Eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Deinen Mitarbeitenden eine monatliche Rente, wenn sie ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können, und Du schließt sie als Arbeitgeber über die betriebliche Altersversorgung ab. Mehrere Versicherer bieten dafür Kollektivverträge mit wenigen oder ganz ohne Gesundheitsfragen an und öffnen den Schutz damit auch Beschäftigten mit Vorerkrankungen.
Du erfährst hier, über welche Wege der Schutz läuft, wie die vereinfachte Gesundheitsprüfung funktioniert, was er kostet und wie Deine Mitarbeitenden die Rente später versteuern. Alle Grenzwerte, Paragraphen und Versicherer-Angaben haben wir am 31. Oktober 2026 in den Gesetzestexten und auf den Seiten der Versicherer geprüft.
Was ist eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die Du als Arbeitgeber für Deine Mitarbeitenden abschließt. Rechtlich zählt sie zur betrieblichen Altersversorgung (bAV), denn das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) erfasst neben der Alters- und Hinterbliebenenversorgung ausdrücklich auch die Invaliditätsversorgung (§ 1 Abs. 1 BetrAVG).
Wann jemand berufsunfähig ist, regelt das Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Maßstab ist der zuletzt ausgeübte Beruf und nicht irgendeine Arbeit auf dem Arbeitsmarkt.
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.
§ 172 Abs. 2 VVG
In der Direktversicherung bist Du Versicherungsnehmer und zahlst die Beiträge, Dein Mitarbeitender ist die versicherte Person und bezugsberechtigt (§ 1b Abs. 2 BetrAVG). Die Rente fließt im Leistungsfall also an ihn. Für die zugesagte Leistung stehst Du gegenüber Deinem Team trotzdem ein, auch wenn ein Versicherer sie auszahlt (§ 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG).
Die Versicherer bieten den Schutz in zwei Formen an. Als selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung sichert der Vertrag allein das Risiko Berufsunfähigkeit ab, als Zusatzversicherung hängt er an einer Betriebsrente und kann dort auch die Beiträge übernehmen (LV 1871, Canada Life).
Warum brauchen Mitarbeitende eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die gesetzliche Rentenversicherung schützt den Beruf Deiner Mitarbeitenden nicht. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, bekommt eine Erwerbsminderungsrente nur, wenn er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann (§ 43 und § 240 Sozialgesetzbuch VI).
Die Rente wegen voller Erwerbsminderung gibt es erst unter drei Stunden täglich, zwischen drei und sechs Stunden nur die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Ein Dachdecker, der nicht mehr aufs Dach kann und sechs Stunden am Empfang sitzen könnte, bekommt deshalb nichts.
Auch die Höhe fällt knapp aus. Im Rentenzugang 2025 lag die Erwerbsminderungsrente laut Deutscher Rentenversicherung im Schnitt bei rund 1.067 € im Monat, und 175.978 dieser Renten kamen in dem Jahr neu dazu.
Diese Lücken lässt die gesetzliche Rente offen
- kein Schutz für den zuletzt ausgeübten Beruf
- Verweis auf jede Arbeit am allgemeinen Arbeitsmarkt
- volle Rente erst unter drei Stunden täglich
- drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren
- Zugangsrente 2025 im Schnitt rund 1.067 €
Für Dich als Arbeitgeber ist die BU ein Benefit, den Mitarbeitende schon während des Berufslebens spüren. Eine Betriebsrente zahlt erst im Ruhestand, die BU dann, wenn Krankheit oder Unfall die Arbeit beenden.
Ist die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung für Arbeitgeber Pflicht?
Eine Pflicht, Mitarbeitende gegen Berufsunfähigkeit abzusichern, gibt es für Arbeitgeber nicht. Das Betriebsrentengesetz gibt Deinen Beschäftigten einen Anspruch auf Entgeltumwandlung bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der Rentenversicherung (§ 1a Abs. 1 BetrAVG), für das Jahr 2026 also bis 4.056 € im Jahr.
