Eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine private Krankenzusatzversicherung, die Du als Arbeitgeber für Deine Beschäftigten abschließt und bezahlst. Bleibt der Beitrag zusammen mit anderen Sachbezügen bei höchstens 50 € im Monat, ist er für Deine Mitarbeitenden steuer- und sozialabgabenfrei.
Du erfährst hier, welche Leistungen Budget- und Bausteintarife bieten, was sie kosten, wie Du die 50-Euro-Grenze sicher einhältst und was gilt, wenn der Beitrag darüber liegt. Die Beiträge haben wir am 31. Oktober 2026 auf den Produktseiten der Versicherer geprüft.
Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?
Die betriebliche Krankenversicherung ist ein Gruppenvertrag, in dem Du als Arbeitgeber Versicherungsnehmer bist und Deine Mitarbeitenden die versicherten Personen sind. Sie ergänzt die gesetzliche Krankenversicherung um Leistungen wie Zahnersatz, Brillen, Vorsorge oder Komfort im Krankenhaus.
Eine gesetzliche Pflicht zur bKV gibt es nicht. Du entscheidest selbst, ob Du sie anbietest, für welche Gruppe und in welchem Umfang. Die AXA nennt als mögliche Gruppen zum Beispiel alle Mitarbeitenden, alle Führungskräfte, bestimmte Berufsgruppen oder alle, die seit fünf Jahren im Betrieb sind, sofern sich die Gruppe objektiv abgrenzen lässt.
Gegenüber einer privat abgeschlossenen Zusatzversicherung hat die bKV zwei große Vorteile für Deine Leute. Bei arbeitgeberfinanzierten Tarifen verlangen Allianz, R+V, SIGNAL IDUNA und BarmeniaGothaer keine Gesundheitsprüfung, und Wartezeiten entfallen. Das Gesetz würde Wartezeiten von bis zu acht Monaten für Zahnersatz erlauben (§ 197 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz, VVG).
Die bKV wächst seit Jahren. Zum 31. Dezember 2025 boten laut Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) 60.600 Unternehmen eine vollständig arbeitgeberfinanzierte betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung an, 16 % mehr als ein Jahr zuvor. Warum wir darin einen Gewinn für beide Seiten sehen, beschreiben wir im Beitrag zur betrieblichen Krankenversicherung als Win-win.
Für welche Arbeitgeber lohnt sich eine betriebliche Krankenversicherung?
Eine bKV lohnt sich für Arbeitgeber, die Fachkräfte gewinnen und halten wollen und dafür monatlich einen festen Betrag je Kopf einplanen können. Schon Kleinbetriebe kommen in Frage, denn SIGNAL IDUNA bietet die bKV ab drei Mitarbeitenden an, Allianz und R+V ab fünf (Stand 31. Oktober 2026).
Gegenüber einer Gehaltserhöhung kommt bei der bKV mehr bei Deinen Leuten an. Auf Barlohn fallen Lohnsteuer und Sozialbeiträge an, und Du zahlst Deinen Arbeitgeberanteil. Der bKV-Beitrag bleibt innerhalb der Freigrenze frei von beidem und ist für Dich trotzdem Betriebsausgabe.
Weniger passend ist die bKV, wenn Du bereits andere Sachbezüge wie Tankgutscheine oder Einkaufsgutscheine bis an die 50-Euro-Grenze ausschöpfst. Dann stellt sich die Frage nach einer Pauschalversteuerung, die Geld kostet. Auch bei sehr hoher Fluktuation verpufft ein Teil der Wirkung, weil der Schutz mit dem Austritt endet.
Welche Benefits Du neben der bKV anbieten kannst und wie sie zusammenspielen, zeigen wir auf unserer Seite zu Benefits für Mitarbeiter.
Welche Leistungen bietet die betriebliche Krankenversicherung?
Die bKV zahlt Gesundheitsleistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung gar nicht oder nur teilweise übernimmt. Welche das sind, legst Du mit dem Tarifmodell fest.
Die Versicherer bieten drei Modelle an. Im Budgettarif bekommt jeder Mitarbeitende ein Jahresbudget für einen festen Leistungskatalog, im Bausteintarif sicherst Du einzelne Bereiche wie Zahnersatz oder Krankenhaus ab. Im Kombimodell verbindest Du ein Budget mit einzelnen Bausteinen.
