Eine Gruppenunfallversicherung zahlt Deinen Mitarbeitenden nach einem Unfall eine vereinbarte Summe, etwa eine Kapitalleistung bei bleibender Invalidität, eine Unfallrente oder Krankenhaustagegeld. Als Arbeitgeber schließt Du sie für mehrere Personen in einem Vertrag ab, je nach Wahl rund um die Uhr oder nur für berufliche Unfälle.
Du erfährst hier, welche Lücken der gesetzlichen Unfallversicherung sie füllt, welche Leistungen und Ausschlüsse gelten, wie Beiträge und Leistungen versteuert werden und was ein Gruppenvertrag kostet. Die Angaben zu Tarifen und Beiträgen haben wir am 31. Oktober 2026 auf den Produktseiten der Versicherer geprüft, die Zurich-Angaben stammen aus unserer Anbieterübersicht.
Was ist eine Gruppenunfallversicherung?
Die Gruppenunfallversicherung ist eine private Unfallversicherung, die Du als Arbeitgeber für eine Gruppe von Personen abschließt, meist für Deine Belegschaft. Du bist Versicherungsnehmer und zahlst die Beiträge, Deine Mitarbeitenden sind die versicherten Personen.
Das Gesetz erlaubt ausdrücklich, eine Unfallversicherung für Unfälle eines anderen zu nehmen (§ 179 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz, VVG). Was als Unfall gilt, regelt das VVG ebenfalls.
Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Die Unfreiwilligkeit wird bis zum Beweis des Gegenteils vermutet.
§ 178 Abs. 2 VVG
Die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen AUB 2020 (Stand Juni 2025), übernehmen diesen Unfallbegriff (Ziffer 1.3). Sie erweitern ihn um Verrenkungen und Zerrungen durch erhöhte Kraftanstrengung, Gesundheitsschäden durch Gase, Unfälle unter Wasser und Verletzungen bei Rettungsmaßnahmen (Ziffer 1.4). Die Versicherer dürfen von diesem Muster abweichen, viele Tarife leisten mehr.
Die Gruppenunfallversicherung ist eine Summenversicherung. Sie zahlt die vereinbarten Beträge unabhängig davon, wer den Unfall verschuldet hat.
Ist eine Gruppenunfallversicherung für Arbeitgeber Pflicht?
Nein, eine Pflicht zur Gruppenunfallversicherung gibt es nicht, sie ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Pflicht ist allein die gesetzliche Unfallversicherung, in der Beschäftigte kraft Gesetzes versichert sind (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch VII, SGB VII).
Für Dich als Unternehmer sieht das Gesetz diesen Automatismus nicht vor. Die Satzung Deiner Berufsgenossenschaft kann Unternehmer einbeziehen (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII), sonst kannst Du Dich auf Antrag freiwillig versichern (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII). Viele Gruppentarife nehmen Inhaber und Geschäftsführer mit auf, die Alte Leipziger etwa Firmeninhaber und mitarbeitende Familienangehörige.
Welche Lücken der gesetzlichen Unfallversicherung schließt die Gruppenunfallversicherung?
Die Gruppenunfallversicherung schließt vor allem die Lücke bei Unfällen in der Freizeit, denn die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur bei Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten. Ein Arbeitsunfall setzt einen Unfall infolge der versicherten Tätigkeit voraus (§ 8 Abs. 1 SGB VII), mitversichert ist der unmittelbare Weg zur Arbeit und zurück (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII).
Der Sturz beim Skifahren, der Unfall im Haushalt oder beim Fußball am Wochenende bleibt damit außen vor. AXA nennt unter Berufung auf die GDV-Schadenunfallstatistik 2017 bis 2021 für 61 % der Unfälle die Freizeit als Unfallort, für 14,5 % Beruf oder Schule. Die Originaltabelle des GDV haben wir nicht gefunden.
Auch bei Arbeitsunfällen setzt die gesetzliche Rente spät ein. Sie fließt erst, wenn die Erwerbsfähigkeit über die 26. Woche hinaus um mindestens 20 % gemindert ist (§ 56 Abs. 1 SGB VII). Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zählte für das Jahr 2025 insgesamt 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle und 170.306 Wegeunfälle, 12.645 Versicherte erhielten erstmals eine Unfallrente (Pressemitteilung vom 22. September 2026).