Welche Leistung der Vertrag absichert, legt Ihr in der Vereinbarung zur Entgeltumwandlung fest. Die Allianz schreibt dazu auf ihrer Produktseite, dass der Rechtsanspruch nur auf Entgeltumwandlung besteht und die Gestaltung beim Arbeitgeber liegt.
Wandelt ein Mitarbeitender Gehalt in eine Direktversicherung um, musst Du etwas dazugeben, soweit Du selbst Sozialversicherungsbeiträge sparst. Das Gesetz formuliert diese Pflicht so.
Der Arbeitgeber muss 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder die Direktversicherung weiterleiten, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart.
§ 1a Abs. 1a BetrAVG
Für die Unterstützungskasse und die Direktzusage nennt die Vorschrift diesen Pflichtzuschuss nicht. Verlangt ein Mitarbeitender die Entgeltumwandlung, muss er mindestens ein 160stel der Bezugsgröße einsetzen, im Jahr 2026 sind das 296,63 € jährlich (§ 1a Abs. 1 Satz 4 BetrAVG).
Über welche Durchführungswege läuft die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung läuft meist als Direktversicherung, daneben über eine rückgedeckte Unterstützungskasse oder als Rückdeckung einer Pensionszusage. Der Weg bestimmt, wie Beiträge und Rente steuerlich behandelt sind.
Bei der Direktversicherung schließt Du eine Versicherung auf das Leben Deines Mitarbeitenden ab. Die Beiträge sind bis 8 % der BBG steuerfrei (§ 3 Nr. 63 Einkommensteuergesetz) und bis 4 % frei von Sozialabgaben (§ 1 Abs. 1 Nr. 9 Sozialversicherungsentgeltverordnung).
Die Unterstützungskasse ist eine eigene Versorgungseinrichtung, an die Du Zuwendungen zahlst und die sich bei einem Versicherer rückdeckt. Lohnsteuer fällt in der Ansparphase keine an. Das Einkommensteuergesetz zählt nur Beiträge an Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen zum Arbeitslohn (§ 19 Abs. 1 Nr. 3 EStG), und bei der Unterstützungskasse fließt der Arbeitslohn laut Bundesfinanzministerium erst mit der Auszahlung der Leistung zu (BMF-Schreiben vom 12. August 2021, Rn. 8). Umgewandeltes Entgelt bleibt bis 4 % der BBG frei von Sozialabgaben (§ 14 Abs. 1 SGB IV).
So unterscheiden sich die Wege für Deine Mitarbeitenden und für Dich (Stand 31. Oktober 2026):
| Durchführungsweg | Lohnsteuer auf Beiträge | Sozialabgaben auf Beiträge | Rente im Leistungsfall | Abzug beim Arbeitgeber |
|---|---|---|---|---|
| Direktversicherung | steuerfrei bis 8 % BBG (§ 3 Nr. 63 EStG) | frei bis 4 % BBG (§ 1 SvEV) | voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 EStG) | Betriebsausgabe ohne Aktivierung (§ 4b EStG) |
| Rückgedeckte Unterstützungskasse | kein Arbeitslohn in der Ansparphase | Entgeltumwandlung frei bis 4 % BBG (§ 14 SGB IV) | Arbeitslohn mit Versorgungsfreibetrag (§ 19 EStG) | Betriebsausgabe in den Grenzen des § 4d EStG |
| Private BU zum Vergleich | aus dem Nettolohn | aus dem Nettolohn | nur Ertragsanteil (§ 22 Nr. 1 EStG) | kein Abzug |
Versicherungsteuer fällt auf die Beiträge nicht an, soweit die BU der Versorgung der versicherten Person dient (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 Versicherungsteuergesetz). Swiss Life bietet ihren Kollektivtarif BU Pro laut ihren Bedingungen (Stand Oktober 2023) als Direktversicherung und als Rückdeckungsversicherung an.
Welcher Weg in Deinem Betrieb passt, hängt auch davon ab, wie Deine Betriebsrente heute organisiert ist. Mehr zu Durchführungswegen und Arbeitgeberpflichten findest Du auf unserer Seite zur bAV-Beratung für Arbeitgeber.
