe diesen Punkt, wenn Du mit Freelancern arbeitest.
Viele Versicherer erweitern den Schutz über das Muster hinaus. Die Unterschiede liegen in den Details der Bedingungen.
Diese Bausteine nennen die Versicherer auf ihren Produktseiten (Stand 31. Oktober 2026):
- Verzögerungsschäden bei Projektverzug (Hiscox, Markel)
- Urheber-, Marken- und Namensrechtsverletzungen (Hiscox, Markel)
- Datenschutzverstöße (Markel, R+V)
- Daten- und Cyber-Drittschäden (Markel)
- Ansprüche aus dem Einsatz von KI-Anwendungen (Hiscox, Markel)
- Bürohaftpflicht für Personen- und Sachschäden (VHV)
- Eigenschäden durch Fehler eigener Mitarbeitender (Markel, R+V)
Die Eigenschadendeckung ersetzt Verluste Deines eigenen Unternehmens, die Deine Mitarbeitenden fahrlässig verursachen. Die R+V stellt in ihren Bedingungen klar, dass dieser Baustein keine Haftpflichtversicherung gegenüber Dritten ist.
Wann zahlt die Vermögensschadenhaftpflicht nicht?
Die Vermögensschadenhaftpflicht zahlt nicht bei Vorsatz und wissentlichen Pflichtverletzungen, und sie ersetzt keine Leistung, die Du Deinem Kunden ohnehin schuldest. Nachbesserung, Rücktritt, Minderung und die Rückforderung Deines Honorars schließt das Muster aus (A1-2.4).
Wissentlich handelst Du, wenn Du bewusst von Gesetzen, Vorschriften, Weisungen oder Vollmachten abweichst (A1-7.1). Dieser Ausschluss greift früher als die gesetzliche Grenze, die nur den vorsätzlich herbeigeführten Schaden ausnimmt (§ 103 VVG). Die R+V übernimmt die Abwehrkosten, solange der Vorwurf streitig ist, und fordert sie zurück, wenn ein Gericht die wissentliche Pflichtverletzung rechtskräftig feststellt.
Ebenso fehlt der Schutz, soweit Du vertraglich mehr Haftung übernimmst, als das Gesetz vorsieht (A1-2.5). Garantien, pauschale Vertragsstrafen und unbegrenzte Haftungszusagen in Kundenverträgen gehören deshalb vor der Unterschrift auf den Prüfstand.
Die Musterbedingungen schließen außerdem diese Fälle aus:
- Ansprüche durch Veruntreuung (A1-7.2)
- Ansprüche mitversicherter Personen untereinander (A1-7.3)
- Ansprüche von Angehörigen und persönlich haftenden Gesellschaftern (A1-7.4)
- Strafschadenersatz, etwa nach US-Recht (A1-7.5)
- überschrittene Kostenvoranschläge und Kredite (A1-7.6)
- Vermittlung oder Empfehlung von Geldgeschäften (A1-7.7)
- Kassenfehlbeträge und Fehler bei Barzahlungen (A1-7.8)
- Handeln als Geschäftsführer oder Vorstand (A1-7.9)
Der Ausschluss für Geld- und Grundstücksgeschäfte erklärt, warum Finanz-, Versicherungs- und Immobilienvermittler eigene Deckungskonzepte brauchen. Die Versicherer bieten dafür spezielle Tarife an, die den Pflichtvorgaben der Gewerbeordnung entsprechen.
Für Fehler als Geschäftsführer oder Vorstand ist die D&O-Versicherung zuständig. Wie wir diese Managerhaftung absichern, zeigt unsere Seite zur D&O-Versicherung und zum Cyberschutz.
Räumlich ist das Muster eng gefasst. Es versichert Tätigkeiten von Deutschland aus und Ansprüche vor europäischen Gerichten oder nach europäischem Recht, gemeint sind der Europäische Wirtschaftsraum und die Schweiz (A1-1.3). Hiscox und Markel bieten Beratern weltweiten Schutz an, Hiscox rechnet die Kosten bei Ansprüchen vor Gerichten der USA oder Kanadas aber auf die Versicherungssumme an.
