Eine D&O-Versicherung zahlt, wenn Du als Geschäftsführer, Vorstand oder Aufsichtsrat wegen einer Pflichtverletzung für einen Vermögensschaden persönlich haften sollst, und sie wehrt unberechtigte Forderungen auf eigene Kosten ab. Ohne diesen Schutz haftest Du für solche Schäden mit Deinem Privatvermögen, auch wenn Dein Unternehmen eine GmbH ist.
Du erfährst hier, wofür Organe nach dem Gesetz haften, was die Versicherung leistet, wo sie aufhört und welche Versicherungssumme zu Deinem Unternehmen passt. Die Beiträge stammen aus der veröffentlichten Beitragsstaffel eines Versicherers, die wir am 31. Oktober 2026 ausgewertet haben.
Was ist eine D&O Versicherung?
Die D&O-Versicherung ist eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für die Leitungs- und Aufsichtsorgane eines Unternehmens. D&O steht für Directors and Officers, im Deutschen heißt sie auch Managerhaftpflicht.
In der Regel schließt das Unternehmen den Vertrag für seine Manager ab und zahlt den Beitrag. So beschreibt es der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seiner Informationsseite (Stand 1. Oktober 2024). Rechtlich ist das eine Versicherung für fremde Rechnung, die Rechte aus dem Vertrag stehen also Dir als versicherter Person zu (§ 44 Versicherungsvertragsgesetz, VVG).
Die Musterbedingungen des GDV für die D&O, kurz AVB D&O (Stand Oktober 2026), beschreiben den Kern des Schutzes in Ziffer A-1. Versichert sind gegenwärtige und ehemalige Mitglieder von Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung, wenn jemand sie wegen einer Pflichtverletzung bei dieser Tätigkeit auf Schadenersatz für einen Vermögensschaden in Anspruch nimmt. Ein Vermögensschaden ist weder ein Personen- noch ein Sachschaden und folgt auch aus keinem solchen Schaden.
Die Forderung kann von zwei Seiten kommen. Bei der Innenhaftung verlangt Dein eigenes Unternehmen Schadenersatz von Dir, bei der Außenhaftung ein Dritter, etwa ein Geschäftspartner, ein Anteilseigner oder das Finanzamt. Fordert ein Insolvenzverwalter Geld von Dir, macht er in der Regel Ansprüche Deiner Gesellschaft geltend, etwa nach § 15b Abs. 4 InsO, und das zählt zur Innenhaftung. Die D&O deckt laut GDV beide Richtungen.
Viele Tarife versichern mehr Personen als das Muster. Die Allianz nimmt zum Beispiel auch Prokuristen, leitende Angestellte, Compliance Officer und Datenschutzbeauftragte auf (Produktseite, Stand 31. Oktober 2026).
Ist die D&O Versicherung für Unternehmen Pflicht?
Eine gesetzliche Pflicht zur D&O-Versicherung gibt es in Deutschland nicht. Eine Pflichtversicherung entsteht nur dort, wo eine Rechtsvorschrift sie ausdrücklich verlangt (§ 113 Abs. 1 VVG), und für die D&O fehlt eine solche Vorschrift.
Das Aktiengesetz (AktG) setzt die Versicherung lediglich voraus. Schließt eine Aktiengesellschaft eine D&O für ihren Vorstand ab, muss sie einen Mindest-Selbstbehalt vereinbaren (§ 93 Abs. 2 Satz 3 AktG). Eine Pflicht zum Abschluss folgt daraus nicht.
Eine Pflicht kann sich aber aus Verträgen ergeben, etwa aus Deinem Anstellungsvertrag oder der Satzung. Ob das bei Dir der Fall ist, klären wir vor dem Abschluss. Mehr dazu liest Du in unserem Beitrag zur Frage, ob es eine Pflicht zur D&O-Versicherung für Geschäftsführer gibt.
Wer braucht eine D&O Versicherung?