Wie finanzierst Du die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Du kannst die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung selbst bezahlen, über Entgeltumwandlung Deiner Mitarbeitenden laufen lassen oder beides mischen. Die Wahl beeinflusst vor allem, wie einfach die Gesundheitsprüfung ausfällt.
Bei der arbeitgeberfinanzierten Lösung zahlst Du den vollen Beitrag. Bei der Versicherungskammer Bayern (VKB) genügt in dieser Variante unter bestimmten Voraussetzungen eine Erklärung von Dir, und Swiss Life verlangt für BU Pro, dass Du mindestens die Hälfte des Beitrags zahlst.
Bei der Entgeltumwandlung zahlt Dein Mitarbeitender aus dem Bruttogehalt, und Du legst in der Direktversicherung mindestens 15 % dazu, soweit Du Sozialabgaben sparst. Die Mischfinanzierung teilt den Beitrag nach einem Schlüssel, den Du festlegst.
Diese Modelle bieten die Versicherer im Kollektiv an:
- Arbeitgeber zahlt 100 % des Beitrags
- Arbeitgeber zahlt mindestens 50 % (Swiss Life BU Pro)
- Entgeltumwandlung mit mindestens 15 % Zuschuss
- Mischfinanzierung mit frei vereinbartem Anteil
Die Allianz nennt die arbeitgeberfinanzierte Variante auf ihrer Produktseite den „Königsweg“. Für Deine Mitarbeitenden hat sie einen weiteren Vorteil, denn auf Beiträge bis 4 % der BBG zahlen sie in der Direktversicherung weder Steuern noch Sozialabgaben, und ihr Nettogehalt bleibt unverändert.
Die Beiträge setzt Du als Betriebsausgabe ab (§ 4 Abs. 4 EStG). Weil Dein Mitarbeitender bezugsberechtigt ist, aktivierst Du den Versicherungsanspruch nicht in Deiner Bilanz (§ 4b EStG).
Wie funktioniert die vereinfachte Gesundheitsprüfung in der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung?
In Kollektivverträgen ersetzen wenige Fragen oder eine Erklärung des Arbeitgebers die ausführliche Gesundheitsprüfung einer privaten BU. Voraussetzung ist oft eine Mindestzahl versicherter Mitarbeitender, bei mehreren Versicherern zehn Personen.
Der Verzicht auf ausführliche Gesundheitsfragen kann laut LV 1871 zu höheren Beiträgen führen. Dazu kommen Bedingungen wie eine Mindestgröße der Gruppe, ein hoher Arbeitgeberanteil oder Wartezeiten.
Diese Bedingungen nennen die Versicherer für die vereinfachte Aufnahme (abgerufen am 31. Oktober 2026):
| Versicherer | Voraussetzung laut Versicherer | Gesundheitsprüfung |
|---|---|---|
| Württembergische | Rahmenvertrag mit mindestens 10 versicherten Mitarbeitenden | entfällt, ohne Rahmenvertrag wenige vereinfachte Fragen |
| VKB | Gruppenvertrag ab 10 Mitarbeitenden | je nach Konstellation keine oder wenige Fragen |
| VKB, arbeitgeberfinanziert | Dienstobliegenheitserklärung des Arbeitgebers | Erklärung zu Fehlzeiten statt Einzelfragen |
| Swiss Life BU Pro | mindestens 10 versicherte Mitarbeitende, Arbeitgeber zahlt alles oder mindestens 50 % | vereinfachtes Aufnahmeverfahren (Pressemitteilung Oktober 2023) |
| LV 1871, nur Beitragsbefreiung bei BU | Direktversicherung bis 4 % BBG | keine Fragen, drei Jahre Wartezeit außer bei Unfall |
| Allianz | alle Unternehmensgrößen | sehr vereinfachte Fragen, riskante Berufe einzeln geprüft |
| Nürnberger | keine Angabe | stark verkürzte Fragen |
Bei der Dienstobliegenheitserklärung bestätigst Du als Arbeitgeber, dass der Mitarbeitende in den letzten Jahren voll arbeitsfähig war. Die VKB setzt dafür voraus, dass in den letzten zwei Jahren keine Arbeitsunfähigkeit länger als zwei Wochen am Stück oder länger als 20 Tage insgesamt bestand.