Wie funktioniert das Verstoßprinzip in der Vermögensschadenhaftpflicht?
Die Vermögensschadenhaftpflicht versichert Fehler, die Du während der Vertragslaufzeit begehst, auch wenn der Kunde den Schaden erst Jahre später bemerkt. Versicherungsfall ist nach dem Muster der Verstoß, also das Tun oder Unterlassen, das einen Haftpflichtanspruch auslösen kann (A1-2.1).
Bei einem Unterlassen gilt der Verstoß im Zweifel als an dem Tag begangen, an dem Du spätestens hättest handeln müssen. Das ist wichtig bei Fristen, denn eine verpasste Frist im Dezember fällt in den alten Vertrag, auch wenn die Forderung im März kommt.
Andere Haftpflichtsparten arbeiten anders. Die Betriebshaftpflicht knüpft an das Schadenereignis an, die D&O-Versicherung an die erstmalige Geltendmachung des Anspruchs, das sogenannte Claims-made-Prinzip.
Spät entdeckte Fehler sind bei Beratern häufig. Der Anspruch Deines Kunden verjährt ohne Kenntnis erst zehn Jahre nach seiner Entstehung, spätestens 30 Jahre nach der Pflichtverletzung (§ 199 Abs. 3 BGB).
Darum zählt die Nachmeldefrist. Sie legt fest, wie lange Du nach Vertragsende noch Verstöße aus der Laufzeit melden darfst (A1-2.2). Das Muster lässt die Zahl der Jahre offen, die Versicherer regeln sie unterschiedlich.
Diese Nachmeldefristen nennen die Versicherer in ihren Bedingungen:
| Versicherer und Tarif | Nachmeldefrist nach Vertragsende | Stand der Unterlagen |
|---|---|---|
| R+V Vermögensschadenhaftpflicht | 5 Jahre, unbefristet bei dauerhafter Aufgabe, etwa aus Alters- oder Gesundheitsgründen | Bedingungen 01.03.2021, Heft 07/2026 |
| Hiscox Consult für Unternehmensberater | unbegrenzt | Bedingungen 02/2019 |
| Hiscox Professions für Dienstleister | 10 Jahre | Bedingungen 01/2019 |
Selbst beim selben Versicherer hängt die Frist also vom Tarif ab. Das Gegenstück ist die Rückwärtsversicherung für Fehler vor Vertragsbeginn. Sie gilt nur, wenn Du sie vereinbarst, und nur für Verstöße, die bei Abschluss niemand kannte (A1-2.3). Hiscox nennt auf der Produktseite sechs Monate.
Wie hoch sollte die Deckungssumme der Vermögensschadenhaftpflicht sein?
Für Freiberufler, Selbstständige und kleine Betriebe sind Deckungssummen zwischen 250.000 € und 1 Mio. € je Versicherungsfall üblich. Diese Spanne nennt Hiscox auf seiner Produktseite (Stand 31. Oktober 2026), bei Pflichtberufen geben die Mindestsummen aus dem Gesetz die Untergrenze vor.
Wie Kunden tatsächlich wählen, hat Hiscox ausgewertet (aktualisiert 13. März 2026). Unternehmensberater mit bis zu 75.000 € Umsatz entschieden sich zu 36 % für 500.000 € und zu 29 % für 1 Mio. €. Bei IT-Unternehmen derselben Größe lag 500.000 € mit 41 % vorn, bei Werbeagenturen mit bis zu 30.000 € Umsatz 1 Mio. € mit 37 %.
Richte die Summe am größten Auftrag aus, den Du betreust. Ein Fehler in einem Softwareprojekt mit sechsstelligem Budget kann den Schaden des Kunden schnell über 500.000 € treiben.
Achte neben der Summe je Fall auf die Jahreshöchstleistung. Das Muster lässt den Faktor offen (A1-5.2), die R+V stellt die Versicherungssumme für Drittschäden zweifach im Jahr zur Verfügung. Mehrere Fehler aus derselben Fehlerquelle können als ein einziger Versicherungsfall gelten, das Muster nennt das Serienschaden (A1-5.3).