Sinnvoll ist eine D&O für Dich, sobald Du ein Unternehmen, einen Verein oder eine Stiftung als Organ leitest oder beaufsichtigst. Die Haftungsbeschränkung einer GmbH schützt nur die Gesellschafter vor den Schulden der Gesellschaft (§ 13 Abs. 2 GmbH-Gesetz), Dich als Geschäftsführer schützt sie bei eigenen Pflichtverletzungen nicht.
Als Geschäftsführer haftest Du der GmbH für den Schaden aus einer Pflichtverletzung, und zwar solidarisch mit jedem anderen Geschäftsführer, der ebenfalls seine Pflichten verletzt hat (§ 43 Abs. 2 GmbHG). Vorstände einer Aktiengesellschaft oder einer Genossenschaft müssen im Streitfall sogar selbst beweisen, dass sie sorgfältig gehandelt haben (§ 93 Abs. 2 AktG, § 34 Abs. 2 Genossenschaftsgesetz).
Ehrenamtliche Vereinsvorstände haften milder. Bekommen sie höchstens 3.300 € Vergütung im Jahr, haften sie dem Verein und seinen Mitgliedern nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (§ 31a Abs. 1 BGB, Stand 31. Oktober 2026). Haften sie Dritten, können sie vom Verein Befreiung verlangen, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (§ 31a Abs. 2 BGB). Bei grober Fahrlässigkeit und wenn der Verein selbst nicht zahlen kann, bleibt das Risiko also beim Vorstand, deshalb fragen viele Vereine nach einer eigenen D&O-Versicherung für den Vereinsvorstand.
Für einige Unternehmer passt die D&O dagegen kaum. Als Einzelunternehmer hast Du keine Organstellung, und eine GbR lässt sich bei der Allianz gar nicht versichern. Bist Du alleiniger Gesellschafter Deiner GmbH, hilft Dir die D&O bei Ansprüchen der eigenen Gesellschaft wenig, denn das Muster kürzt den Schutz um Deine Beteiligungsquote (A-6.3 AVB D&O). Das trifft auch Forderungen des Insolvenzverwalters, weil er Ansprüche der Gesellschaft geltend macht. Für Außenansprüche, etwa vom Finanzamt oder von Geschäftspartnern, bleibt die D&O trotzdem sinnvoll.
Welche Haftungsrisiken sichert die D&O Versicherung ab?
Die D&O sichert die gesetzliche Organhaftung ab, also Ansprüche Deiner Gesellschaft und Dritter wegen einer Pflichtverletzung in Deinem Amt. Die wichtigsten Grundlagen stehen im Gesellschafts-, Insolvenz- und Steuerrecht.
Eine unternehmerische Fehlentscheidung macht Dich dabei noch nicht haftbar. Das Aktiengesetz verneint eine Pflichtverletzung, wenn Du vernünftigerweise annehmen durftest, auf Grundlage angemessener Information zum Wohl der Gesellschaft zu handeln (§ 93 Abs. 1 Satz 2 AktG). Dokumentiere deshalb, auf welcher Grundlage Du größere Entscheidungen triffst.
Diese Vorschriften lösen die persönliche Haftung von Organen am häufigsten aus:
| Haftungsgrundlage | Wer haftet | Besonderheit laut Gesetz |
|---|---|---|
| § 43 Abs. 2 GmbHG | GmbH-Geschäftsführer gegenüber der Gesellschaft | Verjährung nach fünf Jahren (Abs. 4) |
| § 93 Abs. 2 AktG | Vorstand einer AG gegenüber der Gesellschaft | Beweislast beim Vorstand, Verjährung nach fünf Jahren, bei Börsennotierung zehn (Abs. 6) |
| § 116 AktG | Aufsichtsrat einer AG | Haftung wie ein Vorstand |
| § 34 Abs. 2 GenG | Vorstand einer Genossenschaft | Beweislast beim Vorstand |
| § 15b Abs. 4 InsO | Organe einer juristischen Person nach Insolvenzreife | Erstattung verbotener Zahlungen |
| § 69 AO | gesetzliche Vertreter bei Steuerschulden | bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit |
Ein großes Risiko liegt in der Insolvenz. Spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung musst Du den Antrag stellen (§ 15a Abs. 1 Insolvenzordnung). Schon ab Eintritt der Insolvenzreife darfst Du nur noch Zahlungen leisten, die mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsleiters vereinbar sind, und nach Ablauf dieser Fristen gilt das in der Regel für keine Zahlung mehr (§ 15b Abs. 1 bis 3 InsO). Verbotene Zahlungen musst Du der Gesellschaft erstatten (§ 15b Abs. 4 InsO), und der Insolvenzverwalter fordert sie für die Gläubiger ein. Was bei verspätetem Antrag gilt, erklären wir im Beitrag zur Insolvenzverschleppung in der D&O-Versicherung.
