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PKV für Beamte in Baden-Württemberg: Kosten, Beihilfe & Tarife

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Zuletzt aktualisiert: 16. Okt. 2026

Als Beamter in Baden-Württemberg zahlst Du für eine gute private Krankenversicherung (PKV) mit 50 % Beihilfe meist rund 300 € bis 420 € im Monat. Im Südwesten kommen zwei Posten dazu, die es beim Bund und in vielen Ländern nicht gibt. Das Land zieht Dir je nach Besoldungsgruppe eine jährliche Kostendämpfungspauschale von der Beihilfe ab, und für Chefarzt und Zweibettzimmer zahlst Du 22 € im Monat.

Gleichzeitig bietet Baden-Württemberg seit 2023 die pauschale Beihilfe an, mit der das Land die Hälfte eines gesetzlichen Kassenbeitrags übernimmt. In unserer PKV-Beratung für Beamte rechnen wir Dir vor, wann sich PKV oder GKV lohnt und welche Regeln seit der neuen Beihilfeverordnung gelten, die am 1. Januar 2026 in Kraft trat.

Das Wichtigste in Kürze
  • Rund 300 € bis 420 € im Monat für einen sehr guten Tarif mit 50 % Beihilfe, inklusive Pflege.
  • Dazu 22 € im Monat für die Wahlleistungen und eine jährliche Kostendämpfungspauschale (A 13: 180 €).
  • Die Beihilfe zahlt 50 %, ab zwei Kindern 70 %, mit drei Kindern dauerhaft.
  • Seit 2023 gibt es die pauschale Beihilfe für gesetzlich versicherte Beamte, die Wahl ist unwiderruflich.

Was kostet die PKV für Beamte in Baden-Württemberg?

Die PKV kostet Dich als junger Beamter in Baden-Württemberg mit 50 % Beihilfe in einem sehr guten Tarif rund 300 € bis 420 € im Monat inklusive Pflegepflichtversicherung. Eine 22-jährige Kundin von uns, Beamtin in Baden-Württemberg, zahlt bei der Signal Iduna 305,51 € im Monat für einen Komplettschutz mit Wahlleistungen, Beihilfeergänzung und Kurtagegeld.

In unserem internen Vergleich liegt die Signal Iduna derzeit mit einer anderen Tarifkombination vorn. Der Tarif EXKLUSIV-B unserer Kundin setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die Du je nach Bedarf kombinierst.

So verteilt sich der Beitrag unserer Kundin auf die einzelnen Bausteine:

Baustein der Signal IdunaWas er abdecktMonatsbeitrag
EXKLUSIV-B 30 und 20VGrundschutz für 50 % Restkosten, aufgeteilt in 30 % und 20 %233,21 €
EXKLUSIV-B-W 30 und 20VWahlleistungen im Krankenhaus11,70 €
EXKLUSIV-B-E1 50 und B-ES 50Beihilfeergänzung für Lücken der Beihilfe3,48 €
KurPLUS 130Kurtagegeld6,63 €
Gesetzlicher ZuschlagAufbau der Alterungsrückstellung16,52 €
PflegepflichtversicherungPflegeschutz mit Beihilfe33,97 €
Gesamt305,51 €

Mit höherem Eintrittsalter steigt der Beitrag, Deinen eigenen Wert überschlägst Du mit dem PKV-Rechner für Beamte. Für einen 30-Jährigen liegen die zehn stärksten Tarifkombinationen in unserem Vergleich zwischen 324,56 € und 418,26 € im Monat.

Zu diesem Monatsbeitrag kommen zwei Posten an das Land. Wählst Du die Wahlleistungen der Beihilfe, behält das Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) 22 € im Monat von Deinen Bezügen ein. Außerdem zieht es einmal pro Kalenderjahr die Kostendämpfungspauschale von Deiner Beihilfe ab, sobald Du Rechnungen einreichst.

Die Pauschale richtet sich nach Deiner Besoldungsgruppe:

BesoldungsgruppeKostendämpfungspauschale aktivKostendämpfungspauschale im Ruhestand
A 1 bis A 7keinekeine
A 8 bis A 9100 €85 €
A 10 bis A 11115 €105 €
A 12150 €125 €
A 13 bis A 14180 €140 €
A 15 bis A 16225 €175 €

In den B-Besoldungsgruppen steigt der Betrag bis auf 480 € im Jahr. Rechtsgrundlage ist seit dem Haushaltsbegleitgesetz 2025/2026 § 78 Abs. 2a des Landesbeamtengesetzes (LBG). Das Bundesverwaltungsgericht hatte die alte Regelung am 21. März 2024 gekippt, weil sie nur in der Verordnung stand (Az. 5 C 5.22). Der Landtag hat sie danach rückwirkend gesetzlich abgesichert, eine Ermäßigung für Kinder sieht das Gesetz nicht vor.