So unterscheiden sich beide Systeme (Stand 31. Oktober 2026):
| Regelung | Gesetzliche Unfallversicherung | Gruppenunfallversicherung |
|---|---|---|
| Versicherte Personen | Beschäftigte kraft Gesetzes (§ 2 SGB VII), Unternehmer nur über Satzung oder freiwillig | vereinbarter Personenkreis, auf Wunsch mit Inhaber und Geschäftsführung |
| Geltungsbereich | Arbeit und unmittelbarer Arbeitsweg (§ 8 SGB VII) | weltweit rund um die Uhr (Ziffer 1.2 AUB 2020) oder nur beruflich |
| Leistung bei bleibenden Schäden | Rente ab 20 % Minderung der Erwerbsfähigkeit (§ 56 SGB VII) | Kapitalleistung ab 1 % Invalidität in den Tarifen von Allianz, AXA, HDI, ERGO, R+V und SIGNAL IDUNA |
| Höhe der Rente | Vollrente zwei Drittel des Jahresarbeitsverdienstes (§ 56 Abs. 3 SGB VII) | vereinbarte Monatsrente, je Tarif ab 35 % oder 50 % Invalidität |
| Krankheiten | anerkannte Berufskrankheiten | Krankheiten nicht versichert, laut AXA auch keine Berufskrankheiten ohne Unfallursache |
Bei Invaliditätsleistung und Unfallrente sieht das Muster keine Anrechnung von Leistungen der Berufsgenossenschaft vor. Nur bei Kosten für kosmetische Operationen und für Such-, Bergungs- und Rettungseinsätze tritt der Versicherer zurück, wenn ein Dritter zahlen muss (Ziffern 2.7 und 2.8 AUB 2020).
Für Personenschäden aus Arbeitsunfällen haftest Du Deinen Mitarbeitenden nur, wenn Du den Unfall vorsätzlich oder auf einem versicherten Weg herbeigeführt hast (§ 104 Abs. 1 SGB VII). Bei grober Fahrlässigkeit kann die Berufsgenossenschaft ihre Aufwendungen von Dir zurückfordern (§ 110 Abs. 1 SGB VII). Die Gruppenunfallversicherung deckt diese Haftung nicht ab, sie zahlt feste Summen an die Verletzten. Gegen Schadenersatzforderungen Dritter schützt Dich die Betriebshaftpflicht, die wir auf unserer Seite zu Betriebshaftpflicht und Firmenschutz erklären.
Den Umfang legst Du im Vertrag fest. Die Alte Leipziger bietet den Gruppenvertrag rund um die Uhr oder nur für berufliche Unfälle an, mit oder ohne Wegerisiko, und laut Allianz senkt die Beschränkung auf Beruf, Dienstreisen und Arbeitsweg den Beitrag. Der Schutz rund um die Uhr ergänzt die gesetzliche Unfallversicherung dort, wo sie nicht leistet. Die rein berufliche Deckung stockt dagegen Leistungen auf, die Deine Mitarbeitenden bei Arbeitsunfällen ohnehin bekommen.
Für welche Betriebe lohnt sich eine Gruppenunfallversicherung?
Eine Gruppenunfallversicherung lohnt sich für Betriebe, die Mitarbeitenden einen spürbaren Zusatzschutz bieten wollen, und für Inhaber, die selbst keinen ausreichenden Unfallschutz haben. Schon kleine Teams können einen Gruppenvertrag abschließen.
Die meisten Versicherer starten bei drei versicherten Personen, darunter AXA, HDI, ERGO, SIGNAL IDUNA und die Alte Leipziger. Bei der Allianz gilt der günstigere Gruppentarif ab zwei Personen, die R+V wirbt mit Beiträgen ab einer versicherten Person (Stand 31. Oktober 2026).