Die Versicherer veröffentlichen Schadenfälle aus ihrer Regulierung. Bei Hiscox zahlte ein GmbH-Geschäftsführer in der Krise 900.000 € an einen Lieferanten, die der Insolvenzverwalter später zurückforderte. Bei der BarmeniaGothaer verpasste das Management eine Verjährungsfrist für Kundenforderungen und verursachte so 50.000 € Verlust, ein anderes Unternehmen lieferte ohne Liquiditätsprüfung Waren für 200.000 € an einen Neukunden, der nie zahlte (Stand 31. Oktober 2026). Weitere typische Fallen beschreibt unser Beitrag über die Haftungsrisiken von Geschäftsführern.
Was zahlt die D&O Versicherung?
Die D&O prüft, ob Du haftest, wehrt unberechtigte Forderungen ab und stellt Dich von berechtigten Forderungen frei (A-6.1 AVB D&O). Steht Deine Haftung bindend fest, muss der Versicherer Dich binnen zwei Wochen freistellen.
Der Abwehrschutz ist oft der wichtigste Teil. Anwälte, Gutachter und Gerichtskosten fallen auch an, wenn sich der Vorwurf am Ende als unbegründet erweist. Nach dem Muster rechnet der Versicherer diese Kosten auf die Versicherungssumme an (A-6.4), viele Tarife stellen dafür aber zusätzliches Geld bereit.
Diese Leistungen enthält eine D&O nach Muster und gängigen Tarifen:
Diese Leistungen gehören zum Schutz
- Prüfung, ob die Forderung berechtigt ist
- Abwehr unberechtigter Ansprüche auch vor Gericht
- Zahlung berechtigter Schadenersatzforderungen
- Strafverteidigung, wenn der Versicherer zustimmt
- Erstattung an die Firma, die Dich freigestellt hat
- Schutz ehemaliger Organmitglieder
Die Erstattung an die Firma heißt im Fachjargon Company Reimbursement (A-3). Stellt Dein Unternehmen Dich bei einer Außenforderung frei, holt es sich das Geld beim Versicherer zurück, soweit die Freistellung rechtlich zulässig ist.
Selbstbehalt ist für Vorstände einer AG Pflicht
Bei Vorständen einer Aktiengesellschaft schreibt das Gesetz einen Selbstbehalt vor. Der Wortlaut lässt der Gesellschaft dabei nur Spielraum nach oben.
Schließt die Gesellschaft eine Versicherung zur Absicherung eines Vorstandsmitglieds gegen Risiken aus dessen beruflicher Tätigkeit für die Gesellschaft ab, ist ein Selbstbehalt von mindestens 10 Prozent des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds vorzusehen.
§ 93 Abs. 2 Satz 3 AktG
Für Aufsichtsräte gilt diese Regel nicht (§ 116 AktG), für GmbH-Geschäftsführer auch nicht. Bei der Allianz liegt der Selbstbehalt im Basistarif bei 1.500 €, in den übrigen Tarifen bei 0 € (Stand 31. Oktober 2026). Den gesetzlichen Pflicht-Selbstbehalt eines AG-Vorstands deckt die Firmen-D&O laut Allianz nicht, ihn sicherst Du selbst ab, etwa über eine eigene Selbstbehaltsversicherung. Wie das funktioniert, zeigt unser Beitrag zum Selbstbehalt in der D&O-Versicherung.
Wann zahlt die D&O Versicherung nicht?