Laut LV 1871 genügt großen Unternehmen oft diese Erklärung. Sie deckt im Wesentlichen vier Themen ab.
Diese Punkte fragt eine Dienstobliegenheitserklärung ab
- frühere und aktuelle Arbeitsfähigkeit
- Fehlzeiten in einem festen Zeitraum
- eine bestehende Behinderung
- Bezug oder Antrag einer Erwerbsminderungsrente
Was gilt, wenn ein Mitarbeitender die Erklärung nicht erfüllt, regelt jeder Rahmenvertrag selbst. Als Alternative im Kollektiv bieten Allianz und VKB Grundfähigkeitsversicherungen an, die beim Verlust bestimmter körperlicher oder psychischer Fähigkeiten zahlen. Bei Swiss Life BU Pro richtet sich der Beitrag laut Bedingungen (Stand Oktober 2023) nach den Tätigkeiten der ganzen Belegschaft, der Beruf des Einzelnen verändert ihn nicht.
Was leistet eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, in der Regel sobald Dein Mitarbeitender seinen Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann, längstens bis zum vereinbarten Endalter. Das VVG selbst nennt keinen Prozentsatz, die 50 % stehen in den Bedingungen der Versicherer, etwa bei der LV 1871 und der Württembergischen.
Die VKB zahlt in ihrem Tarif EinkommensSicherung Beruf bei einer Berufsunfähigkeit von länger als sechs Monaten. Im Beispiel der Alte Leipziger läuft der Schutz bis zum 67. Lebensjahr. Das Gesetz verpflichtet den Versicherer nur für eine Berufsunfähigkeit, die nach Beginn der Versicherung eingetreten ist (§ 172 Abs. 1 VVG).
Achte auf den Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Nach § 172 Abs. 3 VVG darf der Versicherer vereinbaren, dass er nur zahlt, wenn auch keine andere Tätigkeit möglich ist, die zu Ausbildung, Fähigkeiten und bisheriger Lebensstellung passt. Die Württembergische verzichtet in ihrer betrieblichen BU darauf.
Diese Leistungen nennen die Versicherer zusätzlich zur Rente:
- Beitragsbefreiung im Leistungsfall (VKB, Canada Life)
- Beitragspause bis 24 Monate (Alte Leipziger)
- Beitragsschutz bei Arbeitsunfähigkeit (Nürnberger)
- Erhöhung bei Anlässen ohne Prüfung (Württembergische)
- riskanterer Beruf ohne Mehrbeitrag (Alte Leipziger)
- Prüfung der Unterlagen in 8 Arbeitstagen (Alte Leipziger)
Nach dem Leistungsantrag muss der Versicherer in Textform erklären, ob er die Berufsunfähigkeit anerkennt. Befristen darf er sein Anerkenntnis nur einmal (§ 173 VVG).
Die Nürnberger setzt die Beiträge bei Arbeitsunfähigkeit nach dem Ende der Entgeltfortzahlung für höchstens sechs Kalendermonate aus und zahlt sie in dieser Zeit selbst. Der Schutz bleibt dabei voll erhalten.
Was kostet eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Für eine BU-Rente von 1.500 € zahlt ein 40-jähriger Bürokaufmann im Beispiel der Alte Leipziger 67,13 € brutto im Monat, netto bleiben für ihn 30,14 € (Stand 2026). Den Preis bestimmen viele Faktoren, vor allem Eintrittsalter, Beruf, Rentenhöhe, Endalter, Art der Gesundheitsprüfung und die Größe der versicherten Gruppe.
Frei zugängliche Online-Rechner für die betriebliche BU haben wir bei den Versicherern nicht gefunden. Kollektivtarife kalkulieren sie für jede Gruppe einzeln, ab zehn Mitarbeitenden nennen VKB und Württembergische Sonderkonditionen.