Du musst nicht alle Beschäftigten gleich behandeln. SIGNAL IDUNA erlaubt, nur bestimmte Hierarchieebenen oder Tätigkeitsbereiche zu versichern, AXA staffelt nach Berufsgruppen und bietet eine Option für Schlüsselpersonen. Gruppenkonditionen kommen bei AXA ohne aufwändige Gesundheitsprüfung aus, SIGNAL IDUNA stellt gar keine Gesundheitsfragen, und die R+V verzichtet in der Regel darauf, wenn Du alle Mitarbeitenden versicherst.
Für Gesellschafter-Geschäftsführer bietet die Alte Leipziger eine eigene Keyman-Unfallversicherung zugunsten der Firma an. Diese Police schützt den Betrieb vor dem Ausfall einer Schlüsselperson, die persönliche Haftung als Geschäftsführer deckt sie nicht. Wie Du Dich dagegen absicherst, liest Du in unserem Beitrag dazu, wie Du Dich als Geschäftsführer absichern kannst.
Häufig kombinieren Arbeitgeber die Gruppenunfallversicherung mit anderen Benefits. Die betriebliche Krankenversicherung deckt Krankheitskosten, die Unfallversicherung nicht berührt, und eine betriebliche Altersvorsorge sorgt für das Alter vor. Welche Versicherungen ein Gewerbe darüber hinaus braucht, haben wir im Beitrag über notwendige Versicherungen für Gewerbetreibende zusammengestellt.
Welche Leistungen bietet eine Gruppenunfallversicherung?
Die zentrale Leistung der Gruppenunfallversicherung ist die Invaliditätsleistung, eine Einmalzahlung bei dauerhaften Unfallfolgen. Ihre Höhe ergibt sich aus der Versicherungssumme und dem Invaliditätsgrad, bei 100.000 € Summe und 20 % Invalidität zahlt der Versicherer 20.000 € (Ziffer 2.1.2.1 AUB 2020).
Dauerhaft ist eine Beeinträchtigung, die voraussichtlich länger als drei Jahre besteht (Ziffer 2.1.1.1). Den Grad für Arme, Beine, Hände und Sinnesorgane legt die Gliedertaxe fest, im Muster etwa 55 % für den Verlust einer Hand und 20 % für einen Daumen. Die Versicherer dürfen diese Werte verbessern, die Allianz bietet eine verbesserte Gliedertaxe als Option an.
Mit einer Progression steigt die Leistung bei schweren Verletzungen überproportional. Bei 500 % Progression zahlt der Versicherer bei voller Invalidität das Fünffache der Grundsumme, ERGO bietet bis zu 600 % an.
Diese Leistungsarten sieht das GDV-Muster vor (Ziffer 2 AUB 2020):
Diese Leistungen kannst Du vereinbaren
- Invaliditätsleistung als Einmalzahlung
- Unfallrente ab einem vereinbarten Invaliditätsgrad
- Tagegeld bei Arbeitsunfähigkeit
- Krankenhaustagegeld
- Todesfallleistung für Hinterbliebene
- Kosten für kosmetische Operationen
- Such-, Bergungs- und Rettungskosten
Viele Versicherer legen Servicebausteine dazu. Die R+V übernimmt im Paket „Unfall Firmen premium“ Rehamaßnahmen bis 20.000 € und den Umbau des Arbeitsplatzes bis 15.000 €, AXA zahlt Umbauten am Arbeitsplatz bis 20.000 € und versichert Gäste mit bis zu 25.000 € Invaliditätsleistung.
Die Unfallrente zahlt der Versicherer monatlich, rückwirkend ab dem Unfallmonat (Ziffer 2.2.3.1). Ab welchem Invaliditätsgrad sie fließt, unterscheidet sich stark, bei ERGO ab 35 %, bei HDI und R+V ab 50 %.
Wann zahlt die Gruppenunfallversicherung nicht?
Die Gruppenunfallversicherung zahlt nicht bei Krankheiten und nicht für Gesundheitsschäden, die die Bedingungen ausdrücklich ausschließen. Ein Herzinfarkt ohne äußeres Ereignis löst deshalb in der Regel keine Leistung aus. Krankheitskosten Deiner Mitarbeitenden fängt eher eine betriebliche Krankenversicherung auf, die wir in unserer bKV-Beratung für Arbeitgeber vorstellen.
