Als Beamter in Niedersachsen zahlst Du für eine gute private Krankenversicherung (PKV) mit 50 % Beihilfe meist rund 300 € bis 420 € im Monat. Dazu brauchst Du einen Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer, denn diese Wahlleistungen zahlt die niedersächsische Beihilfe seit 2005 überhaupt nicht mehr.
Seit Februar 2024 kannst Du in Niedersachsen alternativ die pauschale Beihilfe wählen und gesetzlich versichert bleiben. In unserer PKV-Beratung für Beamte rechnen wir Dir vor, wann sich welcher Weg lohnt, welche Eigenbehalte die Beihilfe abzieht und worauf Du als Anwärter beim Zahnersatz achten musst.
- Rund 300 € bis 420 € im Monat plus Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer.
- Die Beihilfe zahlt Wahlleistungen seit 2005 nicht mehr, Du versicherst sie zu 100 % privat.
- Seit Februar 2024 wählbar: die pauschale Beihilfe mit gesetzlicher Krankenversicherung.
- Als Anwärter zahlt die Beihilfe keinen Zahnersatz (§ 11 NBhVO), der Tarif muss die Lücke schließen.
Was kostet die PKV für Beamte in Niedersachsen?
Die PKV kostet Dich als junger Beamter in Niedersachsen mit 50 % Beihilfe rund 300 € bis 420 € im Monat inklusive Pflegepflichtversicherung, plus einem Baustein für die Wahlleistungen im Krankenhaus. Ein 27-jähriger Kunde von uns zahlt bei der Allianz für seinen Restkostentarif mit 50 % Beihilfe 352,24 € im Monat, Stand Mai 2026.
Der Beitrag setzt sich in einem Beihilfetarif aus mehreren Bausteinen zusammen. Bei der Allianz gibt es eigene Tarife für ambulante Behandlung, Krankenhaus und Zahn, dazu kommen der gesetzliche Zuschlag und die Pflegepflichtversicherung. Den gesetzlichen Zuschlag zahlst Du vom Jahr nach Deinem 21. bis zum Jahr Deines 60. Geburtstags, er fließt in Deine Alterungsrückstellung.
So verteilt sich der Beitrag unseres Kunden:
| Baustein bei der Allianz | Monatsbeitrag mit 27 Jahren |
|---|---|
| Beihilfe Ambulant 50 % | 179,55 € |
| Beihilfe Krankenhaus 50 % | 83,23 € |
| Beihilfe Zahn 50 % | 30,79 € |
| Gesetzlicher Zuschlag | 20,27 € |
| Pflegepflichtversicherung | 38,40 € |
| Gesamt | 352,24 € |
Diese Kalkulation geht von der Bundesbeihilfe aus, bei der Chefarzt und Zweibettzimmer beihilfefähig sind. In Niedersachsen fehlt Dir dieser Anteil vollständig. Die Beihilfe zahlt im Krankenhaus nur die allgemeinen Krankenhausleistungen, für die Wahlleistungen brauchst Du deshalb einen zusätzlichen Baustein, der sie zu 100 % übernimmt.
Für Deine Kinder sieht die Rechnung günstiger aus. Mit 80 % Beihilfe brauchen sie nur einen Restkostentarif über 20 %, bei der Allianz kostet das für ein Kind bis 15 Jahre 57,77 € im Monat, die Pflegeversicherung ist für Kinder beitragsfrei. Was ein nicht beihilfeberechtigter Partner kostet, zeigen die Kosten für Ehepartner von Beamten.
Wie viel Prozent übernimmt die Beihilfe in Niedersachsen?
Die Beihilfe in Niedersachsen übernimmt für Dich als aktiven Beamten 50 % Deiner beihilfefähigen Kosten, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 %. Die Sätze stehen in § 80 Abs. 5 des Niedersächsischen Beamtengesetzes (NBG) und in § 43 der Niedersächsischen Beihilfeverordnung (NBhVO).