Viele Versicherer ergänzen ihre Tarife um Services wie Hilfe bei der Suche nach Facharztterminen, Videosprechstunden oder ein Gesundheitstelefon.
Diese Leistungsbereiche decken die bKV-Tarife der Versicherer ab:
- Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen
- Brillen und Kontaktlinsen
- Zahnbehandlung und professionelle Zahnreinigung
- Zahnersatz mit 70 bis 100 % Erstattung
- Heilpraktiker und Naturheilverfahren
- Zuzahlungen zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln
- Zweibettzimmer und Wahlarzt im Krankenhaus
- Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld
- Auslandsreise-Krankenschutz
Die Grenzen der einzelnen Bereiche unterscheiden sich von Tarif zu Tarif. Die Allianz zahlt zum Beispiel Krankentagegeld als Ergänzung zum gesetzlichen Krankengeld ab der siebten Woche, SIGNAL IDUNA ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.
Wichtig für Deine Leute ist der Umgang mit bestehenden Krankheiten. Die Allianz leistet laut Produktseite auch für laufende und angeratene Behandlungen, die R+V schließt laufende Behandlungen ab zehn verpflichtend versicherten Mitarbeitenden ein.
Wie funktioniert ein Budgettarif in der betrieblichen Krankenversicherung?
Im Budgettarif steht jedem versicherten Mitarbeitenden pro Jahr ein fester Betrag zur Verfügung, den er für alle Leistungen aus dem Tarifkatalog einsetzen kann. Üblich sind Stufen von 300, 600, 900, 1.200 und 1.500 €, so bieten es Allianz, R+V und SIGNAL IDUNA an (Stand 31. Oktober 2026).
Der Vorteil liegt in der Freiheit für Deine Mitarbeitenden. Der eine braucht eine neue Brille, die andere eine Zahnreinigung oder einen Heilpraktiker, und beide rechnen über dasselbe Budget ab. Dadurch nutzen mehr Beschäftigte die bKV, und das spürst Du bei der Wirkung als Benefit.
Ist das Budget aufgebraucht, zahlt der Tarif bis zum nächsten Versicherungsjahr nichts mehr aus dem Budget. Manche Versicherer setzen deshalb Bausteine außerhalb des Budgets daneben. SIGNAL IDUNA erstattet in den Paketen GesundAGIL+ und GesundVITAL+ Zahnersatz zu 70 bzw. 90 % über das Budget hinaus.
Einzelne Tarife haben eigene Regeln für nicht genutztes Geld. Bei der Allianz verdoppelt sich das Budget im Folgejahr, wenn ein Mitarbeitender ein Kalenderjahr lang keine Leistungen nutzt.
Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung?
Ein Budgettarif mit 300 € Jahresbudget kostet je Mitarbeitendem rund 10 bis 14 € im Monat, die höchsten Stufen mit bis zu 1.500 € Budget rund 50 bis 56 € (Stand 31. Oktober 2026). Den Preis bestimmen viele Faktoren, vor allem Budgethöhe, gewählte Bausteine, Leistungsumfang, Gruppengröße und Branche.
Bei der Allianz können ab dem 1. Januar 2027 laut Produktseite einzelne Branchen abweichende Beiträge zahlen. R+V nennt für Unternehmen ab zehn Mitarbeitenden Einheitsbeiträge, gibt aber keine Beträge an.
Versicherungsteuer fällt auf die bKV nicht an. Versicherungen mit Leistungen im Krankheitsfall, die der Versorgung der versicherten Person dienen, sind davon ausgenommen (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 b Versicherungsteuergesetz).
Diese Beiträge je Mitarbeitendem und Monat nennen die Versicherer für ihre Budgettarife (Stand 31. Oktober 2026):
| Budgettarif des Versicherers | Jahresbudget | Beitrag je Mitarbeitendem und Monat |
|---|---|---|
| Hallesche FEELfree | 300 € | 9,95 € |
| AXA FlexMed easy Premium | Budget nicht genannt | ab 13,59 € |
| Allianz MeineGesundheit | 300 € | 13,90 € |
| Allianz MeineGesundheit | 600 € | 22,90 € |
| Allianz MeineGesundheit | 900 € | 32,90 € |
| Hallesche FEELfree:up_plus | 900 € | 39,53 € |
| Allianz MeineGesundheit | 1.200 € | 41,90 € |
| Allianz MeineGesundheit | 1.500 € | 49,90 € |
| Hallesche, höchste Budgetstufe | bis 1.500 € | 56,03 € |
Die Allianz nennt beim Budgettarif keine Zeiteinheit, aus dem Aufbau der Seite ergibt sich ein Monatsbeitrag. Ihre Beiträge enthalten die Beitragsbefreiung in entgeltfreien Zeiten.