Treffen Unfallfolgen mit Vorerkrankungen zusammen, mindert der Versicherer die Leistung um den Mitwirkungsanteil der Krankheit. Liegt dieser Anteil unter 25 %, kürzt er nach dem Muster nicht (Ziffer 3.2.2 AUB 2020).
Einige Tarife gehen deutlich weiter. HDI schließt Unfälle infolge von Schlaganfall oder Herzinfarkt ein, Zurich verzichtet laut unserer Anbieterübersicht auf eine Kürzung, solange Krankheiten zu höchstens 50 % mitgewirkt haben (Stand Oktober 2026).
Die AUB 2020 schließen unter anderem diese Unfälle und Gesundheitsschäden aus (Ziffer 5):
- Unfälle durch Bewusstseinsstörungen, etwa nach Alkohol oder Drogen
- Unfälle bei einer vorsätzlichen Straftat
- Kriegsereignisse, außer überraschend auf Auslandsreisen
- Unfälle als Pilot oder Besatzung eines Luftfahrzeugs
- Teilnahme an Rennen mit Motorfahrzeugen
- Bandscheibenschäden ohne überwiegende Unfallursache
- Infektionen, außer etwa Tollwut, Tetanus und FSME
- krankhafte Störungen infolge psychischer Reaktionen
Die Allianz nennt auf ihrer Produktseite zusätzlich Unfälle am Steuer ab 1,1 Promille. Piloten und Flugbegleiter versichert sie nicht, Stuntleute und Rennfahrer prüft sie im Einzelfall.
Wer bekommt das Geld aus der Gruppenunfallversicherung?
Wer das Geld bekommt, hängt vom Verfügungsrecht ab, also davon, ob Du als Arbeitgeber oder Deine Mitarbeitenden die Ansprüche gegenüber dem Versicherer geltend machen dürfen. Diese Frage entscheidet auch über die Steuer.
Nach dem Gesetz stehen die Rechte bei einer Versicherung für fremde Rechnung der versicherten Person zu. Ohne Zustimmung des Versicherungsnehmers kann sie aber nur darüber verfügen, wenn sie den Versicherungsschein besitzt (§ 44 VVG), der Versicherungsnehmer darf dagegen im eigenen Namen verfügen (§ 45 Abs. 1 VVG).
Die GDV-Musterbedingungen legen die Rechte beim Versicherungsnehmer fest, im Gruppenvertrag also bei Dir als Arbeitgeber.
Die Ausübung der Rechte aus diesem Vertrag steht ausschließlich Ihnen als Versicherungsnehmer zu.
Ziffer 12.1 AUB 2020
In diesem Modell zahlt der Versicherer an Dich, und Du leitest die Leistung an den verletzten Mitarbeiter weiter. SIGNAL IDUNA verweist dafür auf § 179 VVG und bietet beide Varianten an, die zweite mit Direktanspruch. Dafür gibst Du eine Erklärung zugunsten Deiner Mitarbeitenden ab, die dann selbst beim Versicherer abrechnen.
Halte die Weiterleitung schriftlich fest, etwa in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag. Dann wissen Deine Mitarbeitenden, dass die Leistung ihnen zusteht, auch wenn sie über Dein Konto läuft.
Wie wird die Gruppenunfallversicherung steuerlich behandelt?
Die Beiträge für Deine Mitarbeitenden sind für Dich Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 Einkommensteuergesetz, EStG). Den Anteil für Dich selbst als Inhaber behandeln Allianz und SIGNAL IDUNA dagegen als private Vorsorge. Ob sie bei Deinen Mitarbeitenden zu Arbeitslohn führen, hängt vom Verfügungsrecht ab, so steht es im Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 28. Oktober 2009 zu freiwilligen Unfallversicherungen.
Ohne Direktanspruch sind die Beiträge bei Zahlung kein Arbeitslohn (Tz. 2.1.1). Erst wenn ein Mitarbeiter Geld aus dem Vertrag erhält, zählen die bis dahin auf ihn entfallenen Beiträge als Arbeitslohn, höchstens bis zur Höhe der ausgezahlten Leistung (Tz. 2.1.2). Hat er nach einem Unfall 20.000 € erhalten und hast Du für ihn bisher 840 € Beitrag gezahlt, versteuert er 840 € als Lohn.
