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PKV für Beamte in Berlin: Kosten, Beihilfe & Tarife

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Zuletzt aktualisiert: 16. Okt. 2026

Als Landesbeamter in Berlin zahlst Du für eine gute private Krankenversicherung (PKV) mit 50 % Beihilfe meist rund 300 € bis 420 € im Monat. In Berlin brauchst Du dazu einen Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer, denn diese Wahlleistungen zahlt die Berliner Beihilfe gar nicht.

Gleichzeitig hat Berlin die pauschale Beihilfe zum 1. Oktober 2026 neu geregelt, und seit 2023 verbeamtet das Land wieder Lehrkräfte. Für viele Berliner steht die Entscheidung zwischen PKV und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) deshalb gerade jetzt an. In unserer PKV-Beratung für Beamte zeigen wir Dir, was beide Wege kosten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Rund 300 € bis 420 € im Monat plus Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer.
  • Die Berliner Beihilfe zahlt keine Wahlleistungen, Du versicherst sie zu 100 % privat.
  • Pauschale Beihilfe seit Oktober 2026 neu geregelt, Antrag innerhalb von fünf Monaten, unwiderruflich.
  • Die Beihilfe zahlt 50 %, ab zwei Kindern und in der Elternzeit 70 %.

Was kostet die PKV für Beamte in Berlin?

Die PKV kostet Dich als 30-jähriger Berliner Beamter mit 50 % Beihilfe in einem guten Restkostentarif rund 300 € bis 420 € im Monat inklusive Pflegepflichtversicherung, plus einem Baustein für Wahlleistungen im Krankenhaus. Ein 27-jähriger Kunde von uns zahlt bei der Allianz für seinen Restkostentarif mit 50 % für ambulante Behandlung, Krankenhaus und Zahn zum Beispiel 352,24 € im Monat, davon 38,40 € für die Pflege.

Wie unterschiedlich die Anbieter kalkulieren, sehen wir in unseren Vergleichen jeden Tag. Für einen 30-jährigen ledigen Bundesbeamten mit Versicherungsbeginn März 2026 rechnen wir hier ohne Pflegepflichtversicherung, Datenstand Januar 2026. Das Mittelfeld liegt dabei eng beieinander.

Diese Monatsbeiträge ergeben sich für dieses Profil:

VersichererMonatsbeitrag ohne Pflege mit 30 Jahren
HUK-Coburg293 €
Signal Iduna299 €
DKV306 €
Allianz313 €
Debeka338 €

Zu diesen Werten kommt die Pflegepflichtversicherung, die Beihilfeberechtigte im Durchschnitt nach der Anpassung zum 1. Januar 2026 rund 56,50 € im Monat kostet, für junge Beamte meist zwischen 35 € und 40 €. Der Vergleich rechnet mit Bundesbeihilfe, bei der Chefarzt und Zweibettzimmer beihilfefähig sind.

Für Berliner Landesbeamte gilt das nicht. § 76 Abs. 4 des Landesbeamtengesetzes (LBG) schließt Wahlleistungen im Krankenhaus von der Beihilfe aus, und das Landesverwaltungsamt nennt sie in seinem Merkblatt ausdrücklich nicht beihilfefähig. Willst Du im Krankenhaus den Chefarzt und ein Zweibettzimmer, musst Du beides zu 100 % privat versichern. Was eine Restkostenversicherung für Beamte überhaupt abdeckt, solltest Du vorher kennen.

Wie viel Prozent übernimmt die Beihilfe in Berlin?

Die Beihilfe in Berlin übernimmt für Dich als aktiven Beamten 50 % Deiner beihilfefähigen Kosten, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und während der Elternzeit 70 %. Grundlage sind § 76 Abs. 3 LBG und die eigene Berliner Landesbeihilfeverordnung (LBhVO), die sich eng an die Regeln des Bundes anlehnt, aber nicht automatisch jede Bundesänderung übernimmt.