Garantiert sind im Beispiel 1.171,88 € Rente, die übrigen 328,12 € stammen aus der Überschussbeteiligung und gelten nur, solange die Überschusssätze von 2026 unverändert bleiben.
Diese Werte nennt die Alte Leipziger für ihre BU als Direktversicherung (Stand 2026):
| Beispiel der Alte Leipziger | Betrag im Monat |
|---|---|
| Umwandlung aus 4.000 € Bruttogehalt | 58,37 € |
| Arbeitgeberzuschuss 15 % | 8,76 € |
| Bruttobeitrag | 67,13 € |
| Ersparnis bei Steuer und Sozialabgaben | 28,23 € |
| Nettoaufwand des Mitarbeitenden | 30,14 € |
| garantierte BU-Rente | 1.171,88 € |
| BU-Rente mit Bonusrente | 1.500,00 € |
Die Alte Leipziger rechnet mit Kirchensteuer in Hessen, Beitragszuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung und 2,9 % Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Steuer- und Sozialersparnis decken damit 42,1 % des Bruttobeitrags, Dein Mitarbeitender zahlt aus eigener Tasche 44,9 %.
Für die Planung brauchst Du außerdem die Grenzen aus der BBG. Für das Jahr 2027 hat das Bundeskabinett am 7. Oktober 2026 neue Werte beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen.
Diese Grenzen gelten für Beiträge und Renten (2027 vorbehaltlich Bundesrat):
| Grenze für die betriebliche BU | Im Jahr 2026 | Im Jahr 2027 |
|---|---|---|
| steuerfrei in der Direktversicherung (8 % BBG) | 676 € im Monat | 708 € im Monat |
| frei von Sozialabgaben (4 % BBG) | 338 € im Monat | 354 € im Monat |
| Mindestbetrag Entgeltumwandlung | 296,63 € im Jahr | 309,75 € im Jahr |
| Freibetrag Krankenversicherung auf die Rente | 197,75 € im Monat | 206,50 € im Monat |
Die steuer- und abgabenfreien Grenzen gelten für alle Beiträge eines Mitarbeitenden an Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds zusammen, eine Betriebsrente in diesen Wegen zählt also mit. Wie viel daneben in die Altersvorsorge fließen sollte, zeigt unser Beitrag zur Frage, wie viel Geld in die bAV gehört.
Wie versteuern Mitarbeitende die Rente aus der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung?
Aus einer Direktversicherung mit steuerfreien Beiträgen ist die BU-Rente voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 EStG). Bei einer privaten BU zählt dagegen nur der Ertragsanteil, der sich nach der Laufzeit der Rente richtet (§ 55 Abs. 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung).
Aus der Unterstützungskasse ist die Rente Arbeitslohn. Weil sie wegen verminderter Erwerbsfähigkeit fließt, gilt sie als Versorgungsbezug, von dem ein Versorgungsfreibetrag steuerfrei bleibt (§ 19 Abs. 2 EStG).
Pflichtversicherte Mitarbeitende in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen auf die Rente außerdem Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Das Sozialgesetzbuch V zählt Renten der betrieblichen Altersversorgung wegen Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu den Versorgungsbezügen (§ 229 Abs. 1 Nr. 5 SGB V).
In der Krankenversicherung bleiben im Jahr 2026 monatlich 197,75 € frei (§ 226 Abs. 2 SGB V), darüber gilt der allgemeine Beitragssatz (§ 248 SGB V) plus Zusatzbeitrag der Krankenkasse. In der Pflegeversicherung gibt es diesen Freibetrag nicht, dort ist die Rente in voller Höhe beitragspflichtig, sobald sie 197,75 € im Monat übersteigt (§ 57 Abs. 1 SGB XI). Wie die Krankenkasse Betriebsrenten im Detail verbeitragt, erklären wir im Beitrag zu Krankenversicherungsbeiträgen auf die Betriebsrente.
Plane die Rente deshalb höher als bei einer privaten BU. Die LV 1871 empfiehlt eine BU-Rente von mindestens 70 % des Nettogehalts und rät wegen der vollen Besteuerung, eine höhere Rente einzuplanen.