Die D&O zahlt nicht bei Vorsatz und nicht bei wissentlichen Pflichtverletzungen (A-7.1 AVB D&O). Hast Du bewusst gegen ein Gesetz, einen Gesellschafterbeschluss oder eine Weisung verstoßen, bist Du ohne Schutz.
Bis zur Klärung übernimmt der Versicherer laut GDV zunächst die Rechtskosten. Stellt ein Gericht rechtskräftig Vorsatz fest, entfällt der Schutz rückwirkend. Das Fehlverhalten eines Kollegen rechnet Dir das Muster dabei nicht zu.
Die Musterbedingungen schließen außerdem diese Ansprüche aus:
- Rückzahlung von Gehalt, Tantiemen und Vorteilen (A-7.2)
- Schäden durch Produkte und Leistungen der Firma (A-7.3)
- Umweltschäden (A-7.4)
- Klagen vor Gerichten außerhalb der EU (A-7.5)
- Vertragsstrafen, Bußgelder und Strafschadenersatz (A-7.10)
- Bestechung und Vorteilsgewährung (A-7.12)
- Verfahren, die schon vor Vertragsbeginn liefen (A-7.17)
Personen- und Sachschäden gehören ebenfalls nicht in die D&O. Dafür ist die Betriebshaftpflicht zuständig, die umgekehrt Vermögensschäden aus Organtätigkeit ausschließt. Viele Tarife erweitern das Muster, etwa um weltweiten Schutz, den die BarmeniaGothaer als Zusatzoption nennt. Welche Ausschlüsse in Deinem Vertrag gelten, steht im Bedingungswerk des jeweiligen Versicherers.
Welche Rolle spielt der Zeitpunkt der Anspruchserhebung in der D&O Versicherung?
In der D&O zählt der Zeitpunkt, an dem jemand den Anspruch gegen Dich erhebt. Dieses Anspruchserhebungsprinzip heißt Claims made (A-2 AVB D&O), und wann der Fehler passiert ist, regeln Rückwärtsdeckung und Nachmeldefrist.
Versicherungsfall ist die erste schriftliche Geltendmachung eines Anspruchs während der Vertragslaufzeit oder einer Nachmeldefrist. Endet der Vertrag, bevor die Forderung kommt, brauchst Du deshalb eine Nachmeldefrist (A-5.3). Wechselst Du den Versicherer, schützt Dich die Rückwärtsdeckung für Fehler aus der Zeit vor Vertragsbeginn, die bei Abschluss noch niemand kannte (A-5.2).
Melde Hinweise auf mögliche Forderungen früh. Über eine Umstandsmeldung (A-5.4) gilt eine spätere Inanspruchnahme als zum Zeitpunkt der Meldung erfolgt. Mit dem Insolvenzantrag endet der Schutz für danach begangene Pflichtverletzungen (A-5.5). Wie weit die Rückwärtsdeckung reichen sollte, liest Du im Beitrag zur Rückwärtsdeckung in der D&O.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme der D&O Versicherung sein?
Für die meisten Unternehmen bis 5 Mio. € Umsatz empfiehlt Hiscox eine Versicherungssumme von 1 Mio. € pro Jahr (Stand 31. Oktober 2026). AIG nennt als üblichen Wert 10 % des Umsatzes, begrenzt durch das Eigenkapital des Unternehmens.
Die Summe gilt nach dem Muster für alle Versicherungsfälle eines Jahres und alle versicherten Personen zusammen (A-6.4). Haften zwei Geschäftsführer aus demselben Fehler, teilen sie sich eine Summe, und Abwehrkosten verbrauchen sie zusätzlich. Mehrere zusammenhängende Ansprüche wertet das Muster als einen einzigen Versicherungsfall (A-6.6).
Zur Einordnung hilft die Statistik. Im Jahr 2025 registrierten die an der GDV-Statistik beteiligten Versicherer rund 3.000 D&O-Fälle, 13 % mehr als im Vorjahr, mit etwa 113.400 € Schadenaufwand im Schnitt. Der gesamte Schadenaufwand stieg um 15,6 % auf 342 Mio. € (GDV, Stand 29. September 2026). Einzelne Insolvenzfälle liegen weit darüber.