Mit Direktanspruch sind die Beiträge sofort Arbeitslohn (Tz. 2.2.1). Für Gruppenverträge kannst Du die Lohnsteuer aber pauschal mit 20 % erheben, wenn mehrere Arbeitnehmer gemeinsam in einem Vertrag versichert sind (§ 40b Abs. 3 EStG). Die pauschale Steuer übernimmst Du als Arbeitgeber (§ 40b Abs. 5 in Verbindung mit § 40 Abs. 3 EStG).
Die frühere Grenze von 100 € Durchschnittsbeitrag je Arbeitnehmer und Jahr ist ab dem Veranlagungszeitraum 2024 weggefallen, so vermerkt es das Amtliche Lohnsteuer-Handbuch 2026 zu R 40b.2 der Lohnsteuer-Richtlinien. Bei 84 € Jahresbeitrag je Person zahlst Du 16,80 € Pauschalsteuer dazu, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Diese Regeln gelten nach dem BMF-Schreiben für beide Varianten:
| Steuerfrage | Ohne Direktanspruch der Mitarbeitenden | Mit Direktanspruch der Mitarbeitenden |
|---|---|---|
| Beiträge bei Zahlung | kein Arbeitslohn (Tz. 2.1.1) | Arbeitslohn, Pauschalsteuer 20 % möglich (Tz. 2.2.1, § 40b Abs. 3 EStG) |
| Leistung an den Mitarbeiter | bisherige Beiträge werden Arbeitslohn, begrenzt auf die Leistung (Tz. 2.1.2) | steuerfrei, außer Ersatz für Verdienstausfall nach Berufsunfall (Tz. 2.2.2) |
| Laufende Unfallrente | kann als Leibrente mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig sein (Tz. 2.1.6) | kann als Leibrente mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig sein (Tz. 2.2.3) |
| Beitrag für Mitarbeitende beim Arbeitgeber | Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 4 EStG) | Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 4 EStG) |
Der Anteil, der Unfälle bei Auswärtstätigkeiten wie Dienstreisen abdeckt, bleibt steuerfrei. Fehlt eine Angabe des Versicherers, darf die Hälfte des Beitrags als beruflich gelten und davon 40 % als steuerfreie Reisenebenkosten (Tz. 1.3 und 1.4), zusammen also 20 % des Beitrags.
Die 50-€-Freigrenze für Sachbezüge hilft Dir hier in der Regel nicht weiter. Das BMF schließt sie für Beiträge aus, die sich nach § 40b Abs. 3 EStG pauschal versteuern lassen (Schreiben vom 15. März 2022, Rn. 29), und seit dem Wegfall der 100-€-Grenze trifft das nach unserer Einschätzung auf jeden Gruppenvertrag mit mehreren Arbeitnehmern zu.
Ob pauschal versteuerte Beiträge auch beitragsfrei in der Sozialversicherung bleiben, ist seit dem Wegfall der Grenze nicht amtlich geklärt. Die Sozialversicherungsentgeltverordnung verweist auf § 40b EStG in der Fassung vom 31. Dezember 2004 (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SvEV), die für Unfallversicherungen noch eine Betragsgrenze kannte. Eine Aussage der Sozialversicherungsträger zu höheren Beiträgen haben wir nicht gefunden, deshalb stimmen wir die Abrechnung vor dem Start mit Deinem Lohnbüro oder Steuerberater ab.
Deine Mitarbeitenden können pauschal versteuerte Beiträge nicht als Werbungskosten absetzen, denn pauschal besteuerter Lohn bleibt bei ihrer Steuererklärung außer Ansatz (§ 40 Abs. 3 EStG). Auf den Beitrag selbst fällt Versicherungsteuer von 19 % an (§ 6 Abs. 1 Versicherungsteuergesetz).
Was kostet eine Gruppenunfallversicherung?
Eine Gruppenunfallversicherung kostete in den veröffentlichten Beispielen der Versicherer zwischen 70 € und 326 € je Person und Jahr, für Gruppen ab sechs Personen zwischen 70 € und 182 €. Den Preis bestimmen viele Faktoren, vor allem Branche und Tätigkeit, Zahl der versicherten Personen, Versicherungssummen, Progression, Bausteine und der Geltungsbereich rund um die Uhr oder nur beruflich.