Zuständig für Landesbeamte ist das Niedersächsische Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV), die Anträge bearbeitet es in Aurich. Für App-Anträge ab dem 27. Juli 2026 stellt das NLBV die Beihilfebescheide elektronisch ins Postfach der eBeihilfe-App. Für die Bearbeitung nennt das Amt selbst derzeit mehrere Wochen.
Die Bemessungssätze in Niedersachsen im Überblick:
| Person | Beihilfesatz in Niedersachsen | Restkosten für die PKV |
|---|---|---|
| Beamter ohne oder mit einem Kind | 50 % | 50 % |
| Beamter mit zwei oder mehr Kindern | 70 % | 30 % |
| berücksichtigungsfähiger Ehepartner | 70 % | 30 % |
| Kinder | 80 % | 20 % |
| Pensionäre | 70 % | 30 % |
Eine Kostendämpfungspauschale kennt Niedersachsen nicht. Stattdessen zieht das NLBV Eigenbehalte ab, ähnlich wie der Bund. Bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Fahrten sind das 10 % der Kosten, mindestens 5 € und höchstens 10 €, im Krankenhaus 10 € pro Tag für höchstens 28 Tage im Jahr. Sobald die Eigenbehalte 2 % Deiner jährlichen Einkünfte übersteigen, für chronisch Kranke 1 %, kannst Du Dich auf Antrag befreien lassen. Kinder unter 18 zahlen bis auf Fahrtkosten keine Eigenbehalte, Schwangere bei Schwangerschaftsbeschwerden und Entbindung ebenfalls nicht.
Dein Ehepartner bekommt Beihilfe, wenn seine Einkünfte im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag höchstens 22.000 € betragen haben. Einen Antrag kannst Du stellen, sobald Deine Rechnungen mehr als 100 € ergeben, spätestens aber ein Jahr nach dem Rechnungsdatum. Alle Leistungen regelt die Beihilfe für Beamte in Niedersachsen im Detail.
Die niedersächsische Beihilfe zahlt Chefarzt und Zweibettzimmer seit 2005 nicht mehr. Diese Wahlleistungen musst Du privat zu 100 % versichern, sonst liegst Du im Mehrbettzimmer.
PKV oder GKV: Was lohnt sich für Beamte in Niedersachsen?
Für junge und gesunde Beamte in Niedersachsen lohnt sich meist die PKV, auch seit es die pauschale Beihilfe gibt. Die GKV mit pauschaler Beihilfe rechnet sich vor allem bei niedriger Besoldung, Teilzeit, später Verbeamtung, Vorerkrankungen oder vielen Kindern. Das deckt sich mit dem, was wir in unseren Gesprächen mit niedersächsischen Beamten sehen.
Die pauschale Beihilfe regelt § 80a NBG, das Gesetz gilt seit dem 20. Dezember 2023, Anträge nimmt das NLBV seit dem 1. Februar 2024 an. Du verzichtest damit unwiderruflich auf die normale Beihilfe, auch für den Ruhestand und für Deine Angehörigen. Das Land zahlt Dir stattdessen die Hälfte Deines GKV-Beitrags, für eine private Vollversicherung höchstens die Hälfte des Basistarifs. Pflegekosten erstattet die normale Beihilfe weiter.
Seit dem 1. April 2026 liegt das Grundgehalt eines Lehrers in A 13 in der niedrigsten Stufe bei 4.937,05 €, eine rückwirkende Erhöhung zum 1. Januar 2026 plant das Land per Gesetzentwurf. In der GKV zahlst Du darauf 14,0 % plus durchschnittlich 2,9 % Zusatzbeitrag und als Kinderloser 2,4 % für die Pflege.
So sieht der Vergleich für einen ledigen Lehrer aus:
| Kostenpunkt | GKV mit pauschaler Beihilfe | PKV mit 50 % Beihilfe |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | 834,36 € | rund 265 € bis 380 € |
| davon zahlt das Land | 417,18 € | entfällt |
| Pflegeversicherung | 118,49 € | rund 35 € bis 40 € |
| Eigenanteil im Monat | 535,67 € | rund 300 € bis 420 € plus Wahlleistungsbaustein |
Die PKV liegt hier rund 115 € bis 235 € im Monat günstiger, bevor Du den Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer dazurechnest. Die GKV-Werte gelten nur für das Grundgehalt.
