Die BKK EWE aus Oldenburg ist eine betriebsbezogene Krankenkasse, Mitglied werden können Beschäftigte des EWE-Konzerns. Ihr Zusatzbeitrag beträgt 3,19 % seit dem 1. Januar 2026, für gesetzliche Renten und Betriebsrenten gilt der neue Satz seit dem 1. März 2026. Für das Jahr 2027 gibt es noch keinen neuen Wert. Einen Anhaltspunkt liefern die Beitragsentwicklung seit Einführung des kassenindividuellen Zusatzbeitrags im Jahr 2015 und die aktuelle Finanzlage der Kassen.
Wie hoch ist der Zusatzbeitrag bei der BKK EWE im Jahr 2027?
Einen Zusatzbeitrag für 2027 hat die BKK EWE bislang nicht bekannt gegeben (Stand: 8. Oktober 2026). Maßgeblich ist bis dahin der aktuelle Satz von 3,19 %, gültig seit dem 1. Januar 2026.
Eine Zahl für 2027 hat die BKK EWE noch nicht genannt. Im Kundenmagazin vom Sommer 2026 schrieb Vorstand Torsten Greulich, ohne politische Umsetzung der Reformvorschläge sei mit einer weiteren Zunahme der finanziellen Belastung der Versicherten durch noch höhere Zusatzbeiträge zu rechnen. Das Geschäftsjahr 2024 hatte die Kasse mit einem Defizit von rund 2,95 Mio. € abgeschlossen.
Einflussfaktoren für den Zusatzbeitrag der BKK EWE im Jahr 2027
Der Zeitplan für die neuen Beitragssätze ist gesetzlich vorgegeben. Bis zum 15. Oktober schätzt der Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für das kommende Jahr (§ 220 Abs. 2 SGB V). Auf dieser Grundlage legt das Bundesgesundheitsministerium bis zum 1. November den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2027 fest (§ 242a SGB V). Dieser Wert dient als Orientierung, jede Kasse bestimmt ihren eigenen Satz anschließend in ihrer Satzung.
Welcher Wert am Ende in der Satzung der BKK EWE steht, hängt von mehreren Größen ab.
- Wie stark die Leistungsausgaben weiter steigen, im ersten Halbjahr 2026 lag das Plus je Versicherten GKV-weit bei 7,4 %.
- Wie hoch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ausfallen, die über den Risikostrukturausgleich verteilt werden.
- Wie viel Rücklage die Kasse aufbauen muss, um die Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben zu halten.
- Wie die Maßnahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ab 2027 wirken.
- Was der Verwaltungsrat im Haushalt beschließt und die Aufsicht genehmigt.
Der Zusatzbeitrag muss so bemessen sein, dass er zusammen mit den Zuweisungen und sonstigen Einnahmen die Ausgaben der Kasse und die vorgeschriebene Rücklage deckt (§ 242 SGB V). Die meisten Kassen fassen ihre Beschlüsse im November oder Dezember mit Wirkung zum 1. Januar.
Tendenz für die Zusatzbeiträge der Krankenkassen im Jahr 2027
Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich 2026 etwas entspannt, bleibt aber knapp. Im ersten Halbjahr 2026 erzielten die Kassen laut Bundesgesundheitsministerium einen Überschuss von 2,6 Mrd. €, den sie vor allem für den Wiederaufbau ihrer Reserven brauchen. Mit rund 7,5 Mrd. € erreichten diese Reserven zur Jahresmitte gerade die gesetzliche Mindestgrenze. Gleichzeitig stiegen die Leistungsausgaben je Versicherten weiter um 7,4 %.
Für 2027 setzt die Politik auf das Spargesetz vom Juli 2026, das Entlastungen von fast 19 Mrd. € vorsieht. Das Ministerium strebt an, den ausgabendeckenden durchschnittlichen Zusatzbeitrag damit bei 2,9 % zu halten. Allerdings deckt das Paket die erwartete Lücke von 18,8 Mrd. € nach Berechnungen, über die die dpa berichtete, ohne zusätzlichen Puffer ab. Mehr zur Ausgangslage findest Du in unserem Beitrag zum Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung.
Unsere vorsichtige Einschätzung lautet, dass die Zusatzbeiträge 2027 im Schnitt eher stabil bleiben oder leicht steigen. Große Sprünge wie 2025 sind nach heutigem Stand nicht zu erwarten. Zum Jahreswechsel 2026 hatten 42 von 93 Kassen erhöht, je nach Finanzlage dürfte das Bild 2027 erneut gemischt ausfallen.
Bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags gilt ein Sonderkündigungsrecht bis zum Ende des Monats, für den der neue Satz erstmals fällig wird (§ 175 Abs. 4 SGB V). Ein persönliches Anschreiben der Kasse ist seit dem Spargesetz nicht mehr vorgeschrieben, eine Wiedereinführung der Informationspflicht ist geplant, aber noch nicht beschlossen (Stand: Oktober 2026). Es lohnt sich deshalb, die Website Deiner Kasse zum Jahreswechsel selbst im Blick zu behalten.
Sobald die BKK EWE ihren Zusatzbeitrag für 2027 bekannt gibt, passen wir die Zahlen und Beispielrechnungen auf dieser Seite direkt an.
Wie hat sich der Zusatzbeitrag der BKK EWE seit dem Jahr 2015 entwickelt?
Zum 1. Januar 2015 lag der Zusatzbeitrag der BKK EWE bei 0,70 %, zum 1. Januar 2026 bei 3,19 %. Über den gesamten Zeitraum ergibt das einen Anstieg um 2,49 Prozentpunkte.
Die folgenden Werte geben den Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn wieder. Für jedes Jahr siehst Du die Veränderung in Prozentpunkten und in Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % ist seit 2015 unverändert und deshalb nicht Teil der Tabelle.
| Jahr | Zusatzbeitrag zum 1. Januar | Veränderung in Prozentpunkten | Veränderung zum Vorjahr in % |
|---|---|---|---|
| 2015 | 0,70 % | Startwert | Startwert |
| 2016 | 0,90 % | +0,20 | +28,6 % |
| 2017 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2018 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2019 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2020 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2021 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2022 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2023 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2024 | 0,90 % | 0,00 | 0,0 % |
| 2025 | 1,98 % | +1,08 | +120,0 % |
| 2026 | 3,19 % | +1,21 | +61,1 % |
Neun Jahre lang, von 2016 bis 2024, erhob die BKK EWE unverändert 0,90 %. Die erste Anpassung danach folgte zum 1. Januar 2025 auf 1,98 %, ein Jahr später stieg der Satz auf 3,19 %. Prozentual ist 2025 das Jahr mit der größten Veränderung, der Zusatzbeitrag hat sich mehr als verdoppelt. Die Werte für 2017 bis 2022 stützen sich auf die Angabe der Kasse, sie habe den Beitrag 2025 „erstmalig seit neun Jahren“ angepasst.
Der vom Bundesgesundheitsministerium festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitrag stieg von 0,9 % im Jahr 2015 auf 2,9 % im Jahr 2026. Tatsächlich erhoben die Kassen Ende Juni 2026 im Schnitt 3,13 %. Der aktuelle Satz der BKK EWE von 3,19 % liegt damit über beiden Durchschnittswerten. Eine Übersicht über die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen im Jahr 2026 zeigt die Werte im direkten Vergleich.
Den Stand für das laufende Jahr beschreiben wir ausführlich im Beitrag zum Zusatzbeitrag der BKK EWE im Jahr 2026.
Fallbeispiel: Wie hoch ist der Beitrag bei der BKK EWE?
Als Angestellter mit 4.500 € brutto trägst Du bei der BKK EWE aktuell 400,28 € pro Monat, als Selbstständiger mit 3.500 € Einkommen 601,65 €. Beide Rechnungen nutzen den Zusatzbeitrag, der heute gilt, und die Rechengrößen für 2026. Beiträge zur Pflegeversicherung sind nicht enthalten, sie kommen in der Praxis noch hinzu.
Angestellter mit 4.500 € Bruttogehalt bei der BKK EWE
Seit 2019 teilen sich Arbeitgeber und Beschäftigte auch den Zusatzbeitrag je zur Hälfte. Dein Arbeitgeber übernimmt also die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes, das sind 7,3 %, und die Hälfte des Zusatzbeitrags der BKK EWE. Für ein Bruttogehalt von 4.500 € im Monat sieht das so aus.
| Beitragsbestandteil | Satz | Gesamt pro Monat | Dein Anteil | Anteil Arbeitgeber |
|---|---|---|---|---|
| Allgemeiner Beitragssatz | 14,60 % | 657,00 € | 328,50 € | 328,50 € |
| Zusatzbeitrag der BKK EWE | 3,19 % | 143,56 € | 71,78 € | 71,78 € |
| Krankenversicherung gesamt | 17,79 % | 800,56 € | 400,28 € | 400,28 € |
Insgesamt fließen 800,56 € pro Monat an die BKK EWE, Du selbst zahlst 400,28 €. Schon eine Änderung des Zusatzbeitrags um 0,1 Prozentpunkte macht für Dich in diesem Beispiel 2,25 € im Monat aus, also 27,00 € im Jahr.