Die Gruppengröße wirkt besonders stark. Bei der Allianz sank der Jahresbeitrag je Person in ihrem Beispiel für ein IT-Unternehmen von 326 € für eine Person auf 182 € ab zehn Personen und auf 70 € ab 50 Personen.
Vergleichbar sind die Beispiele nur eingeschränkt, weil Summen, Progression und Berufe jeweils anders gewählt sind. Keiner der drei Versicherer nennt einen Stand des Beispiels oder sagt, ob die Versicherungsteuer enthalten ist.
Diese Beitragsbeispiele veröffentlichen die Versicherer selbst (abgerufen am 31. Oktober 2026):
| Beispiel des Versicherers | Eckdaten laut Versicherer | Beitrag laut Versicherer | Je Person und Jahr |
|---|---|---|---|
| Allianz, IT-Unternehmen, 1 Person | Tarif Komfort, rund um die Uhr, 100.000 € Invaliditätssumme | 326 € im Jahr | 326 € |
| Allianz, IT-Unternehmen, 10 Personen | wie oben | 182 € je Person im Jahr | 182 € |
| Allianz, IT-Unternehmen, ab 50 Personen | wie oben | 70 € je Person im Jahr | 70 € |
| AXA, Großküchenbauer, 15 Personen | Tarif komfort extra, 175.000 € bei Vollinvalidität (350 % Progression), 10.000 € Todesfall | 105 € im Monat | 84 € |
| Mannheimer, 6 Personen vom Inhaber bis zum Elektriker | Tarif XL, 1.000 € Unfallrente im Monat, Todesfall 18 Monatsrenten | ab 489,05 € im Jahr | ab 81,51 € |
| Mannheimer, gleiche Gruppe | Tarif XXL mit verbesserter Gliedertaxe | ab 671,06 € im Jahr | ab 111,84 € |
Die Werte je Person bei AXA und Mannheimer haben wir aus den Gesamtbeiträgen errechnet. Die Versicherer stufen nach Tätigkeit und Risikogruppe ein, für Handwerker und Monteure kann der Beitrag deshalb höher liegen als für Büroarbeitsplätze.
Worauf achtest Du beim Vergleich von Gruppenunfallversicherungen?
Beim Vergleich zählen zuerst der Geltungsbereich, die Invaliditätssumme mit Progression und die Frage, ob Deine Mitarbeitenden einen Direktanspruch bekommen. Erst danach lohnt der Blick auf Servicebausteine wie Reha-Management.
Fristen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Nach dem Muster muss die Invalidität innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall eintreten, ärztlich festgestellt und beim Versicherer geltend gemacht sein (Ziffern 2.1.1.2 und 2.1.1.3 AUB 2020). SIGNAL IDUNA lässt in manchen Tarifen 24 Monate für die ärztliche Feststellung zu, Zurich laut unserer Anbieterübersicht 30 Monate für Eintritt und Geltendmachung.
Die Unterschiede zeigen sich bei der Unfallrente und den Zusatzleistungen deutlich.
Diese Eckdaten nennen die Versicherer auf ihren Produktseiten (Stand 31. Oktober 2026, Zurich Stand Oktober 2026):
| Versicherer | Mindestzahl versicherter Personen | Unfallrente ab Invaliditätsgrad | Besonderheit laut Versicherer |
|---|---|---|---|
| Allianz | 2 für den Gruppentarif | Seite nennt keinen Grad | Progression 225, 350 oder 500 % je Tarif |
| AXA | 3 | in der Regel 50 % | Arbeitsplatzumbau bis 20.000 €, Gäste mitversichert |
| HDI | 3 | 50 % | Sofortleistung bis 10.000 €, Herzinfarkt als Unfallursache |
| ERGO | 3 | 35 % | Progression bis 600 %, RehaHilfe bis 52.500 € |
| R+V | 1 laut Produktseite | 50 % | Zuschuss zur Ersatzkraft bis 2.000 € im Monat |
| SIGNAL IDUNA | 3 | Rentenkapital ab 35 % | Wahl mit oder ohne Direktanspruch |
| Zurich | keine Mindestzahl | 50 % | Fristen 30 Monate, Mitwirkung bis 50 % ohne Kürzung |
Die R+V zahlt den Zuschuss zur Ersatzkraft für höchstens sechs Monate, die Vermittlung übernimmt sie bis 1.000 €. Für kleine Betriebe kann gerade diese Leistung wichtiger sein als eine hohe Progression.