Diese Summen und Regeln nennen die Versicherer in ihren Unterlagen (Stand 31. Oktober 2026):
| Versicherer | Versicherungssumme laut Unterlagen | Abwehrkosten | Nachmeldefrist |
|---|---|---|---|
| Hiscox | 100.000 € bis 5 Mio. € | ohne Anrechnung auf die Summe | unbegrenzt |
| HDI Global, D&O-Comfort | 125.000 € bis 2,5 Mio. € per Antrag | keine Angabe im Antrag | keine Angabe im Antrag |
| Allianz | keine Angabe | Zusatzlimit 25 % oder 50 % der Summe, max. 5 Mio. € | 36 Monate bis unbegrenzt je Tarif |
| Markel | keine Angabe | eigene zusätzliche Summe | 10 Jahre |
| R+V | keine Angabe | eigene Summe mit Vermögensschaden-Rechtsschutz | nach fünf Jahren Vertragszeit unbegrenzt |
Die Allianz und Hiscox bieten außerdem eine zweifache Jahreshöchstleistung an. Mehr Hilfe bei der Wahl der Summe findest Du im Beitrag wie hoch eine D&O-Versicherung für Geschäftsführer sein sollte.
Was kostet eine D&O Versicherung?
Eine D&O für kleine Unternehmen kostet bei HDI Global ab 500 € im Jahr zuzüglich Versicherungsteuer, für 125.000 € Versicherungssumme bei bis zu 5 Mio. € Umsatz (Antrag D&O-Comfort, Stand Januar 2026). Den Preis bestimmen laut BarmeniaGothaer vor allem Unternehmensgröße, Höhe des Schutzes und Zahl der versicherten Personen. HDI fragt im Antrag außerdem Branche, Bilanzkennzahlen, Töchter außerhalb des EWR und bekannte Ansprüche ab.
Die meisten Versicherer nennen keine Preise, die Allianz verweist auf die Beratung. Markel wirbt für seine Unternehmens-D&O mit Beiträgen ab 345 €, nennt auf derselben Seite aber auch ab 420 € im Jahr, ohne die Bedingungen dafür anzugeben (Stand 31. Oktober 2026).
Einen öffentlichen Onlinerechner für die D&O bieten die von uns geprüften Versicherer nicht an. Wir haben deshalb die feste Beitragsstaffel aus dem HDI-Antrag ausgewertet, die für GmbH, nicht börsennotierte AG, Genossenschaften, Stiftungen und Vereine bis 50 Mio. € Umsatz gilt.
Diese Jahresbeiträge nennt HDI Global in der Beitragsstaffel (Stand Januar 2026, zuzüglich Versicherungsteuer):
| Versicherungssumme | Umsatz bis 5 Mio. € | Umsatz 5 bis 20 Mio. € | Umsatz 20 bis 50 Mio. € |
|---|---|---|---|
| 125.000 € | 500 € | nicht angeboten | nicht angeboten |
| 250.000 € | 700 € | nicht angeboten | nicht angeboten |
| 500.000 € | 1.100 € | 1.200 € | nicht angeboten |
| 750.000 € | 1.500 € | 1.400 € | nicht angeboten |
| 1 Mio. € | nicht angeboten | 1.800 € | 1.950 € |
| 1,5 Mio. € | nicht angeboten | 2.800 € | 2.950 € |
| 2 Mio. € | nicht angeboten | 3.750 € | 3.950 € |
| 2,5 Mio. € | nicht angeboten | nicht angeboten | 4.950 € |
Mit der Summe steigt der Beitrag deutlich. Von 500.000 € auf 1 Mio. € erhöht er sich in der mittleren Umsatzklasse um 50 %. Bei 750.000 € ist die kleinste Umsatzklasse laut Staffel sogar teurer als die mittlere.