Wie viel Prozent übernimmt die Beihilfe in Baden-Württemberg?

Die Beihilfe in Baden-Württemberg übernimmt für Dich als aktiven Beamten 50 % Deiner beihilfefähigen Kosten, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 %. Die Sätze stehen seit dem 1. Januar 2026 in § 61 der neuen Beihilfeverordnung (BVO), die Novelle hat an der Höhe nichts geändert.

Wer zwischen 2013 und 2022 in den Landesdienst kam, hatte jahrelang schlechtere Sätze. Seit dem 1. Januar 2023 gelten die Sätze wieder für alle gleich, egal wann Du in den Dienst gekommen bist. Hast Du drei oder mehr Kinder, bleiben Dir die 70 % dauerhaft, auch wenn die Kinder später aus dem Familienzuschlag fallen.

Die Bemessungssätze in Baden-Württemberg im Überblick:

PersonBeihilfesatz in Baden-WürttembergRestkosten für die PKV
Beamter ohne oder mit einem Kind50 %50 %
Beamter mit zwei Kindern70 %30 %
Beamter mit drei oder mehr Kindern70 %, dauerhaft30 %
berücksichtigungsfähiger Ehepartner70 %30 %
Kinder80 %20 %
Pensionäre70 %30 %

Dein Ehepartner ist berücksichtigungsfähig, wenn seine Einkünfte in mindestens einem der beiden Kalenderjahre vor dem Antrag höchstens 20.000 € betragen haben. Anders als beim Bund passt Baden-Württemberg diese Grenze nicht jährlich an. Wie die Beihilfe für Beamte in Baden-Württemberg die einzelnen Leistungen regelt, lohnt einen genauen Blick.

Selbst mit Kostendämpfungspauschale und den 22 € für die Wahlleistungen liegt die PKV für einen Lehrer in A 13 rund 120 € bis 240 € im Monat unter der GKV mit pauschaler Beihilfe.

PKV oder GKV: Was lohnt sich für Beamte in Baden-Württemberg?

Für die meisten Beamten in Baden-Württemberg lohnt sich weiter die PKV, auch wenn das Land mit der pauschalen Beihilfe die Hälfte des GKV-Beitrags übernimmt. Wie klar die Entscheidung ausfällt, zeigen die Zahlen des Finanzministeriums. Zum 1. Januar 2024 hatten erst 1.780 aktive Landesbeamte mit GKV und vier mit PKV die pauschale Beihilfe gewählt. Beim Land arbeiten rund 196.400 Beamte und Richter, Stand Juni 2025.

Die pauschale Beihilfe regelt § 78a LBG. Du verzichtest damit auf die normale Beihilfe, und das Land zahlt Dir stattdessen die Hälfte Deines GKV-Beitrags. Wählst Du sie für eine private Vollversicherung, zahlt das Land höchstens die Hälfte des Basistarifs, im Jahr 2026 also höchstens 508,59 € im Monat. Die Pflegeversicherung bezuschusst es in beiden Fällen nicht. Der Zuschuss ist nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfrei, im Gegenzug fällt dieser Teil des Beitrags beim Sonderausgabenabzug weg, und wie Beamte die PKV von der Steuer absetzen, ändert sich entsprechend.

Für einen Lehrer in A 13 liegt das Grundgehalt laut Besoldungstabelle ab April 2026, die das Land derzeit unter Vorbehalt auszahlt, in der niedrigsten Stufe bei rund 5.332 €. In der GKV zahlt er darauf 14,0 % plus 2,9 % durchschnittlichen Zusatzbeitrag und als Kinderloser 2,4 % Pflege.

So sieht der Vergleich aus:

KostenpunktGKV mit pauschaler BeihilfePKV mit 50 % Beihilfe
Krankenversicherung901,13 €rund 265 € bis 380 €
davon zahlt das Land450,57 €entfällt
Pflegeversicherung127,97 €rund 35 € bis 40 €
Wahlleistungen und Kostendämpfungspauschaleentfällt22 € und 15 € pro Monat
Eigenanteil im Monat578,53 €rund 337 € bis 457 €

Die Kostendämpfungspauschale von 180 € für A 13 haben wir auf den Monat umgelegt. Selbst mit beiden Landesposten liegt die PKV hier rund 120 € bis 240 € im Monat günstiger.

