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Wie hoch ist der Zusatzbeitrag bei der vivida bkk in 2027?

Attila Huck
Attila Huck
Zuletzt aktualisiert: 9. Okt. 2026

Die vivida bkk mit Sitz in Villingen-Schwenningen ist bundesweit geöffnet. Sie entstand zum 1. Januar 2021 aus der Schwenninger Krankenkasse und der atlas BKK ahlmann. Seit dem 1. Januar 2025 beträgt ihr Zusatzbeitrag 3,79 %. Ob sich daran zum 1. Januar 2027 etwas ändert, ist noch offen. Klar ist bereits, welche Faktoren über den neuen Satz entscheiden und wie stark sich der Zusatzbeitrag in den vergangenen Jahren verändert hat.

Wie hoch ist der Zusatzbeitrag bei der vivida bkk im Jahr 2027?

Einen Zusatzbeitrag für 2027 hat die vivida bkk bislang nicht bekannt gegeben (Stand: 8. Oktober 2026). Maßgeblich ist bis dahin der aktuelle Satz von 3,79 %, gültig seit dem 1. Januar 2025.

Für 2027 steht bei der vivida bkk neben dem Zusatzbeitrag eine weitere Veränderung an. Zum 1. Januar 2027 will sie mit der BKK Scheufelen fusionieren, die einen Zusatzbeitrag von 3,99 % erhebt. Der Antrag liegt beim Bundesamt für Soziale Sicherung, die gemeinsame Kasse soll den Namen vivida bkk tragen. Welcher Beitragssatz nach der Fusion gilt, ist nach den bisher veröffentlichten Informationen noch offen.

Einflussfaktoren für den Zusatzbeitrag der vivida bkk im Jahr 2027

Der Zeitplan für die neuen Beitragssätze ist gesetzlich vorgegeben. Bis zum 15. Oktober schätzt der Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für das kommende Jahr (§ 220 Abs. 2 SGB V). Auf dieser Grundlage legt das Bundesgesundheitsministerium bis zum 1. November den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2027 fest (§ 242a SGB V). Dieser Wert dient als Orientierung, jede Kasse bestimmt ihren eigenen Satz anschließend in ihrer Satzung.

Welcher Wert am Ende in der Satzung der vivida bkk steht, hängt von mehreren Größen ab.

  • Wie stark die Leistungsausgaben weiter steigen, im ersten Halbjahr 2026 lag das Plus je Versicherten GKV-weit bei 7,4 %.
  • Wie hoch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ausfallen, die über den Risikostrukturausgleich verteilt werden.
  • Wie viel Rücklage die Kasse aufbauen muss, um die Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben zu halten.
  • Wie die Maßnahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes ab 2027 wirken.
  • Was der Verwaltungsrat im Haushalt beschließt und die Aufsicht genehmigt.

Der Zusatzbeitrag muss so bemessen sein, dass er zusammen mit den Zuweisungen und sonstigen Einnahmen die Ausgaben der Kasse und die vorgeschriebene Rücklage deckt (§ 242 SGB V). Die meisten Kassen fassen ihre Beschlüsse im November oder Dezember mit Wirkung zum 1. Januar.

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Tendenz für die Zusatzbeiträge der Krankenkassen im Jahr 2027

Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich 2026 etwas entspannt, bleibt aber knapp. Im ersten Halbjahr 2026 erzielten die Kassen laut Bundesgesundheitsministerium einen Überschuss von 2,6 Mrd. €, den sie vor allem für den Wiederaufbau ihrer Reserven brauchen. Mit rund 7,5 Mrd. € erreichten diese Reserven zur Jahresmitte gerade die gesetzliche Mindestgrenze. Gleichzeitig stiegen die Leistungsausgaben je Versicherten weiter um 7,4 %.

Für 2027 setzt die Politik auf das Spargesetz vom Juli 2026, das Entlastungen von fast 19 Mrd. € vorsieht. Das Ministerium strebt an, den ausgabendeckenden durchschnittlichen Zusatzbeitrag damit bei 2,9 % zu halten. Allerdings deckt das Paket die erwartete Lücke von 18,8 Mrd. € nach Berechnungen, über die die dpa berichtete, ohne zusätzlichen Puffer ab. Mehr zur Ausgangslage findest Du in unserem Beitrag zum Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung.

Unsere vorsichtige Einschätzung lautet, dass die Zusatzbeiträge 2027 im Schnitt eher stabil bleiben oder leicht steigen. Große Sprünge wie 2025 sind nach heutigem Stand nicht zu erwarten. Zum Jahreswechsel 2026 hatten 42 von 93 Kassen erhöht, je nach Finanzlage dürfte das Bild 2027 erneut gemischt ausfallen.

Bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags gilt ein Sonderkündigungsrecht bis zum Ende des Monats, für den der neue Satz erstmals fällig wird (§ 175 Abs. 4 SGB V). Ein persönliches Anschreiben der Kasse ist seit dem Spargesetz nicht mehr vorgeschrieben, eine Wiedereinführung der Informationspflicht ist geplant, aber noch nicht beschlossen (Stand: Oktober 2026). Es lohnt sich deshalb, die Website Deiner Kasse zum Jahreswechsel selbst im Blick zu behalten.

Sobald die vivida bkk ihren Zusatzbeitrag für 2027 bekannt gibt, passen wir die Zahlen und Beispielrechnungen auf dieser Seite direkt an.

Wie hat sich der Zusatzbeitrag der vivida bkk seit dem Jahr 2015 entwickelt?

Zum 1. Januar 2016 lag der Zusatzbeitrag der vivida bkk bei 1,10 %, zum 1. Januar 2026 bei 3,79 %. Über den gesamten Zeitraum ergibt das einen Anstieg um 2,69 Prozentpunkte. Für 2015 liegt kein gesicherter Wert vor, deshalb beginnt der Vergleich mit 2016.

Die folgenden Werte geben den Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn wieder. Für jedes Jahr siehst Du die Veränderung in Prozentpunkten und in Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 % ist seit 2015 unverändert und deshalb nicht Teil der Tabelle. Für einzelne Jahre liegen keine gesicherten öffentlichen Angaben vor. Diese Felder haben wir entsprechend gekennzeichnet, statt Werte zu schätzen.

JahrZusatzbeitrag zum 1. JanuarVeränderung in ProzentpunktenVeränderung zum Vorjahr in %
2015keine gesicherte Angabenicht berechenbarnicht berechenbar
20161,10 %StartwertStartwert
20171,10 %0,000,0 %
20181,30 %+0,20+18,2 %
20191,30 %0,000,0 %
20201,30 %0,000,0 %
2021keine gesicherte Angabenicht berechenbarnicht berechenbar
2022keine gesicherte Angabenicht berechenbarnicht berechenbar
20231,40 %nicht berechenbarnicht berechenbar
20241,70 %+0,30+21,4 %
20253,79 %+2,09+122,9 %
20263,79 %0,000,0 %

Bis 2020 zeigt die Tabelle die Werte der Schwenninger Krankenkasse, die als aufnehmende Kasse in der vivida bkk aufging. Sie erhöhte zum 1. April 2017 von 1,10 % auf 1,30 % und blieb bis 2020 bei diesem Wert. Für 2015 sowie für die ersten beiden Jahre der vivida bkk, 2021 und 2022, liegen keine gesicherten öffentlichen Angaben vor. Ab 2023 ist die Entwicklung lückenlos belegt, einschließlich der unterjährigen Erhöhung zum 1. Juli 2024 auf 2,49 % und des Sprungs auf 3,79 % zum 1. Januar 2025.

Außerhalb der Jahreswechsel hat die vivida bkk ihren Satz außerdem zu diesen Terminen verändert.

  • Zum 1. April 2017 (Schwenninger Krankenkasse) von 1,10 % auf 1,30 %
  • Zum 1. Juli 2024 von 1,70 % auf 2,49 %

Für den Vergleich in der Tabelle zählt jeweils der Wert zum 1. Januar.

Der vom Bundesgesundheitsministerium festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitrag stieg von 0,9 % im Jahr 2015 auf 2,9 % im Jahr 2026. Tatsächlich erhoben die Kassen Ende Juni 2026 im Schnitt 3,13 %. Der aktuelle Satz der vivida bkk von 3,79 % liegt damit über beiden Durchschnittswerten. Eine Übersicht über die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen im Jahr 2026 zeigt die Werte im direkten Vergleich.

Den Stand für das laufende Jahr beschreiben wir ausführlich im Beitrag zum Zusatzbeitrag der vivida bkk im Jahr 2026.

Fallbeispiel: Wie hoch ist der Beitrag bei der vivida bkk?

Als Angestellter mit 4.500 € brutto trägst Du bei der vivida bkk aktuell 413,78 € pro Monat, als Selbstständiger mit 3.500 € Einkommen 622,65 €. Beide Rechnungen nutzen den Zusatzbeitrag, der heute gilt, und die Rechengrößen für 2026. Beiträge zur Pflegeversicherung sind nicht enthalten, sie kommen in der Praxis noch hinzu.

Angestellter mit 4.500 € Bruttogehalt bei der vivida bkk

Seit 2019 teilen sich Arbeitgeber und Beschäftigte auch den Zusatzbeitrag je zur Hälfte. Dein Arbeitgeber übernimmt also die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes, das sind 7,3 %, und die Hälfte des Zusatzbeitrags der vivida bkk. Für ein Bruttogehalt von 4.500 € im Monat sieht das so aus.