Nicht jedes Unternehmen bekommt diesen Tarif. HDI nimmt im Antragsverfahren nur Firmen an, die mindestens drei Jahre am Markt sind, und schließt Branchen wie Bau, Immobilienverwaltung, Architektur und Solar aus. Für Start-ups und diese Branchen holen wir Angebote anderer Versicherer ein. Welche Beiträge Geschäftsführer typischerweise zahlen, zeigt unser Beitrag zu den Kosten einer D&O-Versicherung für Geschäftsführer.
Was tust Du im Schadenfall mit der D&O Versicherung?
Im Schadenfall meldest Du die Forderung sofort Deinem Versicherer, denn die Musterbedingungen verlangen eine unverzügliche Anzeige (B3-3.2 AVB D&O). Das Gesetz gibt dem Versicherungsnehmer, bei der Firmen-D&O also Deinem Unternehmen, dafür höchstens eine Woche nach der Geltendmachung (§ 104 Abs. 1 VVG).
Danach führt der Versicherer die Abwehr. Er ist bevollmächtigt, in Deinem Namen zu verhandeln und den Prozess zu führen (A-6.2), und beauftragt dafür in Deinem Namen einen Anwalt (B3-3.2 f).
Diese Schritte schützen Deinen Versicherungsschutz
- Schreiben mit der Forderung sofort weiterleiten
- Ermittlungsverfahren und Bescheide melden
- Klagen und Streitverkündungen unverzüglich melden
- Mahnbescheiden fristgerecht widersprechen
- Unterlagen vollständig an den Versicherer geben
- Nichts ohne Absprache anerkennen
Ein Anerkenntnis ohne Zustimmung des Versicherers nimmt Dir den Schutz nicht ganz (§ 105 VVG). Der Versicherer zahlt dann aber nur, soweit der Anspruch auch ohne Dein Anerkenntnis bestanden hätte (A-6.1).
Verletzt Du diese Pflichten vorsätzlich, kann der Versicherer die Leistung verweigern, bei grober Fahrlässigkeit kürzen (§ 28 VVG, B3-3.3). Den Freistellungsanspruch darfst Du an den Geschädigten abtreten (A-9, § 108 Abs. 2 VVG).
Kannst Du die D&O Versicherung von der Steuer absetzen?
Zahlt Dein Unternehmen die D&O, ist der Beitrag dort eine Betriebsausgabe, weil er ein betriebliches Risiko absichert (§ 4 Abs. 4 Einkommensteuergesetz). Er mindert damit den Gewinn der Gesellschaft.
Auf den Beitrag fällt Versicherungsteuer von 19 % an (§ 6 Abs. 1 Versicherungsteuergesetz). Bei 500 € Nettobeitrag kommen 95 € Steuer dazu, auf der Rechnung stehen dann 595 €.
Für Dich als Organmitglied stellt sich die Frage nach dem Arbeitslohn. Die Finanzverwaltung wertet die Beiträge nach Fachliteratur in der Regel nicht als Arbeitslohn, wenn die Firma die Police im überwiegend eigenen Interesse abschließt, etwa weil sie das gesamte Management versichert. Ob das bei Deinem Vertrag zutrifft, klärst Du mit Deinem Steuerberater, und Hintergründe findest Du in unserem Beitrag zur Frage, ob die D&O-Versicherung ein geldwerter Vorteil ist.
Welche Fragen stellen Unternehmer zur D&O Versicherung am häufigsten?
Diese Fragen tauchen in der Google-Suche zur D&O-Versicherung am häufigsten auf. Die Antworten fassen die wichtigsten Punkte aus den Abschnitten oben kurz zusammen.
Ist eine D&O-Versicherung Pflicht?
Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht, denn kein Gesetz schreibt den Abschluss vor (§ 113 Abs. 1 VVG). Schließt eine Aktiengesellschaft eine D&O ab, muss sie für den Vorstand einen Selbstbehalt vereinbaren (§ 93 Abs. 2 Satz 3 AktG). Eine Pflicht kann sich aus Anstellungsvertrag oder Satzung ergeben.
Wer zahlt eine D&O-Versicherung?