Diese Summen bieten die Versicherer in ihren Tarifen an (Stand 31. Oktober 2026):
| Versicherer und Tarif | Wählbare Versicherungssummen | Wählbare Selbstbeteiligung |
|---|---|---|
| Hiscox Unternehmensberater | 100.000 € bis 3 Mio. € in 6 Stufen | 0, 100, 500 oder 1.000 € |
| Hiscox IT | 125.000 € bis 3 Mio. € in 5 Stufen | 0, 250 oder 1.000 € |
| Hiscox Hausverwalter | 500.000 € bis 3 Mio. € in 4 Stufen | 0, 250 oder 1.000 € |
| Hiscox Werbeagentur | 300.000 € bis 3 Mio. € in 5 Stufen | fest 250 € |
| SIGNAL IDUNA | 100.000 € bis 1 Mio. € | nicht veröffentlicht |
Die Hiscox-Werte stammen aus dem Online-Rechner des Versicherers. Andere Versicherer nennen ihre Summen nur im Angebot, die fragen wir für Dich an.
Was kostet eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?
Eine Vermögensschadenhaftpflicht kostete in unseren Rechnungen für Berater, IT-Dienstleister und Agenturen mit 150.000 € Umsatz rund 24 bis 76 € im Monat, je nach Deckungssumme. Den Preis bestimmen viele Faktoren, vor allem Beruf, Umsatz, Deckungssumme, Selbstbeteiligung, Vorschäden, Zahlweise und Laufzeit.
Allianz, HDI, VHV und AXA nennen auf ihren Produktseiten keine Preise. Hiscox und Markel veröffentlichen Einstiegsbeiträge, Hiscox nennt dazu kleine Umsätze und niedrige Summen, Markel nennt weder Summe noch Umsatz.
Diese Beispielbeiträge nennen die Versicherer selbst (Stand 31. Oktober 2026):
| Beispiel des Versicherers | Eckdaten laut Versicherer | Beitrag laut Versicherer, bei Hiscox zzgl. 19 % Versicherungsteuer |
|---|---|---|
| Hiscox, Content Creator | 30.000 € Umsatz, 100.000 €, jährliche Zahlung, 3 Jahre | ab 11,25 € im Monat |
| Hiscox, Werbeagentur | 75.000 € Umsatz, 300.000 €, jährliche Zahlung, 3 Jahre | ab 22,50 € im Monat |
| Hiscox, IT-Freelancer | 150.000 € Umsatz, 1 Mio. €, ohne Selbstbeteiligung | 50,52 € im Monat |
| Markel Pro Berater | keine Angaben auf der Produktseite | ab 170 € im Jahr, ohne Angabe zur Steuer |
Die niedrigen Hiscox-Einstiegspreise gelten nur bei jährlicher Zahlung und drei Jahren Laufzeit. Mit mehr Umsatz und höheren Summen steigt der Beitrag deutlich, beim IT-Freelancer mit 150.000 € Umsatz auf 50,52 € im Monat.
Für eine bessere Einordnung haben wir selbst gerechnet. Innerhalb jedes Profils haben wir Umsatz, Selbstbeteiligung und Zahlweise gleich gehalten und nur die Deckungssumme verändert.
Diese Monatsbeiträge haben wir am 31. Oktober 2026 im Online-Rechner von Hiscox ermittelt, jeweils mit bis zu 150.000 € Jahresumsatz und monatlicher Zahlung:
| Beruf in unserem Vergleich | Selbstbeteiligung | 300.000 € Deckung | 500.000 € Deckung | 1 Mio. € Deckung | 3 Mio. € Deckung |
|---|---|---|---|---|---|
| Unternehmensberater | 0 € | 24,26 € | 32,06 € | 41,60 € | 72,80 € |
| Softwareentwickler | 0 € | 33,36 € | 40,04 € | 50,52 € | 62,44 € |
| Werbeagentur | 250 € | 29,90 € | 37,70 € | 50,26 € | 75,83 € |
| Hausverwaltung | 250 € | nicht wählbar | 45,50 € | 61,10 € | 98,36 € |
Alle Werte verstehen sich zuzüglich 19 % Versicherungsteuer, aus 41,60 € werden so 49,50 €. Der Schritt von 500.000 € auf 1 Mio. € kostete je nach Beruf 26 bis 34 % mehr Beitrag.