Für die Gesamtkosten rechnest Du den Beitrag mit der Zahl Deiner Mitarbeitenden hoch. Die Hallesche kommt bei 100 Mitarbeitenden im Tarif FEELfree:up_plus mit 900 € Budget auf 3.953,00 € im Monat und 47.436,00 € im Jahr. Bei zehn Mitarbeitenden im Allianz-Tarif mit 300 € Budget wären es bei einem Monatsbeitrag von 13,90 € insgesamt 1.668,00 € im Jahr.
Prüfe bei der Wahl der Budgetstufe immer die 50-Euro-Grenze. Der Allianz-Tarif mit 1.500 € Budget liegt mit 49,90 € knapp darunter, sofern es sich um einen Monatsbeitrag handelt, und lässt dann nur 0,10 € Spielraum für andere Sachbezüge im selben Monat. Die höchste Hallesche-Stufe liegt mit 56,03 € darüber.
Einzelne Bausteine gibt es ab weniger als einem Euro im Monat
Wer nur einzelne Bereiche absichert, zahlt oft deutlich weniger als für ein großes Budget. Zahn- und Krankenhausbausteine gehören dabei zu den teureren Bausteinen, Reiseschutz und kleine Tagegelder zu den günstigen.
Die Preise gelten je versicherter Person. Sie unterscheiden sich auch deshalb, weil jeder Versicherer die Leistungen anders zuschneidet.
Diese Monatsbeiträge nennen Allianz und SIGNAL IDUNA für einzelne Bausteine (Stand 31. Oktober 2026):
| Baustein der bKV | Versicherer | Beitrag je Person und Monat |
|---|---|---|
| Vorsorgeuntersuchungen | SIGNAL IDUNA | 5,08 € |
| Vorsorge | Allianz | 7,44 € |
| Sehhilfen | SIGNAL IDUNA | 5,54 € |
| Zahnbehandlung und Zahnreinigung | SIGNAL IDUNA | 9,94 € |
| Zahnschutz RundumZahn 70 | Allianz | 18,10 € |
| Zahnschutz RundumZahn 100 | Allianz | 49,90 € |
| Krankenhaus mit Zweibettzimmer und Wahlarzt | Allianz | 21,07 € |
| Krankenhaus mit Privatpatientenleistungen | SIGNAL IDUNA | 24,72 € |
| Krankentagegeld 5 € je Tag | Allianz | 4,05 € |
| Auslandsreise | Allianz | 0,83 € |
Mehrere Bausteine addieren sich. Wer Zahn, Krankenhaus und Vorsorge kombiniert, ist schnell bei der 50-Euro-Grenze.
Wann ist die betriebliche Krankenversicherung steuerfrei?
Die bKV ist steuer- und sozialabgabenfrei, wenn Du sie als Sachbezug gewährst und alle Sachbezüge eines Mitarbeitenden zusammen im Monat 50 € nicht übersteigen. Die Freigrenze steht im Einkommensteuergesetz (EStG).
Sachbezüge, die nach Satz 1 zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.
§ 8 Abs. 2 Satz 11 Halbsatz 1 EStG
Ein Sachbezug liegt nur vor, wenn Dein Mitarbeitender ausschließlich Versicherungsschutz bekommt. Das Bundesfinanzministerium (BMF) stellt in seinem Schreiben vom 15. März 2022 klar, dass der Krankenversicherungsschutz Sachbezug ist, wenn Du den Vertrag abschließt und die Beiträge zahlst (Rn. 6). Es stützt sich auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 7. Juni 2018 (VI R 13/16).
Zahlst Du Deinen Leuten dagegen Geld mit der Auflage, selbst eine Krankenversicherung bei einem von Dir benannten Versicherer abzuschließen, ist das Barlohn (Rn. 18 des BMF-Schreibens). Dasselbe gilt, wenn Mitarbeitende statt des Schutzes auch Geld verlangen können (Rn. 5).