HDI zahlt bei schweren Verletzungen eine Sofortleistung bis 10.000 €, AXA übernimmt Umbaukosten an Arbeitsplatz, Auto und Haus. Solche Leistungen helfen in den ersten Monaten nach einem Unfall, lange bevor der Invaliditätsgrad feststeht.
Vor dem Abschluss lohnt eine kurze Prüfliste:
Diese Punkte prüfen wir vor dem Abschluss
- Schutz rund um die Uhr oder nur beruflich
- Direktanspruch der Mitarbeitenden ja oder nein
- Invaliditätssumme und Progression
- Unfallrente ab welchem Invaliditätsgrad
- Fristen für Eintritt und Meldung der Invalidität
- Grenze für mitwirkende Krankheiten
- Herzinfarkt, Schlaganfall und Infektionen
- Reha-Management und Arbeitsplatzumbau
Prüfe auch, wer zum versicherten Kreis gehört. Zurich versichert laut unserer Anbieterübersicht auch Aushilfen und Auszubildende, bei anderen Tarifen klärst Du vorab, ob solche Gruppen eingeschlossen sind.
Was ist im Schadenfall bei der Gruppenunfallversicherung zu tun?
Nach einem Unfall muss der verletzte Mitarbeiter unverzüglich einen Arzt aufsuchen, dessen Anordnungen befolgen, und der Versicherer muss vom Unfall erfahren (Ziffer 7.1 AUB 2020). Als Versicherungsnehmer bist Du neben der versicherten Person für diese Pflichten verantwortlich (Ziffer 12.1).
Die wichtigste Frist betrifft die Invalidität. Sie muss innerhalb von 15 Monaten ärztlich schriftlich festgestellt und beim Versicherer geltend gemacht sein, sonst entfällt nach dem Muster der Anspruch auf die Invaliditätsleistung (Ziffern 2.1.1.2 und 2.1.1.3).
Führt der Unfall zum Tod, meldest Du das dem Versicherer innerhalb von 48 Stunden (Ziffer 7.5). Verletzt Du eine Obliegenheit vorsätzlich, verlierst Du den Schutz, bei grober Fahrlässigkeit darf der Versicherer kürzen, beides nur nach einem gesonderten Hinweis in Textform (Ziffer 8).
Diese Schritte helfen nach einem Unfall
- Unfall mit Datum, Ort und Hergang festhalten
- Arzt unverzüglich aufsuchen lassen
- Versicherer zeitnah informieren
- Fragen wahrheitsgemäß beantworten
- Invalidität binnen 15 Monaten feststellen lassen
- Unfalltod innerhalb von 48 Stunden melden
Einen Arbeitsunfall zeigst Du daneben Deiner Berufsgenossenschaft an, sobald der Mitarbeiter mehr als drei Tage arbeitsunfähig ist oder stirbt (§ 193 Abs. 1 SGB VII). Beide Verfahren laufen getrennt, und die private Leistung kommt zu der gesetzlichen hinzu.
Welche Fragen stellen Unternehmer zur Gruppenunfallversicherung am häufigsten?
Diese Fragen tauchen in der Google-Suche zur Gruppenunfallversicherung am häufigsten auf. Die Antworten fassen die wichtigsten Punkte aus den Abschnitten oben kurz zusammen.
Ist eine Gruppenunfallversicherung Pflicht?
Nein, sie ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Pflicht ist allein die gesetzliche Unfallversicherung, in der Beschäftigte kraft Gesetzes versichert sind (§ 2 SGB VII). Sie zahlt aber nur bei Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten.
Kann der Arbeitgeber die Gruppenunfallversicherung pauschal versteuern?