Was passiert mit der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung beim Jobwechsel?
Beim Jobwechsel kann Dein Mitarbeitender den Vertrag privat fortführen oder zum neuen Arbeitgeber mitnehmen, wenn dieser mitspielt. Bei Entgeltumwandlung behält er seine Anwartschaft sofort und muss das Recht bekommen, die Versicherung mit eigenen Beiträgen fortzusetzen (§ 1b Abs. 5 BetrAVG).
Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften bleiben erhalten, wenn der Mitarbeitende beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt ist und die Zusage drei Jahre bestanden hat (§ 1b Abs. 1 BetrAVG). Die Übernahme durch den neuen Arbeitgeber setzt das Einvernehmen aller drei Beteiligten voraus (§ 4 Abs. 2 BetrAVG).
Ohne Zustimmung des neuen Arbeitgebers kann der Mitarbeitende bei einer Direktversicherung nur verlangen, dass binnen eines Jahres nach dem Ausscheiden der Übertragungswert wechselt, und dieser entspricht dem gebildeten Kapital (§ 4 Abs. 3 und 5 BetrAVG). Bei einem reinen BU-Vertrag ist dieses Kapital gering, und die LV 1871 weist darauf hin, dass beim neuen Arbeitgeber mit eigener BU in der Regel ein Neuabschluss nötig ist.
Diese Wege bleiben beim Ausscheiden offen
- private Fortführung mit eigenen Beiträgen
- Übernahme durch den neuen Arbeitgeber
- Übertragung des Vertragswerts
- beitragsfreie Fortführung ohne neue Zahlungen
Führt der Mitarbeitende den Vertrag als alleiniger Versicherungsnehmer mit eigenen Beiträgen fort, zahlt er aus dem Nettogehalt. Der Teil der Rente aus diesen Beiträgen bleibt dafür frei von Krankenkassenbeiträgen (§ 229 Abs. 1 Nr. 5 SGB V).
Auch ohne Jobwechsel kann eine Lücke entstehen. In Elternzeit oder nach dem Ende der Entgeltfortzahlung fließt kein Gehalt, aus dem Beiträge kommen könnten, Dein Mitarbeitender darf den Vertrag dann mit eigenen Beiträgen fortsetzen (§ 1a Abs. 4 BetrAVG).
Für wen lohnt sich die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich vor allem für Betriebe ab zehn Mitarbeitenden, die den Beitrag ganz oder überwiegend selbst zahlen. Dann nehmen mehrere Versicherer das Team ohne oder mit wenigen Gesundheitsfragen auf, und Beschäftigte mit Vorerkrankungen bekommen einen Schutz, der privat an der Gesundheitsprüfung scheitern könnte.
Für gesunde Mitarbeitende mit hohem Absicherungsbedarf kann eine private BU als Ergänzung sinnvoll sein. Sie bleibt beim Jobwechsel unberührt, und die Rente ist nur mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig.
Kleine Betriebe unter zehn Personen erreichen die Mindestgrößen der Rahmenverträge nicht. Die Allianz bietet ihre Lösung nach eigenen Angaben trotzdem für alle Unternehmensgrößen an, mit sehr vereinfachten Gesundheitsfragen.
Gegen eine rein betriebliche Lösung sprechen diese Punkte:
- volle Besteuerung der Rente im Leistungsfall
- Beiträge zur Krankenversicherung auf die Rente
- Mitnahme beim Jobwechsel nur mit Zustimmung
- Steuerfreiheit nur bis 8 % der BBG
- Deine Einstandspflicht für die Zusage
Als zweiten Benefit für die Gesundheit Deines Teams kannst Du die BU mit einer betrieblichen Krankenversicherung kombinieren. Welche Absicherung Du selbst als Geschäftsführer brauchst, haben wir im Beitrag zu Versicherungen für Geschäftsführer zusammengestellt.
Welche Fragen stellen Unternehmer zur betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung am häufigsten?
Diese Fragen tauchen in der Google-Suche zur betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung am häufigsten auf. Die Antworten fassen die wichtigsten Punkte aus den Abschnitten oben kurz zusammen.