Zuständig ist das Landesverwaltungsamt Berlin mit rund 135.000 betreuten Beihilfeberechtigten. Zum 1. März 2026 hat Berlin die LBhVO mit der 5. Änderungsverordnung spürbar verbessert. Seitdem hast Du drei Jahre Zeit für Deinen Antrag statt nur einem, und die Höchstsätze für Heilmittel wie Physiotherapie liegen auf Bundesniveau.

Die Bemessungssätze in Berlin im Überblick:

PersonBeihilfesatz in BerlinRestkosten für die PKV
Beamter ohne oder mit einem Kind50 %50 %
Beamter mit zwei oder mehr Kindern70 %30 %
Beamter in Elternzeit70 %30 %
berücksichtigungsfähiger Ehepartner70 %30 %
Kinder80 %20 %
Pensionäre70 %30 %

Eine Kostendämpfungspauschale gibt es in Berlin nicht mehr, das Land hat sie rückwirkend zum 1. Januar 2018 abgeschafft. Abziehen darf die Beihilfestelle nach § 49 LBhVO bei Krankenhausaufenthalten und stationärer Reha 10 € pro Tag, höchstens für 28 Tage im Jahr. Dein Ehepartner bekommt Beihilfe, wenn seine Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 20.748 € betragen haben. Diese Grenze passt Berlin seit März 2026 jährlich an den Rentenwert an, die Einkommensgrenze für Ehepartner von Beamten handhaben die Länder aber unterschiedlich.

Bei der Bearbeitung brauchst Du in Berlin Geduld. Laut Senat lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Januar bis Juli 2026 bei 34,4 Arbeitstagen. Anträge ab 4.000 € bearbeitet das Landesverwaltungsamt automatisch vorrangig. Alle weiteren Details zu Anträgen und Leistungen regelt die Beihilfe für Beamte in Berlin.

Berlin hat die pauschale Beihilfe zum 1. Oktober 2026 neu geregelt. Deine Entscheidung zwischen PKV und GKV ist unwiderruflich, deshalb zählt die Rechnung bis zur Pension, nicht nur das erste Dienstjahr.

PKV oder GKV: Was lohnt sich für Beamte in Berlin?

Für junge und gesunde Beamte in Berlin lohnt sich meist weiter die PKV, auch wenn das Land über die pauschale Beihilfe die Hälfte eines GKV-Beitrags übernimmt. Die GKV kann sich für Dich rechnen, wenn Du älter oder vorerkrankt bist oder Ehepartner und Kinder kostenlos in Deiner Familienversicherung mitversichern kannst.

Die pauschale Beihilfe gibt es in Berlin seit dem 18. März 2020, seit dem 1. Oktober 2026 steht sie in einem eigenen § 76a LBG. Den Antrag musst Du jetzt innerhalb einer Ausschlussfrist von fünf Monaten stellen, das Land zahlt dann rückwirkend ab dem ersten Tag der Frist. Wer schon vor Oktober 2026 Beamter war, kann noch bis zum 30. September 2027 wechseln. Im September 2026 erhielten bereits rund 13.100 Berliner die pauschale Beihilfe, im Dezember 2024 waren es noch 8.740.

Für einen Lehrer in A 13 liegt das Grundgehalt seit April 2026 in Stufe 1 bei 5.060,75 €. In der GKV zahlst Du darauf 14,0 % plus 2,9 % durchschnittlichen Zusatzbeitrag und als Kinderloser 2,4 % für die Pflege.

So sieht der Vergleich für einen ledigen Lehrer aus:

KostenpunktGKV mit pauschaler BeihilfePKV mit 50 % Beihilfe
Krankenversicherung855,27 €rund 265 € bis 380 €
davon zahlt das Land427,64 €entfällt
Pflegeversicherung121,46 €rund 35 € bis 40 €
Eigenanteil im Monat549,09 €rund 300 € bis 420 € plus Wahlleistungsbaustein

Die PKV liegt hier also rund 130 € bis 250 € im Monat günstiger, bevor Du den Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer dazurechnest. Die GKV-Werte beziehen sich nur auf das Grundgehalt.