In der Regel schließt das Unternehmen die D&O für seine Organe ab und zahlt den Beitrag. Die Rechte aus dem Vertrag stehen trotzdem den versicherten Personen zu (§ 44 VVG). Bei der Firma ist der Beitrag eine Betriebsausgabe.
Was kostet eine D&O-Versicherung im Jahr?
HDI Global nennt in seiner Beitragsstaffel 500 € im Jahr für 125.000 € Versicherungssumme bei bis zu 5 Mio. € Umsatz, für 1 Mio. € Summe und 5 bis 20 Mio. € Umsatz 1.800 €, jeweils zuzüglich 19 % Versicherungsteuer (Stand Januar 2026). Den Preis bestimmen vor allem Unternehmensgröße, Versicherungssumme und Zahl der versicherten Personen.
Was deckt eine D&O-Versicherung ab?
Sie deckt Vermögensschäden, für die Du als Organ wegen einer Pflichtverletzung haftest, gegenüber der eigenen Firma und gegenüber Dritten. Der Versicherer prüft die Forderung, wehrt unberechtigte Ansprüche ab und zahlt berechtigte (A-6.1 AVB D&O).
Wann zahlt eine D&O-Versicherung nicht?
Bei Vorsatz und wissentlichen Pflichtverletzungen zahlt sie nicht (A-7.1 AVB D&O). Ausgeschlossen sind nach dem Muster auch Vertragsstrafen, Bußgelder, Umweltschäden und Klagen vor Gerichten außerhalb der EU. Personen- und Sachschäden gehören in die Betriebshaftpflicht.
Was ist der Selbstbehalt bei einer D&O-Versicherung?
Der Selbstbehalt ist der Teil des Schadens, den Du selbst zahlst. Für Vorstände einer AG schreibt das Gesetz mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zum Eineinhalbfachen der festen Jahresvergütung vor (§ 93 Abs. 2 Satz 3 AktG). Für GmbH-Geschäftsführer gibt es keine gesetzliche Vorgabe, bei der Allianz liegt er je nach Tarif bei 0 € oder 1.500 €.
Wie hoch sollte eine D&O-Versicherung sein?
Hiscox empfiehlt den meisten Unternehmen bis 5 Mio. € Umsatz 1 Mio. € pro Jahr, AIG nennt als üblichen Wert 10 % des Umsatzes bis zur Höhe des Eigenkapitals. Bedenke, dass sich alle versicherten Personen die Summe teilen und Abwehrkosten sie nach dem Muster mindern.
Ist die D&O-Versicherung für Geschäftsführer ein geldwerter Vorteil?
Nach Fachliteratur wertet die Finanzverwaltung den Beitrag in der Regel nicht als Arbeitslohn, wenn die Firma die Police im überwiegend eigenen Interesse abschließt und das gesamte Management versichert. Die Einzelheiten klärst Du mit Deinem Steuerberater.
Welche Versicherung braucht ein Vereinsvorstand?
Ein Vereinsvorstand braucht vor allem eine D&O, weil er für Vermögensschäden persönlich haften kann. Bei höchstens 3.300 € Vergütung im Jahr haftet er dem Verein nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (§ 31a BGB). Haftet er Dritten, kann er vom Verein Befreiung verlangen, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Allianz und HDI Global versichern auch Vereine.
Wie hilft Dir COVAGO bei der Wahl Deiner D&O Versicherung?
In der Beratung klären wir, welche Organe und Funktionen in Deinem Unternehmen versichert sein sollten, welche Haftungsrisiken für Deine Rechtsform gelten und welche Versicherungssumme dazu passt. Deine Ansprechpartner sind Thorsten Schiffgens, unser Geschäftsführer, und Melanie Schaser.
Wir vergleichen die Bedingungen mehrerer Versicherer, prüfen Deinen bestehenden Vertrag auf Lücken bei Rückwärtsdeckung, Nachmeldefrist, Abwehrkosten und Insolvenzfällen und holen passende Angebote für Dich ein. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Wie wir Geschäftsführer und Vorstände absichern, zeigt unsere Seite zur Managerhaftung.