Für die Wahl hast Du ein Jahr Zeit, gerechnet ab dem Beginn Deiner Beihilfeberechtigung. Wechselst Du vom Beamtenverhältnis auf Widerruf in das auf Probe, beginnt eine neue Frist. Die Ernennung auf Lebenszeit oder der Ruhestand eröffnen Dir dagegen keine neue Wahl. Im Ruhestand bleibt die pauschale Beihilfe bei der Hälfte des Beitrags, während die normale Beihilfe auf 70 % steigen würde.
Wer pauschale Beihilfe wählt, kann die Öffnungsaktion der PKV nicht mehr nutzen. Über sie nimmt Dich ein teilnehmender Versicherer innerhalb von sechs Monaten nach Deiner ersten Verbeamtung ohne Ablehnung und mit höchstens 30 % Risikozuschlag auf. Die ausführliche Abwägung PKV oder GKV für Beamte hängt an Deiner Lebenssituation, und ab wann sich die PKV mit vier Kindern lohnt, entscheidet die Kinderzahl.
Welche PKV passt zu Beamten in Niedersachsen?
Zu Dir passt in Niedersachsen eine PKV, die neben den 50 % Restkosten die Wahlleistungen im Krankenhaus zu 100 % übernimmt und die Lücken der NBhVO beim Zahnersatz schließt. Ohne diesen Baustein bekommst Du im Krankenhaus die Regelversorgung im Mehrbettzimmer, ganz gleich, wie hoch Dein übriger Schutz ist.
Viele Versicherer haben Bausteine für Länder ohne Wahlleistungsbeihilfe im Angebot. Die HanseMerkur nennt für Niedersachsen zum Beispiel ihre Ergänzungstarife Be Fit Smart und Be Fit Best, die unter anderem Ein- und Zweibettzimmer mit Chefarzt und freie Klinikwahl abdecken.
Beim Zahnersatz erkennt die niedersächsische Beihilfe Material- und Laborkosten nur zu 60 % an, Implantate bis zu vier je Kiefer. Brillengestelle zahlt sie nicht, für Gläser gelten feste Höchstbeträge, zum Beispiel 31 € für ein einfaches Einstärkenglas.
Diese Punkte sollte Dein Tarif als Beamter in Niedersachsen erfüllen:
- Wahlleistungen im Krankenhaus zu 100 %, mit Chefarzt und Zweibettzimmer
- volle Restkosten bei Zahnersatz und Implantaten, als Anwärter auch für die Zeit ohne Zahnbeihilfe
- ein Ergänzungsbaustein für Sehhilfen und Heilpraktiker
- Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hinaus
- eine Umstellung ohne Gesundheitsprüfung, wenn Dein Beihilfesatz wieder von 70 % auf 50 % fällt, etwa wenn die Kinder aus dem Familienzuschlag herausfallen
Die Anpassung an einen gesunkenen Beihilfesatz sichert Dir § 199 Abs. 2 VVG, wenn Du sie innerhalb von sechs Monaten beantragst. Steigt Deine Beihilfe auf 70 %, kannst Du Deinen Tarif ohnehin ohne Prüfung herabsetzen. Welche PKV die beste für Beamte ist, hängt von den Leistungen und Deiner Gesundheit ab.
PKV für Beamtenanwärter und Referendare in Niedersachsen
Als Beamtenanwärter oder Lehramtsreferendar in Niedersachsen bekommst Du 50 % Beihilfe, mit zwei Kindern 70 %. Beim Zahnersatz gilt für Dich aber eine harte Einschränkung, die viele übersehen.
Für Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst und ihre Angehörigen zahlt die Beihilfe nach § 11 NBhVO keinen Zahnersatz, keine Inlays und Kronen, keine Implantate und keine Funktionsanalyse. Ausnahmen gelten nur nach einem Unfall im Vorbereitungsdienst oder wenn Du vorher mindestens drei Jahre ununterbrochen im öffentlichen Dienst warst. Dein Anwärtertarif sollte diese Lücke schließen, sonst trägst Du eine neue Krone komplett selbst.