Selbstbeteiligung senkt den Beitrag um bis zu 18 Prozent
Eine Selbstbeteiligung macht die Vermögensschadenhaftpflicht günstiger. Beim Softwareentwickler sank der Monatsbeitrag bei 500.000 € Deckung mit 1.000 € statt 0 € Selbstbeteiligung um 18,2 %, beim Unternehmensberater um 10,0 %.
Den Schutz bei unberechtigten Forderungen verlierst Du dadurch nicht. Der Versicherer wehrt solche Ansprüche nach dem Muster auch dann ab, wenn sie unter Deiner Selbstbeteiligung liegen (A1-5.4).
Weitere Nachlässe gibt es über Zahlweise und Laufzeit. Beim Softwareentwickler mit 500.000 € Deckung und 250 € Selbstbeteiligung kostete die monatliche Zahlung bei Hiscox 36,40 € netto, im Jahr also 436,80 €. Mit jährlicher Zahlung sank der Beitrag auf 420,00 € und mit drei Jahren Laufzeit auf 378,00 €. Gründende erhalten bei Hiscox 15 % Rabatt.
Worin unterscheidet sich die Vermögensschadenhaftpflicht von anderen Haftpflichtversicherungen?
Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt reine Geldschäden aus Deiner Tätigkeit, die Betriebshaftpflicht Personen- und Sachschäden. Viele Dienstleister brauchen deshalb beide Verträge oder einen Tarif, der beides verbindet.
Die Betriebshaftpflicht versichert reine Vermögensschäden nur in engen Grenzen. Ihr Muster schließt Schäden aus Beratung, Planung, Prüfung, Gutachten, Vermittlung, Datenverarbeitung, Fristversäumnis und Urheberrechtsverletzung ausdrücklich aus (A1-6.12.1 AVB BHV). Das sind die typischen Fehlerquellen von Beratern und Freiberuflern.
Berufshaftpflicht ist ein Sammelbegriff. Bei Anwälten, Steuerberatern und Vermittlern meint er die Vermögensschadenhaftpflicht, bei Ärzten und Handwerkern eher die Betriebshaftpflicht. Hiscox verkauft seine Vermögensschadenhaftpflicht unter dem Namen Berufshaftpflicht.
So grenzen sich die einzelnen Policen voneinander ab:
- Vermögensschadenhaftpflicht für Fehler aus Beratung und Dienstleistung
- Betriebshaftpflicht für Personen- und Sachschäden aus dem Betrieb
- D&O-Versicherung für Pflichtverletzungen von Geschäftsführern
- Cyberversicherung für Hackerangriffe und Datenverlust
- Eigenschadenversicherung für Verluste des eigenen Betriebs
Die D&O-Versicherung schützt Geschäftsführer und Vorstände, wenn das eigene Unternehmen sie wegen einer Pflichtverletzung in Anspruch nimmt (§ 43 GmbH-Gesetz, § 93 Aktiengesetz). Wann welche Police passt, vergleichen wir im Beitrag D&O-Versicherung oder Vermögensschadenhaftpflicht.
Bei Daten verläuft die Grenze zur Cyberversicherung. Die R+V versichert in der Vermögensschadenhaftpflicht Datenschutzverstöße bei der Verarbeitung von Kundendaten, schließt Schäden aus einer Verletzung der Informationssicherheit aber aus. Welche Police nach einem Angriff zahlt, liest Du in unserem Beitrag zur Frage, welche Versicherung bei einem Cyberangriff zahlt.
Was tust Du im Schadenfall mit der Vermögensschadenhaftpflicht?
Im Schadenfall meldest Du den Fehler innerhalb einer Woche Deinem Versicherer, sobald Du ihn bemerkst, auch wenn Dein Kunde noch nichts fordert. Diese Frist steht im Gesetz (§ 104 Abs. 1 VVG) und in den Musterbedingungen (B3-3.2.2).
Weil der Verstoß selbst der Versicherungsfall ist, beginnt die Frist schon mit dem Erkennen eines möglichen Fehlers. Warte deshalb keine Beschwerde des Kunden ab.