Die 50 € sind eine Freigrenze und kein Freibetrag. Liegt die Summe aller Sachbezüge in einem Monat auch nur einen Cent darüber, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Die Hallesche weist zudem darauf hin, dass Du jeden Monat einzeln prüfst und keinen Ausgleich mit dem Folgemonat vornehmen kannst.
Diese Sachbezüge zählen zum Beispiel zur selben Grenze:
- Beiträge zur bKV
- Tankgutscheine und Tankkarten
- Einkaufsgutscheine und Guthabenkarten
- sonstige monatliche Sachzuwendungen
Rechne deshalb vor der Wahl der Budgetstufe alle Sachbezüge zusammen, die Du heute schon gewährst. Erst der Rest bis 50 € steht für die bKV zur Verfügung.
Die Steuerfreiheit hängt außerdem an der Vertragsgestaltung. Fehlt einer der folgenden Punkte, ist der Beitrag steuer- und beitragspflichtig.
Diese Punkte sichern die 50-Euro-Freigrenze
- Arbeitgeber schließt den Vertrag ab
- Arbeitgeber zahlt den Beitrag direkt an den Versicherer
- kein Anspruch auf Auszahlung in Geld
- Summe aller Sachbezüge höchstens 50 € im Monat
- Prüfung jeden Monat einzeln
Bei der Zahlweise lohnt ein Blick auf die Abrechnung. Zahlst Du den Jahresbeitrag im Voraus, rechnet das Finanzamt den Vorteil womöglich auf einen Schlag zu. Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat 2022 für eine Gruppenversicherung mit kalkulierten Monatsbeiträgen entschieden, dass der Vorteil auch bei jährlicher Vorauszahlung Monat für Monat zufließt (Gerichtsbescheid vom 21. Oktober 2022, 10 K 262/22). Mit monatlicher Zahlung gehst Du dieser Frage aus dem Weg.
Wie versteuerst Du eine betriebliche Krankenversicherung über 50 Euro?
Liegt der Beitrag über der Freigrenze, hast Du drei Wege. Du versteuerst ihn pauschal selbst, Du übernimmst Steuer und Abgaben über eine Nettolohnversteuerung oder Dein Mitarbeitender versteuert ihn als geldwerten Vorteil über die Lohnabrechnung.
Bei der Pauschalierung nach § 37b EStG zahlst Du 30 % Pauschalsteuer auf den Beitrag, höchstens für 10.000 € je Mitarbeitendem und Wirtschaftsjahr. Die Pauschalierung gilt dann einheitlich für alle solchen Zuwendungen des Wirtschaftsjahres. Die bKV muss dafür zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn kommen (§ 37b Abs. 2 EStG). Eine Finanzierung über Gehaltsverzicht stimmst Du deshalb vorher mit Deinem Steuerberater ab.
Die Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 EStG beantragst Du beim Betriebsstättenfinanzamt. Sie gilt für sonstige Bezüge in einer größeren Zahl von Fällen und endet bei 1.000 € je Mitarbeitendem und Kalenderjahr. Den Steuersatz ermittelst Du dabei individuell für Deine Belegschaft. Weil monatliche Beiträge laufender Arbeitslohn sind, empfiehlt die Hallesche hierfür eine jährliche Beitragszahlung. Ob das Finanzamt die Jahreszahlung als sonstigen Bezug anerkennt, klärst Du vorab mit Deinem Steuerberater, denn das Finanzgericht Baden-Württemberg hat bei einer Vorauszahlung einen monatlichen Zufluss angenommen.
So unterscheiden sich die Wege, wenn der Beitrag über 50 € im Monat liegt:
| Weg der Versteuerung | Rechtsgrundlage | Lohnsteuer | Sozialversicherung |
|---|---|---|---|
| Pauschalsteuer für Sachzuwendungen | § 37b Abs. 2 EStG | 30 % pauschal, zahlt der Arbeitgeber | beitragspflichtig |
| Pauschalsteuer auf Antrag | § 40 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG | individueller Pauschsatz, bis 1.000 € im Kalenderjahr | beitragsfrei ohne Einmalzahlung, § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SvEV |
| Nettolohnversteuerung | Lohnabrechnung | übernimmt der Arbeitgeber | übernimmt der Arbeitgeber |
| geldwerter Vorteil beim Mitarbeitenden | § 8 Abs. 2 EStG | zahlt der Mitarbeitende | Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil |
Die Beitragsfreiheit beim Weg über § 40 Abs. 1 gilt nur für sonstige Bezüge, die kein einmalig gezahltes Arbeitsentgelt sind. Welche Variante für Deinen Betrieb am wenigsten kostet, rechnet Dein Steuerberater mit den Zahlen Deiner Lohnabrechnung durch.