Ja, sind mehrere Arbeitnehmer gemeinsam in einem Vertrag versichert, kannst Du die Lohnsteuer mit 20 % pauschal erheben (§ 40b Abs. 3 EStG). Die frühere Grenze von 100 € je Arbeitnehmer und Jahr gilt ab 2024 nicht mehr. Die Pauschalsteuer übernimmst Du als Arbeitgeber.
Was kostet eine Gruppenunfallversicherung für den Arbeitgeber?
In den Beispielen der Versicherer lagen die Beiträge zwischen 70 € und 326 € je Person und Jahr, den höchsten Wert nennt die Allianz für eine einzelne versicherte Person (abgerufen am 31. Oktober 2026). Bei der Allianz sank der Beitrag je Person mit 50 statt einer versicherten Person von 326 € auf 70 €. Den Preis bestimmen Branche, Gruppengröße, Summen, Progression und Geltungsbereich.
Ist eine Gruppenunfallversicherung sinnvoll?
Sinnvoll ist sie vor allem rund um die Uhr, weil die gesetzliche Unfallversicherung Freizeitunfälle nicht abdeckt. Außerdem zahlen viele Tarife schon ab 1 % Invalidität, die gesetzliche Rente fließt erst ab 20 % Minderung der Erwerbsfähigkeit (§ 56 SGB VII).
Wann zahlt die Gruppenunfallversicherung?
Sie zahlt nach einem Unfall im vereinbarten Geltungsbereich, bei bleibender Invalidität als Einmalzahlung nach Invaliditätsgrad und Versicherungssumme. Nach dem GDV-Muster muss die Invalidität innerhalb von 15 Monaten eintreten, ärztlich festgestellt und geltend gemacht sein.
Wann zahlt die Unfallversicherung nicht?
Sie zahlt nicht bei Krankheiten, bei Unfällen durch Alkohol oder Drogen, bei vorsätzlichen Straftaten und bei Motorsportrennen. Wirken Vorerkrankungen zu 25 % oder mehr mit, kürzt der Versicherer nach dem Muster die Leistung (Ziffer 3.2 AUB 2020).
Wer bekommt das Geld aus der Gruppenunfallversicherung?
Nach den GDV-Musterbedingungen stehen die Rechte allein Dir als Arbeitgeber zu (Ziffer 12.1 AUB 2020), Du leitest die Leistung an den verletzten Mitarbeiter weiter. Vereinbarst Du einen Direktanspruch, rechnen Deine Mitarbeitenden selbst mit dem Versicherer ab.
Zahlt die Gruppenunfallversicherung auch bei Arbeitsunfällen?
Ja, bei Arbeits- und Wegeunfällen zahlt sie zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung. Ein rein beruflicher Tarif deckt nur diese Unfälle, ein Tarif rund um die Uhr auch Unfälle in der Freizeit.
Kann der Mitarbeiter die Beiträge als Werbungskosten absetzen?
Pauschal versteuerte Beiträge bleiben bei seiner Steuererklärung außer Ansatz (§ 40 Abs. 3 EStG). Absetzen kann er nur Beiträge, die als individueller Lohn versteuert wurden, und zwar als Werbungskosten oder Sonderausgaben (BMF-Schreiben vom 28. Oktober 2009, Tz. 4).
Wie hilft Dir COVAGO bei der Wahl Deiner Gruppenunfallversicherung?
In der Beratung klären wir, ob Deine Mitarbeitenden rund um die Uhr oder nur beruflich versichert sein sollen, wer zum versicherten Kreis gehört und ob ein Direktanspruch zu Deiner Lohnabrechnung passt. Deine Ansprechpartnerin ist Sarah Edelmann aus unserem Team für betriebliche Benefits.
Wir vergleichen Summen, Progression, Unfallrente, Fristen und Zusatzleistungen mehrerer Versicherer, prüfen einen bestehenden Vertrag auf Lücken und holen passende Angebote für Deine Gruppe ein. Einen Termin vereinbarst Du direkt über Termin buchen. Welche weiteren Leistungen Du Deinem Team bieten kannst, zeigt unsere Seite zu Benefits für Mitarbeiter.