BeitragsbestandteilSatzGesamt pro MonatDein AnteilAnteil Arbeitgeber
Allgemeiner Beitragssatz14,60 %657,00 €328,50 €328,50 €
Zusatzbeitrag der vivida bkk3,79 %170,56 €85,28 €85,28 €
Krankenversicherung gesamt18,39 %827,56 €413,78 €413,78 €

Insgesamt fließen 827,56 € pro Monat an die vivida bkk, Du selbst zahlst 413,78 €. Schon eine Änderung des Zusatzbeitrags um 0,1 Prozentpunkte macht für Dich in diesem Beispiel 2,25 € im Monat aus, also 27,00 € im Jahr.

Selbstständiger mit 3.500 € Monatseinkommen bei der vivida bkk

Als freiwillig versicherter Selbstständiger zahlst Du den gesamten Beitrag allein, einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nicht. Ohne Anspruch auf Krankengeld gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 %, dazu kommt der volle Zusatzbeitrag. Bei einem beitragspflichtigen Einkommen von 3.500 € im Monat sieht die Rechnung so aus.

BeitragsbestandteilSatzBeitrag pro Monat
Ermäßigter Beitragssatz14,00 %490,00 €
Zusatzbeitrag der vivida bkk3,79 %132,65 €
Krankenversicherung gesamt17,79 %622,65 €

Im Ergebnis zahlst Du 622,65 € im Monat. Mit Krankengeldanspruch rechnet die Kasse mit 14,6 %, dann wären es 643,65 €. Für sehr niedrige Einkommen gilt eine Mindestbemessungsgrundlage von 1.318,33 € im Monat (2026). Deinen persönlichen Beitrag kannst Du mit dem Beitragsrechner für Selbstständige durchspielen.

Für Gutverdiener zählt die Beitragsbemessungsgrenze, die 2026 bei 5.812,50 € im Monat liegt. Mehr als 534,46 € zahlst Du als Angestellter bei der vivida bkk derzeit nicht. Für 2027 sieht die Planung eine Grenze von 6.375 € vor, alle geplanten Sozialversicherungswerte 2027 haben wir gesondert zusammengestellt. Bei gleichem Zusatzbeitrag läge Dein Höchstanteil dann bei 586,19 €, sofern der Bundesrat zustimmt.

Wie hoch der Zusatzbeitrag der vivida bkk im Jahr 2027 ausfällt, hängt damit von der Prognose im Oktober, der eigenen Finanzlage der Kasse und dem Beschluss ihres Verwaltungsrats ab. Die Beispielrechnungen zeigen, wie stark sich schon kleine Änderungen des Satzes auf Deinen Monatsbeitrag auswirken.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Zusatzbeitrag der vivida bkk im Jahr 2027?

Den endgültigen Wert für 2027 hat die vivida bkk noch nicht veröffentlicht. Aktuell liegt der Zusatzbeitrag bei 3,79 %, zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz ergibt das 18,39 %. Sobald der neue Satz feststeht, ergänzen wir ihn hier und rechnen die Beispiele neu.

Kann ich die vivida bkk wegen einer Beitragserhöhung kündigen?

Ja. Erhöht die vivida bkk ihren Zusatzbeitrag, hast Du ein Sonderkündigungsrecht. Du kannst bis zum Ablauf des Monats kündigen, für den die Kasse den höheren Beitrag erstmals erhebt (§ 175 Abs. 4 SGB V). Die zweimonatige Bindungsfrist entfällt in diesem Fall.

Wie hoch ist der Zusatzbeitrag für Rentner bei der vivida bkk?

Für Rentner gilt derselbe Zusatzbeitrag wie für alle anderen Mitglieder, aktuell 3,79 %. Bei einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung übernimmt die Rentenversicherung die Hälfte des allgemeinen Beitrags und des Zusatzbeitrags.

Wann gibt die vivida bkk den Zusatzbeitrag für 2027 bekannt?

Den neuen Satz beschließt der Verwaltungsrat der vivida bkk in der Regel im November oder Dezember. Grundlage sind die Prognose des Schätzerkreises (bis 15. Oktober) und der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den das Bundesgesundheitsministerium bis zum 1. November festlegt.

Attila Huck
Attila Huck
Direktionsleiter Esslingen

Attila Huck leitet die COVAGO-Direktion in Esslingen und ist unser Experte für die gesetzliche Krankenversicherung. Er kennt die Kassen, ihre Zusatzbeiträge und Leistungen im Detail und hilft Dir, die passende Kasse zu finden und beim Wechsel alles richtig zu machen.

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