Bevor Du die pauschale Beihilfe wählst, solltest Du ihre Bindung kennen. Der Verzicht auf die normale Beihilfe ist unwiderruflich, er gilt auch im Ruhestand und für Deine Angehörigen. Im Ruhestand steigt die normale Beihilfe auf 70 %, die pauschale bleibt bei der Hälfte des Beitrags. Für eine private Vollversicherung zahlt das Land höchstens die Hälfte des Basistarifs, im Jahr 2026 also höchstens rund 509 € im Monat, und die Gewerkschaft GEW rät von diesem Weg in die PKV ausdrücklich ab.

Für Lehrkräfte, die Berlin jetzt nachträglich verbeamtet, wird die Rechnung oft enger. Wer mit Ende 40 und Vorerkrankungen in die PKV wechselt, zahlt deutlich mehr als ein 30-Jähriger. Hier hilft Dir die Öffnungsaktion der PKV. Die teilnehmenden Versicherer nehmen Dich innerhalb von sechs Monaten nach der Verbeamtung ohne Ablehnung und mit höchstens 30 % Risikozuschlag auf. Die Nachteile der Öffnungsaktion solltest Du kennen, und speziell für Lehrkräfte lohnt der Vergleich PKV oder GKV für Lehrer.

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Welche PKV passt zu Beamten in Berlin?

Zu Dir passt in Berlin eine PKV, die neben den 50 % Restkosten einen eigenen Wahlleistungsbaustein zu 100 % enthält. Ohne diesen Baustein liegst Du im Krankenhaus im Mehrbettzimmer, und Dich behandelt der diensthabende Arzt.

Viele Versicherer bieten solche Wahlleistungstarife für Länder ohne Wahlleistungsbeihilfe an, bei der Debeka heißt der Baustein zum Beispiel WL, bei der Signal Iduna EXKLUSIV-B-W. Achte darauf, dass der Baustein in Deinem Tarif den vollen Anteil für Berlin übernimmt und nicht nur die 50 %, die ein Bundesbeamter braucht.

Auch über die Wahlleistungen hinaus lässt die Berliner Beihilfe Lücken. Material- und Laborkosten beim Zahnersatz erkennt sie nur zu 60 % an, und für Beamte auf Widerruf gibt es beim Zahnersatz zusätzliche Einschränkungen.

Diese Punkte sollte Dein Tarif als Berliner Beamter erfüllen:

  • Wahlleistungen im Krankenhaus zu 100 %, mit Chefarzt und Zweibettzimmer
  • ein Beihilfeergänzungstarif für Zahnersatz, Sehhilfen und Heilpraktiker
  • Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hinaus
  • eine Umstellung ohne Gesundheitsprüfung, wenn Dein Beihilfesatz wieder von 70 % auf 50 % fällt, etwa wenn die Kinder aus dem Familienzuschlag herausfallen

Den letzten Punkt sichert Dir § 199 Abs. 2 VVG, wenn Du den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung stellst. Steigt Deine Beihilfe dagegen auf 70 %, kannst Du Deinen Tarif ohnehin ohne Prüfung auf 30 % herabsetzen. Wie sich zwei der großen Beamtenversicherer unterscheiden, zeigt der direkte Vergleich Debeka oder DBV.

PKV für Beamtenanwärter und Referendare in Berlin

Als Beamtenanwärter oder Lehramtsreferendar in Berlin bist Du Beamter auf Widerruf und bekommst 50 % Beihilfe, mit zwei Kindern 70 %. Die Versicherer bieten Dir dafür günstige Anwärtertarife an, die nach dem Vorbereitungsdienst in den normalen Beihilfetarif übergehen.

Seit dem 1. April 2026 liegen die Anwärterbezüge für das Lehramt an Gymnasien, Integrierten Sekundarschulen und beruflichen Schulen bei 1.846,14 € und für das Grundschullehramt bei 1.807,47 € im Monat. Zum 1. März 2027 steigen die Anwärtergrundbeträge um weitere 60 €. Ob Du als Beamter auf Widerruf privat versichert sein musst, hängt von Deinem Status ab.