Seit dem 1. April 2026 beträgt der Anwärtergrundbetrag für Laufbahnen mit dem Eingangsamt A 13 1.722,66 € und für A 9 bis A 11 1.529,74 €. Ob Anwärter Anspruch auf Beihilfe haben, hängt von Deinem Status ab, und wie ein großer Anbieter das löst, siehst Du an den PKV-Tarifen für Anwärter bei der Debeka.
Rechtsreferendare sind in Niedersachsen keine Beamten. Sie stehen in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, sind gesetzlich kranken- und pflegeversichert und haben laut NLBV keinen Anspruch auf Beihilfe.
Polizeivollzugsbeamte erhalten in Niedersachsen Heilfürsorge nach § 114 NBG. Dafür rechnet das Land seit 2017 monatlich 1,3 % des Grundgehalts an, für Anwärter fällt dieser Anteil nach Angaben mehrerer Versicherer nicht an. Du kannst schriftlich auf die Heilfürsorge verzichten und erhältst dann Beihilfe, diesen Verzicht kannst Du aber nicht widerrufen. Deine Familie ist über die Beihilfe abgesichert, und mit dem Ruhestand endet die Heilfürsorge. Eine Anwartschaftsversicherung hält Dir für diese Zeit den Weg in die PKV ohne neue Gesundheitsprüfung offen.
Häufige Fragen
Was kostet eine private Krankenversicherung für Beamte in Niedersachsen?
Eine private Krankenversicherung kostet Dich als junger Beamter in Niedersachsen mit 50 % Beihilfe rund 300 € bis 420 € im Monat inklusive Pflege. Dazu kommt ein Baustein für Chefarzt und Zweibettzimmer zu 100 %, weil die niedersächsische Beihilfe Wahlleistungen nicht zahlt.
Welche PKV ist für niedersächsische Beamte die beste?
Für niedersächsische Beamte ist die PKV die beste, die die Wahlleistungen im Krankenhaus zu 100 % abdeckt, die Kürzungen beim Zahnersatz ausgleicht und sich ohne Gesundheitsprüfung an 70 % Beihilfe anpasst. Als Anwärter solltest Du zusätzlich auf den Zahnersatz achten, den die Beihilfe Dir im Vorbereitungsdienst verweigert.
Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte in Niedersachsen?
Die Beihilfe für Beamte in Niedersachsen beträgt 50 %, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 %. Ehepartner und Pensionäre bekommen 70 %, Kinder 80 %. Von der Beihilfe zieht das NLBV Eigenbehalte ab, eine Kostendämpfungspauschale gibt es nicht.
Ist die PKV oder die GKV mit pauschaler Beihilfe günstiger?
Für einen jungen, gesunden und ledigen Beamten ist meist die PKV günstiger. Ein lediger Lehrer in A 13 zahlt in der GKV mit pauschaler Beihilfe rund 536 € im Monat, in der PKV rund 300 € bis 420 € plus Wahlleistungsbaustein. Bei Teilzeit, Vorerkrankungen oder vielen Kindern kann die GKV vorne liegen.
Gelten für Bundesbeamte in Niedersachsen andere Beihilferegeln?
Ja, für Bundesbeamte in Niedersachsen gilt die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV). Der größte Unterschied liegt im Krankenhaus, denn der Bund zahlt Chefarzt und Zweibettzimmer anteilig mit. Außerdem gewährt er 70 % in der Elternzeit. Die Eigenbehalte ähneln den niedersächsischen, eine pauschale Beihilfe gibt es beim Bund nicht.
Niedersachsen lässt Dir die Wahl zwischen PKV und GKV mit Zuschuss, nimmt Dir dafür aber die Wahlleistungen im Krankenhaus komplett ab. Welcher Schutz ist Dir im Krankenhaus wichtig, und willst Du ihn privat absichern, solange Du jung und gesund bist?