Bevor Du Dich festlegst, solltest Du drei Dinge kennen. Die Wahl der pauschalen Beihilfe ist unwiderruflich und gilt auch im Ruhestand und für Deine Angehörigen. Den Antrag musst Du innerhalb von fünf Monaten nach Deiner Verbeamtung stellen. Und im Ruhestand bleibt der Zuschuss bei der Hälfte des Beitrags, während die normale Beihilfe auf 70 % steigt.

Die GKV mit pauschaler Beihilfe kann für Dich trotzdem die bessere Wahl sein. Das gilt vor allem, wenn Du erhebliche Vorerkrankungen hast, wenn Du in Teilzeit arbeitest oder wenn Dein Ehepartner ohne eigenes Einkommen und mehrere Kinder kostenlos in Deiner Familienversicherung mitlaufen. Die ausführliche Abwägung PKV oder GKV für Beamte hängt an Deiner Lebenssituation, und ab wann sich die PKV mit drei Kindern umkehrt, entscheidet die Kinderzahl.

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Welche PKV passt zu Beamten in Baden-Württemberg?

Zu Dir passt eine PKV, die Deine 50 % Restkosten vollständig abdeckt und die Lücken schließt, die die neue BVO seit 2026 vorgibt. Die Entscheidung für oder gegen die Wahlleistungen des Landes solltest Du dabei mit Deinem Tarif zusammen treffen.

Für Chefarzt und Zweibettzimmer hast Du zwei Wege. Du zahlst 22 € im Monat an das Land und versicherst in der PKV die restlichen 50 % der Wahlleistungen, oder Du verzichtest auf die Wahlleistungen der Beihilfe und versicherst sie privat zu 100 %. Die Erklärung musst Du innerhalb von fünf Monaten nach Deiner Einstellung abgeben. Hast Du die 22 € gewählt und verzichtest im Krankenhaus trotzdem auf den Chefarzt, setzt die Beihilfe dafür eine Tagespauschale von 22 € an, beim Verzicht auf das Zweibettzimmer 11 € pro Tag.

Beim Zahnersatz hat die neue BVO einiges verändert. Material- und Laborkosten erkennt die Beihilfe seit 2026 zu 70 % an, implantologische Leistungen zu 75 %, die alte Grenze von zwei Implantaten je Kieferhälfte ist entfallen. Bei Brillen zahlt die Beihilfe nur feste Höchstbeträge, für ein Gestell zum Beispiel 20,50 €.

Diese Punkte sollte Dein Tarif in Baden-Württemberg erfüllen:

  • volle Erstattung der Restkosten bei Zahnersatz und Implantaten, damit die Kürzungen der Beihilfe nicht an Dir hängen bleiben
  • ein Beihilfeergänzungstarif für Sehhilfen, Heilpraktiker und Leistungen über den Höchstsätzen
  • eine zu Deiner Wahl passende Lösung für Wahlleistungen im Krankenhaus
  • eine Umstellung ohne Gesundheitsprüfung, wenn Dein Beihilfesatz von 70 % auf 50 % zurückfällt, etwa wenn bei zwei Kindern eines aus dem Familienzuschlag herausfällt

Steigt Dein Beihilfesatz, kannst Du Deinen Tarif ohnehin ohne Prüfung herabsetzen. Fällt er zurück, muss Dein Versicherer den Schutz nach § 199 Abs. 2 VVG ohne Risikoprüfung aufstocken, wenn Du den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellst. Ob ein Ergänzungsbaustein auch die Kostendämpfungspauschale erstattet, steht in den Tarifbedingungen, prüf das vor dem Abschluss. Was Dich Zahnersatz in der PKV kostet, hängt stark vom Tarif ab.

PKV für Beamtenanwärter und Referendare in Baden-Württemberg

Als Beamtenanwärter oder Lehramtsanwärter in Baden-Württemberg bekommst Du 50 % Beihilfe, solange Dir Anwärterbezüge zustehen. Einen höheren Anwärtersatz wie in Hessen gibt es im Südwesten nicht.