Rechtsreferendare sind in Berlin keine Beamten. Sie stehen laut Kammergericht in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, sind gesetzlich pflichtversichert und haben keinen Anspruch auf Beihilfe.

Hast Du als Anwärter die pauschale Beihilfe gewählt, endet sie mit dem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Wirst Du danach auf Probe ernannt, kannst Du neu entscheiden. Bei der Polizei erhalten Anwärter des mittleren Dienstes der Schutzpolizei während der Ausbildung freie Heilfürsorge, seit dem neuen Gesetz vom 18. September 2026 auch Anwärter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes. Danach gilt für sie die normale Beihilfe.

Für Lehrkräfte, die schon angestellt sind, läuft eine wichtige Frist. Die Sonderregel, nach der Berlin Bestandslehrkräfte bis zum 52. Lebensjahr verbeamtet, endet am 31. Dezember 2026. Danach gilt die reguläre Altersgrenze von 47 Jahren. Bis Ende März 2026 hatte das Land bereits knapp 12.000 Lehrkräfte verbeamtet.

Häufige Fragen

Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamte in Berlin?

Eine private Krankenversicherung kostet Dich als 30-jährigen Berliner Beamten mit 50 % Beihilfe rund 300 € bis 420 € im Monat inklusive Pflege. Dazu kommt ein Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer zu 100 %, weil die Berliner Beihilfe Wahlleistungen nicht zahlt.

Welche PKV ist für Berliner Beamte die beste?

Für Berliner Beamte ist die PKV die beste, die Wahlleistungen im Krankenhaus zu 100 % abdeckt, die Lücken beim Zahnersatz schließt und sich ohne Gesundheitsprüfung an 70 % Beihilfe anpasst. Welcher Anbieter das für Dich leistet, hängt von Deinem Alter und Deiner Gesundheit ab.

Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte in Berlin?

Die Beihilfe für Beamte in Berlin beträgt 50 %, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und in der Elternzeit 70 %. Ehepartner und Pensionäre erhalten 70 %, Kinder 80 %. Eine Kostendämpfungspauschale gibt es seit 2018 nicht mehr.

Ist die PKV oder die GKV mit pauschaler Beihilfe günstiger?

Für einen jungen, gesunden und ledigen Beamten ist meist die PKV günstiger. Ein lediger Lehrer in A 13 zahlt in der GKV mit pauschaler Beihilfe rund 549 € im Monat, in der PKV rund 300 € bis 420 € plus Wahlleistungsbaustein. Bei höherem Eintrittsalter, Vorerkrankungen oder einer Familie ohne zweites Einkommen kann die GKV vorne liegen.

Gelten für Bundesbeamte in Berlin andere Beihilferegeln?

Ja, für die vielen Bundesbeamten in Berlin gilt die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV). Der wichtigste Unterschied betrifft das Krankenhaus, denn der Bund zahlt Chefarzt und Zweibettzimmer anteilig mit. Dafür zieht er bei Arzneimitteln 10 % ab, mindestens 5 € und höchstens 10 €. Eine pauschale Beihilfe gibt es beim Bund nicht, die Bundesregierung hat sie im Oktober 2025 abgelehnt. Die Einkommensgrenze für Ehepartner liegt beim Bund 2026 bei 22.648 €.

Berlin gibt Dir wie die meisten Länder die Wahl zwischen PKV und GKV mit Zuschuss, verlangt dafür aber eine Entscheidung innerhalb von fünf Monaten, die Du nie wieder rückgängig machen kannst. Hast Du durchgerechnet, was Dich beide Wege bis zur Pension kosten, und nicht nur im ersten Dienstjahr?

Lutz Gottschlich
Lutz Gottschlich
Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung

Lutz Gottschlich ist Sales Expert und Teamleiter Arbeitskraftsicherung bei COVAGO. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der Beratung zu Berufsunfähigkeit, Lebens- und Krankenversicherung bringt er auch komplexe Themen ruhig und verständlich auf den Punkt.

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