Wie behandelt die Sozialversicherung die betriebliche Krankenversicherung?
Die Sozialversicherung folgt bei der bKV der Lohnsteuer. Die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) übernimmt die 50-Euro-Freigrenze ausdrücklich (§ 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV), ein steuerfreier bKV-Beitrag ist damit auch beitragsfrei.
Nach § 40 Abs. 1 EStG pauschal versteuerte Beiträge bleiben nur beitragsfrei, wenn Du sie mit der Entgeltabrechnung für den jeweiligen Abrechnungszeitraum pauschal besteuerst (§ 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV).
Bei der Pauschalierung nach § 37b EStG fallen für Deine eigenen Beschäftigten Sozialbeiträge an. Die SvEV nimmt solche Zuwendungen nur dann vom Arbeitsentgelt aus, wenn sie an Arbeitnehmer eines anderen Unternehmens gehen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 14 SvEV). Die Hallesche weist ebenfalls darauf hin.
Eine arbeitnehmerfinanzierte bKV, wie sie etwa BarmeniaGothaer anbietet, zahlen Deine Mitarbeitenden aus dem Nettolohn. Für Dich entstehen dann keine Steuern oder Sozialbeiträge, Deine Leute profitieren aber auch von keinem Steuervorteil.
Für Dich als Arbeitgeber sind die bKV-Beiträge Betriebsausgaben, weil der Betrieb sie veranlasst (§ 4 Abs. 4 EStG).
Welche Bedingungen der betrieblichen Krankenversicherung sollten Arbeitgeber vergleichen?
Neben dem Beitrag zählen vor allem die Mindestgröße der Gruppe, der Umgang mit laufenden Behandlungen und die Regeln für Zeiten ohne Gehalt. Diese Punkte unterscheiden sich zwischen den Versicherern stärker als die Budgethöhen.
Achte auf entgeltfreie Zeiten wie Elternzeit, Pflegezeit oder lange Krankheit. Ohne Beitragsbefreiung zahlst Du in diesen Monaten weiter, obwohl Du kein Gehalt zahlst. Die Hallesche entlastet Dich in den FEELfree-Tarifen erst, wenn die weitergezahlten Beiträge für solche Zeiten 5 % der jährlichen Beitragssumme übersteigen.
Auch Familienangehörige sind ein Thema für Deine Mitarbeitenden. Bei der Allianz können sie innerhalb von zwölf Monaten ohne Gesundheitsprüfung in den Budget-, Zahn-, Vorsorge- und Reisetarif, bei SIGNAL IDUNA verlangen einzelne Tarife für Angehörige eine Gesundheitsprüfung.
Diese Regeln nennen die Versicherer auf ihren Produktseiten (Stand 31. Oktober 2026):
| Versicherer | Mindestzahl Mitarbeitende | Laufende Behandlungen | Entgeltfreie Zeiten |
|---|---|---|---|
| Allianz | ab 5 | eingeschlossen | Beitragsbefreiung im Beitrag enthalten |
| R+V | ab 5 | eingeschlossen ab 10 verpflichtend Versicherten | Beitragsfreistellung ab 10 Mitarbeitenden |
| SIGNAL IDUNA | ab 3, einzelne Tarife ab 20 | laut Seite kein Hindernis | beitragsfrei bei langer Arbeitsunfähigkeit, Eltern- und Pflegezeit |
| BarmeniaGothaer | je nach Tarif ab 5 | auf der Seite nicht genannt | auf der Seite nicht genannt |
| Hallesche FEELfree | auf der Seite nicht genannt | auf der Seite nicht genannt | Entlastung ab 5 % der Jahresbeiträge |
Die Angaben auf den Produktseiten ersetzen nicht die Bedingungen. Verbindlich ist, was im Gruppenvertrag und in den Tarifbedingungen steht.
Wir lesen diese Bedingungen vor jeder Empfehlung und gleichen sie mit Deiner Belegschaft ab. Ein Betrieb mit vielen jungen Eltern braucht andere Regeln für entgeltfreie Zeiten als ein Betrieb mit vielen älteren Fachkräften.