Diese Schritte helfen Dir nach einem Fehler
- Fehler mit Datum, Auftrag und Beteiligten festhalten
- Versicherer innerhalb einer Woche informieren
- Schaden nach Möglichkeit begrenzen
- Fragen des Versicherers wahrheitsgemäß beantworten
- Mahnbescheiden fristgerecht widersprechen
- Klagen sofort an den Versicherer weitergeben
Danach überlässt Du die Prozessführung dem Versicherer und bevollmächtigst den Anwalt, den er Dir nennt (B3-3.2.2). Ein Anerkenntnis gegenüber dem Kunden kostet Dich den Versicherungsschutz nicht, das Gesetz verbietet eine solche Klausel.
Eine Vereinbarung, nach welcher der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet ist, wenn ohne seine Einwilligung der Versicherungsnehmer den Dritten befriedigt oder dessen Anspruch anerkennt, ist unwirksam.
§ 105 VVG
Der Versicherer zahlt aber nur, soweit der Anspruch auch ohne Dein Anerkenntnis bestanden hätte (A1-4.1). Sag Deinem Kunden deshalb Aufklärung zu und keine Zahlung.
Verletzt Du Deine Pflichten im Schadenfall vorsätzlich, kann der Versicherer die Leistung verweigern, bei grober Fahrlässigkeit kürzen (§ 28 VVG, B3-3.3). Bei Pflichtversicherungen schützt das Gesetz Deinen Kunden trotzdem, der Versicherer zahlt ihm bis zur Mindestsumme und holt sich das Geld danach bei Dir zurück (§ 117 VVG).
Kannst Du die Vermögensschadenhaftpflicht von der Steuer absetzen?
Ja, die Beiträge zur Vermögensschadenhaftpflicht sind Betriebsausgaben, weil sie ein Risiko Deiner beruflichen Tätigkeit absichern (§ 4 Abs. 4 Einkommensteuergesetz). Sie mindern damit Deinen Gewinn.
Auf den Beitrag fällt Versicherungsteuer von 19 % an (§ 6 Abs. 1 Versicherungsteuergesetz). Umsatzsteuer enthält er nicht (§ 4 Nr. 10 a Umsatzsteuergesetz), deshalb kannst Du keine Vorsteuer daraus ziehen.
Bei 500 € Nettobeitrag kommen 95 € Versicherungsteuer dazu, auf Deiner Rechnung stehen 595 €. Zahlst Du als Angestellter selbst eine Berufshaftpflicht für Deinen Job, setzt Du den Beitrag in der Regel als Werbungskosten an (§ 9 Abs. 1 EStG). Das bestätigt Dir im Einzelfall Dein Steuerberater.
Welche Fragen stellen Unternehmer zur Vermögensschadenhaftpflicht am häufigsten?
Diese Fragen tauchen in der Google-Suche zur Vermögensschadenhaftpflicht am häufigsten auf. Die Antworten fassen die wichtigsten Punkte aus den Abschnitten oben kurz zusammen.
Was zählt zu Vermögensschäden?
Ein Vermögensschaden ist ein finanzieller Nachteil, der weder ein Personen- noch ein Sachschaden ist und sich auch nicht aus einem solchen herleitet (A1-1.2 AVB VH). Typisch sind entgangene Fördermittel, versäumte Fristen, falsche Berechnungen oder Projektverzug. Der Verlust von Geld, Kryptowerten und Wertpapieren zählt nach dem Muster als Sachschaden.
Was deckt eine Vermögensschadenhaftpflicht ab?
Der Versicherer prüft die Haftungsfrage, zahlt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte auf eigene Kosten ab (A1-4.1 AVB VH). Mitversichert sind Geschäftsführer und alle Betriebsangehörigen. Viele Tarife schließen zusätzlich Urheberrechtsverletzungen, Datenschutzverstöße und Verzögerungsschäden ein.
Wer braucht eine Vermögensschadenhaftpflicht?
Sie braucht jeder, der Kunden berät, für sie plant, prüft, verwaltet oder Software und Inhalte liefert. Das betrifft etwa Unternehmensberater, IT-Dienstleister, Agenturen und Hausverwaltungen. Als Einzelunternehmer haftest Du für solche Fehler mit Deinem gesamten Vermögen.