Selbstständiger mit 3.500 € Monatseinkommen bei der BKK EWE
Als freiwillig versicherter Selbstständiger zahlst Du den gesamten Beitrag allein, einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nicht. Ohne Anspruch auf Krankengeld gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 %, dazu kommt der volle Zusatzbeitrag. Bei einem beitragspflichtigen Einkommen von 3.500 € im Monat sieht die Rechnung so aus.
| Beitragsbestandteil | Satz | Beitrag pro Monat |
|---|---|---|
| Ermäßigter Beitragssatz | 14,00 % | 490,00 € |
| Zusatzbeitrag der BKK EWE | 3,19 % | 111,65 € |
| Krankenversicherung gesamt | 17,19 % | 601,65 € |
Im Ergebnis zahlst Du 601,65 € im Monat. Mit Krankengeldanspruch rechnet die Kasse mit 14,6 %, dann wären es 622,65 €. Für sehr niedrige Einkommen gilt eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € im Monat (2026). Deinen persönlichen Beitrag kannst Du mit dem Beitragsrechner für Selbstständige durchspielen. Bei einer betriebsbezogenen Kasse wie der BKK EWE betrifft diese Rechnung freiwillig versicherte Mitglieder mit eigenem Einkommen, die Rechenlogik ist bei allen gesetzlichen Kassen gleich.
Für Gutverdiener zählt die Beitragsbemessungsgrenze, die 2026 bei 5.812,50 € im Monat liegt. Mehr als 517,02 € zahlst Du als Angestellter bei der BKK EWE derzeit nicht. Für 2027 sieht die Planung eine Grenze von 6.375 € vor, alle geplanten Sozialversicherungswerte 2027 haben wir gesondert zusammengestellt. Bei gleichem Zusatzbeitrag läge Dein Höchstanteil dann bei 567,06 €, sofern der Bundesrat zustimmt.
Wie hoch der Zusatzbeitrag der BKK EWE im Jahr 2027 ausfällt, hängt damit von der Prognose im Oktober, der eigenen Finanzlage der Kasse und dem Beschluss ihres Verwaltungsrats ab. Die Beispielrechnungen zeigen, wie stark sich schon kleine Änderungen des Satzes auf Deinen Monatsbeitrag auswirken.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Zusatzbeitrag der BKK EWE im Jahr 2027?
Den endgültigen Wert für 2027 hat die BKK EWE noch nicht veröffentlicht. Aktuell liegt der Zusatzbeitrag bei 3,19 %, zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz ergibt das 17,79 %. Sobald der neue Satz feststeht, ergänzen wir ihn hier und rechnen die Beispiele neu.
Kann ich die BKK EWE wegen einer Beitragserhöhung kündigen?
Ja. Erhöht die BKK EWE ihren Zusatzbeitrag, hast Du ein Sonderkündigungsrecht. Du kannst bis zum Ablauf des Monats kündigen, für den die Kasse den höheren Beitrag erstmals erhebt (§ 175 Abs. 4 SGB V). Die zweimonatige Bindungsfrist entfällt in diesem Fall.
Wie hoch ist der Zusatzbeitrag für Rentner bei der BKK EWE?
Für Rentner gilt derselbe Zusatzbeitrag wie für alle anderen Mitglieder, aktuell 3,19 %. Bei einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung übernimmt die Rentenversicherung die Hälfte des allgemeinen Beitrags und des Zusatzbeitrags.
Wann gibt die BKK EWE den Zusatzbeitrag für 2027 bekannt?
Den neuen Satz beschließt der Verwaltungsrat der BKK EWE in der Regel im November oder Dezember. Grundlage sind die Prognose des Schätzerkreises (bis 15. Oktober) und der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den das Bundesgesundheitsministerium bis zum 1. November festlegt.