Diese Fragen klären wir vor dem Abschluss
- Wer gehört zur versicherten Gruppe?
- Liegt der Beitrag sicher unter 50 € im Monat?
- Welche Sachbezüge zahlst Du schon?
- Sind laufende Behandlungen mitversichert?
- Was gilt in Elternzeit und bei langer Krankheit?
- Können Angehörige ohne Gesundheitsprüfung dazu?
Was passiert mit der betrieblichen Krankenversicherung beim Ausscheiden eines Mitarbeitenden?
Verlässt ein Mitarbeitender Deinen Betrieb, endet sein Schutz in der bKV. Bei vielen Versicherern kann er ihn aber privat mit eigenen Beiträgen fortführen, ohne neue Gesundheitsprüfung.
SIGNAL IDUNA gibt dafür zwei Monate Zeit, die Allianz bietet die Fortführung zu den Konditionen der Einzelversicherung an. Die R+V nennt die Fortführung ohne Gesundheitsprüfung auch für den Renteneintritt.
Kündigst Du den Gruppenvertrag insgesamt, schützt das Gesetz Deine Mitarbeitenden. Die Kündigung wirkt nur, wenn die Versicherten davon wissen (§ 207 Abs. 2 Satz 2 VVG), und sie dürfen den Schutz selbst fortsetzen.
Handelt es sich bei dem gekündigten Vertrag um einen Gruppenversicherungsvertrag und wird kein neuer Versicherungsnehmer benannt, sind die versicherten Personen berechtigt, das Versicherungsverhältnis unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung, soweit eine solche gebildet wird, zu den Bedingungen der Einzelversicherung fortzusetzen.
§ 207 Abs. 2 Satz 3 VVG
Dieses Recht endet zwei Monate, nachdem der Versicherte davon erfahren hat. Der Versicherer selbst darf einen Gruppenvertrag ordentlich nur kündigen, wenn die Versicherten zu den Bedingungen der Einzelversicherung weitermachen können (§ 206 Abs. 4 VVG).
Worin unterscheidet sich die betriebliche Krankenversicherung von der betrieblichen Altersversorgung?
Die bKV schützt Deine Mitarbeitenden heute bei Krankheit, die betriebliche Altersversorgung (bAV) baut eine Rente für später auf. Beide sind Benefits, folgen aber eigenen Steuerregeln.
Für Beiträge zur bAV gilt die 50-Euro-Freigrenze nicht. Laufende Beiträge an Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung führen nach einer eigenen Vorschrift zu Arbeitslohn (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG), deshalb schließt das BMF-Schreiben vom 15. März 2022 die Freigrenze hier aus (Rn. 29). Für sie gibt es eigene Förderwege, die wir unter bAV-Beratung für Arbeitgeber erklären.
Viele Arbeitgeber kombinieren beides. Mit der bKV setzt Du ein spürbares Zeichen im Alltag, mit der bAV ein langfristiges. Wie viel Deine Leute selbst in die Rente stecken sollten, liest Du im Beitrag wie viel Geld in die bAV fließen sollte.
Zertifizierte Kurse zur Gesundheitsförderung, etwa Rückenschule oder Stressprävention, kannst Du daneben bis 600 € im Jahr steuerfrei bezahlen (§ 3 Nr. 34 EStG). Sie zählen nicht zur 50-Euro-Grenze der bKV. Welche Versicherungen Dein Betrieb selbst braucht, zeigt unser Überblick zu notwendigen Versicherungen für Gewerbe.
Welche Fragen stellen Unternehmer zur betrieblichen Krankenversicherung am häufigsten?
Diese Fragen tauchen in der Google-Suche zur betrieblichen Krankenversicherung besonders oft auf. Die Antworten fassen die wichtigsten Punkte aus den Abschnitten oben kurz zusammen.
Was ist eine betriebliche Zusatzversicherung?
Gemeint ist meist die betriebliche Krankenversicherung, eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber als Gruppenvertrag für seine Beschäftigten abschließt. Sie zahlt Leistungen wie Zahnersatz, Brillen, Vorsorge oder Komfort im Krankenhaus. Bei arbeitgeberfinanzierten Tarifen verlangen viele Versicherer keine Gesundheitsprüfung.
Ist eine betriebliche Krankenversicherung sinnvoll?