Ist eine Vermögensschadenhaftpflicht Pflicht?
Für Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler, Immobiliardarlehensvermittler, Wohnimmobilienverwalter und Berufsbetreuer ist sie gesetzlich vorgeschrieben. Für Verwalter von Wohnimmobilien verlangt § 15 MaBV mindestens 500.000 € je Fall und 1 Mio. € im Jahr. Für die meisten anderen Selbstständigen ist sie freiwillig.
Was ist der Unterschied zwischen Berufshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht?
Berufshaftpflicht ist ein Oberbegriff für die Haftpflicht aus einem Beruf. Bei beratenden Berufen meint er meist die Vermögensschadenhaftpflicht, bei Handwerkern und Heilberufen eher eine Haftpflicht für Personen- und Sachschäden. Prüfe deshalb, welche Schadenarten Dein Vertrag ausdrücklich nennt.
Was ist der Unterschied zwischen Vermögensschadenhaftpflicht und Betriebshaftpflicht?
Die Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden sowie Vermögensschäden, die daraus folgen. Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt reine Vermögensschäden aus Beratung, Planung und Dienstleistung, die das Betriebshaftpflicht-Muster ausdrücklich ausschließt (A1-6.12.1 AVB BHV).
Wie hoch sollte eine Vermögensschadenhaftpflicht sein?
Für Freiberufler, Selbstständige und kleine Betriebe sind laut Hiscox 250.000 € bis 1 Mio. € je Versicherungsfall üblich (Stand 31. Oktober 2026). Richte die Summe am größten Auftrag aus, den Du betreust. Bei Pflichtberufen gibt das Gesetz die Untergrenze vor.
Was kostet eine Vermögensschadenhaftpflicht?
In unseren Hiscox-Rechnungen vom 31. Oktober 2026 kostete sie bei 150.000 € Umsatz und 500.000 € Deckung zwischen 32,06 € (Unternehmensberater) und 45,50 € (Hausverwaltung) im Monat zuzüglich Versicherungsteuer. Markel nennt für kleine Berater ab 170 € im Jahr. Den Preis bestimmen Beruf, Umsatz, Deckungssumme, Selbstbeteiligung und Vorschäden.
Wann zahlt die Vermögensschadenhaftpflicht nicht?
Sie zahlt nicht bei Vorsatz und wissentlichen Pflichtverletzungen, nicht für die Nachbesserung Deiner Leistung und nicht für zurückgeforderte Honorare. Auch vertraglich übernommene Haftung über das Gesetz hinaus, Veruntreuung und Fehler als Geschäftsführer schließt das Muster aus.
Brauchen Angestellte eine Vermögensschadenhaftpflicht?
Angestellte sind über die Police ihres Arbeitgebers mitversichert, wenn dieser eine Vermögensschadenhaftpflicht abgeschlossen hat (A1-3.1 AVB VH). Eine eigene Police brauchen sie vor allem, wenn ihr Berufsrecht sie verlangt oder sie nebenberuflich selbstständig beraten. Zahlen sie den Beitrag selbst, setzen sie ihn in der Regel als Werbungskosten an.
Wie hilft Dir COVAGO bei der Wahl Deiner Vermögensschadenhaftpflicht?
In der Beratung klären wir, ob Dein Versicherungsschein alle Tätigkeiten beschreibt, die Du für Kunden erbringst, welche Deckungssumme zu Deinen Aufträgen passt und ob Du zusätzlich eine Betriebshaftpflicht brauchst. Deine Ansprechpartner sind Johannes Haumann und Melanie Schaser.
Wir vergleichen die Bedingungen mehrerer Versicherer, prüfen Deinen bestehenden Vertrag auf Lücken wie eine kurze Nachmeldefrist, fehlende Verzögerungsschäden oder einen engen Geltungsbereich und holen passende Angebote für Dich ein. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Wie wir Selbstständige und Unternehmen darüber hinaus absichern, zeigt unsere Seite zu Betriebshaftpflicht und Firmenschutz.