Was ist eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Sie ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeitenden abschließt, meist als Direktversicherung. Rechtlich zählt sie als Invaliditätsversorgung zur betrieblichen Altersversorgung (§ 1 Abs. 1 BetrAVG). Die Rente geht im Leistungsfall an den Mitarbeitenden.
Zahlt der Arbeitgeber die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Das kann er, ganz oder teilweise. Bei Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung zahlt der Mitarbeitende aus dem Bruttogehalt, und der Arbeitgeber legt mindestens 15 % dazu, soweit er Sozialabgaben spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG).
Ist der Arbeitgeber zu einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung verpflichtet?
Nein, eine Pflicht zur BU-Absicherung gibt es nicht. Mitarbeitende haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung bis 4 % der BBG, im Jahr 2026 bis 4.056 € (§ 1a BetrAVG). Wie der Vertrag gestaltet ist, vereinbaren Arbeitgeber und Mitarbeitender.
Wann bin ich zu 50 % berufsunfähig?
Wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer zur Hälfte nicht mehr ausüben kannst. Das VVG beschreibt den Begriff (§ 172 Abs. 2 VVG), den Grad von 50 % legen die Versicherer in ihren Bedingungen fest.
Wie hoch sind die Kosten für eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Im Beispiel der Alte Leipziger kostet eine BU-Rente von 1.500 € einen 40-jährigen Bürokaufmann 67,13 € brutto und 30,14 € netto im Monat (Stand 2026). Den Preis bestimmen Alter, Beruf, Rentenhöhe, Endalter, Gesundheitsprüfung und Gruppengröße.
Sind Beiträge zur betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung sozialversicherungsfrei?
In der Direktversicherung sind Beiträge bis 4 % der BBG frei von Sozialabgaben, im Jahr 2026 bis 338 € im Monat (§ 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV). Steuerfrei bleiben sie bis 8 % der BBG, also bis 676 € im Monat.
Wird eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung bei Auszahlung versteuert?
Ja, aus einer Direktversicherung mit steuerfreien Beiträgen ist die Rente voll steuerpflichtig (§ 22 Nr. 5 EStG). Eine private BU-Rente ist nur mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig.
Zählt die Rente aus der betrieblichen BU für die Krankenkasse als Einkommen?
Ja, für gesetzlich Krankenversicherte ist sie ein Versorgungsbezug (§ 229 Abs. 1 Nr. 5 SGB V). Pflichtversicherte zahlen in der Krankenversicherung im Jahr 2026 erst auf den Teil über 197,75 € im Monat Beiträge, in der Pflegeversicherung gilt dieser Freibetrag nicht.
Welche Nachteile hat die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Rente ist voll steuerpflichtig und kostet Krankenkassenbeiträge. Beim Jobwechsel klappt die Mitnahme nur mit dem neuen Arbeitgeber, sonst führt der Mitarbeitende den Vertrag privat aus dem Nettogehalt fort.
Was passiert mit der betrieblichen BU beim Renteneintritt?
Die BU-Rente läuft bis zum vereinbarten Endalter, im Beispiel der Alte Leipziger bis zum 67. Lebensjahr. Danach endet die BU-Leistung, und es bleiben die Altersrenten, die Dein Mitarbeitender aufgebaut hat.
Wie hilft Dir COVAGO bei der betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung?
In der Beratung klären wir, welcher Durchführungsweg sich für Deine bestehende Betriebsrente eignet, ob Dein Team die Mindestgröße für eine vereinfachte Gesundheitsprüfung erreicht und welches Finanzierungsmodell zu Deinem Budget passt. Dein Ansprechpartner ist Attila Huck, Leiter unserer Direktion in Esslingen.
Wir vergleichen die Kollektivtarife mehrerer Versicherer, prüfen Leistungsgrad, Verweisungsverzicht und die Regeln für den Jobwechsel und bereiten die Information Deiner Mitarbeitenden vor. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Wie wir Teams darüber hinaus absichern, zeigt unsere Seite zu Benefits für Mitarbeitende.