Für Arbeitgeber, die Fachkräfte binden wollen, ist sie sinnvoll, weil der Beitrag bis 50 € im Monat steuer- und sozialabgabenfrei bleibt. Bei Barlohn kommt dagegen nach Steuer und Abgaben deutlich weniger an. Weniger passend ist sie, wenn Du die 50-Euro-Grenze schon mit anderen Sachbezügen ausschöpfst.
Was kostet den Arbeitgeber eine betriebliche Krankenversicherung?
Für einen Budgettarif mit 300 € Jahresbudget nennt die Hallesche 9,95 € je Mitarbeitendem und Monat, die Allianz 13,90 € ohne Angabe der Zeiteinheit. Die höchsten Stufen mit bis zu 1.500 € Budget liegen bei 49,90 € (Allianz) und 56,03 € im Monat (Hallesche, Stand 31. Oktober 2026). Den Preis bestimmen Budgethöhe, Bausteine, Gruppengröße und Branche. Für Dich sind die Beiträge Betriebsausgaben.
Ist die betriebliche Krankenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei?
Ja, wenn Du sie als Sachbezug gewährst und alle Sachbezüge zusammen 50 € im Monat nicht übersteigen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG, § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV). Dafür schließt Du den Vertrag ab und zahlst den Beitrag direkt an den Versicherer. Ein Geldzuschuss an Deine Mitarbeitenden ist dagegen Barlohn.
Ist eine betriebliche Krankenversicherung ein geldwerter Vorteil?
Ja, der Versicherungsschutz ist ein geldwerter Vorteil in Form eines Sachbezugs. Bis zur Freigrenze von 50 € im Monat bleibt er steuer- und beitragsfrei. Darüber versteuert ihn Dein Mitarbeitender, oder Du pauschalierst die Steuer nach § 37b oder § 40 EStG.
Wie wird die bKV in der Lohnabrechnung behandelt?
Innerhalb der Freigrenze führst Du den Beitrag als steuer- und beitragsfreien Sachbezug. Übersteigen die Sachbezüge 50 €, ist der ganze Betrag steuer- und beitragspflichtig, sofern Du ihn nicht pauschal versteuerst. Die Prüfung erfolgt Monat für Monat.
Wer bezahlt die betriebliche Krankenversicherung?
In der Regel zahlt der Arbeitgeber den ganzen Beitrag, nur dann greift die Steuerfreiheit als Sachbezug. Einige Versicherer wie BarmeniaGothaer bieten auch arbeitnehmerfinanzierte Tarife an, die Beschäftigte aus dem Nettolohn zahlen.
Welche Nachteile hat die betriebliche Krankenversicherung für Arbeitnehmer?
Der Schutz endet mit dem Austritt aus dem Betrieb, und die private Fortführung kostet eigene Beiträge. Ein Budget ist pro Jahr begrenzt, und über 50 € im Monat kann Lohnsteuer anfallen, wenn der Arbeitgeber nicht pauschaliert. Die Fortführung ohne neue Gesundheitsprüfung mildert den ersten Punkt bei vielen Versicherern.
Welche betriebliche Krankenversicherung ist die beste?
Die passende bKV hält die 50-Euro-Grenze ein, deckt die Leistungen ab, die Deine Belegschaft nutzt, und passt zur Größe Deines Betriebs. Achte auf laufende Behandlungen, Beitragsbefreiung in entgeltfreien Zeiten, Angehörige und die Fortführung beim Ausscheiden. Diese Punkte vergleichen wir in der Beratung für Dich.
Wie hilft Dir COVAGO bei der Wahl Deiner betrieblichen Krankenversicherung?
In der Beratung klären wir, welche Gruppe Du versichern willst, welches Modell zu Deiner Belegschaft passt und wie Du die 50-Euro-Grenze mit Deinen übrigen Sachbezügen sicher einhältst. Deine Ansprechpartnerin ist Sarah Edelmann, bei uns Sales Expert für die betriebliche Krankenversicherung. Sie begleitet Dich von der ersten Einschätzung bis zur passenden Lösung für Dein Team.
Wir vergleichen Budget- und Bausteintarife mehrerer Versicherer, prüfen die Regeln für laufende Behandlungen, Elternzeit und Fortführung und bereiten die Einführung mit Dir und Deiner Lohnbuchhaltung vor. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Wie wir Arbeitgeber dabei begleiten, zeigt unsere Seite zur bKV-Beratung.