Auch als Anwärter zahlst Du die Kostendämpfungspauschale, und zwar nach der Besoldungsgruppe Deines Eingangsamts. Als angehender Gymnasiallehrer mit Eingangsamt A 13 sind das 180 € im Jahr, bei Anwärterbezügen von rund 1.786 € im Monat ab April 2026 ein spürbarer Posten. Die Wahlleistungen kannst Du schon als Anwärter wählen, die Fünf-Monats-Frist beginnt mit Deiner Einstellung.

Die Versicherer bieten für den Vorbereitungsdienst günstige Anwärtertarife an, die nach dem Ende des Referendariats automatisch in den normalen Beihilfetarif übergehen. Die Anbieter stellst Du am besten im Vergleich für Beamtenanwärter gegenüber. Wirst Du Lehrer, lohnt sich zusätzlich der Blick auf die PKV für Lehrer in Baden-Württemberg.

Für die pauschale Beihilfe gilt im Vorbereitungsdienst eine Besonderheit. Wirst Du nach dem Referendariat auf Probe ernannt, beginnt laut LBV eine neue Fünf-Monats-Frist, Du kannst Dich also neu entscheiden.

Polizeibeamte und Polizeianwärter in Baden-Württemberg erhalten nach § 79 LBG freie Heilfürsorge, solange sie Dienst- oder Anwärterbezüge bekommen. Deine Angehörigen sind in dieser Zeit über die Beihilfe abgesichert, und mit dem Ruhestand wechselst Du selbst in die Beihilfe. Eine Anwartschaftsversicherung sichert Dir deshalb schon während der Dienstzeit den späteren Zugang zur PKV ohne neue Gesundheitsprüfung.

Als Rechtsreferendar solltest Du vor dem Abschluss eines Restkostentarifs mit der Ausbildungsstelle Deines Oberlandesgerichts klären, ob Dir Beihilfe zusteht oder ob Du gesetzlich versichert bist.

Häufige Fragen

Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamte in Baden-Württemberg?

Eine private Krankenversicherung kostet Dich als junger Beamter in Baden-Württemberg mit 50 % Beihilfe in einem sehr guten Tarif rund 300 € bis 420 € im Monat inklusive Pflege. Dazu kommen 22 € im Monat für die Wahlleistungen der Beihilfe und die jährliche Kostendämpfungspauschale, die für A 13 bei 180 € liegt.

Welche PKV ist für baden-württembergische Beamte die beste?

Für baden-württembergische Beamte ist die PKV die beste, die die Restkosten vollständig trägt, zu Deiner Entscheidung bei den Wahlleistungen passt und die Lücken der neuen BVO bei Zahnersatz und Sehhilfen schließt. In unserem internen Vergleich liegt die Signal Iduna derzeit vor Barmenia, ARAG, DBV und Hallesche.

Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte in Baden-Württemberg?

Die Beihilfe für Beamte in Baden-Württemberg beträgt 50 %, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 %, mit drei Kindern dauerhaft. Ehepartner und Pensionäre bekommen 70 %, Kinder 80 %. Von der Beihilfe zieht das LBV jährlich die Kostendämpfungspauschale ab.

Ist die PKV oder die GKV mit pauschaler Beihilfe günstiger?

Für einen ledigen Lehrer in A 13 ist die PKV günstiger. Mit pauschaler Beihilfe zahlt er in der GKV rund 579 € im Monat, in der PKV inklusive Wahlleistungen und Kostendämpfungspauschale rund 337 € bis 457 €. Die GKV kann bei Vorerkrankungen oder einer großen Familie ohne zweites Einkommen vorne liegen.

Gelten für Bundesbeamte in Baden-Württemberg andere Beihilferegeln?

Ja, für Bundesbeamte in Baden-Württemberg gilt die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV). Der Bund erhebt keine Kostendämpfungspauschale und verlangt keine 22 € für Wahlleistungen, dafür zieht er bei Arzneimitteln 10 % ab, mindestens 5 € und höchstens 10 €, und im Krankenhaus 10 € pro Tag für höchstens 28 Tage. Eine pauschale Beihilfe gibt es beim Bund nicht.

Baden-Württemberg gibt Dir wie inzwischen die Mehrheit der Länder eine echte Wahl zwischen PKV und GKV mit Zuschuss, nimmt Dir dafür aber jedes Jahr die Kostendämpfungspauschale ab. Welche Entscheidung trägt Dich heute und auch dann noch, wenn Du in Pension gehst und die Beihilfe auf 70 % steigt?

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung

Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei COVAGO. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung bringt er auch komplexe Themen ruhig und verständlich auf den Punkt.

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